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Straßennamen

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Der Kiew-Hain in Lößnig am Silbersee. Foto: Sabine Eicker

Umbenennung der Kiewer Straße: Leipzigs Verwaltung findet Erläuterungstafeln sinnvoller

Wie weit sollte man gehen, um im Leipziger Straßenbild ein deutliches Zeichen gegen die russische Invasion in der Ukraine zu setzen? Das Jugendparlament hatte vorgeschlagen, die Kiewer Straße in Grünau künftig nach der ukrainischen Aussprache zu transkribieren und statt Kiewer nun Kyiver Straße zu schreiben. Aber das lehnt das Amt für Statistik und Wahlen aus […]

Der Cottaweg an der Jahnallee. Foto: Michael Freitag / LZ

Der Stadtrat tagte: Die Diskussion um Arndt, Jahn & Co. ist noch lange nicht beendet + Video

Da hat Leipzigs OBM Burkhard Jung wohl recht, wenn er sagt: „Die Debatte ist noch nicht zu Ende“. Dabei ging es am 13. Juli in der Ratsversammlung zu späterer Stunde eigentlich nur um die Kenntnisnahme der drei Gutachten, welche die wissenschaftliche Kommission zu den drei heftig diskutierten Straßenbenennungen von Arndtstraße, Jahnallee und Pinkertstraße vorgelegt hat. […]

Arndtstraße / Ecke Kochstraße. Foto: Ralf Julke

Wenn eine wissenschaftliche Kommission kneift: Gutachten ersetzen keine kritische Auseinandersetzung mit Arndt, Jahn & Co.

Höchst unzufrieden war die Fraktion von Bündnis 90 / Die Grünen mit den drei Gutachten, die die wissenschaftliche Beratungskommission zu den umstrittenen Namensgebern für die Arndtstraße, die Jahnallee und die Pinkertstraße abgeliefert hat. Die Gutachten sind so wattig, dass sie für den auftraggebenden Stadtrat überhaupt keine Entscheidungsgrundlage darstellen. Also stellt die Grünen-Fraktion einen neuen Antrag. […]

Nach der Tochter eines Rittergutsbesitzers benannt: die Aurelienstraße in Lindenau. Foto: Marko Hofmann

Gender Map LE: Wie wenige Straßen in Leipzig tatsächlich nach Frauen benannt sind

Der jahrhundertelange Zugriff der Männer auf die Leipziger Stadtpolitik hat natürlich auch im Leipziger Straßenraum seine Spuren hinterlassen. Genauer: bei den Straßenbenennungen. Von Geschlechter-Parität kann da keine Rede sein. Wie es genau aussieht, hat jetzt der Stadt.Raum.Gestalten e.V. einmal genauer unter die Lupe genommen. Straßenbenennung als „politischer Akt“ Die Ergebnisse seines Mapping-Projektes „Gender Map LE“ zu Straßennamen hat […]

Was am Internationalen Frauentag in Leipzig geplant ist

Gewalt gegen Frauen sowie bezahlte und unbezahlte Arbeit bilden in diesem Jahr einen thematischen Schwerpunkt am Feministischen Kampftag. So rufen unter anderem die Gewerkschaft Verdi, der „Feministische Streik Leipzig“ und der Deutsche Berufsverband für Soziale Arbeit zu Demonstrationen auf. Zudem soll eine Liste mit Vorschlägen für weibliche Straßennamen übergeben und der Opfer von Feminiziden gedacht […]

Ehrungen für Frauen gibt es in Leipzig wenige. Das Denkmal für Clara Zetkin ist eines davon. Foto: Pia Benthin

AG Frauenprojekte ruft auf: Leipzig braucht mehr Straßennamen von Frauen

Dass Leipzig immer noch eine Stadt ist, die ihre Geschichte und Wichtigkeit in Männerkategorien denkt, haben zuletzt im Stadtrat einige Diskussionen über Straßenbenennungen, Schulbenennungen und Ehrenbürgerwürden deutlich gemacht. Alles Themen, die auf einer männerdominierten Geschichtsschreibung basieren. Wenn Frauen aber nicht mehr Öffentlichkeit bekommen, wird sich an ihrem „Vergessenwerden“ auch nichts ändern. Die AG Frauenprojekte startet deshalb einen Aufruf.

Informationen zum Ortrunweg in Lößnig. Screenshot: LZ

Drei Jahre fleißige Programmierarbeit: Neue Webanwendung zu Leipziger Straßennamen ist online

Gut Ding will Weile haben. Es war nämlich schon im schönen Jahr 2018, als das damalige Leipziger Jugendparlament den Antrag stellte: „Die Stadtverwaltung wird beauftragt, neben den auf der Website zur Verfügung gestellten Straßenverzeichnissen ein ausführliches Straßenverzeichnis mit Erklärung zum Namen sowie Datum der Benennung und eventuell ehemaligen Namen der Straße zu veröffentlichen.“ Wirklich umgesetzt hat ihn die Verwaltung jetzt tatsächlich.

