Aktivist/-innen der „Letzten Generation“ hatten sich am heutigen Morgen am Asphalt vor der Haltestelle Waldplatz festgeklebt und den Autoverkehr blockiert, um auf die Klimakrise aufmerksam zu machen. Wie die Stadt derweil mitteilte, waren für den hohen Krankenstand an der Kurt-Masur-Grundschule Influenza-Viren verantwortlich. Das Hauptzollamt Dresden veröffentlichte seine Jahresbilanz und Putin warnt vor erneutem Weltkrieg. Die LZ fasst zusammen, was am Montag, dem 9. Mai 2022, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

Sitzblockade am Waldplatz

Aktivist/-innen haben an diesem Montag, 9. Mai, die Jahnallee stadteinwärts blockiert, die Radler/-innen hatten bis 9:30 Uhr Platz, der ÖPNV ebenfalls. Mit festgeklebten Händen saß die „Letzte Generation“ seit 7:40 Uhr an der Haltestelle Waldplatz und blockierte den Autoverkehr. Während die Menge der stehenden Pkws anwuchs, redete eine junge Frau am Boden über das Ende der fossilen Energien, die Klimakrise und das Artensterben auf der Welt.

Die Hauptforderung: Die Bundesregierung müsse die Finanzierung fossiler Infrastrukturprojekte stoppen.
Nach einer kurzen Wartezeit und unter polizeilicher Aufsicht konnten die Kfz-Fahrer/-innen wenden und den Ort verlassen, während der Protest noch weiterging. Hier geht’s zum Artikel inklusive Videos.

Hoher Krankenstand an Grundschule: Grippeviren verantwortlich

150 Kinder und Lehrkräfte der Kurt-Masur-Grundschule waren vor zwei Wochen erkrankt und litten unter Fieber und Durchfall. Für den ungewöhnlich hohen Krankenstand hat das Gesundheitsamt jetzt Grippeviren verantwortlich gemacht, berichtet MDR. 12 von 14 Rachenabstrichen, die das Amt bei Betroffenen der Grundschule abgenommen hatte, sind positiv für Influenza, teilte die Stadt mit.

Die Stadtverwaltung betonte, dass die Ergebnisse der Behörde zeigten, dass man neben den Covid-19-Viren auch nach wie vor die Influenza-Viren nicht unterschätzen und vergessen dürfe.

Jahresbilanz des Hauptzollamtes

Wie aus der Jahresbilanz hervorgeht, die am Montag veröffentlicht wurde, hat das Hauptzollamt Dresden 2021 in den Regionen Dresden und Leipzig mehr als 1,5 Tonnen Rauschgift sichergestellt. Die Zollbediensteten beschlagnahmten unter anderem Kokain, Heroin und Crystal beziehungsweise Amphetamine. Insgesamt waren das 1,2 Tonnen weniger Drogen als 2020 gefunden wurden.

Derweil sind bei Kontrollen auf Verkehrswegen und von Postsendungen im vorigen Jahr knapp 2,5 Millionen Zigaretten, mehr als 83 Kilogramm Tabak und mehr als 113 Kilogramm Wasserpfeifentabak sichergestellt worden.

Putin warnt vor Gefahr eines neuen Weltkriegs

In Russland fand heute die Siegesparade in Erinnerung an den Sieg über das nationalsozialistische Deutschland statt. Mit gespannter Sorge wurde dabei wegen der Situation in der Ukraine auf die Ansprache von Präsident Wladimir Putin gewartet: Fragen standen im Raum, ob er das offizielle Narrativ einer „militärischen Spezialoperation“ aufkündigen und die Generalmobilmachung anordnen würde, die eine faktische Kriegserklärung und womöglich starke Ausweitung des Krieges in der Ukraine bedeutet hätte.

Doch die schlimmsten Befürchtungen wurden nicht erfüllt: Der russische Präsident hat den Angriff auf die Ukraine bei seiner Rede nur erneut gerechtfertigt, berichtet die Tagesschau. Russlands Intervention in der Ukraine sei notwendig gewesen. Der Westen habe „sich auf eine Strafaktion gegen den Donbass und die Invasion unserer historischen Gebiete, einschließlich der Krim, vorbereitet“. Der Angriff sei eine präventive Abwehraktion gewesen.

Zugleich warnte Putin im Rahmen der Parade vor der Gefahr eines neuen Weltkriegs. Er sagte, es müsse alles getan werden, um zu verhindern, dass sich „der Schrecken eines globalen Krieges wiederholt“.

Schleuser vor Gericht und Aufruf zum Tarifstreik

Worüber die LZ heute berichtet hat: Die Antragsteller des Völkerschlacht-Panoramas ermutigen die Stadt Leipzig, die Machbarkeitsstudie zu starten. Derweil wird die Stadt die Kontakte zum russischen Generalkonsulat nicht komplett einstellen.

Das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig zeigt ab 11. Mai die besten politischen Fotos und Karikaturen des vergangenen Jahres. Am 18. Juni findet derweil das 5. Leipziger Frauen*Festival auf dem Leipziger Markt statt. Ralf Julke rezensierte derweil „Entzug“: Ulrich Janetzkis Tagebuch vom Ende einer langen Raucherzeit.

Was außerdem wichtig war: Zwei mutmaßliche Schleuser stehen seit Montag wegen Mordes vor dem Landgericht Görlitz, berichtet MDR. Bei der Schleusung von 22 Menschen aus dem Irak war im Herbst 2021 ein Flüchtling gestorben.

Was morgen passieren wird: Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Telekom ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) am morgigen Dienstag, 10. Mai, bundesweit Beschäftigte zu vollschichtigen Warnstreiks auf, um den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen.

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