Debatte zur Rundverfügung des Generalstaatsanwalts

Wie die CDU den Kampf gegen Schwarzfahrer und Ladendiebe zur Rettung des Rechtsstaats erklärt

Für alle LeserEs wird ja nicht wirklich diskutiert – jedenfalls nicht bei der sächsischen CDU. Seit ein paar Jahren steht sie unter Druck, weil rechts von ihr eine neue Partei immer schrillere Töne zu Ausländern, Intensivtätern und Kriminalitätsentwicklung anstimmt. Eigentlich ein Widerhall der jahrelangen Ordnungspolitik der CDU. Da hätte man sich einfach mal hinsetzen und diskutieren können: War das eigentlich die richtige Politik? Stattdessen stimmt CDU-Ministerpräsident Michael Kretschmer nun selbst schrille Töne an.

Ministerpräsident Michael Kretschmer hat die schärfere Strafverfolgungspraxis im Freistaat ausdrücklich begrüßt, betonte am Mittwoch, 13. März, die Staatskanzlei extra. Als wenn Sachsen in letzter Zeit zum Tummelplatz von lauter Verbrechern, kleinen und großen Ganoven geworden wäre. Was einem sicher beim Lesen einiger Zeitungen und Portale so vorkommen kann. Dort besteht Sachsen ja oft nur noch aus Verbrechern und verzweifelt überforderten Polizisten.

Wenn Sachsen derart vom Verbrechen heimgesucht wäre, dann würde der Satz ja Sinn machen.

Aber tatsächlich geht es auch bei der Verfügung des Sächsischen Generalstaatsanwalts, über die am Mittwoch in einer Aktuellen Debatte auf Antrag der Linken im Landtag debattiert wurde, vor allem um all die Bagatelldelikte, bei deren Bearbeitung die Staatsanwaltschaften kaum noch hinterherkommen.

Erstaunlich genug, dass der Ministerpräsident sich selbst zu Wort meldete.

Michael Kretschmer sagte: „Wir stehen in der Pflicht, den Rechtsstaat durchzusetzen. Dafür braucht es eine starke Polizei, eine starke Justiz und die passenden Instrumente. Wir stehen dafür, den Schutz der Bevölkerung zu gewährleisten. Es ist unsere erste Aufgabe, dieses Recht durchzusetzen. Die anständigen Leute stehen im Mittelpunkt unserer Politik und um die kümmern wir uns.“

Der Ministerpräsident verwies in dem Zusammenhang auch auf den personellen Aufwuchs bei Polizei und Justiz in Sachsen. Genau dies führe zu einem Zuwachs an Sicherheit. „Die konsequente Strafverfolgung ohne Rabatt ist das Ziel der Staatsregierung. Dazu zählt die Rundverfügung ebenso wie das neue Polizeigesetz. Wir wollen an der Wurzel ansetzen gemeinsam mit der Polizei, der Justiz, aber auch mit den Bürgermeistern, mit den Vereinen und den Gewerkschaften. Sachsen soll ein sicheres Land sein. Dazu dient auch die Rundverfügung des Generalstaatsanwaltes.“

Die neue Rundverfügung des sächsischen Generalstaatsanwaltes ist Anfang des Monats in Kraft getreten. Damit wird die Strafverfolgungspraxis im Freistaat insgesamt verschärft. Straftaten sollen konsequent verfolgt und geahndet werden, auch wenn es sich um sogenannte Bagatelldelikte handelt. Verschärft werden sollen auch die Strafzumessungsvorgaben im Bereich der Drogendelikte, formuliert die Staatskanzlei.

Anders formuliert stimmt es eher: Vor allem Bagatelldelikte sollen schneller und härter bestraft werden.

Und man spult im Kopf neun Jahre zurück, als die damalige sächsische Regierung erst ein weiteres einschneidendes Personalsparprogramm beschloss – auch in den Gerichten. Und der Innenminister schnürte extra ein Sparprogramm bei der Polizei unter dem irreführenden Titel „Polizeireform 2020“. Ein Programm, das mit Beginn der neuen CDU/SPD-Koalition 2014 aber eiligst gestoppt wurde, denn dass sich bei Polizei, Staatsanwaltschaften und Gerichten die Fälle stapeln, hat eben nichts, reineweg gar nichts damit zu tun, dass kleine Diebe und Ganoven in Sachsen nicht hart genug bestraft würden, sondern mit der Überarbeitung eines sinnlos zusammengestrichenen Personals.

