Straße statt Klassenzimmer. Im ganzen Bundesgebiet, so auch in Leipzig, waren junge Menschen heute zum „Schulstreik gegen Wehrpflicht“ aufgerufen. Der Sächsische Landtag hat sich heute in einer mehrstündigen Sondersitzung mit der tödlichen Amokfahrt vom vergangenen Montag befasst. Und: Ab morgen wird wieder zugebissen. Die Leipzig Lions starten mit einem Heimspiel in ihre zweite Zweitliga-Saison. Die LZ fasst zusammen, was am Freitag, dem 8. Mai 2026, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.
Schulstreik gegen Wehrpflicht
Das Thema Wehrpflicht ist wieder in aller Munde. Das kommt nicht bei allen gut an, besonders nicht bei denjenigen, die davon betroffen sein werden. „Niemand redet mit uns. Niemand fragt uns, was wir wollen. Niemand will wissen was wir dazu denken“, bemängelt die Initiative Schulstreik gegen Wehrpflicht auf ihrer Webseite. Der heutige 81. Jahrestag der Beendigung des 2. Weltkrieges wurde daher zum Anlass genommen, zu bundesweiten Schulstreiks auf die Straße zu gehen. In etwa 140 Städten wurde gegen die Wehrpflicht demonstriert, auch in Leipzig.
Hier waren aus südlicher sowie aus westlicher Richtung Zubringerdemos in die Innenstadt gezogen, bei denen an mehreren Schulen neue Teilnehmende hinzustießen. Auf dem Augustusplatz fand dann eine Auftaktkundgebung statt, bevor sich der mehrere hundert Menschen umfassende Demo-Zug in Bewegung setzte. Dieser führte über Grimmaische Straße und Petersstraße auf den Ring, der im Uhrzeigersinn bis erneut zum Augustusplatz umrundet wurde.
Bei Passanten sorgte diese Aktion für ein gemischtes Meinungsbild. Adelheid Staub beurteilte den Schulstreik positiv. Ihr 17-jähriger Enkel ist selbst bei der Demo mitgelaufen und sie möchte nicht, dass er irgendwann in den Krieg ziehen muss. Die 81-Jährige kann allerdings auch die Argumentation nachvollziehen, dass ein Land sich gegen Angreifer verteidigen muss. Andere hatten weniger Verständnis für das Anliegen der Demonstrierenden. „Da können wir ja gleich die weiße Flagge hissen“, äußerte beispielsweise ein älterer Mann kopfschüttelnd. Ähnlich sah das eine weitere Passantin: „Die gehen doch an der Realität vorbei, lesen die keine Nachrichten?!“.
Diese Frage könnten sich die Organisatorinnen und Organisatoren gern auch hinsichtlich der Tatsache stellen, dass ihre Demo von einigen Personen als Bühne für israelfeindliche und pro-russische Propaganda genutzt werden durfte. Ob dies dem eigentlichen Anliegen zuträglich ist, darf bezweifelt werden.
Sondersitzung im Landtag zur Amokfahrt
Unter dem Titel „Lebensbedrohliche Einsatzlage aufgrund einer Amokfahrt in Leipzig am 4. Mai 2026“ hat heute im Sächsischen Landtag in Dresden eine Sondersitzung des Innenausschusses stattgefunden. Die nicht öffentliche Sitzung war durch die Staatsregierung beantragt worden und dauerte etwa zweieinhalb Stunden.
„Die Polizeiführung hat nach heutigem Erkenntnisstand glaubhaft vermittelt, dass ihr vor der Tat keine hinreichenden Indizien vorlagen, wonach der Amokfahrer eine solche Amoktat geplant hat“, äußerte anschließend Valentin Lippmann, innenpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion. „Für mich ist nach der Ausschusssitzung allerdings nicht abschließend geklärt, welche Informationen der Polizei zu welchem Zeitpunkt tatsächlich vorlagen und inwieweit diese in eine mögliche Gefahrenprognose hätten einbezogen werden können.“
Auch sein CDU-Kollege Ronny Wähner fühlte sich durch die Ausführungen umfassend informiert. „Die Sitzung hat gezeigt, dass die Informationslage transparent ist und das Parlament seine Kontrollfunktion wahrnehmen kann. Entscheidend ist jetzt eine sachliche und gründliche Aufarbeitung der Tat sowie die Frage, welche Konsequenzen sich daraus ziehen lassen, um ähnliche Taten künftig zu verhindern. Klar ist aber auch: Die strafrechtliche Aufarbeitung dauert an und wir werden uns als CDU-Fraktion weiter intensiv mit dieser Tat beschäftigen.“
Beeindruckt waren beide auch von der Hilfsbereitschaft der Leipzigerinnen und Leipziger. Diese hatten nach der erschütternden Tat unverzüglich und couragiert Erste Hilfe für die Betroffenen geleistet und sie bis zum Eintreffen der Rettungskräfte umsorgt. „Es ist alles andere als selbstverständlich, mit welchem Mut und welcher Hilfsbereitschaft verletzten Menschen geholfen und sogar bei der Ergreifung des Täters unterstützt wurde“, anerkannte Lippmann. „Insgesamt hat die mustergültige Bewältigung dieser dramatischen Einsatzlage gezeigt, wie wichtig eine gute und erprobte Zusammenarbeit zwischen Polizei, Rettungskräften und engagierten Spontanhelfer*innen ist.“
Football-Lions legen los
Das American Football-Team der Leipzig Lions startet am morgigen Samstag in seine zweite GFL2-Saison. In ihrer zurückliegenden Premierensaison in der zweithöchsten deutschen Liga hatten die Blau-Gelben mit großem Einsatz den Klassenerhalt erkämpft. Unter dem Saisonmotto „Level Up“ soll es – und muss es auch – in der Tabelle noch etwas höher hinaus gehen. Denn im Gegensatz zum vergangenen Jahr gibt es diesmal statt einem Absteiger derer zwei. Und zu denen möchte man auf keinen Fall gehören.
