Artikel aus der Rubrik Bildung

Nur nicht kleinkriegen lassen

Loests großes Buch über NS-Zeit, 17. Juni und Bautzen ist als Neuauflage so aktuell wie zur Entstehungszeit

Foto: Ralf Julke

Kann man Bücher, die vor einem Vierteljahrhundert erstmals erschienen, eigentlich noch einmal besprechen? Sollte man sogar. Immer wieder. Erst recht, wenn es Bücher sind, die so unverblümt ein ganzes Zeitalter sezieren. Erstmals erschienen ist Loests Buch 1981, dann wieder 1990 - mittendrin im Trubel der Umbrüche. Geschrieben hat er das Buch viel früher. Seit 1972 versuchte Loest, sein Leben in Worte zu fassen. Und er tat es schonungslos. Weiterlesen.

Untreueverdacht

Die AfD mag Unirektorin Schücking nicht

Foto: Tobias Eckart/Universität Leipzig

Unirektorin Beate Schücking hatte in den vergangenen Wochen allerhand Grund zur Freude. Die gescheiterte Rektorwahl durfte sie, die Nicht-Nominierte, als Erfolg werten. Zudem feierte sie im Januar ihren 60. Geburtstag. Letzteres könnte jedoch bald ein Nachspiel haben: Aus dem Umfeld der AfD wurde wegen des Verdachts der Untreue Anzeige gegen sie erstattet. Schücking soll auf Kosten der Steuerzahler gefeiert haben, so der Vorwurf. Es ist nicht das erste Mal, dass die AfD die hiesige Universität und ihr Personal ins Visier nehmen. Weiterlesen.

Boshafter Tweet aus dem Sozialministerium hat Folgen

Sachsens Staatskanzlei erarbeitet jetzt doch Handlungsempfehlungen für den Umgang mit sozialen Medien

Foto: René Loch

Dass die fremdenfeindlichen Diskussionen in Sachsen derartige Wucht entfalten konnten, hat natürlich auch mit den sozialen Medien zu tun, die Diskussionen jenseits aller redaktionellen Kontrolle ermöglichen - besonders Facebook steht seit Monaten in der Kritik, weil dort Rassisten und Islamfeinde auch Dinge veröffentlichen, die längst den Strafbestand der Volksverhetzung bedienen. Weiterlesen.

Wer hat Olivers Hund geklaut?

Ein flottes Buch über das Kranksein, das Helfen und die unersetzliche Neugier der Kinder

Foto: Ralf Julke

Der Leipziger Lychatz Verlag hat sich in den letzten Jahren ein durchaus bemerkenswertes Kinder- und Jugendbuchprogramm aufgebaut. Teils mit renommierten Autoren der klassischen Schule, teils mit Autoren, die hier versuchen, ihnen wichtige Themen für junge Leser zu erzählen. Denn eines stimmt nun mal: Die Sensibilität für unsere Mitmenschen wird in der Kindheit gelegt. Weiterlesen.

Warum ausgerechnet Luther?

Armin Kohnle porträtiert nicht nur die großen Köpfe der Reformation, sondern den Aufbruch eines ganzen Zeitalters

Foto: Ralf Julke

Dieses Büchlein von Armin Kohnle erscheint zwar in der EVA-Reihe „Theologie für die Gemeinde“, in der sonst eher Titel auftauchen wie „Warum Gott?“, „Wo der Glaube wohnt“ oder „Ein Buch mit sieben Siegeln?“. Aber das Büchlein dürfte auch Nichtgemeindemitglieder interessieren, die alles Wissenswerte zum großen Reformationsjahrhundert einmal kompakt in Händen halten wollen. Anmelden und weiterlesen.

Der Sammelband zu einer ganz und gar nicht langweiligen Tagung 2015 in Leipzig

Warum Leipzig im Jahr 1815 beinahe preußisch geworden wäre

Foto: Ralf Julke

Während das Jahr 2013 mit dem 200. Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig eine Menge Aufmerksamkeit fand, hielt man sich in Sachsen 2015 mit der Rückbesinnung auf das Jahr 1815 auffällig zurück. Denn das war ja nicht nur das Jahr von Waterloo, sondern auch das der sächsischen Teilung. Eines der heikelsten Themen auf dem Wiener Kongress. Aber im Staatsarchiv Leipzig fand zumindest eine Tagung statt. Anmelden und weiterlesen.

Felix Mendelssohn Bartholdy und die Frauen

Acht faszinierende Porträts zum Hören und ein paar kleine Improvisationen von David Timm

Foto: Ralf Julke

Das Buch zu den faszinierenden Frauen im Kosmos von Felix Mendelssohn Bartholdy hat Brigitte Richter 2014 im Eudora Verlag veröffentlicht. Es hat nichts von seiner Faszination verloren, denn Mendelssohn hatte das Glück, in einer Zeit zu leben, in der Frauen auch öffentlich völlig neue Rollen zugestanden wurden. Das viel geschmähte Biedermeier war auch geprägt von einem Stück Emanzipation. Anmelden und weiterlesen.

