Bücher

Frank Kreisler: Wie ein kopfloses Skelett seinen Schädel wiederfand. Foto: Ralf Julke
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Eine Geisterstunden-Friedhofs-Geschichte für tapfere Kinder von Krimi-Autor Frank Kreisler

Kinder sind ja eine seltsame Spezies. Da denkt man, man kann sie mit Einhörnern und Prinzessinnen beglücken, da gehen sie in Streik. Schöne Abenteuer mit Pferden, Hunden und Kaninchen? Vergiss es. Echte Kinder wünschen sich echten Stoff. So wie die Großen eigentlich auch. Für die schreibt der Leipziger Autor Frank Kreisler seine Trotzenburg-Krimis. Und für die Steppkes? Natürlich eine handfeste Gespenstergeschichte.

Hanskarl Hoerning: Und der Zukunft zugewandt? Foto: Ralf Julke
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Mit „Und der Zukunft zugewandt?“ setzt der Kabarettist Hanskarl Hoerning seine Tagebuchveröffentlichung fort

Aus dem Tagebuch, das der spätere Pfeffermüller Hanskarl Hoerning als junger Mensch in der Nachkriegszeit führte, haben einige Publikationen schon Stoff gewonnen, die sich mit dem aus Ruinen auferstandenen Leipzig beschäftigten. Diese frühen Tagebücher liegen bei Pro Leipzig auch in dem Band „Aufgewachsen in Ruinen“ seit 2008 vor. Und wer das Becher-Lied kennt, das auch mal Nationalhymne eines verschwundenen Staates war, weiß: Mit „Und der Zukunft zugewandt“ muss es weitergehen. Und geht es auch.

Andrea Timm, Christhard Lück: Mord an der Klosterschule. Foto: Ralf Julke
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Eine dramatische Mordserie und die vergessenen Schatten einer verklärten Schulzeit

Wer Möwewind auf der Karte sucht, wird es nicht finden. Ein wenig erinnert die Insel, die das Autoren-Duo Andrea Timm und Christhard Lück erfunden hat, an Sylt, ein bisschen an Hiddensee. Zwei Polizisten reichen in der Regel aus, um die Straftaten auf der Insel im Zaum zu halten. Zumindest galt das bis 2016. Da bekamen es die Kommissare Rosenbroek und Leessen mit einem ermordeten Pfarrer zu tun, nachzulesen in „Der Mond ist aufgegangen“.

Poesiealbum neu: Worthaft. Foto: Ralf Julke
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Gedichte und kleine Texte von politischen Gefangenen über das Menschbleiben in einem gefühllosen System

Zwar ist jedes „Poesiealbum neu“ etwas Besonderes. Aber dieses fällt auch in der ambitioniert von Ralph Grüneberger betreuten Reihe aus dem Rahmen, denn es macht etwas sichtbar, was mit der zunehmenden Verklärung der DDR vergessen zu werden droht: Wie sehr dieses von der SED gelenkte Land gerade seine sensibelsten Bürger enttäuschte, desillusionierte und psychisch zerrieb. Tausende landeten in Zuchthaus und Gefängnis, nur weil sie öffentlich wagten, die bleiernen Zustände infrage zu stellen.

Grit Kurth, Roswitha Geppert: Der furchtsame Schmetterling. Foto: Ralf Julke
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Der furchtsame Schmetterling – Sieben Geschichten zum Wieder-Mut-Finden und Das-Leben-bei-den-Hörnern-Packen

Seit 2006 gibt es das Haus Leben in Leutzsch, das sich da um Krebsbetroffene kümmert, wo es um die seelische Stärkung und die Wiedergewinnung von Selbstheilungskräften geht. Dazu gibt es mittlerweile einen ganzen Strauß von Angeboten. Seit 22. August ist im Haus an der Friesenstraße auch eine Ausstellung zu sehen mit Bildern von Roswitha Geppert. Die stammen aus diesem Buch, das Grit Kurth zur Eröffnung am 22. August auch vorgestellt hat. Natürlich ein Mutmacherbuch.

