Leipzigs Handballer bleiben weiterhin erfolglos und verlieren erneut. Auf der Alten Messe kommt der Wiederaufbau der einstigen Halle 12 in die Endphase, die Neue Messe lädt ab heute die Fans von Computerspielen aller Art zu einem großen Game-Festival ein. Die Spritpreis-Wut treibt Kraftfahrer auf die Straße und in Halle gibt es ab morgen im neu eröffneten Bahn-Museum historische Eisenbahnen zu bestaunen. Zudem einen exklusiven Blick in die Zukunft.
Sowjet-Pavillon bekommt Bio-Zentrum
Einer geht noch, ein Grundstein passt noch rein! Jahre lang stand der einstige Sowjetische Messepavillon mit der markanten goldenen Turmspritze leer. 2019 eröffnete im vorderen, sanierten Bereich das Leipziger Stadtarchiv seine neue Dienststelle. Der zweite Bauabschnitt wird künftig das Jugendamt beherbergen. Mit dem heutigen Tag beginnt der Bau des dritten Teils der ehemaligen Messehalle 12.
Er besitzt eine markante, denkmalgeschützte Gewölbekonstruktion aus Stahl, um die herum nun das neue Innovationszentrum der BioCity errichtet wird. Wirtschaftsbürgermeister Clemens Schülke und Kai Thalmann, Geschäftsführer der Leipziger Gewerbehof GmbH, legen dafür heute symbolisch den dritten Grundstein auf dem Baugrundstück im Herzen der Alten Messe. „Mit dem neuen Innovationszentrum in der historischen Messehalle 12 schlagen wir ein weiteres Kapitel in Leipzigs Erfolgsgeschichte auf. Auf 10.000 Quadratmetern entstehen hier die Ideen von morgen – und die Lösungen für ein längeres, gesünderes Leben”, verspricht Schülke in der Einladung zum Termin.

Der Campus werde mit Einrichtungen wie BioCity, BioCube, dem Fraunhofer IZI, dem City Lab Leipzig, dem Forschungszentrum iDiv und dem BioSquare weiter gestärkt. Gerade für Gründerinnen und Gründer entstehe ein Ort, an dem Forschung, Kliniken und Spitzenmedizin eng zusammenrückten.
Für das Projekt stellt die Stadt Leipzig rund 7,4 Millionen Euro über Kapitalrücklagen der Leipziger Gewerbehof GmbH (LGH) bereit, weitere 14,5 Millionen Euro kommen als Fördermittel des Freistaats hinzu. Das Innovationszentrum ist der dritte Bauabschnitt der Messehalle 12 und soll ab 2028 in Betrieb gehen. Dann wäre die denkmalgerecht umgebaute Halle vollständig revitalisiert. Ursprünglich als Achilleion bezeichnet, war das 1923–1924 errichtete Gebäude eine Ausstellungshalle, die auch als Sportpalast genutzt wurde. Der Bau wurde im 2. Weltkrieg stark beschädigt, Anfang der 1950er Jahre als Sowjetischer Pavillon neugestaltet.

Spritpreis-Demo legt City-Ring lahm
Die Kraftstoffpreise sind seit Trumps kriegerischem Plutonium-Poker um das iranische Atomprogramm in einen Bereich gestiegen, der sich nicht nur für direkte Nutzer der Verbrennertechnologie bemerkbar macht. Denn neben den Spritkosten selbst steigen auch jene für den Transport von Menschen und Waren sowie für Heizung und Grundversorgung. Die Bundesregierung stellte ein nicht nur kontrovers diskutiertes, sondern bereits in der Vergangenheit gescheitertes Konzept vor, das dem Ernst der Lage nach Ansicht vieler nicht gerecht wird.
Ein Leipziger Spediteur hat wegen dieser Umstände für heute eine Kundgebung mit anschließendem Korso über die Prager Straße und den Stadtring angemeldet, wie Polizei und Versammlungsbehörde gestern Abend auf LZ-Anfrage bestätigten. Unter dem Motto „Ohne uns läuft nichts“ (was inhaltlich nicht so ganz richtig ist, denn ohne Busse und Taxis wird eher gelaufen als gefahren) treffen sich seit 8:30 Uhr die Teilnehmenden auf dem Parkplatz vor dem Völkerschlachtdenkmal.
Um zehn Uhr ist der Start eines Korsos über die Prager Straße in Richtung Innenstadt geplant. Nach einem Zwischenstopp auf dem Augustusplatz geht es zurück zu dem Ort, dessen eigentlicher Sinn in der Erinnerung an 100.000 Kriegsopfer der „Völkerschlacht“ am 18. Oktober 1813 liegt.
Direkt am Haupteingang zum benachbarten Südfriedhof, dem zweitgrößten Friedhof Deutschlands (82 Hektar), drehen dann gegen Mittag noch einmal die Verbrennungsmotoren ordentlich auf, um auf die Kosten für deren Betrieb aufmerksam zu machen. Eine Form des Protests, die möglicherweise nicht jedermanns Gefallen findet, obgleich sie notwendig erscheint, betrifft das Problem ja eben weit mehr Menschen, als jene hinterm Lenkrad.

