Der öffentliche Nahverkehr spielt im neuen Energie- und Klimaschutzplan der Stadt natürlich eine ganz zentrale Rolle. Denn er ist einer der wenigen Hebel, mit denen die Stadt den Verbrauch fossiler Energie tatsächlich beeinflussen und senken kann – nämlich dann, wenn möglichst viele Autobesitzer in den nächsten Jahren auf Bus und Straßenbahn umsteigen. Aber dazu muss das Angebot besser und ansprechender werden.

Weshalb der Maßnahmenplan zum EKSP dann auch unter Punkt IV.12 „Beschaffung neuer Fahrzeuge für Bus-, Straßenbahn- und S-Bahn-Verkehr“ alles auflistet, was vor allem die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) an Neuanschaffungen von Fahrzeugen planen.

„Mit der Modernisierung der Hauptachsen und Schaffung neuer Infrastrukturen erfolgt ab 2024 der Linieneinsatz neuer Straßenbahnfahrzeuge, die ein bis zu 10 bis 15 % höheres Platzangebot bieten“, schreibt die Stadt dazu.

„Zusätzlich erfolgt eine sukzessive Umstellung auf E-Busse inkl. der Schaffung von Ladeinfrastrukturen. Die Schaffung von Mehrkapazitäten (Fahrzeugpool) im S-Bahn-Bereich erfolgt im Zuge der Neuausschreibung des MDSB-Netzes 2025+.“

Auf die Beschaffung neuer S-Bahnen hat die Stadt nur indirekt Einfluss. Erst recht beim Geld, denn der Zweckverband Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) kann neue Linien nur planen und neue Fahrzeuge beschaffen, wenn der Freistaat die Summe der bereitgestellten Regionalisierungsmittel erhöht.

Und da Sachsen sich hier seit Jahren zurückhält und die vom Bund bereitgestellten Regionalisierungsmittel auch nicht komplett an die Zweckverbände ausreicht, kann auch das Mitteldeutsche S-Bahn-Netz nur schrittweise in großen Abständen erweitert werden.

Ziel: komplett elektrisch

Direkten Einfluss hat die Stadt nur auf die städtischen LVB. Und die arbeiten seit Jahren eben nicht nur an einem Gleisnetz, in dem die Abstände der Gleise so groß sind, dass auch Bahnen mit 2,40 Meter Breite darin fahren können.

Sie haben auch die Fahrzeugbeschaffung daran ausgerichtet. Was dann auch beim Einkauf neuer Fahrzeuge noch einmal einen dicken Posten Investitionen bedeutet, die nicht nur für neue Straßenbahnen, sondern auch für E-Busse fällig werden.

Langfristig jedenfalls wollen die LVB nur noch mit Strom fahren.

Und weil dies das Klima deutlich entlastet, steht der Posten mit im EKSP der Stadt.

Konkret geht es um – gemäß Investitionsplan LVB – für die Jahre 2022 bis 2030:

370 Millionen Euro Straßenbahnbeschaffung für insgesamt 47 NGT12+-Fahrzeuge sowie 42 NGT8+-Fahrzeuge

101 Millionen fließen in die Beschaffung von Elektrobussen, konkret ab 2025 um 70 E-Gelenkbusse und 34 weitere E-Normalbusse. Dazu kommen noch 17 E-Gelenkbusse aus der laufender Beschaffung, die noch 2022 in Leipzig eintreffen sollen.

Und natürlich brauchen die Busse eine entsprechende Ladeinfrastruktur für E-Busse – sowohl im Depot als auch auf der Strecke, die im Maßnahmenplan mit 20 Millionen Euro beziffert wurden. Im Juni wurde ja schon der 11 Millionen Euro teure Busport im Busbahnhof Lindenau in Betrieb genommen, in dem bis zu 50 E-Busse gleichzeitig aufgeladen werden können.

- Anzeige -

Empfohlen auf LZ

So können Sie die Berichterstattung der Leipziger Zeitung unterstützen:

Keine Kommentare bisher

Schreiben Sie einen Kommentar