Straßenbahn und Wasserwerke eröffnen zum Wochenstart zwei wichtige Baustellen im Osten und Nordwesten der Stadt. Für ausgebildete Pädagogen beginnt heute die Bewerbungsfrist auf Stellen im sächsischen Schuldienst, im Leipziger Südraum heulen am Nachmittag sechzehn Sirenen, und die Leipziger FDP kürt am Abend ihren Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl im kommenden Jahr.
Es wird eng im Osten
Der Frühling ist da! Mit ihm die Zeit der Erneuerung. Und was für die Natur zählt, kann für den Nahverkehr nicht falsch sein. Daher gibt es ab heute sowohl Richtung Westen, als auch in den Osten ein beherztes Baggern und Reparieren von Gleisanlagen der Leipziger Verkehrsbetriebe. Betroffen sind sowohl die Verbindung nach Schkeuditz als auch die Eisenbahnstraße im Leipziger Osten. Für Fahrgäste und auch einige Anlieger bedeutet das ab heute teils erhebliche Einschränkungen und Umleitungen.
Der Abschnitt zwischen Rosa-Luxemburg-Straße und der Hausnummer 45 ist währenddessen vollständig gesperrt. Betroffen sind die Straßenbahnlinien 1, 3, 7, 8 sowie die Nachtlinie N6. Zwischen Hauptbahnhof, Torgauer Platz und Sellerhausen wird ebenfalls ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Die Linie 1 wird ab Goerdelerring über den Hauptbahnhof (Westseite) bis Mockauer/Volbedingstraße umgeleitet und fährt weiter bis zur Löbauer Straße mit Ersatzendstelle am Stannebeinplatz.
Die Linie 3 verkehrt zwischen Friedrich-List-Platz und Torgauer Platz über Reudnitz und die Koehlerstraße. Die Linie 8 fährt ebenfalls umgeleitet zwischen Friedrich-List-Platz und Annenstraße über Reudnitz bis zur Edlichstraße.
Für den Autoverkehr gelten ebenfalls Änderungen: Stadtauswärts führt die Umleitung über Brandenburger Straße, Adenauerallee, Rohrteichstraße und Hermann-Liebmann-Straße. Stadteinwärts wird über Kohlgartenstraße und Lutherstraße geführt. Unangenehm wird’s vor allem für die motorisierten Anlieger auf der unmittelbaren Umleitungsstrecke.
Denn dort gilt für die gesamte Bauphase ein absolutes Halteverbot. Die Ludwigstraße wird zur Einbahnstraße stadtauswärts, die Mariannenstraße zur Einbahnstraße stadteinwärts. Und es liegt in der Natur der Sache, dass Bus und Bahn zumindest in dem Fall keine Alternative zum Auto sind, weil sie den Bereich weiträumig meiden werden.
Bis voraussichtlich August 2026 erneuern die LVB Gleise und Stromanlagen auf der Strecke nach Schkeuditz. In diesem Zusammenhang wird die Straßenbahnlinie 11 angepasst: Zwischen Stahmelner Allee und Schkeuditz fahren keine Bahnen mehr. Stattdessen kommt ein Schienenersatzverkehr (SEV) mit Bussen zum Einsatz. Die Arbeiten erfolgen in mehreren Bauphasen. Neben den LVB sind auch die Leipziger Wasserwerke beteiligt, die parallel Leitungen im Trinkwasser- und Abwassernetz erneuern. Die LVB verweisen für aktuelle Fahrpläne auf ihre Online-Angebote sowie die App „LeipzigMOVE“.
Ab in die Schule
Die Schulzeit war unangenehm, und Sie wollen sich dafür an der nächsten Generation rächen? Oder zeichnet Sie ein wirklich großes Herz aus, und Sie streben danach, endlich vor eigenen Klassen zu stehen, damit aus eben dieser nächsten Generation kluge Köpfe hervorgehen….