Sören Flachowsky: "Zeughaus für die Schwerter des Geistes", Band 1. Foto: Ralf Julke
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Das zwingend notwendige Vorkapitel zur Deutschen Bücherei im Nationalsozialismus

2012 hat die Deutsche Nationalbücherei ihren 100. Geburtstag gefeiert. Passiert eben. Es gab eine Sonderausstellung in Leipzig. Und gewürdigt wurde das Jubiläum mit vier Jubiläumsheften mit dem sinnigen Titel „HUNDERT“. Aber nicht nur Kenner der Nationalbibliothek waren ein bisschen enttäuscht. Warum blieb die eigene Geschichte so auffällig unterbelichtet? Die Kritik kam an. Die Leitung der Nationalbibliothek gab zwei richtige Forschungsaufträge raus. Das Ergebnis liegt jetzt vor.

Gerd Irrlitz: Widerstand, nicht Resignation. Foto: Ralf Julke
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Gerd Irrlitz’ Spurensuche nach einer fast vergessenen Leipziger Widerstandsgruppe

Man stolpert ja aktuell immer wieder über politische Erscheinungen, die fatal an die späte Weimarer Republik erinnern. Der Vergleich mag trügen. Vielleicht deutet man auch zu viele Parallelen in die um 90 Jahre verschobenen Geschichtsepochen. Aber dann liegt da so ein Buch über eine eigentlich gar nicht bekannte Widerstandsgruppe auf dem Tisch. Und es erzählt von einem Dilemma, das tatsächlich schon seit 100 Jahren dafür sorgt, dass linke Parteien sich lieber gegenseitig zerfleischen als zu regieren.

Rüdiger Thiele: Felix Klein in Leipzig. Foto: Ralf Julke
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Das kurze Wirken des begnadeten Mathematikers Felix Klein in Leipzig

Wie die Zeit vergeht! Anfang 2012 haben wir hier Rüdiger Thieles Buch „Felix Klein in Leipzig“ besprochen. Damals hat es der Verlag mit in seine Publikationen zum Teubner-Jubiläum aufgenommen. Als lesenswerte Erinnerung daran, dass der Teubner Verlag in Leipzig nicht ganz grundlos zum wichtigsten Wissenschaftsverlag seiner Zeit herangewachsen war. Teubners Aufstieg und der Aufstieg der Universität Leipzig als Zentrum der Naturwissenschaften liefen parallel.

Alexander Zirr: Die Schweden in Leipzig. Foto: Ralf Julke
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Alexander Zirr erzählt, was die Schweden von 1642 bis 1650 in Leipzig trieben

In der Geschichte des Dreißigjährigen Krieges spielte Leipzig am Rand immer eine Rolle. Hier fanden drei der wichtigsten Schlachten dieses Krieges statt: die Schlachten bei Breitenfeld 1631 und 1642 und die bei Lützen 1632. In allen dreien siegten die Schweden. Bei Lützen starb auch noch ausgerechnet der Schwedenkönig Gustav Adolf in der Schlacht. Reicht doch eigentlich, könnte man meinen. Aber mit „reicht doch“ lässt sich ein echter Historiker nicht abspeisen.

Thomas Vogel: Mäßigung. Foto: Ralf Julke
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Das gute alte Wort Mäßigung und die erstaunliche Entdeckung von Freiheit in einer fast vergessenen Tugend

Um so einen Titel geht man erst mal vorsichtig herum wie eine Katze: Thomas Vogel hat recht. Das Wort Mäßigung klingt ein bisschen verstaubt. Eigentlich ist es sogar noch schlimmer: Das Wort klingt verboten. Es klingt nach Verzicht, Bevormundung, Dinge-Wegnehmen, Darben, Selbstkasteiung. Da schreit der freiheitliche Mensch in uns auf. Obwohl: Nein. Eigentlich schreit nicht der freie Mensch auf. Nur der eh schon in Panik versetzte Bewohner einer irre gewordenen Welt.

