Staatsanwaltschaft klagt Betreiber von Drogenversand „Shiny Flakes“ an

Ein 20-Jähriger muss sich demnächst wegen Drogenhandels im ganz großen Stil vor dem Landgericht verantworten. Der Computer-Nerd betrieb von Dezember 2013 bis zu seiner vorläufigen Festnahme am 26. Februar 2015 den Rauschgift-Versand "Shiny Flakes" (dt. "Glitzernde Flocken").

Der Dienst war zunächst über das sogenannte „Darknet“ zu erreichen. Ein verschlüsselter Bereich des Internets, der nur mit spezieller Software zugänglich ist. Später verlagerte der Heranwachsende den Drogenshop auch ins „Clearnet“ – das Internet, das mittels Google durchforstet werden kann.

Zum Sortiment zählten diverse Betäubungsmittel. Abgesehen von Heroin verschickte der Webhändler aus seinem Leipziger Kinderzimmer so ziemlich alles, was das Herz begehrte. Ecstasy, Crystal, Koks. Außerdem verschreibungspflichtige Pillen, die in der Drogen- und Kraftsportszene konsumiert werden.

360 Kilogramm an Drogen wurden gefunden. Foto: Alexander Böhm

Im Februar beschlagnahmten die Ermittler 314 Kilo Betäubungsmittel. Foto: Alexander Böhm

„Anhand der sichergestellten Beweismittel konnte durch die Ermittlungsbehörden
nachvollzogen werden, dass durch den Angeschuldigten im Zeitraum Dezember 2013 bis zum 26. Februar 2015 in mehreren tausend Fällen jeweils auf Bestellung insgesamt circa 600 Kilogramm Drogen sowie unter anderem tausende Tabletten verschreibungspflichtiger Arzneimittel verkauft worden sind“, berichtet Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz.

Hinzu kommen 314 Kilo Betäubungsmittel und tausende Tabletten, die die Polizei am Tag der Festnahme sicherstellen konnte. Die Staatsanwaltschaft beziffert die Verkaufserlöse auf rund vier Millionen Euro. „Die Staatsanwaltschaft geht im Ergebnis der Ermittlungen davon aus, dass der Angeschuldigte die Verkaufsplattform ‚Shiny Flakes‘ allein betrieben hat“, so Schulz. Der Angeklagte hat sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert. Der junge Mann befindet sich seit Februar in Untersuchungshaft. Ihm drohen bis zu 15 Jahre Gefängnis. Ein gesondert angeklagter Kurierfahrer (51) hüllt sich ebenfalls in Schweigen.

DrogenkriminalitätLandgerichtShiny Flakes
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