Die ausgefallene Revolution: „Zeigt uns den Virus, dann zeigen wir unsere Masken“ + Videos

LEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 79, seit Freitag, 29. Mai 2020 im HandelFür alle LeserNoch am Samstag, 16. Mai, freute man sich bei der „Bewegung Leipzig“ über einen neuen Zahlenrekord bei ihrer Kundgebung auf dem Leipziger Marktplatz. Rund 400 Teilnehmer waren gekommen, darunter auch einer der drei „Widerstand 2020“-Partei-Gründer und Leipziger Rechtsanwalt Ralf Ludwig. Was am letztlich geringen Interesse an seinem Redebeitrag und an der eher kleinen Kundgebungsbeteiligung selbst stutzig machte, war der Umstand, dass der „Widerstand 2020“ bis zu diesem Zeitpunkt über 100.000 Online-Parteieintritte ohne Mitgliedsbeitrag vermeldet hatte. Gigantische Zahlen einer Bewegung, deren Zeit gekommen schien und welche mehr bundesweite Parteimitglieder als bei B90/Die Grünen, Linke und AfD zusammen bedeutet hätten.
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Kurz danach klarte das Bild jedoch auf, als der „Widerstand“ einräumen musste, zwar jede Menge Rückmeldungen, aber nicht mehr als ein paar Hundert echte Partei-Mitglieder gefunden zu haben. Nicht der ersten Fauxpas einer Bewegung, welche es mit der Wahrheit offenkundig nicht so genau nimmt. Zuvor hatte der bekannte Philosoph Giorgio Agamben gegenüber der „Jungen Welt“ dementiert, Mitherausgeber der kostenlosen Wochenzeitung „Demokratischer Widerstand“ zu sein, obwohl man seinen Namen in den ersten Ausgaben fand. Auch inhaltlich machte man passend, was nicht ins Bild der neuen „Corona-Diktatur“ passen wollte.

Prominentestes Beispiel wohl der Abdruck einer Europäischen Corona-Statistik, welche mit Datum vom 15. April 2020 vorgeblich keine Übersterblichkeit durch Corona-Todesfälle zeigte. Konnte die offizielle Statistik der Gesundheitsinstitutionen in der EU nicht, da diese Zahlen erst mit der Inkubationszeit von 10 bis 14 Tagen erfasst wurden.

Harmlose Spinner oder rechte Umtriebe?

Bis auf einen satten Rempler eines „Bewegung Leipzig“-Kundgebungsteilnehmers gegen den Leipziger Stadtrat Thomas Kumbernuß (Die PARTEI) und die kurzzeitige Festnahme des stadtbekannten Montagsmahnwachen- und Legida-Aktivisten Stephane Simon auf Bitten des Veranstalters, verliefen die bisherigen Zusammenkünfte der „Bewegung Leipzig“ weitgehend störungsfrei bis harmlos.

Doch was sich in anderen Städten Deutschlands mit Schwerpunkten in Stuttgart, Berlin und München zwischenzeitlich als eine neue, libertäre bis pseudowissenschaftliche Bewegung zu etablieren schien, findet offenbar in Leipzig keinen echten Resonanzboden. So kamen die in deutlich kleineren Städten Sachsens bis zu 500 Teilnehmer starken „Montagsspaziergänge“ gegen die Corona-Einschränkungen mit 32 handgezählten Demonstranten am 25. Mai in Leipzig quasi zum Erliegen.

