Erst flogen knatternde Motorräder durch die Luft, dann stieg rot-weißer Rauch auf. Unter dem Titel „RB Leipzig Season Heat Up 2026“ zelebrierten die Rasenballer auf der Festwiese am Sportforum ihre diesjährige Saisoneröffnungs-Party. Am nächsten Wochenende stehen dann bereits die erste Pflichtspiele auf dem Programm: Die Männer sind in der 1. DFB-Pokalrunde in Trier gefordert, die Frauen empfangen zum Bundesliga-Auftakt Bayer Leverkusen.

Bevor die beiden Teams auf der Bühne am Fuße des Glockenturm den Fans präsentiert wurden, kam zunächst ein alter Bekannter zu Wort: Kevin Kampl hatte es mal wieder nach Leipzig verschlagen. Anfang Januar beendete der langjährige RB-Kicker wegen eines tragischen Todesfalls in der Familie seine Profikarriere. „Ich habe ein paar Monate gebraucht, um den Akku wieder aufzuladen“, sagte auf der Bühne, „Aber jetzt kribbelts schon wieder“. An seine acht Jahre in Leipzig erinnert sich der 35-Jährige immer noch gern, besonders an den ersten Pokalsieg 2022. Damals sorgte er für öffentliche Kontroversen, weil er eine Dose Red Bull in die Pokal-Trophäe geschüttet hatte.

Dann kamen die aktuellen Spielerinnen und Spieler auf die Bühne. „Wir wollen in der Bundesliga oben angreifen und attraktiven Fußball spielen“, kündigte Männer-Kapitän David Raum an. Ihm ist aber auch bewusst: „Die Bayern sind trotzdem noch ein ganz anderer Gradmesser“. Und natürlich freut sich der 28-jährige Nationalspieler nach einem Jahr des Verzichtes auch wieder auf reizvolle Begegnungen in der Champions League. „Madrid wäre eine ganz coole Station“, wünschte er sich – dann würde es zudem auch ein Wiedersehen mit Ex-Kollege Yan Diomande geben, der nach langem Transferpoker nun beim „königlichen“ Real angeheuert hat.

Moderatorin Clara Mohr im Interview mit Frauen-Cheftrainer Jonas Stephan (RB Leipzig/ mitte) und Martin Demichelis (Cheftrainer Männer, RB Leipzig). Foto: Jan Kaefer

„Ich freue mich sehr und auch die Jungs sind schon richtig heiß“, blickte Cheftrainer Martin Demichelis in Richtung Pflichtspiel-Start. Intensiven Fußball will er spielen lassen, der aggressiv nach vorne geht. „Die Fans sollen gerne ins Stadion kommen und Spaß an unseren Spielen haben“, so der neue Übungsleiter. „Das Gefühl am Ende des Spiels soll sein, dass wir alles auf dem Platz gelassen haben“. Am kommenden Samstag, dem 22. August ist genau diese Mentalität erstmals unter „echten“ Wettbewerbsbedingungen gefragt. Dann gastiert RBL in der 1. DFB-Pokalrunde beim Südwest-Regionalligisten Eintracht Trier. Anstoß ist um 18 Uhr.

Einen Tag danach, am Sonntag, dem 23. August, greifen auch die RB-Frauen ins neue Punktspiel-Geschehen ein. Um 16 Uhr empfangen sie am ersten Bundesliga-Spieltag die Werkselfen von Bayer Leverkusen am Cottaweg. Cheftrainer Jonas Stephan hatte in der Vorbereitung an einigen Stellschrauben zu drehen. Immerhin gleich 15 Spielerinnen der vergangenen Saison sind nicht mehr dabei. Dafür galt es, 13 Neue ins Team zu integrieren. Elf von ihnen sind ausländische Neuzugänge. Besonders in den Niederlanden – mit vier Spielerinnen – und Belgien – mit drei Spielerinnen – war man fündig geworden.

Der Coach ist mit der Vorbereitung zufrieden, auch wenn es ein paar kleinere Verletzungsproblemchen gegeben hatte. Die scheinen nun größtenteils ausgestanden. Beim Auftakt kann seine Mannschaft daher „fast mit voller Kapelle“ auflaufen. „Wir werden alle Spiele mit einer All-out-Mentalität angehen“, verspricht der 34-Jährige und wünscht sich noch ein paar mehr Zuschauer bei den Frauen-Spielen. Letztes Jahr lag der Schnitt pro Spiel bei 1.706 Interessierten. Vielleicht ein zusätzlicher Anreiz: Die Ticketpreise wurde gesenkt – und Kinder bis einschließlich 14 Jahren kommen kostenlos ins Stadion.

Der letzte Test vor dem scharfen Start verlief durchaus erfolgreich. Gegen Bundesliga-Absteiger FC Carl Zeiss Jena, der in dieser Saison damit Zweitliga-Luft schnuppern muss, gab es einen unerwartet deutlichen 10:1-Sieg. Es kann also losgehen.

 

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