Gesellschaft

Endlich! Ehe für alle, auch eine Forderung auf dem CSD 2017. Foto: Diana Freydank
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Gastkommentar von Christian Wolff: Ehe für alle – Endlich

Vor über 10 Jahren habe ich in der Thomaskirche im Rahmen eines Abendgottesdienstes ein schwules Paar gesegnet. Sie hatten zuvor in Kalifornien geheiratet. Beide kannte ich gut: den einen hatte ich als Erwachsenen konfirmiert, der andere war Amerikaner und lebte jedes Jahr für einige Wochen in Leipzig. In dieser Zeit besuchte er die Gottesdienste in der Thomaskirche. Kein Gottesdienstbesucher hat an diesem Abend die Kirche unter Protest verlassen. Niemand sah sich in seinem Glauben erschüttert. Im Gegenteil: Viele waren beeindruckt darüber, wie wichtig diesem Paar der Zuspruch durch den Segen Gottes war und gratulierten nach dem Gottesdienst herzlich.

Amtsgericht Leipzig. Foto: Alexander Böhm
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Mann, Frau? Mensch. Der lange Weg von Rebecca Jäger (Teil 2)

LEIPZIGER ZEITUNG/Auszug aus der Ausgabe 44Das Leipziger Amtsgericht fühlt sich durch die Recherchen der LEIPZIGER ZEITUNG im Fall der transsexuellen Rebecca Jäger spürbar auf den Schlips getreten. Richter Lieckfeldt wollte die kritischen Nachfragen der LZ nicht persönlich beantworten. „Für Fragen wenden Sie sich gerne an die Presseabteilung des Amtsgerichts.“ Pressesprecher Stefan Blaschke möchte eine Anfrage zu der brisanten Thematik nicht beantworten, verweist auf Gerichtspräsident Michael Wolting. Der Behördenleiter tut sich auch nach mehreren offenen Briefen und Landtagsanfragen durch Abgeordnete von Grünen und Linken schwer, die Dimension der Vorwürfe zu erkennen.

Rebecca Jäger. Foto: Martin Schöler
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Mann, Frau? Mensch – Der lange Weg von Rebecca Jäger (Teil 1)

LEIPZIGER ZEITUNG/Auszug aus der Ausgabe 44Auf den ersten Blick erscheint Rebecca Jäger wie eine gewöhnliche Frau mittleren Lebensalters. Die 52-Jährige trägt bei unserer ersten Begegnung eine trendige Jeansjacke, ein dunkelblaues Sommerkleid mit Blümchenmuster, schwarze Leggins und Sandalen. Unter dem Kleid sind Brüste zu erkennen, ihre Zehennägel hat die 52-Jährige schwarz (nachtblau) lackiert. Im Gesicht ist die Journalistin dezent geschminkt, am linken Mittelfinger trägt sie einen breiten Ring, in den Ohren glitzern silberne Ohrstecker, an ihrem Hals baumelt ein kleiner Davidstern. Erst bei näherem Hinsehen lässt ihr Gesicht maskuline Züge erkennen. Mit einem schwarzen Kopftuch verdeckt die Connewitzerin lichte Stellen auf dem Haupt.

Luan vor dem verschlossenen Tor der Max-Klinger-Schule in Grünau. Foto: René Loch
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Sächsisches Innenministerium bestätigt Aufenthaltsrecht für Luan

Eigentlich gilt das Kosovo als „sicherer Herkunftsstaat“. Wer dennoch von dort nach Deutschland kommt, um Asyl zu beantragen, muss mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einer Ablehnung und – schlimmstenfalls – einer Abschiebung rechnen. Genau das konnten einige engagierte Jugendliche im Fall des 18-jährigen Luan Zejneli jedoch verhindern. War er im Februar noch zur Ausreise aufgefordert worden, hat nun das sächsische Innenministerium bestätigt: Luan darf bleiben – zumindest für einige Jahre.

Viele Besucher machten es sich gemütlich. Foto: Alexander Böhm
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Gastmanns Kolumne: Leipzig airleben

Picknickkörbe. Sommer. Abendrot. Rosental. Kirschen. Mückenspray. Oliven. Kinder, die sich in Minutenschnelle als beste Freunde finden. Pärchen. Cidre. Melone. Taschenmesser. Kind lacht. Bratwurstgrillgeruch. Klappstühle. Lampions. Porsche-VIPs und Prominenz. Rotwein. Vom Zooschaufenster her weht ein sanfter Hauch von Elefant, Tiger & Co. Nackte Füße. Fahrradfahrer. Applaus. Licht. Das Gewandhausorchester auf der Parkbühne. Von Leipzigs Boden ging gestern Abend kein Krieg mehr aus.

