Die neue Ausgabe der „Leipziger Zeitung“: Leipzig hat Wachstumsschmerzen

Die neue „Leipziger Zeitung“ liegt seit Freitag, 13. Mai, an vielen Verkaufsstellen in der Stadt aus. Ein Lesepaket für alle, die ihr Leipzig noch ernst nehmen und keineswegs glauben, dass es ein Kleingarten, eine missratene Party oder eine Dauerwerbeschleife ist, sondern eine Aufgabe. Eine echte Herausforderung, in die man investieren muss. Aber wie macht man das, wenn die Einnahmen auf Kleingartenniveau sind?
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Deswegen werden diesmal in einem Schnelldurchlauf einfach mal die wesentlichen Wachstumsschmerzen aufgezeigt, die auf diese Stadt zukommen, wenn sie auf 600.000, 660.000, 720.000 Einwohner wächst. Darauf laufen die Prognosen hinaus.

Und damit wird schon das erste Problem sichtbar. Denn die Prognosen des Landes Sachsen versuchen das Wachstum der Großstädte einfach auszublenden. Es passt nicht in die konservativen Strickmuster, nach denen Sachsen regiert wird. Und deswegen wird es hart. Gerade für Leipzig: beim Wohnungsbau, beim Schulbau, bei der Kita-Versorgung, beim ÖPNV. Um dabei noch den Überblick zu behalten, gibt es mal eine Berechnung allein der Kosten, welche für Leipzig auf dem Wohnungsmarkt und bei den Schul- und Kitabauten entstehen werden – eine Summe, welche deutlich macht, wie nah das Scheitern dem Wachstum in Leipzig ist.

Etliche Themen können nur angerissen werden. Die werden in der Juni-Ausgabe noch klarer durchleuchtet. In seinem zugespitzten Leitartikel geht Matthias Weidemann kurz darauf ein, woran es liegt, dass in Sachsen so Vieles klemmt: Der Ministerpräsident Stanislaw Tillich sucht seine Ideen nicht in Sachsen, im einstigen Vorreiterland der Unternehmer und Erfinder, sondern schaut wie ein Schüler ohne Ideen auf das mächtige und saturierte  Bayern. In Leipzig hat er sich mit dem großen Polterer aus München zur gemeinsamen Kabinettskonferenz getroffen. Das wird schief gehen, wie es jedes Mal schief geht, wenn sich Sachsen in Bayern Ideen für die eigene Politik holen will.

Wie Sachsen damit die eigene notwendige Rolle im ostdeutschen Ländergefüge vergeigt, darüber werden wir ebenfalls in einer späteren Ausgabe berichten.

Baustellen so weit das Auge reicht. Leipzig boomt und hat Wachstumsschmerzen. Foto: LZ

Baustellen so weit das Auge reicht. Leipzig boomt und hat Wachstumsschmerzen. Foto: LZ

Es passt ja nicht alles in eine Zeitung. Da staunen wir selbst immer wieder.

Das liegt auch daran, dass längst viel zu viele Themen unerledigt in der politischen Landschaft stehen. René Loch beschäftigt sich mit dem bis heute nicht reformierten sächsischen Verfassungsschutz, der in der NSU-Affäre eine derart blamable Rolle gepielt hat, aber lieber lauter zusätzliche Linksextremisten erfindet, um nur ja nicht an die wirklich brennenden rechtsradikalen Probleme im Land heran zu müssen, was sich auch im neuen Verfassungsschutzbericht niederschlägt. Der Titel: „Ein Verfassungsschutzbericht zum Schreddern“.

Natürlich  gibt es auch wieder die große Übersicht über die Stadtratsentscheidungen im April – der nächste durchaus spannende Stadtrat tagt ja am 18. Mai.

