Ostern – Symbol für Ende und Neubeginn. Im „Hotel Seeblick“ nimmt Ralf Donis Abschied von einer Kneipenlegende. Der Zoo feiert ein Jubiläum und die Neueröffnung eines Flatterparadieses. Eine kleine Brücke wird wieder schön – und weil Ostern für sehr viele Menschen ja eben ein christliches Fest ist, gibts hier die wichtigsten Kirchen-Termine. Zudem verabschiedet sich diese durchaus subjektive Rubrik, aber nur in die Ferien. Wir lesen uns wieder am 13. April, wie gewohnt Montag bis Freitag.

Heut’ wird’s bunt: Jubiläum und Einweihung im Zoo

Zunächst: Die Lage der Menschenaffen in Afrika und Asien bleibt alarmierend. Laut Weltnaturschutzunion IUCN sind sie stark gefährdet und vom Aussterben bedroht. Doch mitten in Leipzig zeigt sich seit 25 Jahren ein erfreulicheres Bild des Lebens. In der weltweit einzigartigen Anlage Pongoland wurden seit 2001 insgesamt 45 Jungtiere erfolgreich geboren und aufgezogen. Zuletzt kamen die Schimpansen Martin, Bou und Evelyn zur Welt. Mehr als 100 Bonobos, Schimpansen, Orang-Utans und Gorillas lebten bisher hier, aktuell sind es 49 Tiere in fünf Gruppen auf einer rund drei Hektar großen Fläche.

Das 25-jährige Bestehen von Pongoland wird mit einem umfangreichen Osterprogramm gefeiert. Tierpflegerinnen und Tierpfleger verteilen im Rahmen der täglichen Fütterungen und Kommentierungen um 13:30 Uhr Überraschungen für die Affen. Zusätzlich gewährt das Max-Planck-Institut spannende Einblicke in seine Forschungsarbeit, während sogenannte XXL-Kulissenblicke einen exklusiven Zugang hinter die sonst verborgenen Bereiche ermöglichen (Anmeldung und Extra-Ticket erforderlich).

Die beliebte MDR-Doku „Elefant, Tiger & Co.“ widmet dem Jubiläum mit dem Spezial „Pongoland – Ein Haus für Menschenaffen“ am Karfreitag um 20:15 Uhr eine eigene Sendung. Darüber hinaus erwartet Besucherinnen und Besucher ein vielfältiges Ferienprogramm die gesamte Woche hindurch, mit Bastel- und Mitmachaktionen wie Eierlauf und Geschicklichkeitsspielen, geführten Touren, Einblicken hinter die Kulissen im Aquarium oder bei den Tüpfelhyänen.

Abgerundet wird das Angebot durch das traditionelle Stockbrotgrillen am Lagerfeuer. Alle Informationen zum vollständigen Osterprogramm stellt der Zoo auf seiner Internetseite bereit.

Silvester 24/25 kam Sonnenkind Evelyn zur Welt. Ihr Zuhause ist das Leipziger Pongoland. Foto: Benjamin Weinkauf

Neben dem Pongoland-Jubiläum lädt der Zoo ab heute auch in gleich zwei neue Erlebniswelten ein. Die riesigen, begehbaren Volieren „Amazonien“ und „Loriversum“ beeindrucken mit der Farbenpracht ihrer Bewohner und dem Klangteppich deren Gesangs. „Amazonien“ ist mit 830 Quadratmetern die größte Aravoliere Mitteldeutschlands. Hier leben Blaukehl- und Grünflügelaras, Blaulatz- und Sonnensittiche sowie Schwarzohrpapageien und Jamaika-Amazonen. Viele der Vögel gelten als vom Aussterben bedroht, der Sonnensittich in weiten Teilen seines natürlichen Verbreitungsgebietes bereits als ausgerottet.

540 Quadratmeter einer zweiten Voliere beherbergen u.a. Rotbug-Krontauben, Blaukappenhäherlinge und über 30 stark gefährdete Forstenloris. Zudem flattern und schnattern dort Goldstirn-Fruchttauben, Graubrauen-Bambushühner, Greyfruchttauben, Rosakopf-Fruchttauben, Türkisfeenvögel, Paddyreiher und Sumbawadrosseln. Loris sind übrigens dafür bekannt, dass ihre Zungen wie Pinsel aussehen. Im Vergleich zu ihrer Körpergröße wirken sie mit diesem praktischen Werkzeug wie kleine Kehrmaschinen.

Viel Platz für bunte Vögel. Heute eröffnen Amazonien und das Loriversum. Foto: Zoo Leipzig

Plattenteller im Seeblick ohne Aussicht

Leipzigs bekanntestes Hotel ohne Betten (naja, vom Hotel Astoria mal abgesehen), wird schließen. Das „Hotel Seeblick“ auf der Karl-Liebknecht-Straße hat zeitlebens nur mit dem Namen gespielt. Ob tatsächliche Hotellerie das beliebte Szene-Lokal vor steigenden Kosten und immer höheren Mietforderungen bewahrt hätte, darf bezweifelt werden.