Lebst du schon oder träumst du noch?

Die unverkennbar physikalische Sicht eines deutsch-chilenischen Dichters auf die Welt, das Leben und die Vergänglichkeit

Foto: Ralf Julke

Manchmal darf man sich einfach nicht abschrecken lassen, auch nicht von Vorworten. Raul Zurita, einer der bekanntesten und kontroversesten Dichter Lateinamerikas, gibt sich zwar alle Mühe, Mario Markus einzuordnen in die grandiose Landschaft chilenischer Dichtung. Aber am Ende wird es eine Art mythische Beschwörung, die mit den Gedichten des 1944 in Chile geborenen Wissenschaftlers eigentlich nicht viel zu tun hat. Anmelden und weiterlesen.

Legende, Opportunist, Selbstdarsteller

Ein kurzer Abriss vom Leben und Schillern des „Seeteufels“ und „Halle-Retters“ Felix Graf Luckner

Foto: Ralf Julke

Vor zehn Jahren ging es in Halle ein bisschen hin und her, war man sich nicht so recht schlüssig, ob man in der Saalestadt nun eine Straße nach Felix Graf Luckner, dem "Seeteufel", benennen sollte. Hat er denn nicht die Stadt 1945 vor der Zerstörung gerettet? Ein Gutachten ließ damals die heiße Luft aus der Luckner-Legende. Und in erweiterter Form gibt es die Spurensuche in Luckners Leben jetzt auch als Buch. Anmelden und weiterlesen.

„Es nutzt überhaupt nichts, zu sagen: Das sind die Bösen.“

Lob der Omegas: Psychologe Maaz ruft zum „Überwinden von Denkverboten“ auf + Video

Foto: Ernst-Ulrich Kneitschel

LeserclubWeniger demonstrieren, mehr diskutieren. Vielleicht könnte man so die Gedanken des angesehenen Psychologen und Buchautors Hans-Joachim Maaz vom Abend des 3. Februar bei seinem Vortrag an der Volkshochschule Leipzig zusammenfassen. Der Psychologe betonte die Notwendigkeit, auch mit Ansichten in den Dialog zu treten, die dem eigenen Verständnis widersprechen. In der Konsequenz heißt das für ihn, nach den sachlichen Anfragen hinter fremdenfeindlichen Äußerungen zu suchen und diese aufzugreifen. Gegendemonstrationen, wie von No Legida in Leipzig, vertiefen die Spaltung. Anmelden und weiterlesen.

Mit Peter Traub auf Abwegen

50 durchaus magische Orte mitten in Mitteldeutschland

Foto: Ralf Julke

2014 hat Peter Traub zusammen mit dem Fotografen Uwe Jacobshagen die Schönheit der Saale auf einer Wanderung quer durch die Stadt Halle beschrieben. Da und dort stolperte er über ein paar Sagen und Legenden, was für heutige Reiseführer nicht unbedingt noch zu erwarten ist. Auch weil die Autoren solcher Bücher zumeist gar keine alten Sagen mehr kennen. Dabei ist gerade Mitteldeutschland ein sagenhaftes Fleckchen Erde. Anmelden und weiterlesen.

Grüne fordern Debatte um Qualitätssicherung sächsischer Schulen

Opfert Sachsens Kultusministerin die Qualitätskontrolle in den Schulen dem reinen Spardiktat?

Foto: Marko Hofmann

Es ist schon eine spannende Frage, die die Grünen im Sächsischen Landtag derzeit umtreibt: Opfert der Freistaat die Qualität seiner Schulen, um die Löcher zu stopfen, die er mit seiner Einstellungspolitik erst gerissen hat? Und ist die zuständige Ministerin schon so verzweifelt, dass sie einfach ein paar Regeln außer Kraft setzt? - Ein Antrag soll's richten. Anmelden und weiterlesen.

Grüne fordern Verbesserung des Lehramtsstudiums im Freistaat

Noch immer völlig ungeklärt: Warum schmeißen angehende Lehrer in Sachsen so häufig ihr Studium hin?

Foto: Marko Hofmann

Meinungsbildungsprozesse in einer Demokratie dauern immer länger, werden immer komplizierter. Manchmal gehen komplette Schul- und Studienzeiten darüber hinweg. Wie beim Thema der Lehrerbildung in Sachsen. Und sechs Jahre im Politikbetrieb sind nichts, wie die hochschulpolitische Sprecherin der Grünen im Sächsischen Landtag, Dr. Claudia Maicher, nun feststellt. Anmelden und weiterlesen.

