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Montag, der 25. Oktober 2021: Alles andere als „Cringe“ – antifaschistischer Protest auf dem Fußballfeld und in der Leipziger City

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    In der Leipziger Innenstand stellten sich heute wieder Aktivist/-innen geschlossen gegen den Aufmarsch der „Bürgerbewegung Leipzig 2021“. Diese findet zunehmend auch Unterstützung von Jugendverbänden aus der rechten Szene. Ebenso ein Zeichen gegen Faschismus setzte am Wochenende der Rote Stern Leipzig. Außerdem: In Leipzig startete heute die 64. Ausgabe des DOK und Armin Laschet ist nicht mehr Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen. Die LZ fasst zusammen, was am Montag, dem 25. Oktober 2021, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

    DOK Leipzig wieder vor Publikum

    Heute startete das DOK, Leipzigs Dokumentar- und Animationsfestival. Bereits zum 64. Mal sind die Leipziger/-innen zu Filmschauen an verschiedenen Orten in der Stadt eingeladen – in diesem Jahr auch wieder vor Publikum. Das umfangreiche Programm umfasst etwa 170 Filme, die aus insgesamt 44 Ländern stammen. Ein Programmschwerpunkt ist der Umgang beider deutscher Staaten mit dem Holocaust.

    In den Kinos gilt die 3G-Regelung (geimpft, genesen, getestet). Auch das CineStar Leipzig legte für das Haus die 3G-Regelung fest. (laut einer früheren Version war hier irrtümlich von 2G zu lesen, d. Red.). „Wir sind höchst beglückt, dass wir wieder in den Kinos sein können. Das Festival soll wieder greifbarer werden“, freut sich Festivaldirektor Christoph Terhechte. Nicht nur die Zuschauer/-innen dürfen wieder in den Sälen Platz nehmen – auch etwa 80 Prozent der Filmschaffenden werden in den kommenden Tagen vor Ort sein. Das Festival läuft bis zum Sonntag, dem 31. Oktober.

    Jedes Jahr werden beim DOK auch Preise vergeben, wie etwa in den Kategorien „Bester Kurzfilm“ oder „Publikumspreis“. Die Einreichung der Projekte fiel in diesem Jahr rege aus – Terhechte erklärte sich das auch damit, dass viele der Werke noch vor der Pandemie entstanden waren und nun sozusagen „ein Jahr warten“ mussten. Insgesamt hatte es 2.500 Einreichungen aus aller Welt gegeben.

    Roter Stern verlässt den Platz

    Dieser Vorfall ereignete sich zwar schon am gestrigen Sonntag, ist aber eine Meldung wert: Beim Spiel des zweiten Herrenteams von Roter Stern Leipzig (RSL) im Stadtpokal gegen die zweite Mannschaft des SSV Stötteritz verließ der RSL geschlossen nach dem Anpfiff das Feld. Der Grund: Florian H., Spieler bei den Stötteritzer Gegnern, der von Beginn an zum Spiel eingeteilt war, war beteiligt an dem Überfall auf Connewitz am 11. Januar 2016. An dem Tag zogen etwa 250 Personen aus dem rechtsextremen Milieu durch die Wolfgang-Heinze-Straße und hinterließen eine Spur der Verwüstung. Die Täter/-innen zerstörten mehrere Läden in der Straße, zündeten Pyrotechnik und verletzten mehrere Menschen. H. wurde 2019 verurteilt.

    „Für das zweite Herrenteam des RSL kommt es nicht infrage, das Spielfeld mit verurteilten Connewitz-Angreifern zu teilen und gemeinsam dem geliebten Hobby nachzugehen. Aus diesem Grund verließen die Sterne unmittelbar nach Anpfiff gemeinsam das Spielfeld und stellten damit klar, dass antifaschistische Überzeugungen auch auf dem grünen Rasen gelten“, hieß es heute dazu vom RSL.

    „Es gibt bestimmte Grundsätze, die sind wichtiger als ein Pokal! Dazu gehört es, dass eine antifaschistische Überzeugung auch auf dem Platz gelebt wird. Gemeinsam mit jemandem zu kicken, der mit 250 gewalttätigen Neonazis und Hooligans ein alternatives Stadtviertel überfällt, ist da nicht drin!“, bekräftigt RSL-Kicker Martin Siegel.

    Vor dem Spiel hatte der Connewitzer Verein das Gespräch mit den Verantwortlichen des SSV gesucht und den Abgang vom Feld angekündigt, sollte Florian H. nicht des Platzes verwiesen werden.

    Bürgerbewegung-Demo und antifaschistischer Protest im Zentrum

    Auch am heutigen Montag hat die selbst ernannte „Bürgerbewegung Leipzig 2021“ zur Demonstration gegen die geltenden Corona-Maßnahmen in der Leipziger Innenstadt aufgerufen. Im Vorfeld zu der Aktion rief das Netzwerk „Leipzig nimmt Platz“ (LnP) zum aktiven Gegenprotest auf.

