Bei aller Feierei soll nicht vergessen werden, wie wertvoll unser Leben ist. Ein Gedenkort für Organspendende und eine dazugehörige Ausstellung rücken dieses wichtige Thema nun in unser Blickfeld. Zudem wird heute Abend erlebbar, was dazugehört, vor Gericht für Staunen und Gerechtigkeit zu sorgen. Doch zunächst schwingen sich Aras im Zoo zu unerwarteten, interkontinentalen Vorhersagen auf.

Fußball aus der Vogelperspektive

Da staunten die Zoo-Besucher nicht schlecht, als ein Koala vor zehn Jahren Spieltipps zur Fußball-EM abgab. Und der kleine Kerl hatte auch noch den passenden Namen: Oobi-Ooobi. Vor zwei Jahren orakelte dann Seelöwin Hilla während der Europameisterschaft. Zur bevorstehenden WM auf dem amerikanischen Kontinent sind nun die ursprünglich in dessen Süden beheimateten Aras gefragt.

Während des Turniers sollen sie als „ARAkel“ ihre Vorhersagekünste unter Beweis stellen und künftig die Spiele der deutschen Nationalmannschaft tippen. Damit verbindet der Leipziger Zoo die Aufmerksamkeit rund um das Fußball-Großereignis mit seinem Engagement für den Artenschutz. Denn auf diese Weise fungieren die Zoo-Papageien auch als Botschafter ihrer in freier Wildbahn stark bedrohten Artgenossen.

Heute absolvieren sie ihr letztes Training für die ungewöhnlichen Fußballprognosen und werden eine Vorhersage für das Eröffnungsspiel (Mexiko gegen Südafrika) abgeben. Die Aras leben seit dem Frühjahr in der neu errichteten Voliere, die mit ihren 830 qm die großzügigste Anlage dieser Art in Mitteldeutschland ist.

Schräge Vögel. Als Test sollen die Aras heute über das Spiel „Mexiko – Südafrika“ entscheiden. Foto: Benjamin Weinkauf

Deutschland sucht den Super-Anwalt

Juristerei ist nicht nur eine Frage des Rechthabens, sondern auch des Vortrags auf dem Weg zum Rechtbekommen. Unvergessen sind Filme wie „Die zwölf Geschworenen“, „Wer den Wind sät“ oder „Eine Frage der Ehre“. Was auf der Leinwand beeindruckt, muss für angehende Juristinnen und Juristen im realen Leben hart erarbeitet und studiert werden: der packende, überzeugende Vortrag.

Erleben kann man so etwas heute live bei der Stiftung Forum Recht. Um 19 Uhr findet dort der mitteldeutsche Vorentscheid des DAV Jura-Slams 2026 statt. Die Veranstaltung wird gemeinsam von der Stiftung Forum Recht, dem Fachschaftsrat Jura der Universität Leipzig und dem Deutschen Anwaltverein organisiert. Der DAV Jura-Slam richtet sich an Nachwuchs-Juristinnen und -Juristen, die in kurzen Vorträgen juristische Themen sowie Aspekte des Jura-Studiums verständlich und pointiert präsentieren. Ziel des Wettbewerbs ist es, juristische Inhalte einem breiteren Publikum näherzubringen und zugleich die Kommunikationskompetenz angehender Juristinnen und Juristen zu stärken. Die Siegerin oder der Sieger des mitteldeutschen Vorentscheids qualifiziert sich für das Finale des DAV Jura-Slams 2026 am 17. November 2026 in Berlin.

Der Eintritt zur Veranstaltung in der Stiftung Forum Recht (Universitätsstraße 20 in 04109 Leipzig) ist frei, eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.

Legendär: Spencer Tracy als überzeugender Anwalt Drummond, einen Lehrer verteidigend, der Darwins Evolutionstheorie für plausibel hält. Szenen-Foto: “Inherit the Wind” / Lomitas / United Artists

Gedenkort für verstorbene Lebensretter

Nachdem am Wochenende im Universitätsklinikum Leipzig (UKL) ein Gedenkort für Organspenderinnen und Organspender eingeweiht wurde, zeigt das Stadtbüro ab heute die weiteren Wettbewerbsbeiträge zur künstlerischen Gestaltung des Erinnerungsortes. Zu sehen sind sämtliche Entwürfe und Modelle des Einladungswettbewerbs, aus dem die Arbeit der 1964 geborenen Leipziger Künstlerin Susanne Werdin als Siegerin hervorging.

Der Gedenkort befindet sich im Foyer von Haus 4 des UKL und wurde gemeinsam von der Stadt Leipzig, dem Universitätsklinikum Leipzig, dem Netzwerk Spenderfamilien, der Deutschen Stiftung Organtransplantation sowie engagierten Bürgerinnen und Bürgern realisiert. Die Ausstellung ermöglicht Einblicke in die unterschiedlichen künstlerischen Ansätze, mit denen sich die eingeladenen Künstlerinnen und Künstler dem Thema Organspende genähert haben und wird heute um 16 Uhr eröffnet. Sie ist bis zum 3. Juli 2026 im Stadtbüro am Burgplatz (Zugang über Markgrafenstraße 3) zu sehen. Geöffnet ist dienstags bis donnerstags von 13 bis 18 Uhr sowie freitags von 13 bis 15 Uhr.

Trotz steigender Zahlen bleibt der Mangel an Spenderorganen groß: Ende 2025 standen 8.199 Menschen auf den Wartelisten für ein Spenderorgan, 3.150 Patientinnen und Patienten erhielten im selben Jahr eine Transplantation. Organspenden erfolgen in Deutschland grundsätzlich freiwillig und nur mit ausdrücklicher Zustimmung.

Söhnke, Alwin, Willi und Albert verdanken Organspendern ihr Leben. Am Wochenende waren sie Gäste bei der Einweihung des Gedenkortes. Foto: Rico Thumser / Universitätsklinikum Leipzig

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