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Großbritannien

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Auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz waren etwa 200 bis 250 Personen dem Aufruf der Freien Sachsen gefolgt. Der Aufzug wurde von Gegenprotest begleitet. Foto: Gregor Wünsch

Montag, der 12. September 2022: Diskussionen ums Bürgergeld, mehrere Demos in Leipzig und Totenwache for Her Majesty

Der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) schürte heute eine Debatte über das ab 1. Januar 2023 eingeführte Bürgergeld. Seiner Befürchtung nach wird die Maßnahme dazu führen, dass sich der Fachkräftemangel in Handwerksberufen verschärft. Außerdem: Auch am heutigen Montag gab es mehrere Demonstrationen in Leipzig, die LZ war und ist vor Ort. Und in […]

Volker Berghahn: Englands Brexit und Abschied von der Welt. Foto: Ralf Julke

Englands Brexit und der Abschied von der Welt: Volker Berghahn untersucht, welche Motive hinter dem Brexit-Abenteuer der Engländer stecken

Es war ein exemplarisches Beispiel dafür, wie populistische Politik wirkt und in die Hosen geht, dieser Brexit, der Europa fünf Jahre lang in Atem hielt, angefangen von David Camerons völlig unsinnigem Wahlversprechen, ein Referendum zum Verbleib Großbritanniens in der EU zu veranstalten, über Jahre der britischen Fingerhakeleien bis zum Austritt unter Boris Johnson. Nicht nur Volker Berghahn grübelt da, ob dieser Heckmeck vielleicht historische Gründe hat.

Francis Bacon: Über die Dreistigkeit, über den Argwohn und über die Prahlerei. Foto: Ralf Julke

Über die Dreistigkeit, über den Argwohn und über die Prahlerei: Bacons gesammelte Essays mit Gille-Collagen neu aufgelegt

Man könnte es glattweg als eine kleine Hommage an die scheidende Rektorin der Universität Leipzig Beate Schücking lesen, was der Verlag Faber & Faber hier vorgelegt hat. Denn diese Essays des berühmten englischen Staatsmanns, Philosophen und Wegbereiters der Empirie Francis Bacon gab 1940 erstmals der Anglist und Shakespeare-Forscher Levin Ludwig Schücking heraus. Übersetzt hat sie übrigens dessen Ehefrau Elisabeth Schücking.

James Hawes: Die kürzeste Geschichte Englands. Foto: Ralf Julke

Die kürzeste Geschichte Englands: James Hawes erzählt, warum es zwei Englands gibt und der Brexit der Putsch einer kleinen egoistischen Elite war

Darf der denn das? Der Bursche ist doch kein Historiker! - Zum Glück. 2017 schon erklärte er den Deutschen, warum ihre Geschichte mit dem Aufkommen Preußens so völlig aus dem Gleis geriet. Jetzt hat er sich auch die eigene, englische Geschichte vorgeknöpft. Mit dem Blickwinkel eines Mannes, dem die tradierten Erklärmuster studierter Historiker völlig schnuppe sind.

Gilbert Keith Chesterton: Verteidigung des Unsinns, der Demut, des Schundromans und anderer missachtetet Dinge. Foto: Ralf Julke

Punktgenau auf den Brexit: Michael Faber veröffentlicht die herrlich paradoxen Essays von Gilbert Keith Chesterton

Es ist eine ganz persönliche Art, mit der Verleger Michael Faber den Brexit zum 1. Januar 2021 gewürdigt hat: Er hat eins der unbekannteren Werke von Gilbert Keith Chesterton, den die meisten wegen seiner Father-Brown-Geschichten kennen, aufgelegt: „Verteidigung des Unsinns, der Demut, des Schundromans und anderer missachteter Dinge“. Ein Buch, das schon einmal ein augenzwinkerndes Statement zur deutsch-britischen Beziehungskiste war.

