Ein 86-jähriger Rentner aus Connewitz war zu clever, um sich von zwei Möchtegern-Polizisten übers Ohr hauen zu lassen. Diese stehen nun selbst zur Fahndung aus. Gut zu Fuß durch Leipzig. Für diesen Anspruch hat die Stadt im vergangenen Jahr 1,3 Millionen Euro investiert, um Wege instand zu setzen. Und: Gewaltschutz in Not. Fachkräfte schlagen Alarm. Die LZ fasst zusammen, was am Freitag, dem 13. März 2026, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.
Fahndung nach Möchtegern-Polizisten
Mit einer schäbigen Betrugsmasche wollten Kriminelle einem 86-jährigen Leipziger ans Bargeld. Zunächst hatte sich bereits Ende Februar ein mutmaßlicher Komplize Zugang zur Wohnung des Seniors in Connewitz verschafft und diesem eine minderwertige Jacke gegen Bares verkauft. Dabei waren außerdem zwei Ringe entwendet worden.
Wie die Polizeidirektion heute mitteilte, standen dann am Dienstag plötzlich zwei Männer vor der Wohnung des Geschädigten. Auf ihrer Kleidung hatten die Beiden jeweils das Wort „Polizei“ stehen – und gaben sich auch als ebendiese aus. Angeblich wären sie vom Polizeirevier Leipzig-Südost, logen sie den Rentner an, und zeigten ihm vermutlich alte DDR-Dienstausweise vor.
Die Betrüger behaupteten, den Mann verhaftet zu haben, der bereits bei dem 86-Jährigen in der Wohnung gewesen war und dabei die Ringe gestohlen hat. Sie hätten bei ihm den Schmuck und Bargeld gefunden. Und um dieses Geld nun zuordnen zu können, so fabulierten sie weiter, müssten sie die Seriennummern vom Bargeld vergleichen, dass der Senior bei sich zu Hause aufbewahrt.
Dieser reagierte goldrichtig. Er habe kein Bargeld im Hause, sagte er, woraufhin die Möchtegern-Polizisten wieder abzogen. Dann informierte der Rentner die echte Polizei. Diese wiederum hat sich jetzt auf die Suche nach den Betrügern gemacht und deren Personenbeschreibungen veröffentlicht.
Über eine Million Euro für Gehweg-Sanierung
Die Technischen Universität Dresden hat es in einer Mobilitätsbefragung bewiesen: Immer mehr Leipzigerinnen und Leipziger gehen im Alltag zu Fuß. Die logische Folge: Es muss etwas getan werden, damit die Fußwege in der Stadt auch in einem guten Zustand sind. Im vergangenen Jahr steckte die Stadt Leipzig über 1,3 Millionen Euro in die Sanierung dieser Wege. Das teilte die Stadtverwaltung heute mit.
Neben zahlreichen punktuellen Reparaturen seien auch 30 größere Gehwege mit einer Fläche von circa 8.500 Quadratmetern instandgesetzt geworden. Auch hier schwang und schwingt immer die angespannte Haushaltssituation der Kommune mit. Aus diesem Grund werden solche Arbeiten priorisiert, die die Verkehrssicherheit gewährleisten sollen.
So wurde beispielsweise parallel zum Neubau der 120. Schule in Leipzig-Großzschocher 150 Meter Gehweg der Arthur-Nagel-Straße saniert, einschließlich der Beleuchtung. An der Diezmannstraße in Kleinzschocher entstanden 200 Meter Gehweg, damit die Haltestelle Kurt-Kresse-Straße sicher zu Fuß erreicht werden kann.
Im Sinne der Barrierefreiheit wurden zudem an mehreren Stellen Bordsteine abgesenkt und weitere Projekte des Lückenschlussprogramms realisiert. Insgesamt muss sich die Stadt Leipzig um rund 2.300 Kilometer Fuß- und Gehwege kümmern.
