Der Stadtbezirksbeirat Leipzig-Süd kritisiert die polizeilichen Maßnahmen rund um das Connewitzer Kreuz in der Silvesternacht. Außerdem wurden heute 17 Menschen vom Flughafen Leipzig-Halle nach Tunesien abgeschoben und die DDR-Fußballlegende Hans-Jürgen „Dixie“ Dörner ist im Alter von 70 Jahren verstorben. Die LZ fasst zusammen, was am Mittwoch, dem 19. Januar 2022 in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

17 Menschen nach Tunesien abgeschoben

13 Menschen, deren Asylanträge zuvor von der Bundesrepublik Deutschland abgelehnt worden waren, wurden heute vom Flughafen Leipzig-Halle nach Tunesien abgeschoben. Laut der Landesdirektion Sachsen waren alle abgeschobenen Personen volljährig und wohnten in den Landkreisen Leipzig, Meißen, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und Dresden. Einige von ihnen befanden sich zum Zeitpunkt der Abschiebung in Justizvollzugsanstalten oder Abschiebungshafteinrichtungen.

Mit demselben Flug wurden vier weitere Menschen abgeschoben, die in anderen Bundesländern gewohnt hatten.

Connewitz: Stadtbezirksbeirat kritisiert Polizeieinsatz an Silvester

Die Mitglieder des Stadtbezirksbeirats Leipzig-Süd üben in einem Positionspapier Kritik an dem aus ihrer Sicht überzogenen Polizeieinsatz zu Silvester rund um das Connewitzer Kreuz. Über den Jahreswechsel hatte die Polizei am Connewitzer Kreuz Gitter aufgestellt, zahlreiche Einsatzkräfte und Einsatzfahrzeuge nach Connewitz geschickt, den Platz ausgeleuchtet und einen Hubschrauber zeitweise kreisen lassen.

Zudem wurde rund um das Connewitzer Kreuz eine Art Sperrzone für den ÖPNV und Individualverkehr eingerichtet, Straßenbahnen wurden umgeleitet. Der Stadtbezirksbeirat wertet den Einsatz als unverhältnismäßig und prangert an, dass der Stadtteil durch die polizeilichen Maßnahmen einmal mehr stigmatisiert würde.

Jürgen Ackermann (Bündnis 90/Die Grünen), Mitglied im Stadtbezirksbeirat Leipzig-Süd, wirft der Polizei einen „massiven Einschüchterungsversuch eines ganzen Stadtteils“ vor.

Dass er den Einsatzschwerpunkt der sächsischen Polizei diesen Winter woanders sah, machte er durch einen Vergleich mit den sogenannten „Corona-Spaziergängen“ deutlich: „Während vermeintliche ‚Spaziergänger/-innen‘ seit Wochen in Sachsen ungehindert menschenfeindliche Parolen verkünden dürfen und nicht vor Bedrohungen gegenüber Politiker/-innen und Angriffen auf Pressevertreter/-innen zurückschrecken, wird erneut versucht, einen ganzen Stadtteil massiv einzuschüchtern.“

„Hier wird mit zweierlei Maß gemessen“

Marco Rietzschel (SPD), ebenfalls Mitglied im Stadtbezirksbeirat Leipzig-Süd, erklärte in einer Stellungnahme: „Mit Blick auf die weiteren Polizeieinsätze im Rest der Stadt Leipzig zum Jahreswechsel wird klar deutlich, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird. Dafür habe ich kein Verständnis.“

Der Stadtbezirksbeirat kritisierte in seinem Positionspapier außerdem, dass die präventiven Maßnahmen der Polizei nicht nur überzogen, sondern auch in keinem Fall hilfreich für das Sicherheitsgefühl der Anwohner/-innen gewesen seien.

Seit Jahren ist die Kreuzung im Süden der Messestadt zu Silvester Anlaufstelle für hunderte Leipziger/-innen. Zuletzt sorgte die Silvesternacht 2019/2020 für medialen Wirbel. Damals kam es zu Ausschreitungen zwischen Feiernden und Polizei mit Verletzten auf beiden Seiten.

DDR-Fußballer Dörner tot

Hans-Jürgen „Dixie“ Dörner, einer der bekanntesten DDR-Fußballer, ist in der Nacht zu Mittwoch verstorben. Er wäre am 25. Januar 71 Jahre alt geworden. Zweitligist Dynamo Dresden bezeichnete Dörner heute in einer Pressemitteilung als den „größten Spieler der Vereinsgeschichte“. Der aus Görlitz stammende Dörner spielte für die SG Dynamo Dresden in der Oberliga der DDR, bei über 500 Pflichtspielen trat er für die Schwarz-Gelben an.

Erste Ratsversammlung des Jahres

Worüber die LZ heute berichtet hat: Heute tagte der Leipziger Stadtrat zum ersten Mal in diesem Jahr. Die Aufzeichnung des Livestreams ist wie immer auf l-iz.de abzurufen. In der Ratsversammlung wurde unter anderem über den richtigen Umgang mit Zigarettenresten debattiert.

Außerdem geht das Immobilienunternehmen United Capital gerichtlich gegen die Leipziger Hochschulzeitung „luhze“ vor.

Die AfD-Fraktion im Stadtrat erhielt eine klare Ansage vom Kulturdezernat der Stadt auf eine Anfrage, die die Wiedererrichtung des 1945 abgerissenen Siegesdenkmals auf dem Markt zum Ziel hat.

Und Ralf Julke hat die bisher gescheiterten Belebungsversuche für den Eutritzscher Markt thematisiert.

Was heute zudem passiert ist: Noch nicht ganz passiert bei Erscheinen dieses Artikels, aber das könnte heute noch interessant werden und morgen dann für Gesprächsstoff auf den Twitter-Timelines und in der Mittagspause sein: Beim ZDF-Talkshow-Format „Markus Lanz“ sind Stimmen aus Sachsen beziehungsweise Ostdeutschland heute überproportional vertreten, und zwar sind die Journalistin Franziska Klemenz (Sächsische Zeitung), Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) und Extremismus-Forscher Matthias Quent von der Hochschule Magdeburg-Stendal als Gäste angekündigt.

Der Vierte im Bunde ist Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), der seinen Talkshow-Besuchsrekord vom vergangenen Jahr trotz neuem Amt wohl toppen will. Die Sendung wird 23:15 Uhr ausgestrahlt und ist ab 1 Uhr nachts in der Mediathek verfügbar.

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