Carola Ruff: Very british. Foto: Ralf Julke

Very British: Eine herzhafte Liebeserklärung an die hierzulande kaum bekannte englische Küche

Eigentlich wäre ja derzeit die große Medienberichterstattung darüber fällig, wie der britische Premier Boris Johnson es nun schaffen will, Großbritannien aus der EU zu führen. Denn bis auf die feste Absicht auszutreten, liegt ja bislang immer noch kein einziger Umsetzungsvorschlag vor. Aber nun hat der Bursche selbst eine Corona-Infektion. Und ein kleines Büchlein macht jetzt – so völlig gegen den Trend – neugierig auf die so gern belächelte englische Küche.

Leaving the EU – Wo dieser Weg wohl hinführen wird? Foto: Michael Freitag

Gastkommentar von Christian Wolff: Der Brexit zu Ende gedacht

Großbritannien tritt aus der EU aus. Das Ergebnis der Volksabstimmung ist eindeutig. An der demokratischen Legitimation dieser Entscheidung kann es keinen Zweifel geben. Dennoch ist der Beschluss verheerend und in höchstem Maß beunruhigend – nicht weil das Pfund an Wert verliert, nicht weil es möglicherweise zu wirtschaftlichen Problemen in Großbritannien kommt, nicht weil das Land eventuell vor Neuwahlen steht, nicht weil den Scheidungsprozess jetzt zwei Jahre lang die EU-Bürokraten bestimmen werden, mit denen man eigentlich nichts mehr zu tun haben will.

Brexit: Die EU-Eliten sind verantwortlich

Die britische Entscheidung für den EU-Austritt ist aus Sicht von Attac ein alarmierendes Zeichen für die tiefe Krise der Europäischen Union. „Die Menschen in Europa haben genug davon, durch nicht gewählte Institutionen regiert zu werden, die im Interesse von Konzernen statt von normalen Menschen handeln“, sagt Hugo Braun vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis. „Wir sind es leid, unser Leben vom Willen der Finanzmärkte, Konzerne und Eliten diktieren zu lassen.“

BdSt: „Der Brexit wird teuer für alle Steuerzahler!“

Der Präsident des Bundes der Steuerzahler Deutschland e.V., Reiner Holznagel, und der Präsident der Taxpayers Association of Europe, Rolf von Hohenhau, zur Entscheidung der Briten für ihren Austritt aus der EU: „Die Briten haben sich für einen Austritt aus der Europäischen Union entschieden. Der Brexit ist ein bitterer Moment für ganz Europa.

Kassensturz. Foto: Ralf Julke

Wirtschaftlich wird der Austritt Großbritanniens auch sächsische Export-Unternehmen treffen

Den Kurssturz des Britischen Pfund gab es dann gleich am Freitagmorgen, 24. Juni, dem Tag, an dem klar war, dass die Briten am 23. Juni mit 52 zu 48 Prozent für den Austritt Großbritanniens aus der EU gestimmt hatten, für den „Brexit“. Das wird zwangläufig wirtschaftliche Folgen haben für beide Seiten. Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) hat schon mal versucht, die möglichen Folgen zu zeichnen.

Rico Gebhardt (Linke) zum Brexit: „Partei ergreifen für eine soziale europäische Idee!”

Zum Ausgang des Referendums über einen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union erklärt Rico Gebhardt, Landes- und Fraktionsvorsitzender der sächsischen Linken: „Das ist kein guter Tag für die Europäische Union und noch weniger für eine soziale, europäische Idee. Und ich glaube auch nicht, dass es ein guter Tag für Großbritannien ist. Wahrscheinlich wird der Brexit nicht nur das Ausscheiden Großbritanniens aus der EU bedeuten, sondern gar den Zerfall des Vereinigten Königreichs. Schwierige Zeiten kommen jetzt auf die Menschen im Land, aber auch in ganz Europa zu.“

Anja Klotzbücher (Linke): Den Brexit als Warnzeichen nehmen – die Europäische Union sozial reformieren

Zum Referendum von Großbritannien über einen Austritt aus der Europäischen Union erklärt Anja Klotzbücher, europapolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Sächsischen Landtag: Das Referendum über den Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union muss ein Warnzeichen für alle Europäer*innen sein. Auch wenn es ein knapper Sieg des Brexit-Lagers ist, ist die Freude bei den rechtspopulistischen und rechten Parteien in Europa riesig.

