„Am 20. Dezember erscheint erstmals das Jahrbuch für Leipziger Stadtgeschichte“, melden Stadtarchiv und Stadtgeschichtliches Museum. Überraschenderweise. Denn eigentlich gibt es ein solches Jahrbuch schon, herausgegeben vom Leipziger Geschichtsverein. Das jüngste gab es für das Jahr 2019. Aber der Geschichtsverein ist auch beim neuen Projekt mit dabei.

Denn erstmals haben sich drei wichtige stadtgeschichtliche Institutionen – der Leipziger Geschichtsverein, das Stadtgeschichtliche Museum und das Stadtarchiv Leipzig – als Herausgeber zusammengeschlossen.Dr. Mark Lehmstedt, Vorsitzender des Leipziger Geschichtsvereins, erläutert das neue Projekt: „Das neue Jahrbuch ist nicht nur ein wissenschaftliches Periodikum, sondern auch ein lebendiges Forum für stadtgeschichtliche Forschungen und Diskussionen. Es enthält neben Beiträgen, Quelleneditionen, Tagungs- und Forschungsberichten auch Rezensionen und stellt darüber hinaus neue Quellenfunde und Dokumente vor.“

Es nimmt also die Tugenden des „alten“ Jahrbuchs auf. Nur diesmal mit mehr Unterstützung.

Dr. Anselm Hartinger, Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums, geht auf dieses Thema ein: „Stadtgeschichte hat heute wieder besondere Aktualität gewonnen. Wenn wir da unsere Ressourcen bündeln, schaffen wir eine neue Austauschplattform für Wissenschaft und Stadtgesellschaft und schärfen unser Profil als forschende Institutionen. Wir als Museum haben dabei einen besonderen Blick auch für dingliche Sachzeugen und biographische Narrative. Das neue Jahrbuch ist ein starkes Signal für einen gemeinsamen kritischen Geist in der Vergegenwärtigung von Geschichte und Erinnerungskultur der Bürgerstadt Leipzig.“

Dr. Michael Ruprecht, Direktor des Stadtarchivs, ergänzt: „Das neue Jahrbuch nimmt alle zeitlichen, räumlichen und inhaltlichen Bezüge zur Leipziger Stadtgeschichte und des Umlandes von den Anfängen bis in die jüngste Vergangenheit thematisch in den Blick. Mit diesem gemeinsamen Projekt, das die stadtgeschichtlichen Interessen jetzt bündelt, wird den Forschungen zur Leipziger Stadtgeschichte nunmehr eine zentrale, gewichtige Stimme gegeben. Ich freue mich, dass wir diesen wichtigen Schritt vollzogen haben.“

Die drei Institutionen wollen am 20. Dezember um 16 Uhr den ersten, über 370 Seiten starken und mit zahlreichen Abbildungen versehenen Band des Jahrbuchs für Leipziger Stadtgeschichte, der im Leipziger Universitätsverlag erscheint, öffentlich vorstellen.

Den Link zur Online-Veranstaltung findet man auf den Websites der drei beteiligten Institutionen.

Während das „alte“ Jahrbuch im Sax Verlag erschien, hat sich der Universitätsverlag seine Meriten schon mit der vierbändigen „Geschichte der Stadt Leipzig“ verdient und veröffentlicht seit 2010 auch die Reihe „Quellen und Forschungen zur Geschichte der Stadt Leipzig“.

Interessierte Leserinnen und Leser sollen in den Beiträgen des neuen Jahrbuchs unter anderem Näheres über die Grundsteinlegungen Leipziger Kirchen im späten Mittelalter, die Anfänge des Leipziger Buchgewerbes im 15. Jahrhundert, das Verbot der Leipziger Volkszeitung 1920 und den Verbleib der Gebeine aus der Universitätskirche St. Pauli nach der Sprengung 1968 erfahren.

Jahrbuch für Leipziger Stadtgeschichte, 1. Band. Leipzig 2021. ISBN: 2021978-3-96023-431-9

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