Um dieses Ziel erreichen zu können, steht gleich zum Auftakt ein Pflichtsieg an. Denn morgen (Kick off ist um 15 Uhr) ist mit den Minden Wolves ein Aufsteiger zu Gast im Markleeberger Camillo-Ugi-Sportpark. Die Leipziger gehen selbstbewusst in das Spieljahr, denn in den vergangenen Monaten sind Team und Verein auf mehreren Ebenen bereits „up-gelevelt“ worden. Mit dem neuen Defensive Coordinator Marius Adler beispielsweise konnte ein Mann verpflichtet werden, der mit den Dresden Monarchs sogar schon den German Bowl gewann.
Der neue Offensive Coordinator Brandon Higgins (West Virginia) bringt nicht nur Erfahrung auf höchstem US-College-Niveau mit nach Leipzig, sondern auch seinen Cornerback Malachi Ruffin (West Virginia). Außerdem wird auch Runningback Jayden Sullins (Carson-Newman Eagles) die Löwen spürbar verstärken. Ansonsten ist der rund 70-köpfige Kader nahezu gleich geblieben, wodurch Headcoach Carsten Kunz auf Konstanz setzen kann.
Zudem ist die Mitgliederzahl im Verein inzwischen auf 400 angewachsen. Nun will man auch die Zuschauerzahlen noch ein wenig in die Höhe treiben. Im vergangenen Jahr lag diese im Schnitt bei 770 Football-Fans. Insgesamt fünfmal gibt es Gelegenheit, die Leipzig Lions bei Heimspielen im Ugi-Sportpark in Aktion zu erleben: Minden Wolves (9. Mai), Hamburg Pioneers (30. Mai), Krefeld Ravens (27. Juni), Langenfeld Longhorns (25. Juli), Elmshorn Fighting Pirates (8. August). Beginn ist jeweils um 15 Uhr. Das Ticket kostet 10 Euro (ermäßigt 7 Euro).
Worüber die LZ heute berichtet hat:
Mutmaßlicher Amokfahrer Jeffrey K.: Das sagt sein Anwalt
Hallo Leipzig: So startet Freitag, der 8. Mai 2026
Der Stadtrat tagte: Die Zukunft der Gaststätte „Zur Schäferei“ sieht belämmert aus
Fragwürdiges Zukunftsversprechen: Die unausgegorenen Regelungen zum Gebäudemodernisierungsgesetz
Die erste Managerin des Erzgebirges: Der erfolgreiche Roman über Rosina Schnorr aus Schneeberg
Was sonst noch wichtig war:
In einer Bank in der Innenstadt von Sinzig in Rheinland-Pfalz hatten offenbar mehrere Täter Geiseln genommen. Die Polizei war im Großeinsatz, konnte am Nachmittag aber Entwarnung geben. Es bleiben Fragen.
Das Landgericht Hamburg hat heute entschieden, dass die Berichterstattung des Nachrichtenmagazins Spiegel zum Fall Ulmen in allen wesentlichen Punkten rechtmäßig und angemessen war.
Der Bundesrat hat der sogenannten 1.000 Euro-Entlastungsprämie nicht zugestimmt. Man sehe eine zu hohe Belastung des Mittelstandes sowie eine ungerechte Verteilung der finanziellen Lasten. Die Bundesregierung könnte die Prämie aber noch im Vermittlungsausschuss durchkriegen.
Mindestens drei Bergsteiger sind in Indonesien durch den Ausbruch des Vulkans Dukono ums Leben gekommen. Sie waren Teil einer 20-köpfigen Gruppe, die trotz Kletterverbots den Vulkan erklimmen wollte.
Empfohlen auf LZ
So können Sie die Berichterstattung der Leipziger Zeitung unterstützen:







































Keine Kommentare bisher