Mit dem heutigen Tag waren Sachsens Impfzentren die längste Zeit geöffnet. Künftig müssen sich Impfwillige an Haus-, Fach- und Betriebsärzt/-innen sowie Krankenhäuser wenden. Außerdem: Im Leipziger Süden entsteht ein SOS-Kinderdorf, die sächsische CDU fordert von der Linksfraktion, Juliane Nagel Einhalt zu gebieten und YouTube verbietet Impfgegner/-innen-Kanäle. Die LZ fasst zusammen, was am Donnerstag, dem 30. September 2021, in Leipzig und Sachsen wichtig war.

Letzte Stunde der sächsischen Impfzentren hat geschlagen

In Leipzig wurden heute zum letzten Mal Impfungen gegen das Coronavirus am hiesigen Impfzentrum auf dem Gelände der Leipziger Messe im Norden der Stadt durchgeführt. Damit ist die Messestadt einer der letzten Standorte in Sachsen, der das seit Januar bestehende Zentrum dichtmacht. In anderen Teilen des Freistaats, wie in Riesa, begann die Schließung bereits am 12. September.

Zukünftig können sich die Sachsen bei Haus-, Fach- und Betriebsärzt/-innen sowie in Krankenhäusern eine Injektion mit dem Corona-Impfstoff verabreichen lassen. In Leipzig sind außerdem weiterhin mobile Impfteams unterwegs. Eine Übersicht aller Termine dazu findet sich hier.

Im Freistaat wurden bisher insgesamt 4.475.401 Corona-Impfungen verabreicht. 2.338.926 Personen haben eine Erstimpfung erhalten, 2.216.246 Personen sind bereits doppelt immunisiert. In Leipzig liegt die Gesamtanzahl der Impfungen bei 686.669, die Impfquote liegt damit bei 56,9 Prozent. Weitere Zahlen sind hier einzusehen.

Inzidenzwert in Leipzig wieder über 35

Die 7-Tage-Inzidenz ist derweil in Leipzig wieder über die „magische“ 35 gestiegen. Das teilte die Stadtverwaltung heute Nachmittag mit. Im Gegensatz zum Vortag stieg der Wert um 3,8 an. Insgesamt liegt die Anzahl der Neuinfektionen in der Stadt inzwischen bei 24.253.

Nun heißt es abwarten und beobachten: Sollte der Inzidenzwert auch in den kommenden vier Tagen über 35 bleiben, müssen die Regelungen in Leipzig wieder verschärft werden. Zwei Tage nach dem fünftägigen Überschreiten, also am kommenden Mittwoch, würde dann für viele Bereiche wieder die 3G-Regelung gelten. Wo überall, kann hier nachgelesen werden.

Hacker-Angriff auf Medizinische Fakultät der Uni Leipzig

Wie die Leipziger Universität heute mitteilte, kam es in der Nacht zum 29. September zu einem Hack-Angriff auf das Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie (IMISE). Das Landeskriminalamt hat die Ermittlungen aufgenommen.

„Derzeitig wird auch überprüft, ob möglicherweise weitere Institutionen, welche auf das Datennetz der IMISE zugreifen, von einem Angriff betroffen sein könnten. Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen sind das Zentrum für Klinische Studien und Teile des LIFE-Forschungszentrums betroffen“, heißt es vonseiten der Uni. Das gesamte IMISE-System wurde vorübergehend abgeschaltet.

Erster Spatenstich für Leipziger SOS-Kinderdorf

Im Leipziger Süden, auf einer Brachfläche zwischen Windscheidstraße und Kochstraße, begannen heute die Arbeiten für ein neues SOS-Kinderdorf in Leipzig. Bisher gibt es eine Einrichtung in Gohlis. Nun wird an der Rückseite des Werk 2 ein weiterer Gebäudekomplex entstehen. Dort sollen künftig 16 Kinder betreut werden, die nicht mehr bei ihren leiblichen Eltern leben können.

Im Gegensatz zu bisherigen Einrichtungen, beispielsweise in Zwickau, sollen die einzelnen SOS-Kinderdorffamilien alle unter einem Dach leben. „Durch die Stadtnähe rücken wir stärker in den Mittelpunkt der Gesellschaft“, erklärt Einrichtungsleiter Heico M. Engelhardt das Konzept. „Somit können die Kinder, die zumeist schlimme Erfahrungen gemacht haben, zumindest in ihrer gewohnten Umgebung bleiben, zur gleichen Schule gehen und weiterhin ihre Freunde treffen.“

In dem Wohnkomplex soll auch eine Wohngruppe für Jugendliche angesiedelt werden. Außerdem wollen die Betreiber/-innen die sozialen Angebote für die Bürger/-innen im Stadtteil ausbauen. So werden auch eine Kita mit 125 Plätzen sowie ein Familienzentrum geschaffen.

