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Wenn die Uhr nicht mehr tickt: Leichtathletik-Verband benötigt dringend finanzielle Hilfe

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    Es dürfte nicht allzu häufig vorkommen, dass es in der Fernsehsendung „Kripo live“ um Leichtathletik geht. Am 7. Februar war das aber leider notwendig. Denn zu Weihnachten hatten sich Diebe auf dem Stadiongelände der SG Motor Gohlis-Nord (MoGoNo) zu schaffen gemacht – die LZ Nr. 87 hatte im Januar darüber berichtet. Dabei wurde durch Beschädigungen und durch Diebstahl ein Gesamtschaden in Höhe von über 25.000 Euro angerichtet.

    Das ist schon rein aus finanzieller Sicht ein echter Brocken. Was aus sportlichem Blickwinkel aber nicht minder schwer wiegt ist die Tatsache, dass bei diesem Einbruch auch Teile der elektronischen Zeitmessanlage des Leipziger Leichtathletik-Verbandes (LLV) gestohlen oder beschädigt wurden. Was das für die Wettkampfpraxis bedeutet, beschreibt der Verband folgendermaßen:„Der Einbruch hat zur Folge, dass die elektronische Zeitmessanlage des LLV nicht mehr einsatzfähig ist und somit die Durchführung von Wettkämpfen nur stark eingeschränkt möglich ist. Für die Anerkennung von Leistungen und Rekorden bei Wettkämpfen sowie als Qualifikationen für höhere Veranstaltungen ist es wichtig, dass die Zeitmessung auf das Hundertstel genau ist. Im Durchschnitt ist die Zeitmessanlage bei 20 Wettkampftagen pro Jahr im Einsatz. Dabei werden Zeiten für Jung und Alt, Groß und Klein sowie für Profis oder dem Breitensport gemessen. Alles natürlich gemäß den Regeln des Weltverbandes und somit sind auch Rekordanerkennungen möglich.“

    Mit anderen Worten: Die fehlenden Teile müssen schnellstens ersetzt und die beschädigten Teile repariert werden, damit die rund 40.000 Euro teure Anlage wieder zuverlässig messen kann. Doch das kostet natürlich deutlich mehr Geld als ein Stadtverband oder Sportverein mal eben aus dem Ärmel schütteln kann. Versicherungen haben zwar einen großen Teil des Schadens beglichen, trotzdem bleibt eine Differenz von stolzen 6.700 Euro an den Leichtathlet/-innen hängen.

    Um dieses Loch stopfen zu können, hat sich der LLV auf der Crowdfunding-Plattform „gofundme“ mit der Bitte um Unterstützung an die Öffentlichkeit gewandt. Unter der Schlagzeile: „Den Dieben keine Zeit geben“ wird um Spenden gebeten. Bisher (Stand: 28. März) haben sich 49 Unterstützer/-innen an der Aktion beteiligt und dabei 3.610 Euro beigesteuert.

    Unter den engagierten Geldgeber/-innen hat die LZ auch einige aktive Leistungssportler/-innen entdeckt. Eine von ihnen ist Lilly Empl. Die U23-Juniorin startet schon viele Jahre lang für die SG MoGoNo, war Stabhochspringerin und zuletzt auf den Hürdensprint fokussiert. In der kommenden Saison möchte sie nun im Mehrkampf mitmischen. Was hat sie bewegt, bei der Spendenkampagne mitzumachen?

    Die neue Leipziger Zeitung (LZ) Nr. 89, VÖ 26.03.2021
    Die neue Leipziger Zeitung (LZ) Nr. 89, VÖ 26.03.2021

    „Die Zeitmessanlage spielt bei Wettkämpfen eine entscheidende Rolle, denn ohne sie ist ein Wettkampf nur beschränkt möglich“, so Empl auf LZ-Anfrage. „Man spendet für etwas Gutes, deswegen habe ich nicht gezögert und meinen Teil dazugegeben. Außerdem habe ich das Gefühl, dass ich somit auch meinem Verein etwas zurückgeben konnte“.

    Der wohl prominenteste Leichtathletik-Name auf der Spenderliste ist der von Marvin Schulte. Der 21-Jährige ist der aktuell schnellste Sprinter Leipzigs und war beispielsweise Schlussläufer der 4 x 100 Meter-Staffel des SC DHfK, die 2019 bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin die Goldmedaille erkämpfte.

    Gemeinsam mit seinem Vater Lars hat Marvin Schulte die Spendenaktion unterstützt: „Mein Dad hat mich auf die Aktion aufmerksam gemacht, und da ich als Kind und Jugendlicher sehr oft dort (Stadion des Friedens / d. Red.) gestartet bin, haben wir uns entschieden, einen kleinen Beitrag zu spenden.“

    Mit inzwischen 17 Jahren im Leistungssport ist Francisco Yero Cano von der TSG Markkleeberg schon ein „alter Hase“ im Wettkampfgeschehen. Den Hochspringer, dessen Bestleistung bei 1,90 Meter notiert, ist die Nachricht vom Einbruch bei MoGoNo auch emotional nahegegangen. „Ich war nicht nur enttäuscht, sondern richtig sauer und traurig darüber, dass so etwas passiert. Das ist ein Unding!“, sagte er der Leipziger Zeitung (LZ).

    „Ich habe dann nicht lange gefackelt. Es war für mich eine Selbstverständlichkeit, dort mitzuhelfen. Denn wir Leichtathleten sind eine große Familie und unterstützen uns auch von Verein zu Verein. Es sind Dinge gestohlen oder zerstört worden, die wichtig dafür sind, überhaupt Wettkämpfe stattfinden zu lassen. Aber solche Wettkämpfe sind unumgänglich, um sich für die verschiedenen Meisterschaften zu qualifizieren.“

    Das sind nur drei Geschichten von bisher 49, aber alleine diese Beispiele zeigen, wie sicherlich nicht nur die Leichtathlet/-innen mit der SG Motor Gohlis-Nord und dem Leipziger Leichtathletik-Verband mitfühlen. Mit den bisherigen Spenden ist ein hoffnungsvoll stimmender Anfang bereits gemacht. Nun gilt es dranzubleiben, um die erforderliche Summe von 6.700 Euro möglichst bald zu erreichen, damit starke sportliche Leistungen auch offizielle Anerkennung finden können.

    Der Link zur Crowdfunding-Aktion:
    https://de.gofundme.com/f/ae6utx-den-dieben-keine-zeit-geben

    „Wenn die Uhr nicht mehr tickt: Leichtathletik-Verband benötigt dringend finanzielle Hilfe“ erschien erstmals am 26. März 2021 in der aktuellen Printausgabe der LEIPZIGER ZEITUNG. Unsere Nummer 89 der LZ finden Sie neben Großmärkten und Presseshops unter anderem bei diesen Szenehändlern.

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