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Prinzessin Leia … Carrie Fisher (1956–2016) hat nicht nur als Prinzessin Leia zwischen Welt(en)politik und Untergrund gelebt, auch ihre persönlichen Einblicke in die Untiefen des zwischenmenschlichen Miteinanders waren – vorsichtig gesagt – nicht ganz ohne. Fisher hatte eine bipolare Störung, war Alkoholikerin und sprang nicht nur zwischen den Galaxien, sondern auch zwischen toxischen Beziehungen, mehr oder weniger sinnvollen Therapien und diversen Drogenabhängigkeiten hin und her. Ein besonders gelungener Einblick in dieses kaputte und trotzdem (oder gerade deswegen?) liebenswürdige Leben ist ihr Buch „Wishful Drinking“: ein Seelenstriptease ohne Fremdschäm-Faktor und ganz nebenbei ein echter Lesetipp für den aufkommenden Herbst!

Psychologisch betrachtet ist es ein gut erklärbares Phänomen, dass gerade jene Menschen, die das Schicksal am Schlawitt gepackt und durch die Güllegruben menschlichen Verhaltens gezwungen hat, oftmals jene sind, deren Analysen für (meist negatives) menschliches Verhalten mit einer Präzision daherkommen, die man im Kontext der assoziierten Wissenschaften meist vermisst. Treffend und praxisnah, sie haben es ja am eigenen Leib erlebt. Wenn nun die persönlichen Erfahrungen mit einem neugierigen, kritikfähigen Geist wechselwirken können, kommt zwar nicht unbedingt eine Heilung dabei heraus, aber zumindest doch ein tieferes Verständnis für menschliche Verhaltensmuster.

Carrie Fisher hatte dieses Verständnis – und es führte zu einem Zitat, das im politischen Jahr 2026 treffender ist denn je: „Verbitterung ist, als würde man Gift trinken und warten, dass der andere stirbt.“
(aus Wishful Drinking)

… und die CDU

Unter Helmut Kohl war die CDU auf dem Hoch ihrer Macht. Schröder hat mal dazwischengefunkt, trotzdem blieb die CDU auch zwischen Kohl und Merkel eine wichtige politische Kraft, eine sichere Bank für alle Konservativen. Dann kam Merkel, unter deren Führung die CDU sogar ganz vorsichtig (wenngleich erfolglos) an Moderne und Weltoffenheit geschnuppert hat – und sie war über weitere 16 Jahre die prägende Kraft im Land. Seit der Regierung Scholz geht es bergab. Seit Friedrich Merz (Darth-Vader-Attitüde, mutmaßlich antisoziale Persönlichkeitsstörung) geht es steil bergab. Und das erzeugt Verbitterung.

Wie wir von Carrie Fisher gelernt haben, ist Verbitterung, als würde man Gift trinken und darauf warten, dass der andere stirbt. Nun hat die CDU einen „Plan“ gegen ihren mittlerweile rasenden Absturz entwickelt, gegen ihre zunehmende Verbitterung. Einen Plan, dem sie stramm folgt, als gäbe es nichts anderes in dieser Welt: Sie folgt der Politik der AfD. Sie trinkt also das Gift der Faschisten und hofft, dass die Faschisten daran sterben – das erklärte Ziel ist ja, die AfD politisch kleinzukriegen („halbieren“). Und siehe da: Die CDU stirbt in ihrer Verbitterung den schleichenden Tod, während sich die AfD ins geballte Fäustchen lacht.

Was fehlt?

Natürlich die SPD, die genau den gleichen Fehler macht – nur auf SPD-Art: ohne Rückgrat, ohne Geist, ohne alles.

Was fehlt noch?

Der Ton, den Carrie Fisher beherrschte: ehrlich, unnachgiebig, geistreich und charmant. Ihn sucht man leider vergeblich im politischen Betrieb in unserer Stadt, in unserem Land, auf unserem Kontinent. Man sucht und sucht und findet doch nur geistlose, roboterhafte Worthülsen, das ewige „Mimimi … dies/das/Ananas macht mich betroffen/entsetzt/unfassbar!“ und den uralten Fehler, die Menschen mit abstrakten Begriffen (Klima, Demokratie) sowie Argumenten an die Vernunft überzeugen zu wollen. Das ist alles sehr billig, sehr planlos und geht an den Menschen vorbei. Das Ergebnis ist nicht erschreckend, es ist die logische, erwartbare Konsequenz.

Den Ton aber, der Probleme anspricht, ohne sich dabei zum Opfer zu machen, der die Menschen am Herzen rührt, ohne weinerlich zu sein, der selbstbewusst daherkommt, ohne in Arroganz oder Ignoranz abzurutschen (was übrigens ein Zeichen für ein mangelndes Selbstbewusstsein wäre), der so ehrlich ist, dass aus dem „Wehtun“ klarer Worte Wachstumsschmerzen werden, den hat Carrie Fisher scheinbar mit ins Grab genommen. Diesen Ton, den wir anno 2026 sehr gut gebrauchen könnten, und der ganz nebenbei auch sehr viel Spaß macht (was wir ebenfalls gebrauchen könnten).

Aber so ist der Tod: Die Besten holt er viel zu früh. Schade eigentlich…

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