Woran die Verfügung noch gar nichts ändert. Das ist bloße Kraftmeierei, die höchstwahrscheinlich zu tausenden kleinen Ungerechtigkeiten führen wird, denn die Eile, die damit provoziert wird, geht unter Garantie zulasten der Fairness, etwas, was die Grünen-Abgeordnete in Sächsischen Landtag, Katja Meier, als „Gift für den Rechtsstaat“ bezeichnete.

„Das A und O einer effektiven rechtsstaatlichen Strafverfolgung ist eine gute Zusammenarbeit zwischen Polizei, Staatsanwaltschaften und auch Gerichten. Dafür braucht es unabhängig von der Art des Strafverfahrens genügend Personal und auch technisch zeitgemäße Ausstattung“, sagte sie etwas, was 2010 der damaligen Staatsregierung einfach nicht beizubringen war. „Hier scheint der Minister Ursache und Wirkung zu verwechseln. Die Ursache für das fehlende Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger ist nicht der Ladendieb, der Schwarzfahrer oder der Cannabis-Konsument. Verantwortlich dafür ist die von der sächsischen CDU kaputtgesparte Polizei und Justiz.“

Und in den Staatsanwaltschaften wirkte sich das so aus, wie Katja Meier schildert: „Die Wirkung in den Staatsanwaltschaften ist, dass bei Bagatelldelikten das Opportunitätsprinzip weit ausgelegt wird, um der Aktenberge Herr zu werden. Die Wirkung in den Gerichten ist, dass Anklagen jahrelang rumliegen, bis das Hauptverfahren eröffnet und terminiert wird. Die Wirkung ist außerdem, dass U-Häftlinge, die dringend tatverdächtig sind, schwere Verbrechen begangen zu haben, aus dem Gefängnis entlassen werden müssen, weil das Personal fehlt. Meine Forderung an den Justizminister und den Generalstaatsanwalt: Sie müssen die Ursache beheben und nicht mit fragwürdigen Mitteln an den Wirkungen herumdoktern.“

Aber ob Gemkow so handeln kann, wie er gern würde, wenn er nicht den Druck aus der eigenen Fraktion hätte, darf bezweifelt werden. Und diese Fraktion ist nicht nur deutlich konservativer geworden als in den Vorjahren. Sie redet mittlerweile sogar von einer „Null-Toleranz-Strategie der Sächsischen Justiz“.

Es darf einem wohl angst und bange werden, wenn der politische Druck in einem einstigen Freistaat dazu führt, dass Sachsens Justiz keine Toleranz mehr zulässt. Dass das 30 Jahre nach dem Knockout der DDR schon wieder den Ton angibt, macht doch sehr nachdenklich.

Und die Wortwahl klingt verdammt vertraut. Wo will die CDU eigentlich mit dieser Haltung andocken?

Der rechtspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Martin Modschiedler, sagte am Mittwoch: „Nur ein konsequenter Rechtsstaat ist ein starker Staat! Täter müssen lernen, dass sich Sachsens Justiz nicht auf der Nase rumtanzen lässt. Die Bürger haben den berechtigten Anspruch, dass Recht und Gesetz zügig und konsequent umgesetzt werden. Es gibt keine Kavaliersdelikte!“

Und dann holte er Luft und hieb noch einmal ordentlich drauf: „Die CDU setzt sich für die Opfer von Straftaten ein, indem Täter konsequent verfolgt werden. Ladendiebstahl ist kein Kavaliersdelikt, Beleidigungen sind keine freie Meinungsäußerung und Angriffe auf Rettungskräfte sind keine Bagatellen. Wir werden auch beim Drogenhandel härter durchgreifen und auch beim Schwarzfahren nicht weggucken. Das Ziel der CDU ist es, dass künftig Straftaten aus der Kleinkriminalität vor Gericht verhandelt werden und nicht wie bisher leider immer wieder üblich vorher durch die Staatsanwaltschaft eingestellt werden. Das sind wir den Opfern schuldig. Und was wollen die Linken? Offensichtlich Kriminelle schützen und Opfer im Regen stehen lassen!“

Bei so einer rigorosen Haltung, die im Grunde auch den Staatsanwälten und Richtern ein Gespür dafür abspricht, welche Schwere ein Straftatbestand eigentlich erfüllt, spricht auch Klaus Bartl, rechtspolitischer Sprecher der Linksfraktion, von „Gift für den Rechtsstaat“.