Fachstellen schlagen Alarm beim Gewaltschutz
Die Fach- und Beratungsstellen aus dem Leipziger Gewaltschutz machen auf die dramatische Lage des Hilfesystems bei häuslicher und sexualisierter Gewalt aufmerksam. Trotz steigender Fallzahlen und wachsender Nachfrage arbeitet das Hilfesystem seit Jahren an seiner Belastungsgrenze.
Die Einrichtungen befürworten zwar das Gewalthilfegesetz und den darin vorgesehenen Rechtsanspruch auf Schutz und Beratung als wichtigen Schritt. Gleichzeitig warnten sie aber davor, dass dieser Anspruch ohne ausreichende finanzielle und strukturelle Absicherung nicht eingelöst werden könne.
„Aktuell ist es Glückssache, Gewaltschutz zu bekommen. Wir haben im letzten Jahr über 900 Personen beraten, der eigentliche Bedarf ist aber mindestens doppelt so hoch. Wir konnten sehr vielen Personen, die uns über polizeiliche Mitteilungen gemeldet wurden oder sich selbst an die KIS gewandt haben, keine Beratung anbieten.“, erklärte Lynn Huber von der Interventionsstelle KIS des Frauen für Frauen Leipzig e.V.
In dieser Situation muss nun zum 30. Juni die Zentrale Sofortaufnahme der Frauenhäuser schließen, die bisher wie eine Notaufnahme fungiert hatte. Auch die Situation in den Schutzunterkünften selbst sei angespannt. Gefordert werde daher ein schneller, bedarfsgerechten Ausbau und eine sichere Finanzierung des Hilfesystems bei häuslicher und sexualisierter Gewalt; kostenfreier, anonymer und unbürokratischer Zugang zu Schutz und Beratung für alle Betroffenen; sowie eine verbindliche und ausreichend finanzierte Präventions- und Schulungsstrategie als festen Bestandteil des Gewalthilfegesetzes.
Worüber die LZ heute berichtet hat:
Hallo Leipzig: So startet Freitag, der 13. März 2026
Die üblichen Mauern: Ein durchaus verräterischer Kriminalfall aus der bayerischen Kirchenprovinz
Was sonst noch wichtig war:
Im Prozess um den tödlichen FlixBus-Unfall vom März 2024 ist heute beim ersten und einzigen Verhandlungstag direkt das Urteil verkündet worden. Vorm Leipziger Landgericht wurde der angeklagte Fahrer Vlastimil S. zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Ein ausführlicher Prozessbericht unseres Reporters Lucas Böhme folgt zeitnah.
Die vorübergehende US-Kauffreigabe für russisches Öl bezeichnete EU-Ratspräsident Antonio Costa als „sehr besorgniserregend“, wie Tagesschau.de berichtet. Die Europäische Union wird ihre Sanktionen hingegen nicht lockern.
In Deutschland ist die Zahl der Firmenpleiten so hoch wie seit 2014 nicht mehr. Im Jahr 2025 sind demnach 24.064 Unternehmensinsolvenzen angemeldet worden. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg von 10,3 Prozent. Am häufigsten sei dabei der Bereich Verkehr und Lagerei betroffen gewesen.
So viel Geld wurde noch nie für eine Gitarre ausgegeben: Das Auktionshaus Christie’s hat die E-Gitarre von Pink-Floyd-Gitarrist David Gilmour für den Rekordpreis von 14,5 Millionen Dollar (ca. 12,7 Millionen Euro) versteigert. Auch die Saiteninstrumente von Kurt Cobain (Nirvana) und Jerry Garcia (Grateful Dead) brachten Millionenbeträge ein.
Nach der Veröffentlichung einer neuen Missbrauchsstudie hat das Erzbistum Paderborn Konsequenzen angekündigt. Im Zeitraum von 1941 bis 2002 hatten dort mehr Priester Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht als es bisher bekannt geworden war. Vorfälle seien verharmlost und bagatellisiert worden. Erzbischof Bentz bat im Namen der Kirche von Paderborn um Verzeihung.
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