Der Kanzler findet es gut – die Linke kocht. Die vorgelegten Empfehlungen zur Rentenreform sorgen für geteilte Meinungen. Ein Drogen- und Banknoten-Spürhund ist der Polizei in Sachsen entwischt. Die Suche nach dem Tier läuft. Und: Höchster Sachsen-Orden auch für zwei Leipziger. Die LZ fasst zusammen, was am Dienstag, dem 23. Juni 2026, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.

Die Rentenkommission empfiehlt

Die Rentenkommission hat der Bundesregierung 33 Empfehlungen für eine umfassende Reform des Rentensystems vorgelegt. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kündigte an, das Paket vollständig umzusetzen. Nach den Vorschlägen soll das Renteneintrittsalter in den kommenden Jahrzehnten über 67 Jahre hinaus steigen und sich an der Entwicklung der Lebenserwartung orientieren. Gleichzeitig sollen die Renten künftig langsamer wachsen als die Löhne, ohne dass es zu Kürzungen kommt.

Vorgesehen sind zudem die Abschaffung der abschlagsfreien Frühverrentung nach 45 Beitragsjahren sowie die Einführung einer verpflichtenden Kapitalrente. Dafür würde der Rentenbeitrag, den Arbeitnehmer und Arbeitgeber gemeinsam tragen, zusätzlich zu den erwarteten Erhöhungen steigen. Außerdem soll der Kreis der Beitragszahler unter anderem auf Abgeordnete und Selbstständige ausgeweitet werden. Langfristig empfiehlt die Kommission auch die Einbeziehung von Beamten. Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas zeigte sich zuversichtlich, dafür im Bundestag eine Mehrheit zu erreichen.

Harsche Kritik an den Vorschlägen setzte es von der Linken: „Die Rentenempfehlungen sind vor allem eines: maßlose Kürzungen“, schimpfte der Leipziger Stadtrat und Bundestagsabgeordnete Sören Pellmann. „Werden sie umgesetzt, reihen sie sich nahtlos in die sozialen Grausamkeiten dieser Regierung ein. Anstatt Altersarmut zu bekämpfen, sollen Arbeitnehmer:innen noch länger arbeiten. Milliarden an Rentenbeiträgen werden in den Finanzmarkt gepumpt. Dass nun selbst diejenigen, die bereits 45 Jahre gearbeitet haben, nicht mehr abschlagsfrei etwas früher in Rente gehen können, zeigt: Es gibt keinen Respekt vor den Lebensleistungen der Menschen.“

Sächsischer Polizeihund ausgebüxt

Der Hund ist weg. Der vorrangig als Rauschgift- und Banknotenspürhund ausgebildete vierjährige Malinois ist am Montag von einem Grundstück im Großschirmaer Ortsteil Reichenbach entlaufen. Nun sucht die Polizei im Bereich zwischen Rossau und Großschirma nach dem schwarz-braunen Schäferhund. Ob der wohl einer großen Sache auf der Spur ist?

Bisher gingen Hinweise bei der Polizei ein, wonach ein freilaufender Hund im Striegistaler Ortsteil Schmalbach sowie im Bereich der Bundesautobahn 4 zwischen Berbersdorf und Hainichen gesehen wurde. Man gehe davon aus, dass er sich derzeit orientierungslos bewegt.

Das Tier wird als nicht aggressiv eingeschätzt und verhalte sich Fremden gegenüber eher scheu und zurückhaltend. Dennoch soll von Versuchen abgesehen werden, den Diensthund eigenständig einzufangen oder ihn unnötig in die Enge zu treiben. Stattdessen sollen Sichtungen über den polizeilichen Notruf 110 gemeldet werden.

Zwei Leipziger/-innen erhalten Verdienstorden

In der Albrechtsburg Meißen hat Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) insgesamt 13 Persönlichkeiten, die eng mit Sachsen verbunden sind, mit dem Verdienstorden des Freistaates Sachsen geehrt. Diese hatten sich im politischen, wirtschaftlichen, kulturellen, sozialen, gesellschaftlichen oder ehrenamtlichen Bereich in herausragendem Maße engagiert.

Der prominenteste Name auf der Liste ist wohl der von Sängerin, Fernsehmoderatorin und Musicaldarstellerin Stefanie Hertel. Die 46-Jährige stärke vor allem auf kulturell-künstlerischem Gebiet das Ansehen des sächsischen Vogtlandes und wird als herausragende Repräsentantin der Region wahrgenommen. Sie ist mit ihrem Verein „Stefanie Hertel hilft e. V.“ für den Tierschutz aktiv und tritt für die Belange von Kindern sowie den Kampf gegen Missbrauch ein.

Aber auch zwei Leipziger/-innen bekamen die höchste Auszeichnung des Freistaates ans Revers geheftet. So hatte sich Gudrun Matschenz in mehr als dreißig Jahren als Gründungsmitglied, Unterstützerin und Vorsitzende des Betreuungsvereins Landkreis Leipzig e. V. sowie als langjährige ehrenamtliche Richterin am Landessozialgericht in Chemnitz verdient gemacht. Ihre Unterstützung kranker und behinderter Menschen in sozialer Not ragt dabei heraus. Zudem gestaltet die 67-Jährige auch die regionale Kulturlandschaft mit, etwa bei der Sanierung der Rittergutskirche Kleinliebenau oder dem Gedenken an Ruth Pfau, die in Pakistan das landesweite Netzwerk zur Lepra- und Tuberkulosebekämpfung aufgebaut hatte.

Der Elektromeister im Ruhestand Gerald Riedel widmet sich seit mehr als 30 Jahren der Bewahrung der regionalen Braunkohlehistorie. Nach der Abbaggerung seines Heimatortes Magdeborn organisierte er Umsiedlertreffen und gründete 2008 den Verein Magdeborner Heimatfreunde e. V. zur Dokumentation der Ortsgeschichte. Seit 2002 ist er zudem Gründungsmitglied und ehrenamtlicher Vorsitzender des Vereins »Bergbau-Technik-Park e. V. Großpösna«. Mit erheblichem zeitlichen Aufwand bringt der 76-Jährige sein technisches Wissen in die Infrastruktur des Freilichtmuseums ein und vermittelt die sächsische Industriekultur als Zeitzeuge an die Besucher.

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Was sonst noch wichtig war:

Auf den Tag genau vor zehn Jahren haben die Briten mit einer knappen Mehrheit für den Austritt aus der Europäischen Union gestimmt. Anfang 2020 wurde dieser Austritt dann praktisch vollzogen. „Der Brexit hat unter dem Strich nur Verlierer hinterlassen“, zitiert Tagesschau.de den Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), Bertram Brossardt.

Ermittlungen der Bundesanwaltschaft gegen mutmaßliche Mitglieder der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) führten heute zur Durchsuchung der Wohnungen von fünf Beschuldigten in Potsdam, Filderstadt sowie im Landkreis Limburg-Weilburg. Festnahmen habe es dabei aber nicht gegeben.

Der Anteil der durch einen Numerus Clausus (NC) zulassungsbeschränkten Studiengänge sinkt. Betrug dieser vor sechs Jahren noch über 40 Prozent, werden es im kommenden Wintersemester nur noch 31,6 Prozent sein. Bei den Bachelor-Studiengängen liegt die Quote mit nur 28,7 Prozent besonders niedrig.

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