In der Hochzeit am 16. Mai 2020 maximal 400 Teilnehmer. Am heutigen 30. Mai noch maximal 100 Beteiligte bei der "Bewegung Leipzig". Foto: Michael Freitag

In der Hochzeit am 16. Mai 2020 maximal 400 Teilnehmer. Am heutigen 30. Mai noch maximal 200 Beteiligte bei der „Bewegung Leipzig“. Foto: Michael Freitag

Die regionalen Unterschiede zwischen den einzelnen Demonstrationen der „Corona-Kritiker“ sind nun, gut vier Wochen nach ihrem erstmaligen Auftreten, unübersehbar. Während sich in Berlin neben Impfgegnern, Verschwörungsfans und Ken Jebsen-Jünger an den „Hygienedemos“ beteiligte Hooligans bereits Prügelszenen mit der Polizei lieferten, scheint es in Stuttgart einen echten Hotspot zu geben. Neben der gleichen Angst vor einer drohenden Wirtschaftskrise wie überall, scheint es hier ein erhöhtes Misstrauen gegen die bereits zurückliegenden Corona-Entscheidungen der Regierungen der Welt zu geben.

Dass sich in der Spitze immerhin 5.000 Menschen auf dem Cannstatter Wasen einfanden, ist bislang einmalig in Deutschland geblieben, in Leipzig kam die größte Versammlung am Samstag, 16. Mai, bisher auf gerade einmal 400. Damit blieb die „Bewegung Leipzig“ bislang noch hinter den heute als Legida-Vorläufer einzustufenden „Montagsmahnwachen“ von 2014 zurück.

Ob da in der Baden-Württembergischen Landeshauptstadt auch ein Teil zerstörtes Vertrauen in handelnde Politik noch von Stuttgart 21 überhängt oder die Homöopathen-Dichte mit dem Durchschnittseinkommen regional steigt – wer weiß.

In Leipzig verliefen die Kundgebungen von „Bewegung Leipzig“ und Demonstrationen anderer Gruppierungen (mit Schnittmengen) – die bis heute bei den „Spaziergängen“ ja keine sein wollten – in kleinem Rahmen, friedlich und unter früher Begleitung durch linken Gegenprotest. Dieser richtete sich gegen kuriose Redebeiträge zu Zwangsimpfungen hier, ein bisschen QAnon-Verschwörung da und vor allem gegen die Andockversuche rechter Kreise wie der rechtsextremen „Identitären Bewegung“ oder ehemaligen Legida- und Montagsmahnwachen-Aktivisten.

„Bewegung Leipzig“ – Erst Sammelbecken, jetzt „konstruktiv“?

Nach einem Anfang mit strikt offenem Mikrophon, hatte die „Bewegung Leipzig“ in einer Art ersten Reaktion auf die Gegenproteste von „Leipzig nimmt Platz“, Linksjugend bis hin zum Peterskirchpfarrer Andreas Dohrn versucht, den Weg in Richtung „konstruktive Initiativen“ zu gehen, suchte laut eigenen Aufrufen für den Tag Redebeiträge, die Lösungsansätze für reale Probleme oder wichtige lokale Ideen über die Corona-Zeit hinaus beschreiben.

Heraus kam dann über das bekannte Bedingungslose Grundeinkommen, welches Volkmar Kreiß (WVL) vorstellte, hinaus nicht so viel Inhaltliches. Eher leicht anschlussfähige „Love, Peace and Happiness“-Ansprachen, deren Fazit auch schon vor 30 Jahren auf so mancher Pinnwand eines alternativen Psychologen-Haushaltes einen Stammplatz hatte.

Eine Rednerin berichtete so am 16. Mai, sichtbar selbst bewegt von ihrem Text, dass man sich erst einmal selbst lieben muss, um andere lieben zu können. Und dass die Konsumgesellschaft von sich selbst ablenke, das Zwischenmenschliche und die Umwelt zerstöre. Wenn das für die Zuhörer neu war, dann gut, dass noch einmal gesagt wurde, was bei „Fridays for Future“ und der weltweiten Wissenschaftscommunity seit über einem Jahr Dauerthema ist. Konkreteres oder gar, wie angekündigt, lokal und konstruktiv Praktisches, blieben Mangelware.

