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Provenienzforschung

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Bild: Leni und Tom/Pixabay

Spurensuche in Leipziger Sammlungen: Gesprächsrunde zur Provenienzforschung in den Leipziger Museen und Bibliotheken

Ob NS-Raubgut, sogenanntes DDR-Unrecht oder koloniale Kontexte – die Frage der Herkunft ihrer Sammlungsbestände betrifft auch Leipziger Museen und Bibliotheken. Anlässlich des Tags der Provenienzforschung geben die Leipziger Institutionen in einer digitalen Gesprächsrunde Einblicke in die Praxis: Mit welchen Problemstellungen befassen sich die Forschenden, und zu welchen Umgangsformen und Lösungen finden sie dabei? Welchen Beitrag […]

Anhörung Provenienzforschung – Bündnisgrüne: Moralische Verpflichtung gegenüber den Opfern von Unrecht

Der Ausschuss für Wissenschaft, Hochschule, Medien, Kultur und Tourismus des Sächsischen Landtages hat gestern Sachverständige zum Antrag „Provenienzforschung im Freistaat Sachsen weiterentwickeln – wissenschaftliche Aufarbeitung in sächsischen Museen, Bibliotheken und Kunstsammlungen sicherstellen“ (Drs 7/8318) der Koalitionsfraktionen CDU, Bündnis 90/Die Grünen und SPD angehört.

Eingangshalle der Bibliotheca Albertina. Foto: Uni Leipzig

„Spurensuche“. Aktuelle Diskussionen zu Provenienzforschung

Die Universitätsbibliothek Leipzig (UBL) und das Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow nehmen einen einzigartigen Buchbestand, den die Israelitische Religionsgemeinde zu Leipzig 2010 an die UBL übergab, zum Anlass, in einer gemeinsamen Vortragsreihe und Ausstellung nach den Bedingungen zu fragen, unter denen heute jüdische Buchkultur aufbewahrt und erschlossen wird.

Es ist noch viel zu tun: Wie die städtischen Museen jahrhundertealtes Unrecht erforschen

Stellten wir uns am Anfang dieser Artikelreihe noch die Fragen, was Provenienzforschung für die Leipziger Museen bedeutet und was bisher erreicht werden konnte, heißt es in der Rückbetrachtung: Warum läuft die Erforschung der Museumsbestände so schleppend? Bevor wir eine Antwort auf diese Frage geben können, zunächst ein Rückblick auf die letzten Monate und was sich seither verändert hat.

Provenienzforscherin Lina Fubrich und Restauratorin Franziska Lipp bei der Arbeit. @ SGM

Kein Picasso oder Klimt – Provenienzforschung am Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig

Ludwig Geyer ging als Stiefvater des Komponisten Richard Wagner in die Musikgeschichte ein. Er zeigte dem späteren Ausnahmemusiker die Welt des Schauspiels und der Harmonien. Weniger bekannt hingegen ist die Malerkarriere Geyers. 1816 brachte er das einflussreiche Leipziger Ehepaar Reichenbach auf Leinwand. Deren Nachfahren siedelten 1977 in die BRD über und mussten die zwei Gemälde des Ehepaares in der DDR zurücklassen – im Stadtgeschichtlichen Museum zu Leipzig. Eine Leihgabe, wie es in den Museumsunterlagen heißt.

Oskar Moll: Stillleben mit Mohn und schwarzer Kanne 1916. Foto: Bayer AG / Dirk Hansen

600.000 beschlagnahmte Kunstwerke #2021JLID

Jacques Goudstikker und Nathan Katz flüchteten im Mai 1940 aus ihrer niederländischen Heimat – kurz bevor die deutsche Wehrmacht das neutrale Land besetzte. Die beiden Kunsthändler mussten ihren gesamten Besitz, inklusive der erworbenen Gemälde, zurücklassen. Die Kunstwerke gerieten in die Hände des Reichsmarschalls Hermann Göring und wurden an den Sammler Alfred Kummerlé verkauft.

Wojciech Kossak: Polnischer Ulan auf Vorposten im Winterwald (Ausschnitt). Foto: punctum/Bertram Kober, Leipzig

Ein polnischer Ulan kehrt in seine tschechische Familie zurück

Im Rahmen eines vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste geförderten Forschungsprojekts hat das Lindenau-Museum Altenburg die Herkunft eines NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kunstwerks in seinen Beständen aufgedeckt. Gemeinsam mit seinem Träger, dem Landkreis Altenburger Land, entschloss sich das Museum zur Rückgabe des Bildes an die Erben der einstigen Eigentümer. Wer genaueres darüber erfahren möchte, ist am 2. Dezember zum Vortrag eingeladen.

Blick in den Fundus des Stadtgeschichtlichen Museums. Foto: Ralf Julke

Leipzigs Stadtmuseum erforscht die Herkunft aller in der NS-Zeit erworbenen Kunstobjekte

Dass in der Zeit der Nazis so einiges in den Beständen unserer Museen gelandet ist, was zuvor anderen Menschen geraubt worden ist, ist schon länger bekannt. Aber wie findet man heraus, welche Sammlungsstücke das sind, woher sie kommen und wem sie eigentlich gehören? Das ist eine aufwendige Tätigkeit, für die man in der Regel extra Personal braucht, das Stück für Stück den Fundus daraufhin untersucht. Das Stadtgeschichtliche Museum startet jetzt so eine Suche.

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