Die Leipziger Polizei musste in der Nacht im Stadtteil Connewitz anrücken. Im Alkohol- und Drogenrausch war hier ein Mann in der Straßenbahn außer Kontrolle geraten. Apropos Schimpf und Schande: Nur noch wenige Tage ist die gleichnamige Ausstellung im Stadtarchiv zu sehen. Und: Die BSG Chemie schlägt auf dem Transfermarkt kräftig zu. Die LZ fasst zusammen, was am Freitag, dem 23. Januar 2026, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

Straßenbahn-Rowdy in Connewitz geschnappt

Rüde unterwegs war in der vergangenen Nacht ein 38-jähriger Mann. In der Kochstraße in Leipzig-Connewitz schmierte er mit einem gelben Lackstift großflächig mehrere Schriftzüge auf die Scheiben der Straßenbahnlinie 16 und verteilte Lebensmittel in der Tram. Vor dem Straßenbahnfahrer zeigte er einen verfassungsfeindlichen Gruß und untermalte diesen mit einer entsprechenden Parole.

Polizeibeamte des Reviers Südost nahmen sich der Sache an und schnappten sich den Mann. Wie die Polizeidirektion mitteilte, hatte er 1 Promille Alkohol im Blut. Außerdem reagierte ein an ihm durchgeführter Drogentest positiv auf Amphetamine und Cannabis. Gegen den 38-Jährigen wird nun wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung und des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ermittelt.

Schimpfen wie früher

Voochel, Dreckbeen, Eibemme! Wie schimpfen Sie am liebsten? Ein paar interessante Anregungen dafür gibt es noch bis zum 29. Januar im Stadtarchiv Leipzig auf dem Alten Messegelände. Die dort gezeigte Ausstellung „Schimpf & Schande“ lädt ein zu einer Reise durch die Kulturgeschichte des Schimpfens in den vergangenen Jahrhunderten.

Die Schau entstand in Kooperation mit dem Germanistischen Institut der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und basiert auf Forschungsarbeiten von Studierenden, die unter Anleitung von Dr. Andrea Seidel, MLU-Dozentin und Kuratorin der Ausstellung, Quellen des Leipziger Stadtarchivs auswerteten.

Gezeigt werden beispielsweise Ermittlungsakten, Schandzettel und Schmähschriften, wie etwa ein Spottgedicht auf Oberbürgermeister Carl Friedrich Goerdeler aus dem Jahr 1931, das ihn während der Weltwirtschaftskrise öffentlich diffamierte.

„Fasziniert hat mich auch, dass sich der Bezug zur Gegenwart schon im 18. Jahrhundert andeutet: die Anonymität des Beschimpfens. Das entspricht unserem heutigen Shitstorm“, sagte Andrea Seidel der LZ. „Nur damals konnte man es noch kontrollieren, man nahm den Zettel einfach ab, und es wirkte nicht über Leipzig hinaus. Heute ist das nicht mehr kontrollierbar. Da müsste sich etwas im Bewusstsein tun, um wieder weg von dieser Hassrede zu gelangen.“

Ihren Schimpfwort-Favoriten verriet die Kuratorin auch: „Dieses ‚Dreckbeen‘ finde ich schon gut, denn das sagt alles aus. Man hat ein Bild vor sich, aber es ist nicht diskriminierend und herabsetzend. Manchmal braucht man solche Wörter, um dieser Emotion gerecht zu werden. Schimpfen gehört eben irgendwie dazu, um mit Emotionen umzugehen.“ Der Eintritt in die Ausstellung ist kostenlos während der Öffnungszeiten des Stadtarchivs möglich.

Frische Kräfte für die BSG Chemie

Hat man im Leutzscher Holz etwa eine Gold-Schatulle ausgegraben? Seit der Verpflichtung des neuen Cheftrainers Alexander Schmidt vor zwei Wochen, gibt die BSG Chemie Leipzig einen Neuzugang nach dem anderen bekannt. Bereits fünf neue Spieler wurden vermeldet, vier von ihnen alleine in den letzten drei Tagen.

Die aktuellste Personalie stammt vom heutigen Nachmittag und heißt Julian Bell (23). Der gebürtige Oberbayer war zuletzt beim Bayern-Regionalligisten SpVgg Bayreuth aktiv und ist für die Außenverteidiger-Position vorgesehen. Erst gestern waren Innenverteidiger Tim Hoops (20) und Mittelstürmer Cyrill Akono (25) verpflichtet worden. Letzterer hat immerhin schon Drittliga-Erfahrung vorzuweisen.

Außerdem laufen zwei Akteure von der innerstädtischen Konkurrenz ab sofort in Grün-Weiß auf. Für das zentrale Mittelfeld wurde RB-Talent Anton Bullard (20) geholt, und auf der Torwart-Position kam Marcel Bergmann (27) vom 1. FC Lok hinzu. Sie alle sollen den Leutzschern dabei helfen, den Klassenerhalt in der Regionalliga Nordost zu erkämpfen.

Worüber die LZ heute berichtet hat:

Männergesundheit: Gibt es Herausforderungen bei der männlichen Zeugungsfähigkeit, Herr Dr. Kretschmer?

Trump-Gefeilsche um Grönland: Linksfraktion beantragt Städtepartnerschaft mit Hauptstadt Nuuk

Hallo Leipzig: So startet Freitag, der 23. Januar

Rund um den Kohlrabizirkus: Neuer B-Plan soll Alte Messe West zum Technologiestandort machen

Endlagersuche für Atommüll in Sachsen: Landesumweltamt sieht auch in Lausitz und Erzgebirge keine geeigneten Standorte

Was sonst noch wichtig war:

In Dresden hat heute der Prozess gegen die rechtsextreme Gruppe „Sächsische Separatisten“ begonnen. Acht mutmaßlichen Mitgliedern wird unter anderem vorgeworfen, sich an einer terroristischen Vereinigung und der Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens beteiligt zu haben.

Der ehemalige Bassist der Scorpions, Francis Buchholz, ist im Alter von 71 Jahren nach schwerer Erkrankung verstorben. Er gehörte im Zeitraum von 1973 bis 1992 der Rockband aus Hannover an, es war die erfolgreichste Zeit der Scorpions.

Nach dem schweren Zugunglück im Süden Spaniens, das 45 Todesopfer gefordert hatte, gibt es nun Hinweise auf eine mögliche Ursache. Laut bisheriger Ermittlungen scheint eine gebrochene Schiene zum Entgleisen des Schnellzuges geführt zu haben.

Bei Razzien im Großraum Minneapolis haben Agenten der US-Einwanderungsbehörde ICE unter anderem auch vier Kinder festgenommen, teilten Vertreter von Stadt und Schulbezirk mit. Dabei sei sogar ein Fünfjähriger mitgenommen worden.

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