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Thema

Kurzgeschichten

Der Himmel aber ist immer blau: Lauter Lebensgeschichten, in denen Liebe irgendwie gerade nicht auf Lager war

Manchmal ist man ja richtig froh, das man die verkorksten Leben anderer Leute nicht leben muss. Das geht einem oft nach Woody-Allen-Filmen so. Von amerikanischen Vorabendserien ganz zu schweigen. Vielleicht erinnert sich die eine oder der andere auch noch an Robert Altmans Film „Short Cuts“ von 1993, gedreht nach Raymond Carvers Kurzgeschichten. In Angelika Arends Erzählungen fühlt man sich am Ende meist genauso. Wie ausgespuckt.

Schischyphusch oder Der Kellner meines Onkels: Drei Kurzgeschichten von Wolfgang Borchert, leicht satirisch illustriert

Da fiel auch Jonathan Hoffboll augenscheinlich sofort die bekannte Fassade der Alice-Salomon-Hochschule Berlin ein, die 2017 zum Spektakel in den Medien wurde, weil der Asta der Hochschule das auf der Fassade angebrachte Gedicht Eugen Gomringers als frauenfeindlich interpretierte. Ein Gedicht, das eigentlich von Bewunderung für Frauen erzählt und sie mit Blumen vergleicht. Und eine Blume spielt auch in Wolfgang Borcherts „Die Hundeblume“ die zentrale Rolle.

Die schöne Jugendzeit: Geschichten über die Liebe und die Einsamkeit in einem an sich selbst verstummten Land

Der Buchtitel klingt wie der eines Mädchenromans von Anfang des 20. Jahrhunderts. Aber davon darf man sich nicht täuschen lassen. Er korrespondiert auch mit dem schon erschienenen Gedichtband von Katja Winkler „Die schönen Jahre“. Und er ist hintersinnig. Im doppelten Sinn. Denn ein Großteil dieser Geschichten handelt in einem unverwechselbaren Land, das längst Geschichte ist. So, wie auch das eigene Leben irgendwann Geschichte ist.

Das Haus in Baiting Hollow: Stocknüchterne Kurzgeschichten eines ukrainischen Autors von diesseits und jenseits des Großen Teiches

Mit der Bibliothek „Ostsüdost“ ermöglicht der Leipziger Literaturverlag einen kleinen Blick in die Literaturen Osteuropas, darunter auch der Ukraine, die ja als Kulturland völlig zu verschwinden droht hinter den sich auftürmenden Nachrichten. Als bestünde das Land nur aus Konflikten und NATO-Interessen, und nicht aus Städten und Landschaften und lebendigen Menschen und ihren Träumen von einem erfüllten Leben.

Flüstern gegen die Wölfe: Geschichten vom Fremdsein in der erzwungenen Fremde

Man wird das Trauma nicht wirklich los, selbst wenn man ein halbes Jahrhundert in der Fremde lebt, so wie SAID, der 1965 als Student nach Deutschland kam und nicht wieder zurückkehren konnte in den vom Schah regierten Iran. Und auch die Revolution von 1979 änderte daran nichts, auch wenn er seine alte Heimat noch einmal kurz besuchen konnte. Die neuen Machthaber errichteten selbst wieder ein repressives Regime. Die Zeit der Wölfe endet nicht.

„Zwanzig Stufen“: Elf magische Geschichten über das Leben von Menschen, die wissen, dass sie Ausgegrenzte sind

Auch der Leipziger Literaturverlag ist so ein Brückenbauer, der wichtige Autoren aus anderen Sprachen ins Deutsche holt. Etliche darunter, die in ihren Heimatländern längst berühmt und mit hohen Literaturpreisen geehrt wurden. So wie Hélia Correia, die 2015 mit dem Prémio Camões geehrt wurde, dem höchsten Literaturpreis der portugiesischsprachigen Welt.

Leipzig Morbid oder Die Wiederkehr des Grausens als kurze, schlimme Nachtgeschichte

So muss es sein: Das neue Jahr beginnt mit Horror. Und damit ist nicht die weitverbreitete menschliche Dummheit gemeint, die gleich die erste Nacht des Jahres in Lärm, Staub, Dreck und Alkohol ersäuft (was erwarten sich diese Menschen dann eigentlich vom neuen Jahr?), sondern ein kleines schwarzes Überraschungsbuch aus dem Lychatz Verlag. Denn mit menschlichen Abgründen hat sich der kleine Leipziger Verlag bislang noch nicht beschäftigt.