So auch beim Auftritt vom Rechtsanwalt und „Widerstand 2020“- Mitgründer Ralf Ludwig am gleichen Tag. Fast schon Berufspolitiker hob Ludwig in seiner Rede die Zukunft seines eigenen Kindes hervor und wünschte sich für dieses eine schöne solche. Auffällig auch hier die Ich-Bezogenheit bei gleichzeitiger Betonung der „Menschheitsfamilie“, deren Wohl sich die Macher bei der „Bewegung Leipzig“ verpflichtet fühlen.

Wie dieser globale Gemeinschaftsgedanke mit der Leugnung der Gefahr eines weltweit auftretenden Virus‘ ohne einen Impfstoff als Abwehrmöglichkeit und einer vorgeblichen „Corona-Diktatur“ zusammenpasst, konnte hingegen keiner der Redner glaubhaft erläutern. Auf die Frage, wie man selbst in Verantwortung stehend auf eine pandemische Situation vor nunmehr drei Monaten reagiert hätte, gab es ebenfalls keine Antwort, nicht einmal die Fragestellung. Dafür immer wieder die Forderungen, auf jene Mediziner zu hören, die das Virus als normale Grippe bezeichnen und von Beginn der Pandemie an verlangten, keine Abwehrmaßnahmen einzuleiten.

Oder sich an den „schwedischen Weg“ zu halten, also eine schnellere „Durchseuchung“ der Bevölkerung mit dreimal mehr Todesfällen bislang zu versuchen. Was dies bei 10 Millionen Schweden zu 82 Millionen Deutschen in den vergangenen Monaten bedeutet hätte, wollte auf den bisherigen Versammlungen noch niemand erläutern.

Die Angst vor einer Zwangsimpfung und implantierte Chips bei der Bewegung Leipzig. Foto: Michael Freitag

Die Angst vor einer Zwangsimpfung und implantierte Chips bei der Bewegung Leipzig. Foto: Michael Freitag

Neu ist letztlich eher das Gemisch, welches man eher in der wirtschaftslibertären Denkrichtung vorfindet: Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht und staatliches Handeln ist stets der Eingriff in die persönliche Freiheit. Diese wird dabei in einer derart absoluten Form verstanden, dass sie offenbar auch über die Ansteckungsgefahr eines anderen Menschen geht. So betrachtet, ist auch die Ablehnung von Impfungen in dieser Bewegung denklogisch verstehbar: Was kümmert mich die Erkrankung desjenigen, den man angesteckt hat und der halt ein schwächeres Immunsystem hat?

Nicht grundlos weisen die Kritiker der Corona-Kritiker darauf hin, dass es sich bei diesem wenig solidarischen Modell kaum um die Interessen der ökonomisch und körperlich Schwachen drehen kann. Also jene, die auf Sozialstaat, solidarische Gesundheitsversorgung und die Schutzfunktionen des Rechtsstaates deutlich mehr angewiesen sind, als ökonomisch Starke.

Die PARTEI Leipzig kam am 16. Mai 2020 zur „Zwangsimpfung“ vorbei

Video: L-IZ.de

Schiefer Start, esoterische Klapsmühlen und rechte Andockversuche

Wie die Macher von „Bewegung Leipzig“ nach einem Auftakt mit offenem Mikrophon und teils gezielten Werbereden für eine Verschwörungszeitung namens „Ketzerbriefe“ aus der rechtsesoterischen Klapsmühle einiger Beteiligter und der Vorstellung einer internationalen Verschwörung der globalen Eliten gegen die Menschheit zurück zum konstruktiven Dialog mit Lösungsansätzen finden wollen, ist offen.

Bislang wurde mehrfach bei der Anpreisung eben jener „Ketzerbriefe“-Zeitung eine weltweite Pandemieplanung, mit den entsprechenden Handlungsleitlinien beim Auftreten einer solchen, als Vorbereitung für die bewusste Einleitung einer Pandemie umgedeutet. Was die „Leipziger Volkszeitung“ nicht daran hinderte, just am 16. Mai 2020 in ihrer Wochenendausgabe im Kulturteil Werbung für das Blatt, welches darüber hinaus die AfD lobt und die Linke verteufelt, zu drucken. Um sich danach via Twitter dafür zu entschuldigen und Besserung zu geloben.