    Zunehmend werde die BBL unter ihrem Anführer Volker Beiser, jahrelangem Mitglied der rechten NPD, auch von Jugendverbänden aus dem rechten Spektrum, wie den Vereinigten Nationalisten Leipzig (VNL) und den sogenannten Messestadtaktivisten unterstützt. Seit Monaten ruft die BBL zu den Protesten auf, versuchte in der Vergangenheit immer wieder, einen Marsch über den Leipziger Innenstadtring durchzuführen. Die Veranstaltungen wurden regelmäßig gestört durch massiven Gegenprotest, bei dem es auch zu Gewalt vonseiten der Polizei kam.

    Am heutigen Montag rief LnP ab 18 Uhr dazu auf, ein Zeichen gegen die Veranstaltung der BBL zu setzen. So liefen die Gegendemonstranten zunächst gemeinsam ab dem Alexis-Schumann-Platz ins Zentrum zum Richard-Wagner-Platz, wo eine Gegenkundgebung stattfand. „Nicht nur die rechten Propagandadelikte haben im ‚ach so linken‘ Leipzig zugenommen, sondern auch die Sichtbarkeit von rechten Aktivitäten bis hin zu offenen Bedrohungen“, warnte das Netzwerk im Aufruf zum Gegenprotest.

    (Ein ausführlicher Bericht zum Demogeschehen hier auf der L-IZ.de.)

    Laschet tritt als Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen zurück

    Am heutigen Montagmorgen legte Armin Laschet, diesjähriger Kanzlerkandidat der CDU, sein Amt als Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen nieder. Er wird ab dem morgigen Dienstag als Mitglied dem neu konstituierten Bundestag (MdB) angehören. Beide Ämter gleichzeitig auszuüben, ist laut Landesverfassung nicht gestattet. Er bleibt zunächst geschäftsführender Ministerpräsident. Mit dem Rücktritt Laschets endete auch die Amtszeit aller übrigen Mitglieder der Landesregierung. Sie erhielten ihre Amtsbeendigungszeugnisse.

    „Mir war wichtig, ein Ministerpräsident für alle zu sein, die bei uns in Nordrhein-Westfalen leben, und die Vielfalt und Unterschiedlichkeit unseres Landes zu stärken. Dieser Gedanke hat schon die Berufung der Kabinettsmitglieder geprägt. Ich danke meinem Kabinett von Herzen für die sehr gute und vertrauensvolle Arbeit, bei der wir zum Wohle unseres Landes und seiner Bürgerinnen und Bürger große Erfolge verbuchen konnten“, erklärte Laschet zu seinem Abschied.

    Der von ihm favorisierte Nachfolger im Amt ist Hendrik Wüst, den die Landesgruppe der CDU in NRW am vergangenen Samstag bereits zum neuen Vorstand gewählt hat. In einer Sondersitzung wird der Landtag am Mittwoch über eine/-n neue/-n Ministerpräsident/-in abstimmen. Und da wird Laschet noch seine Stimme abgeben: Denn dass er sein Amt in der Landesregierung nicht mehr ausüben darf als MdB, erlaubt ihm dennoch die Tätigkeit als einfacher Abgeordneter im Landesparlament. Und als dieses wird er für seinen Parteikollegen stimmen.

    Feuerwerk, „cringe“ und ein neuer Bundestag

    Worüber die LZ heute berichtet hat: So lange ist’s gar nicht mehr hin bis zum Jahresende und schon jetzt beschäftigt man sich wieder mit dem Thema Feuerwerk. Die einen lieben es, die anderen wollen es seit Jahren abschaffen. Und siehe da: Es gibt bereits rechtliche Einschränkungen für Feuerwerke im Stadtgebiet.

    Außerdem gibt’s auch die Zustimmung für einen Antrag des Leipziger Jugendparlaments zur Würdigung der „Leipziger Meuten“ und gute Chancen für ausgeglichene Haushalte ab 2023. Fernab von der städtischen Politik erzählt derweil das Buch „Dich krall ich mir“ aus Sicht von Katzen Geschichten von Dingen, die wir Menschen in unserer Selbstbezogenheit immerzu übersehen.

    Was heute außerdem wichtig war: Die Inzidenz in der Stadt Leipzig liegt derzeit bei 90,4. Damit stieg der Wert im Gegensatz zum Vortag um 1. Die Anzahl der registrierten Neuinfektionen seit Pandemiebeginn liegt damit bei 25.863.

    Vielleicht nicht unbedingt die wichtigste Meldung des Tages, aber doch heute in vieler Munde: „Cringe“ ist das Jugendwort des Jahres. Der Slangbegriff setzte sich gegen „sus“ und „sheesh“ durch.

    Was morgen passieren wird: Morgen konstituiert sich in Berlin der neue (inzwischen der 20.) Deutsche Bundestag. 736 Mitglieder nehmen an der Sitzung teil; das sind mehr als jemals zuvor. Genau einen Monat nach der Wahl endet damit auch die Amtszeit von Kanzlerin Angela Merkel und ihren Minister/-innen. 16 Jahre lang war sie Deutschlands Staatschefin. Bis ein/-e Nachfolger/-in bestimmt ist, bleibt sie kommissarisch im Amt.

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