2014 in Plagwitz entdeckt: Edward-Snowden-Platz. Foto: Marko Hofmann

Einmal ein etwas geharnischter Kommentar zum Benennungs-Wirrwarr im Leipziger „Stadtgedächtnis“

KommentarNatürlich staunten auch wir bei der L-IZ, als der Stadtrat im Januar plitzplauz und aus heiterem Himmel dem Antrag von Stadtrat Thomas Kunmbernuß (Die PARTEI) zustimmte, die Arndtstraße in der Leipziger Südvorstadt in Hannah-Arendt-Straße umzubenennen. Was dann, wie es aussah, einen ganzen Schwanz von Petitionen zu weiteren Straßenumbenennungen nach sich zog, weil ja auch andere griesgrämige Männer mit verqueren Ansichten im Leipziger Straßenraum gewürdigt wurden und werden.

Kochstraße / Ecke Arndtstraße. Foto: Ralf Julke

Senioren-Union zur Leipziger Straßennamendiskussion: Moderne Bilderstürmerei?

Seit einigen Monaten – eigentlich seit der vom Stadtrat beschlossenen Umbenennung der Arndtstraße im Hannah-Arendt-Straße – wird in Leipzig endlich einmal darüber diskutiert, ob man Menschen, die mit Straßennamen geehrt wurden, diese Ehre auch wieder aberkennt, wenn man ihre persönlichen Haltung zu humanitären Fragen nicht mehr akzeptieren kann. Dazu gibt es vehementes Pro und Contra. Aus Sicht der Leipziger Senioren-Union ist das Bilderstürmerei.

Gedenken an den 17. Juni 1953 im Stadtrat am 17. Juni 2020. Foto: L-IZ.de

Der Stadtrat tagt: Wissenschaftliche Kommission soll sich mit Straßennamen befassen + Video

Seitdem der Stadtrat entschieden hat, die Arndtstraße in Hannah-Arendt-Straße umzubenennen, gibt es in Leipzig wieder eine Diskussion über die Namensgeber/-innen von Straßen und Plätzen. Einige dieser Personen haben sich beispielsweise rassistisch oder antisemitisch geäußert. Auf Initiative der Grünen-Fraktion soll es in diesen Fragen künftig mehr wissenschaftliche Beratung für den Stadtrat geben.

Blick in die Jahnallee. Foto: Ralf Julke

Leipzigs Verwaltung möchte auch die Jahnallee nicht umbenennen

Man wird sie nicht so einfach los, diese alten Rauschebärte und Nationalisten. Schon bei der Umbenennung der Arndtstraße gab es ja nach dem Stadtratsbeschluss heftige Reaktionen, die augenscheinlich auch das Leipziger Verwaltungsdezernat beeindruckt haben. Weshalb man dort jetzt mit einem ganzen Berg von Argumenten versucht, das Ansinnen, auch noch die Jahnallee umzubenennen, abwehrt. Dabei wäre der Vorschlag Frankfurter Allee nur eine Rückbenennung.

Auf dem rund 76.000 Quadratmeter großen Areal entstehen 130 neue Bauplätze für Einfamilien- und Doppelhäuser oder Bungalows. „Für die Straßen in dem neuen Wohngebiet suchen wir nun Straßennamen. In der benachbarten Siedlung Kesselshain sind die Straßen nach Baumarten benannt. Sie heißen zum Beispiel Birken-, Buchen oder Ahornweg. Dies muss natürlich in dem neuen Gebiet nicht zwangsläufig so fortgesetzt werden. Deshalb möchte ich alle Interessierten dazu einladen, uns Namensvorschläge zu unterbreiten. Am besten funktioniert das, über ein extra hierfür eingerichtetes Formular auf unserer Webseite www.borna.de. Hier hat jeder die Möglichkeit eigene Vorschläge zu machen. Dafür müssen lediglich der Name, eine Wohnanschrift, eine Telefonnummer sowie E-Mail-Adresse und selbstverständlich die Namensvorschläge angegeben werden“, erklärt Oberbürgermeisterin Simone Luedtke. Gesucht wird ein Name für die Haupterschließungsstraße, der nach Möglichkeit auf „-straße“ enden soll sowie zwei weitere Namen für die Nebenstraßen im neuen Wohngebiet, die möglichst auf „-weg“ enden sollen. Jeder Teilnehmer hat bis zum 30. Januar 2020 die Möglichkeit, jeweils einen Vorschlag für die drei neu zu benennenden Straßen zu unterbreiten. Aus den Vorschlägen wählt der Stadtrat im kommenden Jahr die Namen für die neuen Straßen in unserem Wohngebiet am Lerchenberg aus. Foto: STDV Borna

Straßennamen für das neue Wohngebiet am Lerchenberg gesucht

Die Erschließung unseres neuen Wohngebietes am Lerchenberg läuft aktuell auf Hochtouren. Schon im Juni dieses Jahres wurde der erste Spatenstich für das Projekt gesetzt. Auf dem rund 76.000 Quadratmeter großen Areal entstehen 130 neue Bauplätze für Einfamilien- und Doppelhäuser oder Bungalows.

Die Ernst-Hasse-Straße auf dem Stadtplan der Stadt Leipzig. Karte: Stadt Leipzig

Die andere Seite des Statistik-Direktors Ernst Hasse

Am 24. fragte die „Zeit“ online: „Wen wir ehren. In deutschen Städten heißen Straßen immer noch nach Kolonialverbrechern und Sklavenhändlern. Warum?“ Im Beitrag beschäftigte sich Christian Kopp mit den Straßen, die in deutschen Städten noch immer an den deutschen Kolonialismus und seine Hauptakteure erinnern. Das ist auch in Leipzig noch heute der Fall.

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