„Die per ‚Rundverfügung‘ des Generalstaatsanwaltes gesetzten Weisungen rütteln an Grundfesten des Rechtsstaates. So verordnet beispielsweise der Generalstaatsanwalt qua Selbstherrlichkeit die massenhafte Anwendung des Fahrverbotes bei allgemeinen Straftaten. Mit welcher rechtsstaatlichen Rechtfertigung werden sächsische Staatsanwaltschaften angewiesen, beispielsweise die Ermessensausübung bei der Anwendung der vom Bundesgesetzgeber vorgesehenen gesetzlichen Gründe für die Einstellung von Verfahren anders zu handhaben, als dies die Berufskollegen in anderen Bundesländern tun? Aus welcher rechtsstaatlichen Rechtfertigung kommt in Zukunft der in Sachsen beim Schwarzfahren, Kleinstdiebstahl im Laden oder beim Marihuana-Pfeifchen-Rauchen ertappte „Kriminelle“ wesentlich schlechter weg als in Berlin, Schleswig-Holstein oder Erfurt?“, fragt Bartl.

Und seine Befürchtung stimmt wohl. „Das wirkt sehr wohl in die richterliche Unabhängigkeit hinein, denn: Wenn nämlich der Strafbefehl beantragt oder die Anklage erhoben ist, kann der Richter das Verfahren nur noch wegen Geringfügigkeit oder wegen fehlendem Strafverfolgungsinteresse der Öffentlichkeit oder weil die Strafe wegen einer in anderem Verfahren verhängten größeren Sanktion nicht ins Gewicht fällt, einstellen, wenn die Staatsanwaltschaft zustimmt! Der in der Verhandlung anwesende Staatsanwalt darf dann aber nicht mehr zustimmen, respektive nur noch unter ganz engen Rechtfertigungsgrenzen“, nennt Bartl die Problematik dieser seltsamen Verfügung. „Abgesehen davon, dass der Kurs, den die Koalition auf dem Altar des Wettbewerbs mit der AfD um Stammtischstimmen ausgerufen hat, die Republik zum Schlechten verändern wird.“

Und wahrscheinlich wird die Verfügung sogar das Gegenteil dessen erreichen, was sie nach Verlautbarung eigentlich bezweckt: Statt einer schnelleren Verfahrensabarbeitung einen neuen Verfahrensstau. Das Nadelöhr verschiebt sich nämlich nur von den Staatsanwaltschaften zu den Gerichten.

Bartl: „Weil die Richter nicht mehr die Zustimmung der Staatsanwaltschaft zur Verfahrenseinstellung selbst in noch so sinnhaften Fällen bekommen, da die Staatsanwälte nicht dürfen, werden die Gerichte in einer Verfahrensflut ertrinken.“

Und das alles nur, weil ein paar Politiker meinen, jetzt einen auf „harter Hund“ machen zu müssen, weil da rechts von ihnen eine schrille Sirene der Panikmache heult.

Oder wieder aus Katja Meiers Landtagsrede zitiert: „Wir erleben Wahlkampf auf Kosten des Rechtsstaats, in dem er und Justizminister Gemkow in der Bevölkerung leichtfertig Ängste schüren, um dann medienwirksam angeblich neue Lösungen zu präsentieren. Doch damit stärken Sie nicht den Rechtsstaat, sondern jene die ihn infrage stellen. Ein dumpfes Unwohlsein der Bevölkerung aufgrund vieler schneller neuer Entwicklungen befeuern Sie mit der Mär von rechtsfreien Räumen und wenn Sie marodierende Horden von Kriminellen an die Wand malen. Dabei ignorieren sie dreist die sinkenden Kriminalitätszahlen. Deutschland und Sachsen waren noch nie so sicher wie heute. Und dann wundern sie sich, dass die Bevölkerung den Rechtsstaat als bedroht ansieht.“

Wie soll eine Bevölkerung zur Ruhe kommen, wenn ihre eigene Regierung in Panik verfällt, weil da ein schwarzer Schatten an der Wand ist?

