Freistaat setzt Sonderzüge für Geflüchtete ein

Seit Tagen drängen sich ukrainische Geflüchtete und andere Reisende in den Trilex-Regionalzügen der Länderbahn zwischen dem ostsächsischen Görlitz und Dresden. Heute gab die Länderbahn bekannt, Sonderzüge einzusetzen, um Geflüchtete schnell und direkt in die zwei sächsischen Erstaufnahmeeinrichtungen in Leipzig zu befördern. Die Sonderzüge wurden von der Landesdirektion Sachsen beauftragt.

Der erste Sonderzug mit rund 300 Personen fuhr bereits gestern Abend von Görlitz direkt zum Leipziger Hauptbahnhof. Heute Vormittag gegen 11 Uhr kam ein zweiter Zug in der Messestadt an. Neben der Entlastung der regulären Züge und der schnellen Beförderung der Geflüchteten ist auch eine Entlastung des Landkreises Görlitz ein Ziel der Maßnahme. Görlitz ist die östlichste Stadt der Bundesrepublik und liegt direkt an der Neiße, die die Grenze zu Polen darstellt.

Hohe Spenden- und Hilfsbereitschaft

Währenddessen ist die Spenden- und Hilfsbereitschaft hierzulande nach wie vor sehr hoch. Heute beispielsweise wurden drei Beatmungsgeräte an die Staatliche Notfallklinik Kiew verschickt, die von Spenden aus dem Burgenlandkreis (Sachsen-Anhalt) finanziert wurden. Die Leipziger Organisation „Humanitäre Hilfe Ukraine“ hat die Beatmungsgeräte heute entgegengenommen und abtransportiert.

Wie Landrat Götz Ulrich (CDU) heute auf Twitter schrieb, haben Menschen aus dem Burgenlandkreis bisher 70.000 Euro für humanitäre Hilfe in der Ukraine gespendet. Am Wochenende wurden von diesem Geld bereits fünf Beatmungsgeräte und 25 Kisten mit Medikamenten in die ukrainische Hauptstadt geschickt.

Wer sich engagieren möchte, kann sich beispielsweise bei den Johannitern melden. Der Campus Leipzig der Johanniter-Akademie Mitteldeutschland sucht derzeit ehrenamtliche Helfer/-innen für die Erstaufnahme von ukrainischen Geflüchteten am Leipziger Hauptbahnhof. Ansprechpartnerin ist Frau Priebe (Telefon: 0173 4219853, E-Mail: [email protected]).

Internationaler Gerichtshof: Russland muss Angriffskrieg sofort stoppen

Derweil geht das russische Militär weiter äußert brutal gegen zivile Ziele in der Ukraine vor. Die Behörden der Hafenstadt Mariupol meldeten am frühen Abend, dass das ansässige Theater von einer russischen Bombe komplett zerstört wurde. Der Stadtrat Mariupols und mehrere ukrainische Medien sprechen von hunderten Menschen, die sich zum Zeitpunkt des Einschlags in dem Gebäude befunden haben sollen.

Der ukrainische Außenminister, Dmytro Kuleba, bezeichnete den Vorfall auf Twitter als „russisches Kriegsverbrechen“. Die russischen Truppen konnten laut Kuleba „nicht nicht gewusst haben, dass es sich um einen zivilen Zufluchtsort gehandelt hatte“.

Der internationale Gerichtshof in Den Haag, das höchste Gericht der Vereinten Nationen, hat heute Stellung zum Krieg in der Ukraine genommen. Die Präsidentin des Gerichts forderte Russland mit einer formalen Anordnung heute dazu auf, den Angriffskrieg in der Ukraine sofort zu beenden. Zuvor hatte die Ukraine Klage gegen den russischen Angriffskrieg in Den Haag eingereicht.

Mitgliedschaft Russlands im Europarat erloschen

Bereits am Dienstag hatte Russland seinen Austritt aus dem Europarat bekannt gegeben. Heute bestätigte ein Sprecher des Europarats, dass die Mitgliedschaft der Russischen Föderation im Europarat offiziell beendet sei. Damit gehören dem Europarat nur noch 46 statt 47 Staaten an. Anlässlich des Angriffs auf die Ukraine hatte der Europarat Russlands Mitgliedschaft bereits Ende Februar suspendiert.

