Die Inflationsrate liegt derzeit so hoch wie seit fast 50 Jahren nicht mehr. Wie das Statistische Bundesamt bekannt gab, stieg der Wert auf 7,9 Prozent. Außerdem: Das Deutsche Rote Kreuz bittet dringend um Blutspenden und der Bundesgerichtshof hat über ein antisemitisches Steinrelief an einer Kirche in Wittenberg (Sachsen-Anhalt) entschieden. Die LZ fasst zusammen, was am Dienstag, dem 14. Juni 2022, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

Inflations-Hoch in Deutschland

Die Inflationsrate in Deutschland ist im Gegensatz zum Vormonat noch einmal gestiegen und liegt derzeit bei 7,9 Prozent. Damit ist der Wert so hoch wie seit knapp 50 Jahren nicht mehr. „Eine ähnlich hohe Inflationsrate gab es zuletzt im Winter 1973/1974 im früheren Bundesgebiet, als infolge der ersten Ölkrise die Mineralölpreise stark gestiegen waren“, teilte Dr. Georg Thiel, Präsident des Statistischen Bundesamtes (Destatis), am heutigen Dienstagvormittag mit.

Damit erreiche die Inflation im dritten Monat in Folge einen neuen Höchststand im vereinigten Deutschland. Die Ursachen für den erneuten Anstieg sieht Thiel noch immer in den gestiegenen Preisen für Lebensmittel und Rohstoffe sowie Energie. Die Verbraucherpreise stiegen im Mai 2022 gegenüber April 2022 um 0,9 Prozent.

Schon seit Wochen machen sich die steigenden Energie- und Lebensmittelkosten bemerkbar. Nicht für alle sind diese weiterhin ohne Schwierigkeiten aufzubringen. So vermeldete die Leipziger Tafel schon im April einen Aufnahmestopp, da durch den Zulauf von aus der Ukraine geflüchteten Menschen sowie Personen, die die steigenden Lebensmittelpreise nicht mehr ohne Weiteres stemmen können, die Lebensmittelspenden nicht mehr ausreichen.

Blutspenden dringend benötigt!

Schon gespendet? Der 14. Juni ist der Weltblutspendetag. Diesen nimmt das Deutsche Rote Kreuz gesondert zum Anlass, um auf die kritische Versorgungslage mit Blutspenden hinzuweisen. Laut dem Verband Nord-Ost des Blutspendendienstes des DRK sind die Reserven in den Bundesländern Sachsen, Brandenburg, Hamburg und Schleswig-Holstein für vier von Blutgruppen bedrohlich niedrig. Im Freistaat reichten die Reserven derzeit für zwei Tage, wie die Sprecherin des Landesverbands gegenüber dem MDR mitteilte. Ideal wäre allerdings ein Puffer von fünf Tagen.

Als Gründe sieht das DRK unter anderem die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Nicht nur, dass sich immer noch vielerorts die Menschen mit dem Virus infizieren. Nach einer Erkrankung mit dem Corona-Virus kann frühestens 25 Tage nach Genesung wieder eine Blutspende abgegeben werden.

Auch habe die Bereitschaft zum Spenden im Allgemeinen seit Ausbruch der Pandemie nachgelassen. Die inzwischen wieder angestiegene Reiselust und Mobilität der Menschen sorgt für weniger Zulauf an den Spendenstellen.

Im Gegensatz zum Mangel an Reserven brauchen die Krankenhäuser derzeit allerdings mehr Blut- und Plasmakonserven als noch vor einiger Zeit. Inzwischen werden durch die Pandemie verschobene Operationen nachgeholt und der Bedarf in den Kliniken steigt.

Wer einen Termin zum Blutspenden vereinbaren möchte, kann das hier tun.

Hausdurchsuchungen in Leipzig-Nord und -Süd

Wie die Leipziger Polizeidirektion heute mitteilte, fanden gestern im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens wegen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln Hausdurchsuchungen in zwei Objekten, einmal im Leipziger Norden und einmal im Leipziger Süden, statt.

Bei den Durchsuchungen fanden die Einsatzkräfte Rauschgiftkommissariat der Leipziger Kriminalpolizei, der Inspektion Zentrale Dienste, der sächsischen Bereitschaftspolizei, des Leipziger Ordnungsamts sowie der Steuerfahndung Heroin und Crystal jeweils im oberen zweistelligen Grammbereich.

Die Substanzen und aufgefundene Verpackungsmaterialien sowie Bargeld im niedrigen vierstelligen Bereich wurden sichergestellt. Außerdem beschlagnahmten die Beamten sechs nicht zugelassene Spielautomaten.

Ein 43-jähriger Mann irakischer Herkunft wurde im Rahmen der Maßnahmen festgenommen, später aber auf Weisung der Staatsanwaltschaft Leipzig entlassen.

Photovoltaik vs. Naturschutz, Antisemitismus in Stein gemeißelt und der Supermond

Worüber die LZ heute berichtet hat: Zum einen ging es heute auf der LZ um einen offenen Brief, in welchem sich Aktivist/-innen und Anwohner/-innen in Leipzig-Seehausen gegen die geplante Photovoltaik-Großanlage auf der ehemaligen Deponie Seehausen aussprechen. Außerdem zu lesen: Die Antwort auf eine Nachfrage des Stadtrates Thomas (Kuno) Kumbernuß zu Richard Wagner, die Forderung des Ökolöwen für eine S-Bahn-Verbindung zum Cospudner See und ein Antrag der SPD-Fraktion im Stadtrat, in dem es um die Veränderung des Huygensplatz in Möckern geht.

Was heute außerdem wichtig war: Sie ist nicht verschwunden, aber dennoch spürbar „leiser“: die Corona-Pandemie. Da wird es nicht verwundern, dass im Gegensatz zu früheren Zeiten heute ohne großes Tamtam die derzeit geltende Sächsische Corona-Schutzverordnung verlängert wurde. Die Maßnahmen gelten bis zum 16. Juli, das ist der Beginn der Sommerferien im Freistaat. Das vollständige Regelwerk kann hier nachgelesen werden.

Wir werfen noch einen kurzen Blick ins Nachbar-Bundesland: Im Sachsen-Anhaltischen Wittenberg muss ein antisemitisches Steinrelief an der Stadtkirche nicht entfernt werden. Zu diesem Urteil kam heute der Bundesgerichtshof (BGH). Zwar handele es sich bei dem Relief um Antisemitismus, diesem könne aber auch mit Kontextualisierung und Distanzierung begegnet werden. Dies, so der BGH, habe die entsprechende Kirchengemeinde ausreichend getan.

Was morgen passieren wird: Schon heute Nacht können Freunde des Mondes die helle Scheibe in ihrer vollen Pracht bewundern. Aber nicht nur ein Vollmond, sondern sogar ein „Supermond“ wird am klaren Firmament zu sehen sein. Das bedeutet, dass der Mond besonders hell leuchtet. Am Mittwoch ist er uns bzw. der Erde außerdem besonders nah.

- Anzeige -

Empfohlen auf LZ

So können Sie die Berichterstattung der Leipziger Zeitung unterstützen:

Keine Kommentare bisher

Schreiben Sie einen Kommentar