12 Katzen und zwei Hunde werden gerade berühmt. Vielleicht finden sie auch ein neues Zuhause? Foto: Landkreis Leipzig
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Neue Besitzer gesucht: Eine hastige „Veräußerung“ von Katzen und Hunden

Da hat sich also das Landratsamt Leipzig mit einer Meldung über die Weitergabe von Katzen und Hunden einen hörbaren Protest in den sozialen Medien eingehandelt. Am 21. Juni teilte es (via L-IZ.de-Melder) mit, dass es am 27. Juni ab 11 Uhr im Berufsschulzentrum Wurzen zu einer „Veräußerung“ von Tieren kommen wird, welche vor über einer Woche in Obhut genommen, also einem überforderten Tierhalter entzogen werden mussten. Eine Meldung, welche ein wenig nach Versteigerung von gefundenen Rädern oder Koffern klingt und mittlerweile Tierfreunde auf die Barrikaden treibt. Auf Nachfrage der L-IZ.de entschuldigte man sich nun seitens der Behörde für die unglückliche Wortwahl und versucht die mögliche Weitergabe von 12 Katzen und zwei Hunden zu erklären.

Überfall auf Connewitz 2016. Foto: LZ
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Mutmaßlicher Connewitz-Angreifer Florian N. vor Gericht

Der Angriff von Neonazis auf den Stadtteil Connewitz am 11. Januar 2016 ist nun auch ein Fall für die Gerichte. Am Dresdner Landgericht hat heute die Verhandlung gegen zwei mutmaßliche Mitglieder der „Freien Kameradschaft Dresden“ begonnen. Sie sollen sich an Gewalttaten gegen Geflüchtete, Ausländer, Polizisten und Linke beteiligt haben. Dem 27-jährigen Florian N. wird zudem vorgeworfen, in Connewitz randaliert zu haben. Laut MDR hat N. seine Tatbeteiligung zugegeben.

Neuausgabe von Orwells „1984“. Cover: Ullstein
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Warum Orwells „1984“ nicht nur in Trumps Amerika erschreckend aktuell ist

Am 16. Juni hat der Ullstein Verlag einen Klassiker neu aufgelegt: „Die Wahl und Amtseinführung Donald Trumps in den USA hat einen Klassiker der englischsprachigen Literatur wieder in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt: George Orwells dystopischer Roman ‚1984‘ behauptet sich derzeit weiterhin unter den ersten 20 Plätzen der amerikanischen amazon-Bestsellerliste.“ Ob wir das Buch nicht rezensieren würden, wurden wir gefragt.

Das Meer, Ursprung aller Sehnsuchtsgeschichten. Foto: L-IZ.de
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Gastmanns Kolumne: Die Kur vom Alltag

Gestern stand in der Leipziger Volkszeitung zu lesen, dass wir – damit meinte man uns, die Deutschen – in den letzten 20 Jahren eine enorme Entwicklung durchgemacht hätten, was unsere Ansprüche an die Ferien angeht. Es müsse nunmehr alles perfekt sein, lange beschwerliche Anreisen seien tabu, der Urlaub müsse mit dem Schritt aus der Haustür beginnen und überhaupt „eine kleine Kur vom Alltag“ sein.

So lieben es die deutschen Mythenmaler: blutige Himmel ... Foto: Ralf Julke
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Der Fall Sieferle und das intellektuelle Besäufnis an Mythen und Weltenbränden

In den "großen" Zeitungen unseres Landes wird derzeit recht emsig diskutiert über den Fall „Finis Germania“, jenes „rechtslastige Buch“ (Zeit), das zum Erschrecken gerade beim NDR auf der Juni-Liste der „Sachbücher des Monats“ auftauchte. Platziert, wie man nun erfuhr, von einem „Spiegel“-Redakteur, der diese Platzierung doch sehr eigenwillig interpretiert.

Präsident des Bach-Archivs Sir John Eliot Gardiner. Foto: Alexander Böhm
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Offener Brief an den Präsidenten des Bach-Archivs Leipzig Sir John Eliot Gardiner

Nach seiner Ansprache beim Eröffnungskonzert des Bachfestes Leipzig am 9. Juni 2017 in der Thomaskirche habe ich mich in einem „Offenen Brief“ an den Präsidenten des Bach-Archivs Leipzig, Sir John Eliot Gardiner, gewandt: Sie sind ein in aller Welt hochgeschätzter und gern gehörter Interpret insbesondere des umfangreichen geistlichen Werkes von Johann Sebastian Bach. Viele Menschen freuen sich, Ihre Konzerte beim Leipziger Bachfest miterleben zu können. Ihre internationale Reputation hat dazu geführt, dass Ihnen die Stadt Leipzig angetragen hat, Präsident des Bach-Archivs zu werden. In dieser Eigenschaft tragen Sie ein hohes Maß an Verantwortung für die Pflege des Bach’schen Werkes in der Stadt, in der der große Thomaskantor im 18. Jahrhundert über 27 Jahre gewirkt hat.

Andreas Eichhorst. Foto: Verbraucherzentrale Sachsen
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Auch die Verbraucherzentrale Sachsen kritisiert die Ignoranz des IT-Giganten Facebook

Immer, wenn er gefragt wurde, wie er gegen die vielen Pöbeleien, Falschmeldungen und Hasspostings in seinem weltumspannenden Netzwerk Facebook vorgehen wolle, druckste Mark Zuckerberg herum, redete sich raus, verniedlichte das Problem und versprach dann ein bisschen Besserung. Aber der Brief, den Facebook dann gegen das geplante Anti-Hass-Gesetz des deutschen Justizministers kursieren ließ, entlarvte die ganze Ignoranz des Riesenkonzerns.