Der Europarat – nicht zu verwechseln mit dem Europäischen Rat und dem Rat der Europäischen Union – ist keine Institution der Europäischen Union, sondern eine eigenständige internationale Organisation, die 1949 gegründet wurde.

Polizei startet Zeugenaufruf nach sexuellen Gewalttaten in Pirna und Leipzig

Die Polizei sucht in gleich zwei Fällen sexueller Gewalt nach Zeug/-innen.

Der erste Vorfall ereignete sich am vergangenen Mittwoch (9. März) zwischen 14 und 14:30 Uhr am Bahnhof Pirna. Die geschädigte Frau gibt an, von einem unbekannten Mann körperlich angegriffen worden zu sein. Die Bundespolizei spricht von einem sexuellen Übergriff und sucht nach Personen, die sich im erwähnten Zeitraum am Bahnhof Pirna aufgehalten haben und eventuell Angaben zum mutmaßlichen Täter oder zum Tathergang machen können.

Am Samstagabend (12. März, gegen 21:20 Uhr) ereignete sich der zweite Vorfall am Rand des Kulkwitzer Sees in Leipzig. Ein unbekannter Mann soll laut Polizei eine 46-Jährige gewaltsam zu Boden gebracht haben. Danach habe der mutmaßliche Täter versucht, die Frau zu entkleiden.

Nachdem die Frau begonnen hatte, laut um Hilfe zu schreien, ließ der Mann laut Polizei von ihr ab und flüchtete auf dem Radweg in Richtung der Tankstelle an der Lützner Straße. Hinweise erbittet die Kriminalpolizei Leipzig in der Dimitroffstraße.

Einrichtungsbezogene Impfpflicht: Leipzig startet Meldeportal

Seit dem 15. März muss die sogenannte einrichtungsbezogene Impfpflicht in Deutschland durchgesetzt werden. Damit müssen beispielsweise Pflegeheime, Krankenhäuser und Physiotherapiepraxen sicherstellen, dass ihr Personal gegen COVID-19 geimpft ist. Nicht immunisierte Mitarbeiter/-innen müssen von den Einrichtungen bis zum 30. März an die Behörden gemeldet werden. Die Stadt Leipzig hat zu diesem Zweck ein Online-Meldeportal eingerichtet.

Starkes Erdbeben in Japan

Worüber die LZ heute berichtet hat: über eine anstehende Lesung im Felsenkeller mit Susann Brückner und Caroline Kraft am 19. März, über neue Pop-Up-Radwege für Leipzig und über die Flucht ukrainischer Heimkinder nach Deutschland

Was heute sonst noch wichtig war: Egidius Braun ist tot. Er war von 1992 bis 2001 Präsident des Deutschen Fußballbundes und ist Ehrenmedaillenträger der Stadt Leipzig. Braun starb heute Nacht im Alter von 97 Jahren in Aachen. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung drückte heute seine Trauer über den Tod Brauns in einer Medieninformation auf der städtischen Website aus. Mit dem Tod des Fußballfunktionärs sei ein „großer Freund und Fürsprecher der Stadt Leipzig“ verloren gegangen, so Jung.

Die städtische Ehrenmedaille erhielt Egidius Braun im Jahr 2007, nachdem er sich erfolgreich für Leipzig als Standort bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland eingesetzt hatte.

In Japan hat sich ein starkes Erdbeben der Stärke 7,3 ereignet. Vor allem betroffen ist die Region Fukushima im Osten des Landes, wo sich das 2011 havarierte Atomkraftwerk Daiichi befindet. Dort sollen keine Unregelmäßigkeiten festgestellt worden sein. Es gibt Berichte über Stromausfall in mehr als zwei Millionen Haushalten und einen entgleisten Zug.

Was morgen passieren wird: Am Donnerstag soll der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, mittels Videokonferenz zu den Abgeordneten im Deutschen Bundestag sprechen. Selenskyj hat heute, ebenfalls per Videokonferenz, zum US-Kongress gesprochen. Dabei forderte er erneut die Einrichtung einer Flugverbotszone über der Ukraine durch die NATO.

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