Werbung für die „Ketzerbriefe“ am 2. Mai 2020 auf dem Nikolaikirchhof

„Die ganze Welt ein Gefängnis“ – einer von zwei Redenbeiträgen zum „großen Plan“ bei der „Bewegung Leipzig“. Video: L-IZ.de

Als vorläufigen Höhepunkt der offenen Worte konnte man zudem am 12. Mai auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz dem Auftritt von Stephane Simon beiwohnen. Bereits bei den Montagsmahnwachen und vor allem später bei Legida mischte der ehemalige Polizist ebenso mit, wie beim „Bürgerprotest“ gegen einen Moscheebau der muslimischen AhmadiyyaGemeinde. Was er zu sagen hatte? „Die Antifa“ seien die neuen Faschisten. Noch am gleichen Abend geriet er selbst in eine Schlägerei weitab vom Versammlungsgelände Leuschnerplatz.

Dass mit dem Sendungsbewusstsein des Leipziger Aktivisten nicht zu spaßen ist, erlebte dann auch die „Bewegung Leipzig“ selbst.

Als Simon am 16. Mai 2020 das Mikrophon nicht noch einmal bekam, zog er erst minutenlang möglichst viel Aufmerksamkeit der Umstehenden auf sich und sein Vorhaben, doch sprechen zu wollen. Um dann vom Veranstalter herbeigerufenen Polizei-Beamten zur Personalienfeststellung folgen zu müssen. Kurz darauf meldete der für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk drehende Journalist Thomas Datt per Twitter noch einen Angriff Simons auf seinen Kameramann.

Stephane Simon am 12. Mai 2020 am offenen Mikrophon bei der „Bewegung Leipzig“. Und einer der Mitorganisatoren applaudiert. Foto: Michael Freitag

Stephane Simon am 12. Mai 2020 auf dem Leuschnerplatz am offenen Mikrophon bei der „Bewegung Leipzig“. Und einer der Mitorganisatoren applaudiert. Foto: Michael Freitag

Nun will die „Bewegung Leipzig“ vorerst nicht auch noch am Dienstag, sondern nur noch samstags auf dem Leipziger Marktplatz demonstrieren – nach einer Pause, in welcher man sich neu organisieren wollte. Offenbar hat man nun neben dem Abflauen der ersten Kritikwelle wohl verstanden, dass man auf der schiefen Ebene von Wahnvorstellungen wie der einer weltweiten „Corona-Diktatur“ nur ganz schwer in einen sachlichen und konstruktiven Dialog zurückfindet.

Die kommenden Versammlungen, welche die Bewegung stets anmeldet und Auflagen wie Mundschutz und Mindestabstände einzuhalten versucht, werden zeigen, was aus der „Bewegung Leipzig“ wird.

Der Veranstalter der „Bewegung Leipzig“ bittet die Polizei am 16. Mai 2020 um Hilfe

Video: L-IZ.de

Spaziergänger“ – Demonstrieren ohne Demonstration

Mit dem „Anmelden“, also der Benennung einer Versammlungsleiter/-in, taten sich hingegen die montäglichen „Spaziergänger“ schwer. Natürlich gibt es von hier Schnittmengen mit „Bewegung Leipzig“, „Leipzig steht auf“ und anderen meist 100 bis 300 Kontakte starken Telegramgruppen. Ihre Form des Protestes ist eher die aktive Infragestellung von Maßnahmen, wie dem Tragen eines Mundschutzes zur Vermeidung der Gefährdung anderer auf Demonstrationen oder der Mindestabstand von 1,5 Metern zueinander.