Zuviel Programm? Der Veranstalter Christoph Schumacher (l.) muss nachlesen. Neben ihm Norman Landgraf und Dr. Thomas Feist bei der Pressekonferenz zum 3. Fußballbegegnungsfest 2017. Foto: L-IZ.de
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Bar Kochba reloaded: Aller guten Dinge sind (mindestens) drei + Video

Wer am 7. Juni Veranstalter Christoph Schumacher so reden hörte, merkte eine gewisse Zufriedenheit in der fröhlichen Anspannung im Vorfeld einer gut organisierten Geschichte. Zum dritten Mal geht es in den Ring für mittlerweile 17 C-Jugendmannschaften aus dem In- und Ausland, wenn am 23. bis 25. Juni in Leipzig der Fußball rollt. Beim „Max und Leo Bartfeld Cup“, längst aber auch beim Traditionsspiel der national besetzten Promiauswahl des SK Bar Kochba gegen die 1. Männermannschaft der BSG Chemie. Gewachsen sei es, das „Internationale Fußballbegegnungsfest 2017“, welches auch in diesem Jahr im Ariowitschhaus, im Alfred-Kunze-Sportpark und in der Sportschule „Egidius Braun“ Station macht, heißt es im Vorfeld. Und der Gedanke wird immer glaubwürdiger: Verbinden. Geschichte mit Gegenwart. Weltweit und in Leipzig.

Europa-Flagge im Frühlingswind. Foto: Ralf Julke
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Der erste EU-Parlamentarier fordert eine Republik Europa

„Schmeißt die Manager raus“, schrieb ich in dieser Serie immer wieder. Denn dass Europa seit nun mindestens neun Jahren ein saftiges Problem an der Backe hat, ist unübersehbar. Nur dass diejenigen, die dieses Problem eigentlich lösen müssten, weil wir sie dafür gewählt haben, nicht mal Anstalten machten, es zu lösen. Das gehört zum aktuellen Kesseltreiben. Sie haben es nicht kapiert. Aussitzen war noch nie eine Lösung.

Umberto Eco: Vier moralische Schriften. Foto: Ralf Julke
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Nachlesen bei Eco oder Das Armageddon-Denken des (Proto-)Faschismus

Bücher, die man vor ein paar Jahren gelesen hat, die setzen sich irgendwo im Kopf als Denkmuster fest. Manchmal leicht wiederzuerkennen, manchmal als kleine Erkennungsmelodie. Und als nun Susan Neiman in ihrem Buch „Widerstand der Vernunft“ ganz beiläufig einen Umberto-Eco-Essay von 1995 erwähnte, da machte es Bing. Natürlich: Der italienische Professor ist heute so aktuell wie vor 20 Jahren.

Neben der ganzen Welt der Bücher üben auch Globen nach wie vor Faszination aus Foto: Sebastian Beyer
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Gastmanns Kolumne: We are the world – Oder: Wann wird man je verstehen?

Wieder viel Wirbel um das als Präsident verkleidete Kleinkind drüben „in der USA“, wie ja gerne mal gesagt wird. Diesmal ging es nicht um irgendeine erneute Donaldsche Dekretabsonderung oder um Trumps fragwürdiges Frauenbild, was ohnehin längst vergessen ist, da Melania in konservativen Kreisen bereits – wenn auch überraschenderweise – öffentlich als „feministische Avantgarde“ angesehen wird. Nein, Donalds mangelnde Sorge ums Große und Ganze, ums Weltklima, geriet aufs Tapet.

Erfrischende Abkühlung beim Tag der Offenen Tür der Bereitschaftspolizei. Foto: Alexander Böhm
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2.900 Besucher schauen der Bereitschaftspolizei über die Schulter + Video

Am Samstag veranstaltete das Polizeipräsidium der Bereitschaftspolizei Leipzig einen Tag der offenen Tür. Interessierte Besucher von groß bis klein konnten sich über die unterschiedlichen Aufgaben und Tätigkeitsfelder der Bereitschaftspolizei informieren, ob zu Fuß, zu Pferd, zu Luft oder zu Wasser. Pressesprecher Stefan Walther zeigte sich zufrieden mit dem Andrang von 2.900 Besuchern.

Demo gegen Abschiebungen in Leipzig. Foto: René Loch
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500 Menschen demonstrieren gegen Abschiebungen nach Afghanistan + Video

Nach dem tödlichen Anschlag nahe der deutschen Botschaft in Afghanistan haben sich die Ereignisse in den vergangenen Tagen überschlagen. In Nürnberg sorgte am Mittwoch ein Polizeieinsatz zur Abschiebung eines Berufsschülers für Empörung. Am Donnerstagabend gingen dann unter anderem in Leipzig mehrere hundert Menschen auf die Straße. Die Bundesregierung hat mittlerweile reagiert und Abschiebungen nach Afghanistan teilweise ausgesetzt.

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