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Am Landgericht wird ein interessantes Urteil zu politischem Extremismus erwartet. Das Stadtgeschichtliche Museum befasst sich mit einem direkt verwandten, ernsten Thema. Wohnkosten beschäftigen die Friedrich-Ebert-Stiftung, die IG Metall grillt für ausländische Arbeitnehmer – und Berufspendler brauchen auf der A72 deutlich mehr Zeit.
Es wird eng im Berufsverkehr
Autofahrer müssen sich ab heute Morgen am Autobahnkreuz Leipzig auf Einschränkungen und sehr wahrscheinlich auch auf Stau einstellen. Auf der A72 wird im nördlichen Bereich des Kreuzes ab 7:30 Uhr in beiden Fahrtrichtungen jeweils ein Fahrstreifen weggenommen. Nach Angaben der Autobahn GmbH ist die veränderte Verkehrsführung bis Sonnabend, 26. September, 16 Uhr, vorgesehen.
Anlass ist das Schließen einer Mittelstreifenüberfahrt, die für die laufenden Bauarbeiten eingerichtet worden war. Während dieser Arbeiten wird der Verkehr in beiden Richtungen jeweils einspurig an der Arbeitsstelle vorbeigeführt. Die Einschränkung steht im Zusammenhang mit einem größeren Sanierungsprojekt im Leipziger Autobahnnetz. Zwischen den Anschlussstellen Leipzig-Neue Harth und Leipzig-Südost erneuert die Autobahn GmbH von April bis Dezember 2026 auf einer Strecke von rund 7,2 Kilometern die Fahrbahn der Richtungsfahrbahn Dresden. Darüber hinaus werden Schutzeinrichtungen erneuert und neun Brückenbauwerke instandgesetzt.
Die Bauarbeiten werden grundsätzlich bei laufendem Verkehr ausgeführt. Im Baustellenbereich gilt aus Sicherheitsgründen Tempo 80. Für das gesamte Sanierungsprojekt veranschlagt die Autobahn GmbH Kosten von ungefähr 15 Millionen Euro. Diese Summe bezieht sich auf das Gesamtvorhaben zwischen Leipzig-Neue Harth und Leipzig-Südost und nicht allein auf die heute beginnende Fahrstreifenreduzierung an der A72. Die heute um 7:30 Uhr beginnende Einschränkung fällt in den morgendlichen Berufsverkehr und kann insbesondere für Pendler zu Behinderungen führen.
Eng wirds auch beim Wohnen
Steigende Mieten und die wachsenden Wohnkosten belasten nicht nur die Portemonnaies, sondern auch die Seele, führen zu Ängsten und zunehmender Armut. Dieses Problemfeld steht heute im Mittelpunkt einer öffentlichen Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung in Leipzig. Unter dem Titel „Red mit! – Zuhause unter Druck“ lädt die Stiftung von 18:00 bis 20:00 Uhr zu einer interaktiven Gesprächsrunde in ihr Landesbüro Sachsen in der Burgstraße 25, 04109 Leipzig, ein. Der Eintritt ist frei.
Nach Angaben der Friedrich-Ebert-Stiftung sind noch freie Plätze vorhanden; eine ONLINE-Registrierung ist heute noch tagsüber möglich. Mit der Anfrage sind Interessierte automatisch angemeldet; eine weitere Benachrichtigung erfolgt nicht.
Neben dem Blick auf die Kosten geht es auch um die politischen und gesellschaftlichen Möglichkeiten für Veränderungen. Dabei geht es nicht allein um die Einschätzungen der eingeladenen Fachleute und Politiker. Das Format ist als Dialog angelegt und soll auch Erfahrungen, Vorstellungen und Bewertungen der Besucher einbeziehen. Zur Diskussion steht unter anderem, welche Verhältnisse auf dem Wohnungsmarkt als gerecht empfunden werden und an welchen Stellen Veränderungen erforderlich sind. Als Grundlage für die Debatte verweist die Friedrich-Ebert-Stiftung auf den Monitoringbericht Wohnen 2025 der Stadt Leipzig. Der Bericht wurde am 31. März 2026 im Leipzig-Informationssystem der Stadt veröffentlicht. Nach den von der Stiftung daraus angeführten Daten stiegen die Mieten zwischen 2020 und 2024 um 29 Prozent. 41 Prozent der Leipziger Haushalte geben mehr als 30 Prozent ihres Einkommens für Wohnkosten aus. Bei 19 Prozent der Haushalte beträgt dieser Anteil bereits mehr als 40 Prozent.
An der heutigen Gesprächsrunde beteiligen sich Dirk Panter, Mitglied des Sächsischen Landtags, Prof. Dr. Thomas Lenk, ehemaliger Direktor des Kompetenzzentrums für kommunale Infrastruktur Sachsen, Ines Senftleben, Architektin und Vertreterin der Sächsischen Architektenkammer, sowie Dr. Mario Hesse von der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig. Moderiert wird die Veranstaltung vom Leipziger Journalisten und Medienberater Wolfgang Brinkschulte.