Auf jeden Fall war der Laden auch für Rock- und Diskolegende Ralf Donis (Think About Mutation, Ilses Erika) mehr, als nur eine gute Stube. Er war Heimstatt. Und so wird der Ostersonntag im „Seeblick“ auch ein Heim-Spiel. Ab 18 Uhr erklingt richtige Musik von echtem Vinyl. Der Meister selbst legt auf und kündigt an: „Zum Ostersonntag ab 18 Uhr werde ich noch einmal die Schallplatten schultern (ist ja glücklicherweise nicht weit) und musikalisch vom Hotel Seeblick Abschied nehmen.“

Doch für Schwermut sind weder Mann noch Haus gemacht. Donis verspricht: „Keine Angst, ich spiele keine Oratorien oder Trauermärsche, sondern gut gelaunte Popmusik. Ich freue mich, euch zu sehen.“ Der Eintritt ist frei.

Abschiedsmelodien: Auch im „Hotel Seeblick“ ist Ostern ein bunter Vogel zu erleben. Foto: Privat

Worum es eigentlich geht

Für viele Leipzigerinnen und Leipziger ist Ostern bei allem Jux dennoch zunächst ein religiöses Fest. Eine statistische Erhebung aus dem Jahr 2023 nennt allein über 60.000 Mitglieder in evangelisch-lutherischen und 28.000 Mitglieder in katholischen Gemeinden. LZ nennt ausgewählte geistliche Veranstaltungen der Ostertage.

In der katholischen Propsteigemeinde St. Trinitatis am Martin-Luther-Ring wird heute im Rahmen eines Gottesdienstes symbolisch des „letzten Abendmahls“ gedacht (20 Uhr). Karfreitag um 10 Uhr folgt eine Kinderkreuzwegandacht, um 15 Uhr findet die „Feier vom Leiden und Sterben Jesu“ statt. Samstag beginnt um 9 Uhr die Karmette. Die Osternacht wird am Samstag um 21 Uhr gefeiert. Ostersonntag, dem Hochfest der christlichen Osterfeiern, gibt es um 10 Uhr und um 18 Uhr Messen. Ostermontag finden weitere Gottesdienste um 9:30 Uhr, 11 Uhr und 18 Uhr statt.

Zentrale evangelische Gottesdienste und Kirchenmusiken gibt es u. a. in der Thomas- und der Nikolaikirche. Heute und morgen Abend führen um 19 Uhr Thomanerchor und Gewandhausorchester in der Thomaskirche Bachs Johannes-Passion auf. Karfreitag folgt um 9 Uhr in der Thomaskirche der Sakramentsgottesdienst (mit Thomanerchor und Organist Johannes Lang). Parallel begeht St. Nikolai um 10 Uhr den Karfreitagsgottesdienst mit Pfarrer Stief.

Früh raus heißt es für alle, die Ostersonntag um 6 Uhr die Ostermette in der Thomaskirche feiern wollen. Weitere Metten zu früher Stunde finden um 6 Uhr u.a. in der Bethlehemkirche, in der Trinitatiskirche Anger-Crottendorf, in der Kirche Connewitz, der Friedenskirche Gohlis und um 7 Uhr in der Wahrener Gnadenkirche statt. Wem das alles zu spät ist, der sei bereits um 5 Uhr in die Pauluskirche Grünau eingeladen.

Die orthodoxen Gemeinden Leipzigs feiern das Osterfest dem julianischen Kalender entsprechend erst in der Nacht vom 11. Zum 12. April.

Die Thomaner und Bachs Johannes-Passion gehören für viele zu Ostern zum Programm. Foto: Emanuel Scobel

Hase weg, Brücke zu

Damit der Osterhase noch bequem ins Rosental kommt, um dort kleine Verstecke einzurichten, beginnen erst am Dienstag (7. April) dringend nötige Bauarbeiten am Schlößchensteg. Der verbindet das südliche Gohlis mit der beliebten Auenwiese zwischen Parthe und Elstermühlgraben.

Drei Wochen lang werden der verschlissene Belag und der Korrosionsschutz erneuert. 25.000 Euro soll die Maßnahme kosten. Als alternative Routen stehen zum Spazieren, Radeln und Gassigehen die Gohliser Wehrbrücke in der Waldstraße sowie flussaufwärts die Brücke an der Turmgutstraße zur Verfügung.

Marode und baufällig. Die Brücke zwischen Schlösschenweg und Rosental muss saniert werden. Foto: Benjamin Weinkauf

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