Erneut führt Vandalismus zu Zugausfällen im Regionalverkehr. Am Mittag stellt die Stadt ihr Konzept für ein großes Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof vor. Auf der „Integrationsmesse“ können sich heute Geflüchtete über Ausbildungs- und Berufsperspektiven informieren, und in den Cammerspielen feiert am Abend eine Neuerzählung von Peter Pan von erschreckender Aktualität Premiere.

Bahnstrecke nach Grimma gesperrt

Zu einer Vollsperrung der Bahnstrecke zwischen Borsdorf und Grimma kommt es heute seit den frühen Morgenstunden. Das teilt die „Mitteldeutsche Regiobahn“ auf ihrem Serviceportal mit. Betroffen ist die Linie RB 110. Als Grund nennt das Verkehrsunternehmen „massive Vandalismusschäden an mehreren signaltechnischen Einrichtungen“.

Die führen neben den Zugausfällen zu einem umfangreichen Polizeieinsatz. Auf der genannten Strecke wurde Schienenersatzverkehr eingerichtet. Wie lange die Störung anhalten werde, sei nach Auskunft des Bahnbetreibers derzeit nicht absehbar. Nutzer der Regionalbahn 110 können sich online über den Stand der Instandsetzungsarbeiten informieren.

Im regionalen Bahnverkehr war es in der Vergangenheit immer wieder zu massiven Beeinträchtigungen aufgrund von Kabeldiebstahl oder zerstörten Signalanlagen gekommen.

Pläne für großes Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof

In Leipzig gibt es rund 750.000 Fahrräder, wenn man den von der Stadt veröffentlichten Durchschnitt von 2,1 Rädern je Haushalt auf den zuletzt ausgewiesenen Haushaltsbestand hochrechnet. Nicht wenige von ihnen dienen dem alltäglichen Pendeln zwischen Wohnung und Hauptbahnhof, um von dort mit dem Regionalverkehr zur Arbeit zu gelangen (der Zahl der Räder standen 2023 übrigens rein rechnerisch 0,7 PKW je Haushalt gegenüber).

Derzeit weist die Stadt knapp über 170 sichere Stellplätze für Fahrräder in Leipzigs größtem ÖPNV-Drehkreuz aus. Die Doppelstockparker-Anlage befindet sich im Inneren des Bahnhofs auf dem ehemaligen Gleis 1. Viel zu wenig, weshalb ein Konzept erarbeitet wurde, die Kapazität zu erhöhen. Vor zwei Jahren bewilligte das Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM) 1,5 Millionen Euro Fördergelder für ein noch zu bauendes Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof (LZ berichtete).

Baubürgermeister Thomas Dienberg, Michael Jana vom Mobilitäts- und Tiefbauamt sowie Center Manager der Promenaden Hauptbahnhof, Thomas Oehme, stellen heute Mittag vor Ort die konkreten Pläne für Standort und Gestaltung des künftigen Fahrradparkhauses vor. Bis zu 600 sichere und vor allem überdachte Stellplätze sollen entstehen. Die Inbetriebnahme ist noch zum Ende dieses Jahres geplant.

Für das Programm „Fahrradparkhäuser an Bahnhöfen“ stehen im Haushalt 2024 bis zu 55 Millionen Euro zur Verfügung. Neben Leipzig erhielten auch Aachen, Dresden, Kempen und Lübeck entsprechende Förderbescheide.

Am Hauptbahnhof entsteht bis Jahresende ein Fahrradparkhaus mit bis zu 600 Stellplätzen. Foto: Sabine Eicker

Integrationsmesse mit Perspektiven für Geflüchtete

Leipzig wird heute zum 17. Mal zum Treffpunkt der „Integrationsmesse“, die zugewanderten Menschen den Einstieg in die Welt von Ausbildung und Arbeit ermöglichen will. Rund 65 Aussteller präsentieren ihre Angebote, darunter Unternehmen, Behörden, Bildungsträger, Kammern und Beratungsstellen aus Handwerk, Industrie, Gesundheitswesen, die Industrie- und Handelskammer zu Leipzig, die Handwerkskammer zu Leipzig sowie verschiedene Hochschulen, Kliniken und private Unternehmen.

Ziel ist es, möglichst viele Zugänge zum Arbeitsmarkt an einem Ort zu bündeln und den direkten Austausch zwischen Arbeitgebenden und potenziellen Bewerberinnen und Bewerbern zu ermöglichen. Wichtiges Augenmerk: der Tag ist darauf spezialisiert, Auskünfte über im Ausland erworbene Abschlüsse zu geben. Interessenten sollten also entsprechende Unterlagen für informelle Gespräche am besten schon bei sich haben. Ergänzend zu den Messeständen werden Workshops angeboten, die sich mit zentralen Herausforderungen beim Einstieg in den Arbeitsmarkt befassen.