Gewerkschaft grillt für Gäste
Sie sind unverzichtbar für den sogenannten „Arbeitsmarkt“ – und sie sind unsere Nachbarn und Mitmenschen. Aus dem Ausland zu uns gekommene Arbeiterinnen und Arbeiter. Die IG Metall Leipzig lädt sie heute ab 16 Uhr zu einem internationalen Grillfest für migrantische Beschäftigte in den Garten des Volkshauses ein. Mit der Veranstaltung will die Gewerkschaft Möglichkeiten zum Austausch über die Arbeits- und Lebenssituation schaffen. Nach Angaben der IG Metall sollen dabei auch sprachliche Hürden überwunden und Kontakte zwischen Beschäftigten gestärkt werden.
Vor Ort stehen Ansprechpartner zur Verfügung, die Spanisch, Englisch, Arabisch und Polnisch sprechen. So verbindet das Grillfest ein geselliges Beisammensein mit Themen aus Arbeitswelt, Integration und gewerkschaftlicher Organisation. Aus Gründen der besseren Planung ist es sinnvoll, sich heute Vormittag noch schnell HIER ONLINE anzumelden.
Museum gedenkt Leipziger Todesopfer
Ein Podiumsgespräch eröffnet heute Abend im Alten Rathaus die Ausstellung „Die verschwiegenen Toten. Todesopfer rechter Gewalt seit 1990 in Leipzig“. Diese erinnert an neun Todesopfer rechter Gewalt in Leipzig seit 1990 und befasst sich mit einem weiteren Verdachtsfall. Zugleich zeichnet sie nach, wie Gesellschaft und Politik mit den Taten und ihren Opfern umgegangen sind.
„Rechte Gewalt ist kein Randphänomen“, heißt es dazu vom Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig. Nach dessen Angaben führen verschiedene Initiativen für Deutschland seit 1990 mindestens 224 Todesopfer rechter Gewalt auf. Die Leipziger Ausstellung nimmt neben den Hintergründen der Taten auch Vorurteile gegenüber Betroffenen und Hinterbliebenen sowie die Entpolitisierung und Verharmlosung von Fällen in den Blick.
Auf dem Podium zur Eröffnung sprechen Vertreterinnen und Vertreter des Initiativkreises Antirassismus, die bereits an der 2013 erarbeiteten Ausstellung und nun auch an deren Überarbeitung beteiligt waren. Der Eintritt zu der um 18 Uhr beginnenden Veranstaltung ist kostenfrei, eine Voranmeldung unter stadtmuseum@leipzig.de ist erwünscht, aber nicht Bedingung für die Teilnahme.
Die Ausstellung selbst kann ab morgen, 16. September, bis zum 31. Oktober 2026 im Alten Rathaus besucht werden. Geöffnet ist sie Dienstag bis Sonntag jeweils von 10 bis 18 Uhr. Auch der Besuch der Ausstellung ist kostenfrei.
Urteil in Extremismus-Prozess erwartet
Im Berufungsprozess gegen eine frühere Buchhalterin des Magdeburger Uniklinikums wird heute am Landgericht Leipzig ein Urteil erwartet. Die 56-jährige Angeklagte soll sensible Personendaten und Anschriften unrechtmäßig abgefragt und Informationen an Personen aus dem linksextremen Milieu weitergegeben haben (LZ berichtete).
Anfang Februar hatte das Amtsgericht sie wegen Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung in zwei Fällen, davon in einem Fall in Tateinheit mit Hausfriedensbruch, zu anderthalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Sowohl die Beschuldigte, als auch die Anklage legten Berufung ein. Der Fall betrifft zwei bis heute unaufgeklärte Angriffe, die Ermittler dem linksextremen Milieu und mutmaßlich der Gruppe um Lina E. zurechneten.
Am 30. Oktober 2018 wurde der Neonazi Cedric S. in Wurzen von einer Gruppe zusammengeschlagen und schwer verletzt. Am 3. November 2019 griffen zwei Unbekannte eine damals 34 Jahre alte Immobilien-Prokuristin in ihrer Leipziger Wohnung an. Die Angeklagte soll laut Staatsanwaltschaft vor den Taten ihren dienstlichen Zugriff auf Melderegisterdaten für Recherchen genutzt und gewonnene Informationen weitergegeben haben.
Die Verteidigung bestreitet, dass die der Angeklagten zugerechneten Abfragen die Überfälle ermöglicht oder erleichtert hätten; auch für die Weitergabe von Adressen gebe es keinen Nachweis. Die Beschuldigte selbst hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert.
Vom Ausgang des Berufungsverfahrens berichtet in Kürze unser Reporter Lucas Böhme.

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