Aber wie gesagt: Darüber wird in Sachsens CDU nicht diskutiert. Das Ergebnis ist fatal.

Ab heute wird in Sachsens Staatsanwaltschaften mit Kanonen auf Spatzen geschossen

KriminalitätGeneralstaatsanwaltschaftRundverfügungNull-Toleranz-Strategie
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Der Tag: Hungerstreik in der JVA? Anstaltsleiter widerspricht Soligruppe
In der JVA soll ein Gefangener in den Hungerstreik getreten sein. Archivfoto: L-IZ.de

Archivfoto: L-IZ.de

Für alle LeserEin kurz nach Silvester in Connewitz festgenommener Mann soll in der Untersuchungshaft in den Hungerstreik getreten sein, die Polizei ermittelt wegen eines Furzes, die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen elf weitere „Hells Angels“ wegen Mordes und die Weiße Elster wurde kurzzeitig mit Öl verschmutzt. Die L-IZ fasst zusammen, was am Montag, den 20. Januar 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Vortrag am 21. Januar im Ariowitsch-Haus: „Israel – Volk, Land, Staat, Glaube?“
Das Ariowitsch-Haus, Leipziger Zentrum jüdischer Kultur Foto: Ernst-Ulrich Kneitschel

Foto: Ernst-Ulrich Kneitschel

Die nächste Veranstaltung der Reihe „Basiswissen zum Judentum“ findet am Mittwoch, dem 22. Januar 2020, 18 Uhr, im Ariowitsch-Haus, Hinrichsenstr. 14, statt. Unter dem Titel „Israel – Volk, Land, Staat, Glaube?“ soll der Frage nachgegangen werden, wie die Bezeichnungen Israel und Judentum zusammenhängen.
An wem liegt es, dass der Leipziger Beschluss gegen den Ausbau des Frachtflughafens Leipzig einfach ignoriert wird? + Update
Der Flughafen Leipzig / Halle aus der Vogelperspektive. Foto: Flughafen Leipzig / Halle, Uwe Schoßig

Foto: Flughafen Leipzig / Halle, Uwe Schoßig

Für alle LeserNicht nur DHL plant den Ausbau seiner Flugzeugkapazitäten am Flughafen Leipzig/Halle. Auch Volga Dnepr plant einen Ausbau. Und beide können sich sowohl auf Aussagen der sächsischen Staatsregierung verlassen, die einen weiteren Ausbau des Flughafens zum Frachtdrehkreuz befürwortet, als auch auf den Regionalen Planungsverband Westsachsen, in dem Leipzig zwar Mitglied ist, den Flughafenausbau aber keinesfalls zu stoppen in der Lage ist.
Flughafen Leipzig/Halle informiert am 22. Januar in Schkeuditz über die geplante Vorfelderweiterung für DHL
DHL-Flieger auf Abkürzung über Leipziger Stadtgebiet. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSogar in Halle fanden Veranstaltungen zur geplanten Vorfelderweiterung der DHL am Flughafen Leipzig/Halle statt. In Schkeuditz ist die nächste am 22. Januar angekündigt. Nur die große Stadt Leipzig meidet der Flughafen Leipzig/Halle auffällig. Man profitiert gern vom Ruf der großen Stadt, meidet aber die Begegnung mit den fluglärmbetroffenen Bürgern aus Leipzig. Obwohl die Flottenerweiterung von DHL noch mehr Nachtfluglärm im Leipziger Norden bedeutet.
Naumburg würdigt in diesem Jahr wieder die schönste Frau des Mittelalters
Stifterfigur Uta im Naumburger Dom. Foto: Vereinigte Domstifter, F. Matte

