Am heutigen Montag verletzte ein Amokläufer in der Universität Heidelberg mehrere Menschen. Außerdem kamen Bund- und Länderchefs wieder zur Videokonferenz zusammen, um das Vorgehen im Kampf gegen Corona in den nächsten Wochen zu beraten. Außerdem: In Sachsen gelten ab heute veränderte Regeln für die häusliche Quarantäne und natürlich blieb auch an diesem Wochenbeginn das Demo-Geschehen nicht aus. Die LZ fasst zusammen, was am Montag, dem 24. Januar 2022, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

Amoklauf in Heidelberger Uni

In der Universität Heidelberg eröffnete ein Mann heute das Feuer. Eine Frau erlag ihren schweren Verletzungen, mehrere Personen wurden verletzt. Der Schütze nahm sich anschließend selbst das Leben. So berichteten es verschiedene Medien, beispielsweise das RND.

Laut Informationen der Polizei hatte der Täter bei laufender Vorlesung mit einer Langwaffe um sich geschossen. Er verletzte vier Menschen, teils schwer. Noch am Abend berief die Direktion eine Pressekonferenz ein.

Bund-Länder-Gipfel

In einer Online-Konferenz kamen heute Nachmittag wieder die Bund- und Länderchefs zusammen, um über das weitere Vorgehen in der Corona-Lage zu beraten. Direkt zu Beginn der anschließenden Pressekonferenz sprach Bundeskanzler Olaf Scholz sein Beileid aus für die Opfer und Angehörigen des Vorfalls in Heidelberg.

Anschließend präsentierte Scholz die Ergebnisse der Ministerpräsidentenkonferenz: An den bisherigen Maßnahmen, wie strengen Kontaktbeschränkungen, Abstands- und Maskenpflicht, wird festgehalten. „Wir müssen unverändert vorsichtig bleiben und diesen Kurs beibehalten“, so Scholz. Noch wisse man nicht, ob mit einer dramatischeren Situation zu rechnen sei. Auch Wirtschaftshilfen und Kurzarbeitergeld werde weiterhin fortgeführt.

Auch das Impfen wird weiter fortgeführt. „Das Tempo hat nachgelassen“, gab der Kanzler jedoch zu. Man wolle die Kampagne neu auflegen. Bisher seien rund 75 Prozent der Deutschen geimpft. „Bund und Länder haben bekräftigt, dass sie die Vorbereitung einer allgemeinen Impfpflicht für notwendig halten“, so Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst.

„Es muss und wird getestet werden“, führte Scholz weiterhin aus. Dazu wurden die Gesundheitsminister/-innen aufgefordert, eine entsprechende Strategie vorzulegen. Derzeit besteht ein Mangel an PCR-Tests in Deutschland. Deshalb soll der Einsatz dieser priorisiert werden.

Außerdem wolle man unbedingt die Digitalisierung des Gesundheitswesens vorantreiben. „Es gibt einen großen Konsens darüber, dass wir diese Digitalisierung als eine der Lehren aus der Pandemie vorantreiben werden.“

Die gesamte Pressekonferenz kann hier nachgeschaut werden.

Veränderte Quarantäne-Regeln in Sachsen

Seit dem 24. Januar gelten im Freistaat veränderte Quarantäne-Regeln. So dauert diese nun nicht mehr 14, sondern 10 Tage an. In Isolierung müssen sich Personen begeben, die infiziert sind sowie deren Kontaktpersonen aus demselben Haushalt. Auch Personen, die sich länger in einem Raum mit einer infizierten Person aufgehalten haben, müssen sich in Quarantäne begeben.

Ausgenommen sind Personen, die eine Booster-Impfung erhalten haben, Doppelt-Geimpfte mit Genesungsschein sowie Doppelt-Geimpfte, deren zweite Impfung nicht länger als 90 Tage her ist und nicht-geimpfte Genesene ab dem 29. Tag und bis zum 90. Tag nach dem Positiv-PCR-Test. Ein negativer PCR-Test kann die Quarantäne sofort beenden. Das Freitesten ist nach sieben Tagen möglich.

Schüsse auf Islamisches Kulturzentrum, Tatverdächtiger festgenommen

In der Nachbarstadt Halle (Saale) fielen am gestrigen Sonntag Schüsse auf das „Islamische Kulturcenter Halle“. Wie die Polizei mitteilte, hatten zwei Personen, die sich in der Nähe aufgehalten hatten, gegen 12:40 Uhr drei Schüsse vernommen. Laut Bericht wurde auf ein Fensterbrett des Gebäudes abgefeuert. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Auch entstand laut Behörde kein Sachschaden.

Zeugen hatten beobachtet, wie ein 55-jähriger Mann die Schüsse auf einem dem Zentrum gegenüberliegenden Mehrfamilienhaus abgefeuert hatte. Die Polizei nahm den Mann aus Halle vorläufig fest. In seiner Wohnung fanden die Einsatzkräfte eine Langwaffe zum Verschießen von Diabolos und eine Gasdruckpistole. Die Ermittlungen laufen, der Staatsschutz wurde eingeschaltet.

