Der mutmaßliche Anschlag am Rande des Christopher Street Days in Berlin überschattet den Beginn der neuen Woche: Am heutigen Montag fanden bundesweit Gedenkveranstaltungen und Mahnwachen zu Ehren der Opfer statt. Außerdem: Bundeskanzler Friedrich Merz fährt fort mit der Neuordnung seines Kabinetts und der durch seine Ausstellung „Körperwelten“ bekannt gewordene Leichenpräparator Gunther von Hagens ist verstorben. Die LZ fasst zusammen, was am Montag, dem 27. Juli 2026, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

Mahnwache für Opfer nach Berliner CSD

Am frühen Abend um 18 Uhr fanden sich Menschen zu einer Mahnwache in Gedenken an die Opfer des mutmaßlichen islamistischen Anschlags auf den Berliner CSD auf dem Leipziger Marktplatz zusammen. Aufgerufen hatte dazu unter anderem der CSD Leipzig.

„Die Ereignisse […] erschüttern uns zutiefst. Unsere Gedanken sind bei allen Betroffenen, ihren Angehörigen und Freund:innen sowie der gesamten queeren Community. […] Gerade jetzt ist Zusammenhalt wichtiger denn je. Der Christopher Street Day steht für Sichtbarkeit, Vielfalt und das Recht, ohne Angst man selbst sein zu können. Daran halten wir fest“, hieß es im Aufruf.

Im Freistaat Sachsen wurden im Zeichen der Anteilnahme alle Flaggen an Dienstgebäuden auf Halbmast gehangen.  

Am vergangenen Samstag, dem 25. Juli, war gegen 22 Uhr ein Fahrzeug am Rande des Berliner Christopher Street Days in eine Menschenmenge. Eine Frau verstarb, 29 Menschen wurden teils lebensgefährlich verletzt. Bei dem Täter soll es sich um einen mutmaßlichen Islamisten handeln, der der Polizei schon bekannt war. Er war knapp 24 Stunden auf der Flucht, wurde am Sonntag aber von der Polizei erschossen.

Ein weiterer Tatverdächtiger wurde am heutigen Montag wieder freigelassen. Der Verdacht gegen den Mann habe sich laut Bundesanwaltschaft nicht erhärtet.

Politische Reaktionen

Aus den Reihen der Politik werden im Nachgang des Geschehens zahlreiche Forderungen laut. So machte sich Luigi Pantisano, Vorsitzender von Die Linke, erneut stark für die Forderung seiner Partei, Rechte queerer Menschen im Grundgesetz zu verankern. Die Politik müsse das Fundament legen, um queeres Leben in Deutschland zu sichern, anstatt „die Axt an soziale Projekte zu legen“, so Pantisano.

Natalie Pawlik (SPD), Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, sieht Handlungsbedarf, um der Radikalisierung von Kindern und Jugendlichen früher entgegenzuwirken. Kinder und Jugendliche müssten extremistische Propaganda erkennen und einordnen können.

CSU-Chef Markus Söder sprach sich derweil dafür aus, zu prüfen, ob grundsätzlich bei Gefährder*innen früher das Erwachsenenstrafrecht angewendet werden müsse. Bundeskanzler Friedrich Merz empfände es noch zu früh, um politische Konsequenzen zu ziehen.

CDU-Personalkarussell nimmt Fahrt auf

Das Personalkarussell der Christdemokraten dreht sich weiter: Mitten in der Sommerpause baut Bundeskanzler Friedrich Merz sein Kabinett munter um. Neuesten Informationen nach soll die bisherige CDU-Schatzmeisterin Franziska Hoppermann die neue Generalsekretärin ihrer Partei werden.

In den letzten Tagen wählte Merz bereits den bisherigen parlamentarischen Geschäftsführer Steffen Bilger als neuen Verkehrsminister aus, nachdem er dem bisherigen Verkehrsminister, Patrick Schnieder, nahegelegt hatte, sein Amt niederzulegen. Schnieder war daraufhin zurückgetreten.

Außerdem neue Posten erhalten sollen der bisherige CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann als neuer Gesundheitsminister. Damit löst er seine Parteikollegin Nina Warken ab, welche wiederrum auf die freiwerdende Stelle als Kanzleramtschefin rückt. Diese hatte bis zuletzt Thorsten frei inne – welcher nun die Nachfolge von Jens Spahn als Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU im Bundestag antritt.

Blumentopf als Wurfgeschoss auf Polizeiauto

In der Nacht vom vergangenen Samstag auf Sonntag rückte die Polizei zweimal zu einer Party in einem Mehrfamilienhaus in der Brunnenstraße in Leipzig-Liebertwolkwitz aus. Nachdem nach dem ersten Eintreffen der Beamten kurzzeitig Ruhe geherrscht hatte, war nur wenig später wieder eine Meldung wegen Ruhestörung eingegangen.

Als die Polizei ein weiteres Mal vor dem Haus auftauchte, warf ein 26-jähriger Mann einen Blumentopf auf das Auto der Beamten. Dieses wurde dadurch beschädigt. Verletzt wurde niemand.

Bei dem Werfenden stellte die Polizei einen Alkoholwert von knapp zwei Promille fest und traf auf der Feier außerdem einen 41-jährigen Mann an, welcher mit Haftbefehl gesucht wurde. Letzteren nahmen die Einsatzkräfte direkt mit in die JVA.

Energiewende, ein Fenstersturz und ergaunerte Elektronik

Worüber die LZ heute berichtet hat:

Jedes Jahr heißt es wieder „Demo, Kerzen und große Reden“: Wählen aller vier Jahre allein reicht nicht! Ein Kommentar

Der Fall Fechtner: Wenn ein mysteriöser Fenstersturz in Leipzig 1986 zum Roman einer vergeblichen Suche wird

Energiewende in Sachsen: Auch neue Befragung bestätigt große Zustimmung zum Ausbau der erneuerbaren Energien

Massenhaft Elektronik ergaunert: 28-Jähriger muss hinter Gitter

Gunther von Hagens verstorben

Was heute außerdem wichtig war: Wie heute bekannt wurde, ist der bekannte Leichenpräparator Gunther von Hagens im Alter von 81 Jahren gestorben. Er litt seit vielen Jahren an Parkinson. Bekannt wurde Hagens durch seine Ausstellung „Körperwelten“, welche konservierte Leichen zeigte.

Die Stadt Leipzig teilte am heutigen Montag mit, dass die Schleuse Connewitz wegen Niedrigwasser kurzfristig außer Betrieb genommen werden muss. Das Umtragen und die Nutzung des Fisch-Kanu-Passes aber seien weiterhin uneingeschränkt möglich, da die Schleuse Cospuden von der Maßnahme nicht betroffen sei, so die Verwaltung. Weitere Informationen gibt es hier.

 

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