Das aufregende Leben mit Geschwistern, mit aufmerksamstem Blick betrachtet

Es ist eines dieser Bücher von Voland & Quist, die einfach auf den ersten Blick nicht verraten, was wirklich drinsteckt. Und eine Entdeckung ist dieses Buch. So wie die Autorin eine Entdeckung ist – Journalistin in München, wo sie für das „Jetzt“-Magazin der Süddeutschen Zeitung schreibt. Aber wie betitelt man ein Buch, in dem es nur um eins geht: Geschwister, Geschwister, Geschwister!?

Thomas Bachmanns durchaus nicht fröhliches Psychogramm des Ostens 27 Jahre nach Banane

Die Latte lag hoch, die sich der Leipziger Autor Thomas Bachmann gelegt hat. Er wagte „den bittersüßen Versuch, einen Zeitabschnitt von gut 20 Jahren zu spiegeln“ und dabei den Blick über ein Land zu richten, „welches, geographisch verortet, die ‚neuen‘ Bundesländer sind.“ Aber eigentlich ist es die kleine Kneipe um die Ecke.

Die Einsamkeit der Kneipen, die Melancholie der Nacht und die Überraschungen des ganz normalen Lebens

Wenn man unsere Medien so Tag für Tag beobachtet, dann merkt man schon, wie sehr alles Richtung Westen fokussiert ist. Alles, was östlich von uns liegt, kommt bestenfalls mal vor, wenn sich dort einige Staatsmänner seltsam benehmen. Da braucht es ab und zu so eine aufmerksame Spurensuche in einer Literatur, die einem auch diesmal erstaunlich vertraut vorkommt.

Wunschnachbar Traumfrau: Uli Hannemanns Weiter-spinn-Geschichten aus einem ziemlich harten Berliner Leben

Vielleicht sollte man, wenn man zu viel grübelt, lieber doch kein Autor werden? Oder gehört das viele Grübeln notwendig dazu, weil einem sonst niemand abnimmt, dass man sich wirklich ernsthaft mit dieser Welt beschäftigt? Uli Hannemann ist so etwas wie der Moll-Ton in der Lesebühne LSD, „Liebe statt Drogen“. Neben eher quietschfidelen Herren namens Strübing, Tube oder Spider.

„Bild von der Lüge“ – Das befremdliche Leben als Zuschauerin und Organersatzteillager

Was lotet diese junge Dame da eigentlich aus? Der Titel verspricht eine Menge. Und die erste Geschichte in diesem Band heißt auch so und taucht auch hinab in jene jungen Jahre, in denen geistig wache Menschen meist mitkriegen, dass sie ganz gut sind im Erfinden, Schwindeln und Geschichtenerzählen. Durchaus mit kriminellem Potenzial. Autoren, die das nicht schaffen, haben ihr Metier nicht verstanden.

Zwei Leipziger Autorinnen erzählen ein klein wenig andere Weihnachtsgeschichten aus Sachsen

Mit Krimis kennen sich beide aus; Ethel Scheffler und Sylke Tannhäuser. Und einige Geschichten in diesem Band gehen genau so los, wie man sich den Anfang einer kleinen Tragödie vorstellt. Man wartet regelrecht darauf, dass es passiert. Doch die beiden Autorinnen aus Leipzig machen es diesmal ganz anders. Ist ja Weihnachten, dieses brenzligste aller Feste.

In seinen neuen Geschichten versucht Jan Lindner, ganz schauerlich zu sein, und begegnet sich selbst

Nun ja, der Teufel kommt in diesem Buch gar nicht vor. Auch nicht der Bursche auf dem Coverbild. Auch wenn es zuweilen durchaus beängstigend zugeht in Jan Lindners Geschichten. Der Leipziger Autor mag das Absurde, Düstere, Abgedrehte. Und einige seiner Texte sind auch deftig makaber und streifen die Randbereiche des Horrors. Obwohl Lindner eigentlich eher ein ausgebuffter Romantiker ist.

Zwölf kleine Geschichten über die Schwierigkeit, Nähe überhaupt noch auszuhalten

Wer führt schon Tagebuch über sein Liebesleben? Erst recht am Anfang, wenn man noch sucht, zaudert, alle Höhen und Tiefen mitnimmt und schier verzweifelt, weil die heiß Geliebte sich dann doch als etwas anderes entpuppt? Nirgendwo liegen besinnungsloses Glück und tiefste Niedergeschlagenheit so dicht beieinander. Ein Tagebuch ist es zwar nicht, was David Wozniak geschrieben hat. Aber so etwas Ähnliches.

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