Aale am Völkerschlachtdenkmal

Natürlich ging auch dieser Montag nicht ohne Demonstrationsgeschehen vorbei. Wie schon seit Monaten wurde in verschiedenen Netzwerken der Querdenken-Szene sowie in rechten Kanälen zum Protest gegen die geltenden Corona-Maßnahmen aufgerufen. Zuletzt hatten sich etwa 250 Corona-Gegner/-innen am vergangenen Samstag zu einer nicht angemeldeten Versammlung zusammengefunden (LZ berichtete). Nach Angaben der Polizei wurden keine Personalien der Teilnehmenden aufgenommen.

Auch der Gegenprotest war heute alles andere als untätig: Insgesamt riefen verschiedene zivilgesellschaftliche Netzwerke, wie „Leipzig nimmt Platz“, und auch die Leipziger Linke zu fünf dezentralen Veranstaltungen auf. Die Aktivist/-innen versammelten sich am Völkerschlachtdenkmal, an der Könneritzstraße, auf dem Augustusplatz sowie am Adler in Kleinzschocher.

Eine Fahrraddemo startete um 17.30 Uhr vom Connewitzer Kreuz in Richtung Völkerschlachtdenkmal.

Das Geschehen in der Leipziger Innenstadt

Gleich zu Beginn kesselte die Polizei etwa 50 Menschen aus dem Querdenken-Spektrum ein, die die Goethestraße in Richtung Oper entlanggingen. Nachdem Einsatzkräfte der Polizei die Teilnehmenden an der Opernseite angewiesen hatten, entweder eine Versammlung anzumelden oder aber den Ort zu verlassen, zogen diese in kleineren Gruppen von dannen.

Auf dem Augustusplatz versammelten sich etwa Personen 50 zur Mahnwache am Goldenen Ei. Die Kundgebung wurde von der Polizei gesichert. Zu Zwischenfällen kam es nicht. Gegen Ende der Versammlung standen den ca. 35 noch verbleibenden Teilnehmern der Mahnwache ebensoviele Beamt/-innen gegenüber. Kurz nach 19 Uhr zerstreute sich die Versammlung.

Einzelne Anhänger/-innen traten von Höhe des Vapiano am Augustusplatz immer wieder aus der Gruppe heraus und bewegten sich in Richtung Markt. Auch an der Thomaskirche hatten sich etwa 30 Personen versammelt. Ein kleiner Aufzug von ca. 30 Personen aus dem Querdenken-Spektrum bewegte sich von dort später wieder zum Neuen Rathaus.

Dort gerieten zwei Personen aus dem Gegenprotest in eine polizeiliche Maßnahme. Ihre Personalien wurden aufgenommen, nachdem sie Polizeibeamte beleidigt haben sollen. Laut Augenzeugen waren etwa zehn Einsatzkräfte beteiligt. Deren Zahl wuchs kurzerhand auf fast 40 Personen an.

Zeitgleich zum Geschehen in Leipzig bewegte sich in Markkleeberg ein Demonstrationszug die Parkstraße entlang. Die Polizei begleitete die etwa 350 Teilnehmenden.

Video-Impressionen vom 24. Januar 2022 in Leipzig & Markkleeberg

Zu Beginn ist die Radankunft am Völki zu sehen, dann Szenen aus der Innenstadt Leipzigs (Oper, Neues Rathaus, Innenstadt) und am Ende rund 350 „Spaziergänger“ in Markkleeberg. Video: LZ

Parkplatz-Chaos, sexuelle Übergriffe und mehr Militärpräsenz in Osteuropa

Worüber die LZ berichtet hat: Es gibt noch so einige Geschichten aus dem Stadtrat. Zum Beispiel geht es darum, wie das Parkplatz-Chaos am Haus Auensee gezügelt werden soll. Außerdem ist bisher nicht klar, wie es am Schlobachshof weitergehen wird. Der Stadtrat soll die Pläne noch in diesem Jahr erfahren.

Was allerdings bereits nach der Sitzung am 19. und 20. Januar klar war: Es wird nach wie vor kein Tempo 30 auf der Bornaischen Straße geben.

Was heute außerdem wichtig war: Wie die Polizei mitteilte, brannte in den frühen Morgenstunden (mal wieder) ein Auto im Stadtgebiet. Der Alarm ging gegen 1.15 Uhr bei der Direktion ein. Unbekannte Täter/-innen hatten einen Volvo XC90 in Brand gesetzt. Der Schaden beläuft sich auf etwa 90.000 Euro, die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung.

Schon seit Monaten werden in verschiedenen Teilen der Stadt immer wieder Fahrzeuge in Brand gesteckt.

Am Nachmittag berichtete indes die Leipziger Universität davon, dass vier Fälle sexueller Belästigung in der Universitätsbibliothek gemeldet worden seien. Bisher ist der Täter unbekannt.

Und noch der Blick über die Landesgrenzen hinaus: Mehrere NATO-Verbündete wollen die Militärpräsenz in Osteuropa verstärken. Aufgrund der angespannten Lage an der ukrainischen Grenze würden Streitkräfte in Bereitschaft gehalten und die Einsätze mit Kampfflugzeugen und Schiffen verstärkt. So verkündete es NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg laut SPIEGEL am Montag.

Dänemark und Schweden sollen sich bereits sicher an der Maßnahme beteiligen, Frankreich und die USA beispielsweise haben noch keine Zusage gegeben.

Was morgen passieren wird: Wer Fragen rund um Corona hat, kann sie am morgigen Dienstag Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) im Facebook-Talk stellen. Die Online-Runde beginnt um 17 Uhr.

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