Schon mehrmals in den vergangenen Wochen haben sich linke Demonstrant/-innen am Freitagabend versammelt, um gegen die sächsischen Sicherheitsbehörden zu demonstrieren. Anlass dafür war eine weitere Hausdurchsuchung in Connewitz am 26. Januar dieses Jahres. Es folgten Demonstrationen in Connewitz und in der Innenstadt und nun, am 25. Februar, im Leipziger Osten. Die Demoroute führte an Orten vorbei, an denen linke Aktivist/-innen in den vergangenen Jahren tätig geworden waren.

Zu Beginn gab es bei der Auftaktkundgebung im Liselotte-Herrmann-Park in Anger-Crottendorf jedoch drei Redebeiträge. Diese thematisieren Protest gegen Gentrifizierung, der immer wieder in Form von eilig geräumten Hausbesetzungen stattfindet, eine Abschiebung an der Eisenbahnstraße/Hildegardstraße vor drei Jahren und den Prozess gegen Lina E. und andere Linksaktivisten.Im Zentrum der Kritik stand neben der Strafverfolgung gegen Antifaschist/-innen selbst auch die eine oder andere Verbindung der Ermittlungsbehörden zu rechtsradikalen Akteur/-innen. So tauchten beispielsweise Polizeiinterna in rechten Medien wie „Compact“ auf. Im Prozess gegen Personen, die nach dem Protest gegen die Abschiebung angeklagt wurden, war ein Polizist als Zeuge geladen, der offenbar Verbindungen zum rechtsradikalen „Imperium“-Kampfteam hatte.

Nach diesen Redebeiträgen zogen etwa 300 Demonstrant/-innen durch den Leipziger Osten. Dabei riefen sie nahezu ununterbrochen antifaschistische und antikapitalistische Parolen. Zudem erklärten sie lautstark, dass Geflüchtete in Leipzig willkommen seien. Zu Beginn der Veranstaltung hatte die Stadträtin Juliane Nagel (Linke) erklärt, dass die Demo auch ein Zeichen der Solidarität mit jenen Menschen in Russland und der Ukraine setzen solle, die unter dem Krieg leiden.

Die Teilnehmer/-innen kamen an mehreren Orten vorbei, die im Zusammenhang mit Gentrifizierung relevant waren: jenes Haus in der Tiefen Straße in Reudnitz, das im vergangenen Jahr besetzt wurde; und auch jenes in der Ludwigstraße, das vor zwei Jahren besetzt wurde. Beide Besetzungen endeten unfreiwillig nach kurzer Zeit; teilweise folgten Ausschreitungen.

Abgesehen von der Auftaktkundgebung und in der Nähe der im Dezember aus einer linken Spontandemo heraus angegriffenen Moschee an der Eisenbahnstraße hielt sich die Polizei eher im Hintergrund. Gegen die Pyrotechnik, die während des Aufzugs mehrmals abgebrannt wurde, ging sie nicht vor. Nach etwas mehr als einer Stunde endete die Demonstration am Rabet.

Impressionen vom 25. Februar 2022

Video: LZ

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