In Leipzig und vielen anderen Städten hat die „Letzte Generation“ am Freitag erneut Straßen blockiert. Die Aktion in Leipzig wurde schon nach kurzer Zeit von der Polizei beendet. Außerdem: Am Samstag werden wieder tausende Menschen zum Christopher Street Day auf die Straße gehen – hitzebedingt allerdings auf einer verkürzten Route. Und im November soll der Prozess gegen den Sänger Gil Ofarim beginnen. Die LZ fasst zusammen, was am Freitag, dem 14. Juli 2023, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

Aktivist*innen der „Letzten Generation“ haben am Freitagmorgen erneut eine Straße in Leipzig blockiert. Dass es dabei zu keinen Angriffen durch Autofahrer kam, muss man nach den jüngsten Ereignissen in Halle oder Stralsund mittlerweile leider als nicht mehr selbstverständlich erwähnen.

Ungefähr 7:30 Uhr nahmen sechs Personen auf der Maximilianallee im Leipziger Norden Platz. Einige von ihnen klebten sich kurz darauf an der Straße fest. Dauerte es früher teilweise Stunden, um festgeklebte Personen wieder loszubekommen, scheint die Polizei mittlerweile ausreichend Erfahrungen gesammelt zu haben, um die Hände innerhalb weniger Minuten zu lösen.

Blockaden in vielen Städten

Die Straßenblockade in Leipzig war Teil einer bundesweiten Aktion. In Leipzig und anderen Orten waren die Teilnehmer*innen als Spitzenpolitiker maskiert, denen sie Gesetzesbruch vorwerfen.

Wie die „Tagesschau“ berichtet, hatte die Stadt Nürnberg Protestformen dieser Art per Allgemeinverfügung untersagt – was die Mitglieder der „Letzten Generation“ offenbar herzlich wenig interessierte.

In Bottrop soll eine 18-jährige Aktivistin nach eigenen Angaben durch einen wütenden Passanten verletzt worden sein. Dieser habe sie rabiat von der Straße gezerrt.

In einem durch eine Blockade verursachten Stau kam es zudem zu einem Auffahrunfall, bei dem eine Person verletzt wurde. Mangelnde Aufmerksamkeit war laut Behörden vermutlich die Unfallursache.

CSD-Aufzug ab 13 Uhr

Zu leichten Autoverkehrseinschränkungen dürfte es morgen auch in und rund um die Leipziger Innenstadt kommen. Um etwa 13 Uhr möchten die Organisator*innen des jährlichen Christopher Street Day auf dem Augustusplatz ihren Aufzug starten.

Hitzebedingt wurde die Entscheidung getroffen, nur eine verkürzte Route auf dem Ring zu laufen. Ursprünglich sollte die Demo bis in den Clara-Zetkin-Park und wieder zurücklaufen.

Erwartet werden neben 36 Grad auch mehrere tausend Teilnehmer*innen.

Das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ und der Verein „Say It Loud“ rufen dazu auf, sich an einem antifaschistischen beziehungsweise antikapitalistischen Demoblock zu beteiligen.

Sie verweisen auf die Ursprünge des CSD, die ein Aufstand queerer Menschen waren, und sehen den Kapitalismus als mitverantwortlich für Ungerechtigkeit und Diskriminierung.

Ofarim-Prozess und Gesundheitsreform

Wichtig für Leipzig war heute unter anderem auch, dass im Strafverfahren gegen Gil Ofarim neue Termine am Landgericht bestimmt wurden. Für den 7. November ist der Prozessauftakt geplant.

Dem Sänger wird Verleumdung und falsche Verdächtigung vorgeworfen. Er soll sich einen antisemitischen Vorfall im Hotel Westin ausgedacht haben. Der Fall hatte vor zwei Jahren bundesweit für Diskussionen gesorgt.

Zudem äußerte sich die Linksfraktion im sächsischen Landtag zur geplanten Gesundheitsreform. Diese wolle es nicht hinnehmen, dass zahlreiche Kliniken insolvent gehen würden, bevor die Reform wirkt.

„Die Staatsregierung muss dem Bund Sofortmaßnahmen abverlangen, um Insolvenzen oder gar Schließungen von Krankenhäusern oder Stationen abzuwenden“, fordert die Linke daher.

Worüber die LZ heute berichtet hat: über die Wiedereröffnung des Tausch-Schranks „Lenes Tauscho“,

über eine Stellungnahme der Stadt Leipzig zum Flughafenausbau und

über eine Debatte zur Bebauung des Wilhelm-Leuschner-Platzes in der jüngsten Ratsversammlung.

Was heute außerdem wichtig war: Auf der Homepage der Stadt Leipzig ist es seit heute möglich, sich über Verkehrslärm sowie Lärm durch Industrie- und Gewerbeanlagen zu informieren. Eine Karte zeigt, wo dieser besonders stark ausgeprägt ist.

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