Jetzt beginnt die Bewerbungsphase für den Schuldienst in Sachsen. Das Landesamt für Schule und Bildung eröffnete heute Morgen um 9 Uhr das Bewerbungsportal für Einstellungen in den sächsischen Schuldienst.Die Bewerbungsfrist bezieht sich auf Grundschulen, Oberschulen, Gemeinschaftsschulen, Förderschulen, Gymnasien und berufsbildende Schulen. Sie endet am 27. April.
Auf einer interaktiven Karte versucht der Freistaat, die Attraktivität der einzelnen Regionen vorzustellen. Die Bildungsgewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) beklagt seit Jahren, dass der Lehrkräftemangel durch Überlastung weiter verschärft wird. 2025 schrieb sie von mehr als 3.300 fehlenden Lehrkräften landesweit und einer deutlichen Belastungsgrenze der Schulen.
In einer anderen Stellungnahme verweist sie auf eine Studie, nach der Lehrkräfte in Sachsen an der Überlastungsgrenze seien: Ein Drittel der Vollzeitkräfte arbeite in der Unterrichtszeit über dem gesetzlichen Höchstmaß von 48 Stunden pro Woche, und Lehrkräfte leisteten im Schnitt über drei Stunden unbezahlte Mehrarbeit pro Woche, an Gymnasien sogar über vier Stunden. Wenn schwierige Regionen zugleich personell schlechter ausgestattet sind, werden sie im Wettbewerb um Personal noch unattraktiver.

Heute Heulbojen in Böhlen
Im Leipziger Umland wird es am Nachmittag kurz laut. Am Chemiestandort Böhlen ist ein sirenengestütztes Warnsystem zur Gefahrenabwehr in Betrieb, das die Bevölkerung in der Umgebung frühzeitig alarmieren soll, falls es zur Ausbreitung von Gefahrenstoffen kommt.
Für dieses System wurden insgesamt 16 elektronische Sirenen in den Kommunen Böhlen, Rötha, Neukieritzsch und Zwenkau installiert. Um die Funktionsfähigkeit regelmäßig zu überprüfen, wird zweimal jährlich eine Signalprobe durchgeführt – jeweils am letzten Montag im März und im September um 15 Uhr, inklusive einer Textdurchsage.
Das sirenengestützte Warnsystem für den Chemiestandort Böhlen wurde 2016 für 413.000 Euro Gesamtkosten errichtet und am 27. März 2017 offiziell in Betrieb genommen. Die Verantwortlichen bitten die Bevölkerung um Verständnis für die kurzfristigen Beeinträchtigungen durch das Testsignal.

Nun aber bleiben….
… Glaube, Hoffnung, Kandidatur. Dass es für die FDP schon eine Weile nicht gut läuft, ist kein Geheimnis. Doch es gibt sie noch. Und die überlebenden Enthusiasten der Leipziger Liberalen wollen beim Wettbewerb um den Posten des künftigen Oberbürgermeisters nicht nur an der Rennstrecke stehen. Deshalb lädt der Kreisverband seine Mitglieder heute Abend ins Marriott-Hotel ein, um einen eigenen Kandidaten oder eine eigene Kandidatin zu küren.
Der mögliche Antritt ist auch über die Personalie hinaus politisch als Signal zu verstehen. Die FDP spielt in Leipzig schon lange nur noch eine untergeordnete Rolle, seit zwölf Jahren reichten die Stimmen bei Kommunalwahlen nicht mehr für eine selbstständige Fraktion im Stadtrat. Ein eigener Bewerber für das höchste Amt der Stadt wäre vor diesem Hintergrund weniger Ausdruck gewachsener Stärke als vielmehr ein Schritt in die öffentliche Sichtbarkeit.
Nach Darstellung des Kreisverbands will man sich wieder deutlicher als „liberale, weltoffene und konstruktive Kraft“ positionieren. Die Entscheidung am heutigen Montag dürfte daher nicht nur personelle Weichen stellen, sondern auch einen kommunalpolitischen Anspruch der „Freien Demokraten“ verdeutlichen.
Eine Neuwahl des Oberbürgermeisterpostens wird nötig, weil die Dienstzeit von Amtsinhaber Burkhard Jung 2027 endet. Von der Versammlung berichtet anschließend unser Reporter Thomas Köhler.
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