Vor zwei Jahren schon musste kräftig in den alten Baumbestand des Schlossparks Lützschena eingegriffen werden. Jetzt starteten weitere umfangreiche Baumpflege- und Fällarbeiten in diesem Park, teilt das Amt für Stadtgrün und Gewässer mit. Die zu fällenden Bäume sind bereits abgestorben oder so stark geschädigt, dass sie nicht erhalten werden können, ohne die Verkehrssicherheit für Fußgänger oder Radfahrer zu gefährden, betont das Amt. Und auch für das Gewässersystem werden die Pläne konkret.

Bis Ende Februar sollen insgesamt 120 Bäume im waldartigen Bestand des Parks gefällt werden. Während der Arbeiten werden vorübergehend einige Wege im Schlosspark Lützschena gesperrt.

Vor allem Eschen betroffen

Um eine Gefährdung geschützter Arten und deren Habitate auszuschließen, arbeite die Baumpflegefachfirma mit einer ökologischen Fällbegleitung zusammen, betont das Amt für Stadtgrün und Gewässer. Wo es möglich sei, werde der Baumtorso stehengelassen, um den Lebensraum für viele Käfer-, Vogel- und Fledermausarten zu erhalten.

Grund für die erforderlichen Fällungen, besonders bei der Baumart Esche, sei die anhaltende Hitze und Trockenheit der letzten Jahre. Dies habe zu einer Schwächung der Eschen geführt und die Verbreitung baumartenspezifischer Schädlinge und Krankheitserreger, wie dem Eschentriebsterben, dem Eschenbastkäfer und dem Hallimasch, begünstigt. Der Eschenbastkäfer besiedelt vor allem geschwächte Eschen – durch den sogenannten Reifungsfraß kommt es zum Absterben der Bäume.

Foto im Schlosspark Lützschena. Foto: Ralf Julke
Im Schlosspark Lützschena. Foto: Ralf Julke

Darüber hinaus haben die jüngsten Sturmereignisse dazu geführt, dass sich die Verkehrssicherheit zahlreicher Bäume im Park verschlechtert hat.

Gewässersystem des Schlossparks Lützschena wird saniert

Das Gewässersystem des Schlossparks Lützschena wird grundlegend instandgesetzt. Das steht schon länger fest. Noch in diesem Jahr soll mit den Planungen begonnen werden, heißt es aus der Dienstberatung des OBM.

„Aufgrund der verschlammten Gewässer und der beschädigten Wasserbauwerke ist das Gesamtsystem mittlerweile stark beeinträchtigt. Auch der Frischwasseraustausch mit der Weißen Elster ist mangelhaft“, erläutert Rüdiger Dittmar, Leiter des Amtes für Stadtgrün und Gewässer. „Mit der nun beginnenden Instandsetzung stellen wir den Naturhaushalt und das charakteristische Erscheinungsbild des Gartendenkmals wieder her und ermöglichen die mittel- und langfristige Auenentwicklung.“

Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 3,3 Millionen Euro, die Fertigstellung ist für Ende 2026 geplant.

Der 200 Jahre alte denkmalgeschützte Schlosspark Lützschena im Nordwesten der Stadt Leipzig vereint typische Elemente der Auenlandschaft mit charakteristischen Parkelementen. So befindet sich inmitten des alten Laubbaumbestandes zwischen der Weißen Elster und dem Hundewasser ein Gewässersystem mit Teichen und Fließen, die hydraulisch miteinander in Verbindung stehen.

Am Hundewasser im Schlosspark von Lützschena. Foto: Ralf Julke
Am Hundewasser im Schlosspark Lützschena. Foto: Ralf Julke

Der Schlosspark dient neben dem Gebietsnaturschutz und der Naherholung auch der Umweltbildung durch den Förderverein „Auwaldstation & Schlosspark Lützschena e.V.“. Die vielfältigen Funktionen sollen langfristig, auch unter den sich verändernden klimatischen Bedingungen, erhalten werden.

Eine besondere Herausforderung bei der Projektumsetzung besteht darin, die naturschutzfachlichen Anforderungen im Naturschutzgebiet Burgaue mit denen des Denkmalschutzes in Einklang zu bringen.

Für das Projekt „Gewässersystem Schlosspark Lützschena – Historisches Wassermanagement in der Leipziger Auenlandschaft für den Klimawandel stärken“ im Rahmen des Bundesprogramms zur Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel stellt die Stadt Leipzig einen Eigenanteil in Höhe von 495.000 Euro (15 Prozent des Gesamtfördervorhabens) zur Verfügung.

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