In zwei Zeitfenstern zwischen 11 und 14:30 Uhr geht es unter anderem um den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Bewerbungsverfahren, das duale Ausbildungssystem in Deutschland sowie um Sprachanforderungen im Berufsalltag.

Die „Integrationsmesse“ findet von 10 bis 15 Uhr auf dem Alten Messegelände an der Prager Straße statt. Erreichbar mit den Straßenbahnlinien 2 und 15, sowie Bus 70 oder Bus 74 bis zur Haltestelle „Altes Messegelände“. Dann einfach durch das markante Tor mit dem silbernen, riesigen „Doppel-M“, immer geradeaus bis ans Ende der Straße. Dort befindet sich die einstige Messehalle 16, der heutige Eventpalast.

Als „Kreis´scher Kuppelbau“ 1913 errichtet, war das Gebäude von Anfang an Gastgeber für Menschen aus aller Welt. Ihre Ur-Bestimmung als Messehalle galt der ersten Internationalen Baufachausstellung IBA. Auch später war sie Veranstaltungsort von weltweiten Kollektivausstellungen. Ein guter Ort also für Verständigung, Integration und Hoffnung auf Zukunft.

Der Eintritt zu dieser Informationsmesse ist frei und bedarf keiner vorherigen Anmeldung. Das Programm der Messe ist online abrufbar.

Perspektive Zukunft. Auf der Integrationsmesse helfen Fachleute mit Angeboten zu Ausbildung und Arbeitsmarkt. Foto: This_is_Engineering / Pixabay

Peter Pan trifft seinen Vermieter – im Theater

Die standhafte Weigerung, erwachsen zu werden und stattdessen lieber zu fliegen und Abenteuer zu erleben, haben die Phantasiefigur des Peter Pan seit 1904 weltberühmt werden lassen. Der Junge lebt im Nimmerland auf einer Insel ohne Alterung, ohne Pflichten. In einer unübersichtlichen Konstellation mischen sich irdische Menschen  mit freien Fabelwesen.

Zumindest in der Urgeschichte. Denn Fabelwesen sind Malte, Tinker und Peter heute Abend in den Leipziger Cammerspielen in keiner Weise. Die leben in einer Wohngemeinschaft, glauben, in ihrer „Nimmerland-WG“ einen Rückzugsort gefunden zu haben. Doch ihre Utopie wankt, als der Vermieter mit einer Eigenbedarfskündigung vor der Tür steht. Seine kalten Strategien folgen den Regeln eines Wohnungsmarkts, in dem Rendite über Lebensentwürfe entscheidet. Gegen diese Übermacht setzt Peter auf eine List, die ebenso verzweifelt wie hoffnungsvoll wirkt. Mit Patricia Moira Angela, die bald nur noch Wendy genannt wird, soll eine neue Mitbewohnerin in die WG einziehen und Rettung bringen…

Heute Abend feiert das ungewöhnliche Theaterstück von Vicoria Weber, frei nach dem Klassiker von James Matthew Barrie Premiere. Verknüpft wird die legendäre Geschichte vom ewigen Kindsein mit der Realität des städtischen Lebens, in dem bezahlbarer Wohnraum zur Existenzfrage wird.

Victoria Weber, 2012 nach Leipzig gezogen, seit 13 Jahren in der freien Theaterszene als Schauspielerin, Sprecherin, Regieassistentin und Produktionsleiterin aktiv, legt mit „Nimmerland-WG“ ihr drittes Regieprojekt vor. Es spielen Damian Reuter, Patricia Elena Shiva Felsch, Sebastian Geiger und Mona Schubert. Die heutige Premiere im Theater in der Kulturfabrik Werk 2 ist ausverkauft. Für die Vorstellungen am Freitag, Samstag und Sonntag gibt es noch Restkarten. Zögern hält übrigens nicht jung.

Die Leipziger Cammerspiele wurden u.a. mit Sonderpreisen der Jury des europäischen Theaterfestivals der „AITA/IATA“ und des internationalen Theaterfestivals „Ljubitelivõ“ ausgezeichnet.

James M. Barrie erschuf 1904 mit seiner Figur des Peter Pan eine märchenhafte Vorlage, die Generationen von Theaterleuten, Filmemachern und Autoren inspirierte. Er lebte von 1870 bis 1937. Foto: National Media Museum Bradford

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