Landtag verabschiedet Gesetz im Kampf gegen Ärzt/-innenmangel auf dem Dorf

Wie der Freistaat am heutigen Donnerstag mitteilte, verabschiedete der Landtag in der Sitzung am Donnerstag das „Gesetz zur Stärkung der ärztlichen Versorgung im Freistaat Sachsen“. Dieses ermöglicht mittels einer Landarztquote Bewerber/-innen die Aufnahme eines Medizinstudiums auch abseits vom Numerus Clausus. Die Bedingung dafür ist die Verpflichtung auf zehn Jahre, nach Abschluss der Ausbildung in einem hausärztlich unterversorgten oder von der Unterversorgung bedrohten Gebiet im Freistaat zu praktizieren.

„Die Zahlen sind mehr als alarmierend. Von den rund 2.600 Hausärztinnen und Hausärzten in Sachsen wird aus Altersgründen in den nächsten fünf bis sieben Jahren ein Großteil ausscheiden. Um es deutlich zu machen: Jede vierte Ärztin bzw. jeder vierte Arzt ist über 60 Jahre, jede bzw. jeder zehnte über 65 Jahre alt“, mahnt Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping.

„Deswegen haben wir uns als Staatsregierung auf ein 20-Punkte-Programm zur Sicherung der wohnortnahen medizinischen Versorgung als Gesamtpaket geeinigt. Zu diesem Programm gehört auch das Landarztgesetz, mit dem wir junge Menschen zu einer ärztlichen Tätigkeit in einem unterversorgten Gebiet motivieren wollen. Damit das gelingt, benötigen wir auch die Hilfe der Kommunen vor Ort, die beispielsweise bei der Bereitstellung von geeigneten Praxisräumen und Wohnungen unterstützen können.“

Leben im Bowlingcenter, ein Manager für die Leipziger City und (mal wieder) Kritik an Juliane Nagel

Worüber die LZ heute berichtet hat: Im alten Bowlingcenter auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz soll im Zeitraum vom 15. bis 31. Oktober „Leben“ herrschen. Unser Redakteur Ralf Julke stellt die Veranstaltung von Künstler/-innen vor, die den Ort, an dem zukünftig das Naturkundemuseum sein Zuhause finden wird, Leben einhauchen wollen.

Seit heute steht außerdem fest, wer Leipzigs City-Manager wird. Robin Spanke, seit 2017 Centermanager der Höfe am Brühl, soll Leipzigs Innenstadt wieder Aufschwung geben. 

Und gleich drei Fraktionen im Stadtrat forderten die Revitalisierung der Aue. Ein entsprechender Antrag wurde nun angenommen.

Was heute außerdem wichtig war: Es ist keine neue Information, dass die sächsische CDU-Fraktion und Linke-Politikerin Juliane Nagel keine Freund/-innen sind. Bei der heutigen Debatte im Landtag über die Demo-Geschehnisse vom 18. September allerdings forderte CDU-Innenpolitiker Rico Anton prompt, die linke Fraktion möge Nagel, die die Demonstration angemeldet hatte, Einhalt gebieten. Sollte dies nicht gelingen, solle sie sogar aus ihrer Fraktion ausgeschlossen werden. Das berichtete die LVZ. Fraktionsvorsitzender Rico Gebhardt wies einen Ausschluss von sich.

Außerdem geht die Videoplattform YouTube gegen weitere Kanäle vor, in denen Impfgegner/-innen streamen. Wie welt.de berichtet, habe die Plattform bisher mehr als 130.000 Videos über die Corona-Impfstoffe gelöscht. Nun werden auch Videos gelöscht, in denen anerkannte Impfstoffe als gefährlich dargestellt werden. Kanäle von bekannten Impfgegner/-innen sollen gesperrt werden.

Was morgen passieren wird: Immer am ersten Freitag im Oktober ist der Tag des Lächelns; eine gute Gelegenheit, um die Mundwinkel nach oben zu biegen und sich daran zu erinnern, dass nicht immer alles schlecht ist. Anlässlich des Aktionstages werden in ganz Deutschland Klinikclowns in den Krankenhäusern unterwegs sein, um Patient/-innen, Besucher/-innen und Personalkräften ein Lächeln zu entlocken. Mehr Informationen vom Dachverband Clowns gibt’s hier.  

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