Foto: Vereinigte Domstifter, F. Matte

Für alle Leser Sie ist weltberühmt, diese Uta aus Naumburg. Auch wenn sich zuweilen die Historiker streiten, ob die junge Dame im Naumburger Dom wirklich Uta aus Ballenstedt zeigt, ob der Künstler hier vor 800 Jahren nicht vielleicht etwas durcheinandergebracht hat. Was nichts daran ändert, dass jedes Jahr die Touristenscharen extra wegen ihr nach Naumburg strömen in den Dom, der seit 2018 auch UNESCO Welterbe ist. Und in diesem Jahr werden noch viel mehr Utas kommen.
Warum wird jetzt das alte Gehwegpflaster in der Spinnereistraße ausgetauscht?
Neue Betonplatten (rechts) ersetzen die alten Granitpflastersteine (links) in der Spinnereistraße. Foto: Denzel Pfeiffer

Foto: Denzel Pfeiffer

Für alle LeserEigentlich ist das vor 100 Jahren in Leipzig verlegte Kleinpflaster robust, praktisch unzerstörbar, wenn es nicht Rabauken herausreißen und als Wurfgeschoss benutzen. Aber seit Dezember werden in der Spinnereistraße die alten Pflastersteine entfernt. Eine Baufirma ersetzt das robuste Pflaster, über das jahrzehntelang tausende Arbeiterinnen und Arbeiter der Baumwollspinnerei strömten, durch Betonplatten. Aber die sind doch gar nicht so haltbar? Was ist da los?
Auch von „Im Zauberwald, Teil 2“ hat Andreas Rietschel wieder 800 Exemplare verschenkt
Andreas Rietschel. Foto: privat

Foto: privat

Für alle LeserWährend draußen, in den enthemmten Netzwerken, die Trolle und Zombies Hass, Wut und Beleidigungen verbreiten, hat sich der Leipziger Andi Rietschel schon vor Jahren geschworen, dass er alles tun wird, um Liebe und Zuversicht in der Welt zu verbreiten. Mit Märchen zum Beispiel, die er mit Märchenerzählerstimme einspricht und dann auf CD pressen lässt. Und etliche dieser CDs hat er auch zum jüngsten Weihnachtsfest wieder an Leipziger Kinder und soziale Einrichtungen verschenkt.
Die Woche: Klassenerhalt für ATV-Hockeyfrauen, EM-Halbfinale für Handballer futsch
Die ATV-Frauen feiern ihren Klassenerhalt. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserRiesiger Jubel beim ATV Leipzig. Die Frauen sicherten sich am Samstag mit einem Last-Minute-Tor den Verbleib in der Hallenhockey-Bundesliga. Durchwachsen lief es für die DHB-Handballer, die in dieser Woche gleich drei EM-Spiele zu absolvieren hatten. Für Rasenballsport hat die Fußball-Bundesliga wieder begonnen, während die Regionalligisten Lok und Chemie jeweils noch zwei Testspiele absolvierten.
Tiny Houses sind ganz bestimmt keine Lösung für die Probleme der Wohnungslosen in Leipzig
Wohnadresse: Parkhäuschen. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSeit einiger Zeit machen ja Medienberichte zu Tiny Houses in Leipzig Schlagzeilen. Und die Reporter werden nicht müde zu erklären, wie toll die Idee ist, um auch Obdachlosen ein billiges Heim anbieten zu können. Wäre da nicht die grundlegende Frage: Wo stellt man diese Mini-Häuser eigentlich hin? Und wer bezahlt die ganzen Anschlusskosten? Das Leipziger Sozialdezernat hat noch ganz andere Probleme mit diesem Versuch, das Wohnungsproblem ausgerechnet mit Tiny Houses lösen zu wollen.
Grüne übernehmen Kritik des Stadtbezirksbeirates: Die Grünfläche vorm Seniorenheim gehört in städtischen Besitz
Der Neubau des Pflegeheims mit der von Containern besetzten Grünfläche davor. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWie weiter mit jener 500 Quadratmeter großen Grünfläche gegenüber dem Leutzscher Rathaus, die die Stadt unbedingt an den Eigentümer des dort entstehenden neuen Seniorenheims verkaufen will? Die Grünen-Fraktion im Stadtrat macht sich jetzt die Position des Stadtbezirksbeirats Altwest zu eigen: Die Fläche muss in städtischer Hand bleiben.
Leipzigs Verkehrsplaner sollen noch 2020 eine Lösung für die Radverbindung Lindenau-City vorlegen
SPD-Vorschlag aus dem Frühjahr 2019: eine Radbrücke parallel zur Jahnallee. Foto: Henrik Fischer, Orf3us Wikimedia

