Leipzigs Straßen gehören fast ausschließlich den Autos, egal, ob diese durchfahren oder einfach dastehen und jede andere Nutzung für die Straße verhindern. Letzteres gerade da, wo die Leipziger/-innen wohnen, in eigentlich „ruhigen“ Wohnquartieren. Ändern können das vielleicht neue Denkweisen, so wie die Idee von Superblocks, für die jetzt ein Leipziger Verein ganz explizit kämpfen möchte. Am Freitag, 27. Mai, stellt sich der Superblocks Leipzig e.V. im Leipziger Osten vor.

Gründerzeitquartier im Osten mit völlig neuem Gewand

„Unsere Idee: Das Gründerzeitquartier um die Eisenbahnstraße wird in ein grün-blaues Netz fußgängerfreundlicher öffentlicher Räume mit Fahrrad- und Spielstraßen verwandelt“, erzählt Ariane Jedlitschka, Vorsitzende des Superblocks Leipzig e.V.

Angesprochen sind alle in der umliegenden Nachbarschaft, die sich in den Straßen treffen und austauschen können. Die sogenannten „Leipziger Superblocks“ finden ihr Vorbild in Barcelona. Jede/-r Fußgänger/-in hat Zugang und kann das Quartier vom Rabet bis zum Stadtteilpark Volkmarsdorf (East Park) an der zukünftigen Nordspange des Parkbogens Ost durchqueren.

„Ohne dabei mit Autos zu konkurrieren. Das ist unsere Vision“, so Jedlitschka.

Bereits am 17. Januar fand ein Online-Treffen der verschiedenen Akteure wie dem Helden wider Willen e.V., Kollektiv Plus X e.V., dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ, Vertreter/-innen aus dem Amt für Wohnungsbau und Stadterneuerung, dem Verkehrs- und Tiefbauamt der Stadt Leipzig, den Fördermittelgebern und Mitgliedern des Kernteams von Superblocks Leipzig e. V. statt.

Mithilfe von Fotos und einer virtuellen Begehung der Stadtteile Volkmarsdorf und Neustadt-Neuschönefeld führten die Leipziger Akteure eine Bestandsaufnahme der aktuellen Verkehrs- und Lebenssituation durch und zeigten auf, wie erreicht werden soll, dass sich die Anwohner/-innen stärker in die laufenden Prozesse der Stadtentwicklung einbringen können und welche Potenziale im inneren Leipziger Osten noch schlummern.

Auftakt am 27. Mai

Im Projekt wird ab dem Kick-Off am Freitag, 27. Mai, bis in den Mai 2024 mit einer Vielzahl ko-produktiver Formate experimentiert, wie Verkehrsberuhigung so gestaltet und umsetzt wird, dass sich alle Personengruppen – Anwohnende und Passant/-innen – einbezogen fühlen und niemand benachteiligt wird.

In den Vierteln, in denen dieser Prozess erprobt werden soll, leben Menschen aus vielen verschiedenen Kulturen und sozialen Hintergründen mit sehr unterschiedlichen Bedürfnissen zusammen, was eine besondere Herausforderung bei der Gestaltung darstellt. Auch die Auswirkungen des Klimawandels werden in diesem Prozess eine große Rolle spielen, da sie sowohl Grund als auch Maßstab für nachhaltige und umweltfreundliche Stadtentwicklung sein sollten.

Formate aus anderen Metropolen als Vorbild

Mit diesem Pilotprojekt nach Vorbild ähnlicher Konzepte aus Barcelona, Berlin und anderen Großstädten sollen Erfahrungen gesammelt werden, die dauerhaft wirksam sind und dabei helfen können, ähnliche Konzepte für andere Quartiere zu erarbeiten.

„Wenn in naher Zukunft auf ehemaligen Autostraßen Blumen wachsen und Nachbarschaftsfeste stattfinden oder Hängematten zwischen den grünen Bäumen am Straßenrand hängen und die Menschen, die im Leipziger Osten leben, ein Stück Lebensqualität dazugewonnen haben, dann entsteht aus der neuen Nähe eine bleibende Nähe“, so der einladende Verein.

„Dann wurde aus der Vision Wirklichkeit und die dabei entstehenden sozialen Beziehungen tragen hoffentlich nachhaltig dazu bei, das Quartier widerstandsfähiger und lebenswerter zu machen für alle.“

Was soll am 27. Mai passieren?

Am 27. Mai ist es endlich so weit: Unter dem Motto: „Gerechte und lebenswerte Stadt für alle“ stellt sich der Superblocks Leipzig e.V. im Leipziger Osten vor.

Rund um die Eisenbahnstraße, also im Block Hildegardstraße, Ludwigstraße, Elisabethstraße, wird der erste Leipziger Superblock erprobt. Ab 10 Uhr haben nur noch Radfahrende und zu Fuß Gehende Zugang zum Block. Verschiedene Akteurinnen und Akteure experimentieren im neu gewonnenen öffentlichen Raum und gestalten ihn nach dem Motto „Kommt alle raus und macht mit!“

Es gibt Musik von Sparlight Express und Lotte Power, Kalligraphie, Pizza backen und Street Art für Jung und Alt.

Schauplatz Hildegard-/Ludwigstraße:

Von 14 bis 20 Uhr laden die Akteure Kollektiv Plus X e.V., Das Japanische Haus e.V. und die Grüne Parade des Helden wider Willen e.V. zu Mitmach-Workshops im Straßenraum ein:
Pizza Lab – Pizza aus dem Holzofen zum selbst belegen
Kalligraphie auf Stoff
Instrumentebau „Mobile Music“
Straßenspiele: Parcours, Plakate malen & Straßenmandala

15 Uhr Konzert Sparlight Express [email protected]/
16 Uhr Konzert Lotte Power [email protected]/
16 bis 18 Uhr Hildes Bauernmarkt [email protected]
16.30 bis 20 Uhr DJane Marcela [email protected]/

Schauplatz Elisabethstraße:

Von 14 bis 18 Uhr lädt der Superblocks Leipzig e.V. zum ersten Straßenstammtisch und zum mobilen Wunschbüro auf der Elisabethstraße zwischen Eisenbahn- und Ludwigstraße ein.

Weitere Termine findet man hier.

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