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Legida-Gefühle bei Kundgebung von Corona-Verharmloser/-innen

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    Montagabend in Leipzig: Auf dem Richard-Wagner-Platz hören rund 75 Personen einem Redner zu, der gegen Muslime wettert; ein paar Meter davon entfernt sind Antifa-Rufe von etwa 100 Gegendemonstrant/-innen zu hören – und dazwischen die Polizei. Was wie ein wöchentliches Ritual zu Legida-Zeiten vor einigen Jahren klingt, ist am heutigen 12. April passiert. Wie langlebig diese Art des Protests gegen Corona-Maßnahmen sein wird, ist noch nicht absehbar.

    Fakt ist: Die Zahl der Teilnehmenden hat sich im Vergleich zu Ostermontag mehr als verdoppelt. Vor einer Woche waren es vor der Thomaskirche noch rund 30 Personen, die erschienen waren. Der Organisator, der angeblich Volker heißt, hatte in einem Interview mit einem Youtuber anschließend geäußert, jeden Montag demonstrieren zu wollen.Die Aufrufe zu den Montags-Kundgebungen der „Bürgerbewegung Leipzig 2021“ lesen sich radikaler als die esoterisch angehauchten Friedenserklärungen der zum „Querdenken“-Netzwerk gehörenden „Bewegung Leipzig“. Im aktuellen Aufruf war von der „geliebten Heimat“ die Rede und davon, dass „wir, das Volk von Deutschland“, den Regierenden zeigen würden, „was Widerstand ist“. Die Stunden der Regierung seien „gezählt“.

    Protektor-Handschuhe und kräftige Männer

    Wenig überraschend sieht auch das Publikum, das sich davon anziehen lässt, etwas anders aus als jenes der Samstags-Veranstaltungen der „Bewegung Leipzig“. Eine Person trägt offenbar Protektor-Handschuhe und wird deswegen von der Polizei angesprochen. Bei Versammlungen ist so etwas verboten.

    Als die Sprechchöre der Gegenkundgebung lauter werden, formieren sich zudem knapp zehn relativ kräftige Personen am Rande der Versammlung. Das Signal lautet: „Na kommt doch!“

    Auffällig ist auch ein Banner, auf dem zu lesen ist: „Schluss mit dem Lockdown, Testpflicht und Co: Wir Sachsen gegen den Coronawahnsinn!“ Logo und Layout entsprechen dem Auftritt der „Freien Sachsen“, die seit einigen Wochen bei der Mobilisierung für Corona-Proteste in Sachsen eine wichtige Rolle spielen.

    Der Telegram-Kanal hat knapp 33.000 Abonnent/-innen. Verfassungsschutz und antifaschistische Beobachter/-innen sehen Rechtsradikale am Werk.

    Rechte Rhetorik

    Der Redebeitrag von Organisator „Volker“ ähnelt jenem, was man auch bei „Querdenken“ hört: Die Medien lügen, der PCR-Test sei untauglich und dieses und jenes sei ein Verstoß gegen Gesetze oder das Grundgesetz. Danach sprechen zwei weitere Personen: eine warnt davor, dass in wenigen Jahrzehnten eine muslimische Mehrheit in Deutschland leben könnte. Solch rechte Rhetorik war bei den Corona-Verharmloser/-innen in Leipzig bislang kaum zu hören.

    Einige dutzend Meter davon entfernt stehen rund 100 Antifaschist/-innen und hören Musik und Redebeiträge. Gelegentlich sind Parolen zu hören. Bei den Versammlungen selbst gibt es keine nennenswerten Zwischenfälle.

    Ein bisschen Hektik nach dem Ende

    Nachdem die Versammlungen beendet wurden, bewegen sich mehrere dutzend Gegendemonstrant/-innen zügig durch die Innenstadt, vorbei an Markt und Thomaskirche bis zum Dittrichring. Dort befinden sich fünf Personen in einer Polizei-Maßnahme. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort, sodass es bei kurzen Rufen, die Personen freizulassen, bleibt. Nach kurzer Zeit sind Maßnahme und Aufeinandertreffen beendet.

    Die „Bürgerbewegung Leipzig 2021“ möchte sich am nächsten Montag wieder versammeln. Denkbar erscheint, dass ein dann möglicherweise beschlossener „Bundeslockdown“ oder ähnliche Maßnahmen kurzzeitig noch einmal für Zuwachs sorgen könnten.

    Impressionen vom 12. April 2021

    Video: LZ

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      1 KOMMENTAR

      1. Ungewöhnlich und erstaunlich , dass die LIZ im letzten Satz Werbung für die Montagsdemo macht.

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