Foto: Henrik Fischer, Orf3us Wikimedia

Für alle LeserSeit September diskutieren Ausschüsse und Stadtbezirksbeiräte über einen Antrag der SPD-Fraktion zu einer besseren Radwegeverbindung zwischen Alt-West /Lindenau und der Innenstadt. Darin hatte die Fraktion eine Idee aus dem März aufgegriffen, als die SPD-Kandidat/-innen zur Stadtratswahl sich auch einmal ein paar ausgefallene Ideen zur Lösung des Radwegeproblems in der Jahnallee ausgedacht haben.
Sportforschung: Mit Hightech Bewegungen analysieren und die Rolle des Gehirns beim Sport untersuchen
Im neuen Labor des Instituts für Allgemeine Bewegungs- und Trainingswissenschaft werden Bewegungen mit Hightech analysiert. Foto: Annika Schindelarz/ Universität Leipzig

Foto: Annika Schindelarz/ Universität Leipzig

Für alle LeserSelbst Freizeitsportler wissen, dass das Entscheidende am Sport gar nicht Muskeln und Lungenkapazität sind, sondern die Gedanken, die man sich macht. Meist schon, bevor man sich überhaupt erst in Bewegung setzt. Motivation geht durch den Kopf, genauso, wie das Abrufen hoher Leistungen und das gezielte Training auf einen Leistungssprung mit mentaler Fitness zu tun haben. Wer im Kopf bereit ist, Höchstleistungen zu bringen, der hat auch Erfolg. Aber so ganz erforscht ist das noch nicht.
Studierende der Kunstgeschichte zeigen in der Alten Nikolaischule, was aus Leipzigs Stadtbild alles verschwunden ist
Alte Nikolaischule am Nikolaikirchhof. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserFast hätte auch die Alte Nikolaischule zu den Gebäuden gehört, die ab dem 6. Februar in der Ausstellung „Das verschwundene Leipzig. Das Prinzip Abriss und Neubau in drei Jahrhunderten Stadtentwicklung“ in der Alten Nikolaischule gezeigt werden. Die Ausstellung macht den Besuchern bewusst, wie radikal sich die Stadt in den vergangenen Jahrhunderten verändert hat. Und damit verschwanden auch jede Menge einst stadtbildprägender Gebäude.
Auch zur Oberbürgermeisterwahl meldet das Amt für Statistik und Wahlen eine hohe Beteiligung bei der Briefwahl
Stand der Briefwahlbeteiligung zur OBM-Wahl 2020. Grafik: Stadt Leipzig

Grafik: Stadt Leipzig

Für alle LeserEs klang so, als wären Leipzigs Statistiker überrascht gewesen, als sie am Freitag, 17. Januar, meldeten: Seit dem 6. Januar hat die Briefwahlstelle im Neuen Rathaus geöffnet und bietet die Möglichkeit, Briefwahl direkt vor Ort durchzuführen. Knapp zwei Wochen vor der Oberbürgermeisterwahl lässt sich bereits ein hohes Briefwahlaufkommen feststellen. Der Trend, dass immer mehr Wählerinnen und Wähler per Briefwahl wählen, setzt sich somit auch bei der diesjährigen Oberbürgermeisterwahl fort. Und das hat nicht unbedingt mit der Spannung zur OBM-Wahl zu tun.
Wolfram Günther lädt eine Delegation der Bauern schon mal ins Umweltministerium ein
Nicht allen sächsischen Kühen geht es so gut und sie kommen - wie diese hier - auch mal ins Grüne. Foto: Matthias Weidemann

Foto: Matthias Weidemann

Für alle LeserAm Freitag, 17. Februar, brachen auch sächsische Bauern mit ihren Traktoren zur Sternfahrt nach Berlin auf. Um sie zu verabschieden, hatte der sächsische Staatsministers für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft Wolfram Günther zwar keinen Termin mehr frei. Aber sein Grußwort verlas dafür Dr. Gerd Lippold, Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft. Und das hat es in sich. Denn im Umgang der Staatsregierung mit den Bauern wird sich jetzt etwas ändern.