Wer über alle Freuden und nicht immer leichten Hintergründe zum Entstehen des Films „Der schwarze Nazi“ informiert werden möchte, findet ein großes Interview mit den Machern im Blatt. Denn wo die Verfassungsschützer immer wieder wegschauen oder abwiegeln, da zeigen die jungen Kreativen im Land, wie es geht, wie man die heißen Eisen anpackt und wieder Position bezieht – als Mensch, als denkender und kritischer Mensch.

Was natürlich auch in anderen Beiträgen deutlich wird, die von Leipzigern berichten, die nicht ständig auf teuren Empfängen glänzen, sondern die Dinge anpacken, die sie für wichtig halten: als Schlosser, Herrenausstatter, Hotelbetreiber, Kirchturmwiederaufbauer.

Und natürlich funktioniert so eine Stadt der Anpacker nicht, wenn sie keinen geistigen Hintergrund hat. Und so wird im Bildungsteil der Zeitung über Souveränität nachgedacht, über Größenwahn, Humanismus-Vermittlung, Freiheit und verständliche Wissenschaft.

Alles auf Schwarz. 25 Jahre Wave-Gotik-Treffen, Okkultismus und weitere Themen von der dunklen Seite in Ausgabe 31 der LZ. Foto: Matthias Weidemann

Alles auf Schwarz. 25 Jahre Wave-Gotik-Treffen, Okkultismus und weitere Themen von der dunklen Seite in Ausgabe 31 der LZ. Foto: Matthias Weidemann

Da blieb tatsächlich kein Platz mehr für den Katholikentag. Das ist tragisch. Aber das Thema allein hätte eine eigene fette Zeitung gebraucht. Das handelt man nicht einfach als Termintipp ab.

Und da ist man natürlich am ewigen Dilemma: Was passt rein in so eine Zeitung? Was schafft man überhaupt? Heinz Knobloch stellte mal mit fröhlichem Schmunzeln fest, es passiere jeden Tag eben genau so viel, wie in eine Zeitung hineinpasst.

Die Wahrheit für Leipzig ist: Es gibt viel zu wenig Zeitung, um alles, was notwendig hineinpassen müsste, auch unterzukriegen. Da  haben wir uns was aufgeladen. Aber wer sonst in dieser Stadt, wo sonst der Spaß, die Oberflächlichkeit und die Kleingärtnerei regieren?

Also lieber Listen schreiben und notieren, was alles noch fehlt. Und was angepackt werden muss. Und was immer drängender wird, denn die Wachstumsschmerzen der Stadt, die wir in dieser Ausgabe beschrieben haben, werden heftig.

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Und wer jetzt noch nicht überzeugt, aber trotzdem neugierig ist, der kauft sich einfach eine Zeitung in einer unserer ausgewählten Verkaufsstellen (Liste auf der Webseite der Leipziger Zeitung) oder in einem der knapp 600 Geschäfte, Zeitungs- und Schreibwarenläden oder Tankstellen, … im Leipziger Stadtgebiet.

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In der neuen Dingwelt: Rückblick in eine Kindheit zur Zeit der Wende

© Jwaller

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Grüne beantragen: Leipzigs Verwaltung soll bis 2022 einen Integrierten Gewässerentwicklungsplan vorlegen
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Nach 2022 könnte die Sanierung der alten Theaterspielstätte Gottschedstraße 16 beginnen
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Er gibt nicht auf: Ein Mörder kämpft weiter um mildere Strafe
Hofft weiter auf eine mildere Strafe: Dovchin D. (heute 41, rechts), hier im Januar 2019 neben seinem Anwalt Dr. Stefan Wirth beim ersten Prozess nach der Revision. Foto: Lucas Böhme

Foto: Lucas Böhme

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Linie 4 in der neuen Haltestelle Goerdelerring. Foto: Ralf Julke