Marcus Böick: Die Treuhand. Foto: Ralf Julke
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Marcus Böicks dickes Buch über die Treuhand und die Menschen, die die komplette DDR-Wirtschaft privatisierten

Dieses Buch kennen Leser der „Leipziger Zeitung“ schon. Die dortige Besprechung ist ziemlich lang geworden, denn was der Historiker und Politikwissenschaftler Marcus Böick hier akribisch auf über 700 Seiten herausgearbeitet hat, ist die Geschichte einer Einrichtung, die deutsche Geschichte geprägt hat. Die Folgen sind bis heute spürbar. Die Diskussionen sind gerade wieder hochgekocht.

Hartmut Ellrich: Das kleine Buch der Wettiner. Foto: Ralf Julke
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Mit Hartmut Ellrich im Eilzugtempo durch 800 Jahre Wettiner-Geschichte

Man kann es ja mal versuchen, die ganzen Wettiner in so ein kleines Buch zu packen. Das ist mutig. Noch viel mutiger, als eine „Kurze Geschichte Deutschlands“ zu schreiben, wie es James Hawes getan hat. Denn zu Recht weist schon der Umschlag darauf hin, dass die Wettiner „eine der ältesten, mächtigsten und herausragendsten Familien des deutschen und des europäischen Hochadels“ sind.

Horst Eckert: Der Preis des Todes. Foto: Ralf Julke
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Horst Eckerts politischer Krimi „Der Preis des Todes“

„In diesem Genre gibt es aktuell keinen, der Horst Eckert das Wasser reichen könnte“, zitiert der Verlag die „Westfälischen Nachrichten“. Aber wer im Krimi-Meer zu Hause ist, der weiß, dass hier die Einschränkung „in Deutschland“ dazugehört. Denn die Vorbilder dessen, was Eckert hier wieder als einen echten politischen Krimi vorgelegt hat, sind ja alle in Schweden zu Hause – heißen dort Mankell oder Marklund. Kurz mal geblättert: Stimmt. Auch Liza Marklund ist im Hause Rowohlt zu finden.

Steffen Raßloff: Kleine Geschichte Sachsens. Foto: Ralf Julke
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Mit Steffen Raßloff in Windeseile durch 1.000 Jahre sächsische Geschichte

Auch der Rhino Verlag in Ilmenau hat eine hübsche kleine Mini-Buchreihe, so wie der Verlag für die Frau in Leipzig – nur noch nicht ganz so lange und auch im Format ein klein wenig größer. Aber in die Jacketasche passen die kleinen Bücher allemal. Denn sie sind ja ideal zum Unterwegs-Lesen. Etwa wenn man einmal kompakt wissen will, was für ein sonderbares Land dieses Sachsen eigentlich ist.

Hauke Meyer: Die Wächter. Foto: Ralf Julke
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„Die Wächter“ – Zwei Jahre zwischen Birdrace, politischem Furor und der Suche nach dem Wichtigsten im Leben

So ganz im Reinen war Hauke Meyer nach seinem ersten Buch 2015 doch noch nicht. Er hatte sich ja bekanntlich aufgemacht, nicht nur die Vogelwelt rings um seinen Wohnort Einbeck im Leinetal zu erkunden, sondern auch mit sich selbst besser ins Reine zu kommen. Er ist ja nicht der Einzige, der kurz vor der 40 mit sich selbst haderte und sich seiner Rolle als Mann in dieser Welt vergewissern wollte. Was ja, wie wir nun erfahren, einfach nicht aufhört.

Lothar Machtan: Kaisersturz. Foto: Ralf Julke
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Kaisersturz oder Wie zwei Männer die Monarchie retten wollten und dafür die Republik bekamen

Lothar Machtan ist – was das Jahr 1918 betrifft – einer der ausgewiesenen Historiker Deutschlands. Und wie kein anderer weiß er, was alles schon akribisch erforscht ist – und welche Fragen bis heute unbeantwortet geblieben sind. Und eine ist ganz zentral: Wie kam es, dass trotz erfolgreicher Revolution die Weimarer Republik so wenig Akzeptanz bei den Deutschen gefunden hat? Eine spannende Frage, die mit drei zentralen Personen zu tun hat.

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