Staatsminister Thomas Schmidt: „Brexit für Neuanfang in der EU nutzen!“

„Der Ausgang des Referendums in Großbritannien ist ein Schock, aber er kam nicht überraschend“, so Sachsens Staatsminister Thomas Schmidt zur mehrheitlichen Entscheidung der Briten, aus der EU auszutreten. „Ich kritisiere schon lange die überbordende Bürokratie, die von Brüssel aus jedes noch so kleine Detail regeln will. Das bringt die europäische Idee in Gefahr.

Grüne zum britischen Votum für einen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union

Zum Ausgang des britischen Referendums über den „Brexit“ und den unmittelbaren wirtschaftspolitischen Auswirkungen des Abstimmungssieges der britischen Befürworter eines Ausstieges aus der EU erklären Claudia Maicher, europapolitische Sprecherin, und Gerd Lippold, wirtschaftspolitischer Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen in Sachsen: „Der heutige Tag ist ein trauriger für die Europäische Union und alle, die sich seit Jahrzehnten für die europäische Integration einsetzen. Wir müssen die Entscheidung der Briten akzeptieren, sollten aber daraus lernen.“

„Brexit“-Hotline für Handwerksbetriebe aus der Region Leipzig

Der 23. Juni war ein Schicksalstag für die Europäische Union. Die Briten haben sich mit ihrem Votum für den „Brexit“ entschieden und damit eine unüberschaubare Schockwelle ausgelöst, die sowohl auf der Insel als auch auf dem Kontinent jahrelang zu spüren sein wird. Die Handwerkskammer zu Leipzig hat unter 0341 2188-301 eine Hotline für Handwerksbetriebe geschaltet, die von dieser Situation betroffen sind. Sie ist werktäglich von 7 bis 18 Uhr besetzt. Bis Montag den 27. Juni kann die Hotline in Notfällen rund um die Uhr erreicht werden.

Tillich: Bedauern über den Ausgang des Brexit-Referendums

Bundesrats- und Ministerpräsident Stanislaw Tillich zum Ergebnis des Referendums der Briten über den Verbleib in der EU: „Ich bedauere die Entscheidung der britischen Wähler. Es wird nun sorgfältig über die Beziehung Großbritanniens zur Europäischen Union zu verhandeln sein. Wir sind auch nach dem Austritt zu konstruktiven Gesprächen über neue Formen einer engen Zusammenarbeit bereit. Wir verabschieden uns nicht - Großbritannien bleibt europäisch auch ohne die Europäische Union.“

Brexit-Votum – Wirtschaftsminister Martin Dulig: „Ein trauriger Tag für Europa“

Martin Dulig (SPD), Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr im Freistaat Sachsen zum Votum der Bürgerinnen und Bürger in Großbritannien: „Es ist ein trauriger Tag für Europa und ich bedauere die Entscheidung für einen Austritt aus der Europäischen Union. Die negativen Folgen dieser Entscheidung müssen jetzt wohl vor allem die Briten tragen.“

Großbritannien - „We like it.“ Foto: L-IZ.de

Einfach mal eine Liebeserklärung an die Briten im Allgemeinen und im Speziellen

Am Donnerstag, 23. Juni, stimmen die Briten über ihren Verbleib in der Europäischen Union ab. Sollten sie für den Brexit stimmen, wird das ziemlich heftige Folgen für die Wirtschaft haben - die britische zuallererst. Dabei werden die Briten ja eigentlich geliebt. Auch von uns. Gerade weil sie ihre Marotten so gern pflegen.

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