Gesetzentwurf für ein neues sächsisches Schulgesetz

Sachsens Kultusministerium will ein bisschen malern, aber am starren System möglichst nichts ändern

Foto: Ralf Julke

Ein großer Wurf wird das neue, seit zwei Wochen diskutierte Schulgesetz für Sachsen nicht. Ein paar kosmetische Änderungen, ein paar Zugeständnisse bei der Mitbestimmung, das war's eigentlich. Die Anhörung hat gerade begonnen. Einen Bürgerdialog gibt es am 29. Februar auch in der Anton-Philipp-Reclam-Schule in Leipzig. Aber was sagen eigentlich die Bildungspolitiker dazu? Anmelden und weiterlesen.

Grenzgänger zwischen Kunst und Wissenschaft

Im September entdeckt Leipzigs Bildermuseum einen begabten Leipziger Kunsthistoriker wieder

Foto: Museum der bildenden Künste Leipzig

Manchmal suchen Museen aus ihren Beständen auch Dinge hervor, die etwas mit ihrer eigenen Geschichte zu tun haben. Mit ihrer ganz frühen Geschichte, als alles noch in den Kinderschuhen steckte und ein gewisser Albert von Zahn Kustos am Haus war. Wer? Selbst Dr. Marcus Andrew Hurttig lässt gern beiläufig fallen: "Den kennt sowieso kein Mensch." Anmelden und weiterlesen.

Vorsichtige Hoffnung nach Bericht der Imboden-Kommission

Wie geht’s jetzt weiter mit der Exzellenz-Förderung an sächsischen Hochschulen?

Foto: Matthias Weidemann

Wenn schon Exzellenz, dann schon bitte dauerhaft. Nicht dieses Rein, Raus, wie es typisch ist für deutsche Förderpraxis. Eine internationale Expertenkommission unter Leitung von Prof. Dieter Imboden hat am Freitag, 29. Januar, in Berlin den Evaluationsbericht zur Exzellenzinitiative des Bundes vorgestellt. Und zumindest in der sächsischen Regierungskoalition findet man die Vorschläge richtig. Könnte ja auch Sachsen helfen, wenn's weiter geht. Anmelden und weiterlesen.

Fakten, ein bisschen Geschichte und die politisch verweigerte Integration

Wie Sachsen tatsächlich mit Muslimen und Asylsuchenden umgeht

Foto: Ralf Julke

Es ist das richtige Buch zur richtigen Zeit. Es ist ja auch in der Zeit entstanden. In Dresden spazieren die grimmigen Islamfeinde, malen nun seit über einem Jahr das Schreckgespenst einer Islamisierung in die Welt. Und das just in der Ecke Deutschlands, in der die allerwenigsten Muslime leben. Auf ganz Sachsen hochgerechnet machen sie 0,6 Prozent der Bevölkerung aus. Und die meisten davon leben in Leipzig. Anmelden und weiterlesen.

Mit den Architekten durchs ganze Haus

Das Buch für alle, die die neue Schönheit der Kongresshalle Leipzig entdecken wollen

Foto: Ralf Julke

Das gibt es eher selten: Ein ganzes Buch zu einem spektakulären Bauprojekt. Zu spektakulären Bauten gibt es immer wieder welche. Auch Leipziger Bauwerke bekommen immer wieder eigene Bücher. Und auch die Kongresshalle hatte schon eins: 2011 arbeiteten Mustafa Haikal und Thomas Nabert die Geschichte des Gesellschaftshauses am Zoo auf. Doch seitdem ging ja die Modernisierung erst so richtig los. Anmelden und weiterlesen.

Wenn Ökonomie-Denken die Hochschulen verschlingt

Eine kleine Leipziger Studie entlarvt die deutsche Exzellenz-Initiative als ökonomische Schaumschlägerei

Foto: Ralf Julke

Eigentlich wollten die Mitarbeiter des Instituts für Empirische Wirtschaftsforschung der Universität Leipzig nur mal ausrechnen, was so aus Ökonomen-Sicht eigentlich herausgekommen ist bei den Elite- und Exzellenz-Initiativen an deutschen Hochschulen. Die hätten doch eigentlich besser - heißt: effizienter - werden müssen. Aber das Ergebnis ist ernüchternd: Effizienzgewinne gleich Null. Anmelden und weiterlesen.

MDR-Rundfunkstaatsvertrag

Rundfunkrat des MDR soll künftig öffentlich tagen, aber mit der ausgewogenen Besetzung wird’s wohl nichts

Foto: Matthias Weidemann

Manchmal muss es gar keine extra Anfrage sein, die den im Landtag vertretenen Parteien Einblick gibt in das, was die Staatsregierung gerade so treibt. Manchmal zwingt auch ein simpler Antrag dazu, dass die Regierung Farbe bekennen muss. So geschehen mit einem Antrag der Linksfraktion, die dem stockenden Verfahren zum neuen MDR-Staatsvertrag mal ein bisschen Dampf machen wollte. Anmelden und weiterlesen.