Durch das vorgeblich spontane Versammeln auf dem Nikolaikirchhof und meist danach auf dem Augustusplatz nebst anschließendem Gang durch die Leipziger Innenstadt versuchte man in den vergangenen Wochen, dabei eine Art Unorganisiertheit zu simulieren. Die natürlich durch die Aufrufe und Absprachen in der offen einsehbaren Telegramgruppe „Widerstand 2020_Leipzig“ leicht als Mittel zum Zweck erkennbar ist. Außer offenbar für die Leipziger Polizei, die sich noch am Montag, 18. Mai zum dritten Mal „überraschen“ ließ und auf Nachfrage gegenüber L-IZ.de bereits an der Nikolaikirche einräumte, dass es erneut keine Versammlungsanmeldung für den „Spaziergang“ gab.

Auch dies die Absicht der anfangs noch rund 150 „Spaziergänger“, um die Masken und Abstands-Auflagen, wie sie die „Bewegung Leipzig“ erhielt, zu umgehen. Und da sich ja alle zufällig trafen, fühlte sich im Nachgang auch niemand für die Reichsflaggen verantwortlich, welche eine Woche zuvor vor der Eingangstür der Nikolaikirche im Umfeld der Corona-Proteste aufgetaucht waren.

Was letztlich zu einer Situation führte, die sich gegen die „Corona-Rebellen“ richtete. Seit dem 11. Mai wurden die „Spaziergänge“ von immer mehr linken Gegenprotestlern begleitet, am 18. Mai sahen sich so noch etwa 40 Teilnehmer rund 150 (maskierten) Gegendemonstranten gegenüber. Während diese an mehreren Stellen in der Leipziger Innenstadt versuchten, mit friedlichen Blockaden den „Spaziergang“ zu stoppen und lautstark auf die zeitweiligen, maskierten Anführer des „Spazierganges“ mit „Blut und Eisen“-Shirt hinwiesen, ließen die wenigen begleitenden Polizeibeamten die bewussten Abstands- und Masken-Verstöße der Corona-Maßnahmen-Kritiker zu.

Das Titelblatt der Leipziger Zeitung, Ausgabe 79. Foto: L-IZ.de

Das Titelblatt der Leipziger Zeitung, Ausgabe 79. Foto: L-IZ.de

Erst in der Klostergasse und später in der Reichsstraße nahmen die Beamten an diesem Tag erstmals die Personalien aller am Corona-Protest Beteiligten auf und zerstreuten den Gegenprotest. Ausdruck des Selbstverständnisses der „Spaziergänger“ an diesem Tag wohl die lautstarke Antwort eines Teilnehmers auf die Aufforderung des Gegenprotestes, eine Maske aufzusetzen: „Zeigt uns den Virus, dann zeigen wir unsere Masken“.

Während nun den Beteiligten ein Bußgeld in mutmaßlicher Höhe von 150 Euro wegen Verstoßes gegen die Maskenpflicht auf Demonstrationen droht, verlieren offenbar immer mehr die Lust am Spazierengehen.

Am letzten Montag, den 25. Mai, wurden noch 32 Teilnehmer gezählt und der „Spaziergang“ musste erstmals als Demonstration angemeldet werden. Erneut begleitete der Gegenprotest von „Leipzig nimmt Platz“ in mehrfacher Anzahl, sodass der Corona-Protest hinter dem Frontbanner des Gegenprotestes herlaufen musste.

Nachtrag d. Red. vom 30. Mai 2020: Erneut von Gegenprotesten begleitet, versammelten sich am 30. Mai 2020 noch etwa 200 (die Polizei meldet 300) Teilnehmer bei der „Bewegung Leipzig“ auf dem Marktplatz.

Die „Spaziergänge“ vom 18. und 25. Mai 2020 (Impressionen)

Video: L-IZ.de

Lesen Sie mehr zum Thema auf der L-IZ.de:

https://www.l-iz.de/tag/demonstration
https://www.l-iz.de/tag/Coronakrise

Montag, der 11. Mai 2020: Nun demonstrieren auch die Gegner der Gegner der Corona-Regeln

Kritiker/-innen der Corona-Maßnahmen stoßen in Leipzig auf immer mehr Widerstand + Video

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