Rund zwei Prozent der Fläche Leipzigs könnten potenziell zur Gewinnung von Strom aus erneuerbaren Energien genutzt werden. Diese rund 672 Hektar reichen demnach aus, um im Jahr 2040 den prognostizierten gesamtstädtischen Strombedarf zur Hälfte zu decken. Dafür müssen jedoch mehr Photovoltaikanlagen auf Dächern errichtet werden. Diese Daten wurden im „Stadtentwicklungsplan Flächenpotenziale für erneuerbare Energien“ (STEP FEE) zusammengetragen und analysiert, der jetzt von der Stadtspitze auf den Weg gebracht wurde. Der Stadtrat muss noch abschließend über den STEP FEE entscheiden.

Die Konzeption des Stadtplanungsamtes identifiziert und bewertet Flächenpotenziale, auf denen stromerzeugende Anlagen möglichst konfliktarm mit anderen Flächennutzungen errichtet werden könnten. Diese Flächen sollen bis 2040 prioritär entwickelt werden.

Ein Schwerpunkt lag dabei auf Wind- und Solarenergie. Gemeinsam mit dem kommunalen Wärmeplan bildet die Konzeption die Grundlage für die räumliche Ausrichtung der Energiewende in Leipzig. Mit zwei Planspielen waren auch die Leipzigerinnen sowie Vertreter des Stadtrates in diese Ideen einbezogen worden.

Das Potenzial der Dachflächen

Das größte und konfliktärmste Potenzial liegt demnach in der intensiven Nutzung bestehender Dachflächen im städtischen Innenbereich, wo dies prinzipiell zulässig wäre. Jedoch dauert es aufgrund der Kleinteiligkeit der Flächen zeitlich am längsten, dieses Potenzial vollständig zu heben, zugleich ist die städtische Steuerungswirkung hierbei am geringsten. Auch der Außenbereich wurde betrachtet, also Flächen, die außerhalb geschlossener Siedlungsbereiche liegen. Photovoltaikanlagen (PV) auf Frei- sowie Landwirtschaftsflächen sind laut STEP FEE die flächenintensivsten Technologien zur Nutzung der erneuerbaren Energien.

Die Stadt kann hier über Baugenehmigungen und Bauleitplanverfahren steuernd eingreifen. Auch Sonderformen für Freiflächen-PV wurden untersucht, etwa durch die teilweise Überdachung von Carports auf Großparkplätzen, Anlagen auf Deponien sowie in Form schwimmender Anlagen.

Beispiele für größere PV-Anlagen, die geplant oder bereits genehmigt wurden, sind – so das Planungsdezernat – der sogenannte Energieberg Seehausen oder die Solarcarports auf der Neuen Messe.

Die in der Konzeption dargestellten Windenergieflächen wurden aus der Teilfortschreibung zum Regionalplan Leipzig-Westsachsen übernommen. Diesem wurde eine vereinfachte, stadteigene Flächenpotenzialermittlung gegenübergestellt. Insgesamt ist das Windenergieflächenpotenzial im Stadtgebiet aufgrund der Siedlungsdichte und des Flughafens im Norden als äußerst gering einzustufen. Effizienter ist es demnach, bestehende alte Anlagen durch effizientere und leistungsstärkere auszutauschen.

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Es gibt 3 Kommentare

Allerdings erbitten die L-IZ noch im eine Stellungnahme zu unserem Beitrag.

Korrektur: Wir bitten zu beachten, dass wir als BI innerhalb dieser Problematik als **BI Zukunftsenergie Seehausen (BI ZES)** sprechen.

Sehr geehrte Redaktion der L-IZ,

vielen Dank für die Übersicht der Flächenpotenziale. Eine Frage bleibt offen:

Der STEP FEE nennt ausdrücklich „Sonderformen für Freiflächen-PV“ wie Carports
und Deponie-Anlagen.

**Frage: Welche Bedeutung hat Agri-Photovoltaik (Agri-PV) im STEP FEE eingenommen?**

Agri-PV kombiniert Stromproduktion mit landwirtschaftlicher Nutzung – was vor allem
auf Deponien in der Nachsorge-Phase interessant ist. Dabei können gleichzeitig
Nahrungsmittel erzeugt werden und die Deponie-Vegetation genutzt werden.

Diese Kombinationstechnologie wird in der Literatur (Adelaide University, Fraunhofer)
und in der Praxis (verschiedene Pilotprojekte) als effiziente Alternative zu
klassischen Freiflächen-PV genannt – gerade auf konfliktbelasteten Flächen.

**Wurde Agri-PV bewusst nicht aufgenommen? Oder: Auf welcher Grundlage wurde
Agri-PV und speziell C2C-Agri-PV-Anwendungen – welche von der Unteren Naturschutzbehörde
als Ausgleichsmaßnahmen nach dem Naturschutzgesetz anerkennungsfähig sind –
nicht als eigene Kategorie behandelt?**

Dies wäre für das Verständnis der Flächenkategorie „PV auf Deponien“ relevant.

Mit freundlichen Grüßen,
Matthias Malok
Bürgerinitiative „Naturberg statt Energieberg Seehausen“

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