Spieler unter Strom
Diese Teenager bleiben nächtelang wach. Ab heute zahlen sie dafür sogar Eintritt. Doch keine Sorge: Ihre Kinder sind in guten Händen… Das Wort GamesConvention ist den Leipzigern noch immer ein Begriff. Auch wenn diese Messe bereits 2009 nach Köln abwanderte.
Mit der heute startenden „CAGGTUS“ zeigt Leipzig jedoch erneut, dass Löcher durchaus geflickt und repariert werden können. Der Name verweist dabei bewusst auf die Wurzeln der Veranstaltung: die Leipziger „Castle Area Gaming Group“ (CAGG). Ergänzt um den Kaktus als augenzwinkerndes Symbol für Ausdauer und Humor entstand eine Marke, die perfekt zur Gamer-Szene passt – ein Ort für lange Sessions, gemeinsames Erleben und die Leidenschaft am Spielen.
Mehrere Bühnen bieten ein dichtes Live-Programm, Talks und Shows, während parallel die größte LAN-Party im deutschsprachigen Raum läuft. Das ist, kurz erklärt, ein Treffen, bei dem unzählige Menschen ihre Computer oder Konsolen in einem lokalen Netzwerk (Local Area Network, kurz LAN) verbinden, um gemeinsam Spiele zu spielen. Im Mittelpunkt stehen dabei das direkte Miteinander vor Ort, kurze Reaktionszeiten ohne Internetverzögerung und das damit einhergehende Erlebnis eines riesigen Zeltplatzes – nur eben ohne offenes Feuer und bemühte Interpretationen alter Bob-Dylan-Songs.
An diesem Wochenende geht’s nicht ums Herz, sondern um Hertz. In einer eigenen Halle wird 70 Stunden am Stück gespielt – von den insgesamt 2.360 verfügbaren Plätzen dürften heute kaum noch welche buchbar sein. Gesund ist das nicht, deswegen ist – im Gegensatz zum Rest der Messe – der Zugang zu diesem Abenteuer Menschen ab 18 Jahren vorbehalten. Alle anderen können sich über neue Aussteller freuen.
Ein zentraler Baustein ist die sogenannte FYNG City: Auf 610 Quadratmetern bringt Webedia mit „Find Your Next Game“ zahlreiche Titel erstmals nach Leipzig. Ein Riese aus dem Kommunikations- und Spiele-Sektor kehrt mit einem großen Stand zurück. Spannend wird die Präsentation eines Gebrauchthandels, der auch im sonstigen Alltag gegenwärtig ist: „eBay Live“ gewinnt besonders für Sammelkartenfans und Streaming-Formate an Bedeutung. Verkäufer präsentieren ihre Produkte in Echtzeit per Livestream, Zuschauer können während der Übertragung Fragen stellen, Gebote abgeben oder Artikel sofort kaufen, wodurch ein interaktives Einkaufserlebnis entsteht.
Eine Art „Sotheby’s“ für Dinge, die man nicht anfassen kann – gekauft von Menschen, die in Schlafsäcken zwischen Festplatten schlafen. Wenn überhaupt. Der Zugang bleibt bewusst niedrigschwellig: Tickets gibt es ab 29 Euro, ermäßigt 19 Euro. Der Eintritt ist ab 12 Jahren möglich, für die LAN-Party gilt, wie geschrieben, ein Mindestalter von 18 Jahren.

Alte Eisen in neuem Glanz
Am Sonnabend öffnet nach Umbau und Sanierung das „DB Museum“ in Leipzigs charmanter Nachbarstadt Halle seine Lokschuppen. Die Geschichte der Eisenbahn, erzählt von ihren einstigen Hauptdarstellern. Erlebbar durch die Begegnung mit originalen Triebwagen, deren Führerstände betretbar sind, und Nachbauten in Modellbaugröße. Weil die Rückschau auch eine Aussicht in die Moderne verdient, ermöglicht die „DB Regio“ morgen zwischen 10 und 12 zusätzlich einen exklusiven Blick in den Elektrobetriebszug „Mireo“, der ab Dezember im mitteldeutschen S-Bahn-Netz unterwegs sein wird. Eine Chance, die es zu nutzen gilt. Denn während des regulären Betriebes im Nahverkehr sind Besuche im Triebwagen schlicht verboten. Ab dem 18. April 2026 ist die Einrichtung damit wieder regelmäßig samstags von 10 bis 16 Uhr geöffnet.
Wenig Hoffnung für den SC DHfK
Da half selbst der Zuspruch des Gegners nichts (LZ berichtete) – der Leipziger Männerhandball bleibt im Keller. Zum achten Mal in Folge verlor die Mannschaft um Trainer Frank Carstens. Gestern mit 31:37 (12:21) gegen den VfL Gummersbach vor fast viereinhalbtausend Zuschauern in der heimischen Arena an der Jahnallee. Die Gäste aus Nordrhein-Westfalen erzielten hingegen ihren elften Sieg in Serie und behaupten sich somit weiterhin souverän auf dem vierten Platz der Bundesliga.
Ob sich der drohende Abstieg in die Zweitklassigkeit noch verhindern läßt, wird sich am 25. April zeigen. Dann sind die Leipziger in Kiel zu Gast. Der „Turnverein Hassee-Winterbeck“ (THW) wurde 1904 gegründet und besticht vor allem durch die Qualität seiner Handballer. Derzeit belegt das Team Platz 5 der Bundesliga.
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