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Kurzarbeit dämpft auch im Oktober die Arbeitslosenzahl und das Stellenangebot ist auf Vorjahresniveau
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Frühstücksträume: Lauter leckere Tipps, wie man aus der Frühstückslangeweile herauskommt
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Donnerstag, der 29. Oktober 2020: FDP, Linke und Gaststätten kritisieren Corona-Politik
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Bertolts Bruch und Friedrichs Fiasko: Zwistigkeit im Glanz der Freiheit
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Mit dem richtigen Hygienekonzept und guter Belüftung könnten Hallenveranstaltungen auch in Corona-Zeiten stattfinden
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Für alle LeserAm 2. November sollen die neuen verschärften Allgemeinverfügungen zur Corona-Pandemie in Kraft treten. Und die Sportvereine und -verbände in Mitteldeutschland meldeten sich sofort nach Verkündung mit heftiger Kritik zu Wort, denn sie haben in der Regel alles getan, damit der Verein nicht zum Hotspot für das Virus wurde. Und mit dem großen Experiment RESTART-19 im August haben die Universitätsmedizin Halle (Saale) und der SC DHfK gezeigt, dass auch Sportveranstaltungen mit dem richtigen Hygienekonzept machbar sind.
Mehr als ein Stück Ernährungswende in Taucha: Kooperative Landwirtschaft vor den Toren Leipzigs
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Foto: Frank Willberg

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 84, seit 23. Oktober im HandelEine Gemüsewurzelrevolution vor den Toren der Stadt. KoLa Leipzig steht für Kooperative Landwirtschaft. Die Genossenschaft mit aktuell 976 Mitgliedern ist im Mai 2018 entstanden und hat einen überaus verheißungsvollen Auftakt hingelegt. Aber was macht solidarische Landwirtschaft besser als gewöhnlicher Ökolandbau? Wie hat sich die Idee von KoLa bislang entwickelt? Und was bewegt hauptsächlich junge Menschen, diesen nicht unbedingt einfachen Weg einzuschlagen?
SPD fasst ihren Antrag zum Wilhelm-Leuscher-Platz neu: Das neue Quartier braucht mehr Grün, mehr Spielplätze und Radabstellanlagen
Blick auf den Nordteil des Geländes Richtung Rossplatz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEigentlich sollte die zukünftige Bebauung des Wilhelm-Leuschner-Platzes in der Ratsversammlung am 7. Oktober debattiert und beschlossen werden. Doch eine lange Latte an Änderungsanträgen ließ schon ahnen, dass die Diskussion um diesen Platz heftig werden würde. Jetzt soll die Verwaltungsvorlage am 11. November diskutiert werden. Und auch die SPD-Fraktion attestiert den städtischen Planern hier ein Denken von vorgestern und fordert die Schaffung erlebbarer Grünflächen.
Nach Aus für B 178-Verlängerung in der Lausitz: ADFC fordert endlich mehr Einsatz für Radwegebau in Sachsen
Und wo fahren die Radfahrer? Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserAls Sachsen vor über einem Jahr seine Projekte für das „Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen“ anmeldete, waren auch reihenweise teure Straßenneubauten drin, die vorher nie eine Chance auf Realisierung gehabt hätten. Aber der Glaube ist unerschütterlich, dass über Staatsstraßen und Autobahnen endlich die florierende Wirtschaft käme. Auch in die Lausitz. Am 23. Oktober aber vermeldete das Verkehrsministerium das Ende eines dieser Traumprojekte.
Verkehrsdezernat lehnt Linke-Antrag ab: Am Cottaweg können wir nichts ändern
Die neu montierten Geländer an der Einmündung Cottaweg. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas Herumgeeier um den Cottaweg und seine gefährliche Einmündung in die Jahnallee zeigt recht exemplarisch, wie schwer sich Leipzigs Verkehrsplaner tun, altes Autostraßendenken zu verlassen und wirklich moderne Lösungen für den Stadtverkehr zu finden. Die neuen Geländer an der Einmündung stehen geradezu für dieses Denken von Vorgestern. Gibt ja nun keine Unfälle mehr, meint das Planungsdezernat zu einem Antrag der Linksfraktion.