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Die erstaunlichen Ergebnisse eines Schüler-Lyrik-Wettbewerbs: Mobilität ohne Ziel ist sinnlos

Was sich Erwachsene so denken! Ist nicht Geschwindigkeit das große Thema der Zeit? Rast nicht alles? Muss nicht alles immer schneller werden? Erleben das nicht auch die jungen Leute, die da heranwachsen in einer von Mobilität geradezu besessenen Welt? - "Geschwindigkeit" war Thema des Gedichtwettbewerbs, den die Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik veranstaltet hat. Gestern gab's im Haus des Buches die Bekanntgabe der Gewinner.

Henriette Kranstöver: Zwischen Rüben und Güldengossa. Foto: Ralf Julke

Zwischen Rüben und Güldengossa: Die faszinierende Lebensgeschichte eines Schlossgärtners aus Güldengossa

Das Buch war ein Mythos in DDR-Zeiten, als man spät (manchmal zu spät) die Schönheit der einstigen Schlossgärten und -parks im Leipziger Raum wiederentdeckte. Henriette Krahnstöver begleitete als Gartenarchitektin in den 1980er Jahren die Wiederherstellung des Rokoko-Parks von Kohren-Sahlis. Und es wurde von den Lebenserinnerungen eines einstigen Gutsgärtners gemunkelt, der mit seinem Herrn sogar extra nach Frankreich ritt, um die dortige Gartenbaukunst zu inspizieren.

Zeugen des Schreckens. Foto: Ralf Julke

Zeugen des Schreckens: Zeitzeugenberichte aus der Völkerschlacht in und um Leipzig

Manch ein Leipziger fürchtet sich ja vor diesem Jubiläum 2013: 200 Jahre Völkerschlacht, 100 Jahre Völkerschlachtdenkmal. Zu oft wurden Schlacht und Denkmal einvernahmt für die falschen Zwecke. Auch den (falschen) Rummel fürchten manche. Ganz vergessen ist nicht, dass die Schlacht damals nicht nur zehntausende Soldaten das Leben kostete, sondern auch Leid und Not über den Ort der Schlacht brachte. Das Buch erzählt davon.

Leipziger Synagogalchor: 50 Jahre in Bildern, Zahlen und Würdigungen

Das Besondere am Leipziger Jubiläum ist gar nicht einmal das Jubiläum, auch wenn 50 Jahre für einen Chor ein schöner Meilenstein sind. Das muss man erst einmal schaffen. Aber der Leipziger Synagogalchor war schon 1962, als Werner Sander ihn gründete, etwas Besonderes. Denn von den einst in Leipzig lebenden Juden hatte kaum einer das Nazi-Reich überlebt. Und wer überlebt hatte, war in der Regel geflüchtet.

Romandebut im Leipziger fhl Verlag: Sonutarium Labyrinth – ein dramatischer Krimi aus dem Kölner Milieu

Romandebut. Das ist nichts Neues beim fhl Verlag, auch wenn dessen Name so leicht auf Abwege führt wie die Cover seiner Bücher. Feine Handlektüre - das lässt an hübsche Insel-Bändchen denken. Was fhl aber gut kann, sind handfeste Bücher mit Leben und Spannung. Und er ist auf dem Weg zu einem der prägenden Krimi-Verlage im Land. Auch wenn Krimis da manchmal aussehen wie Bücher aus dem Horror- oder Fiction-Regal. Wie dieser hier.

Sascha Lange: Leipziger Meuten. Foto: Ralf Julke

Die Leipziger Meuten: Wie junge Leipziger gegen die Gleichschaltung opponierten – und in die Mühlen der Justiz gerieten

Manchmal braucht man Geduld, Geduld und nochmals Geduld, damit sich die Sicht auf ein nicht ganz unwichtiges Stück Geschichte endlich verändert. Über keine Etappe der deutschen Geschichte wurde so viel Käse erzählt, wurden so viel schönlackierte Bilder geklebt wie über die zwölf Jahre von 1933 bis 1945. Wieviel dabei dem Vergessen anheim fiel, merkte man auch in Leipzig erst nach 1990 so richtig. Auch wenn sich zumindest eine auch schon vorher mit den Leipziger Meuten beschäftigte.

Adam Zamoyskis Buch über Napoleons Russlandfeldzug 1812 (2): Höhepunkt eines langen Konflikts

Zamoyski will "eine außergewöhnliche Geschichte erzählen, von der jeder gehört hat, aber von der nur wenige genauere Kenntnisse besitzen". Eben jene Geschichte will der Autor mit polnischen Vorfahren "in ihren größeren Kontext einbetten und auf ihre tiefere Bedeutung verweisen". Insbesondere will er verdeutlichen, "was diese Ereignisse auf allen Ebenen für die Betroffenen bedeutet haben".

Made in Thüringen? Sammelband von Bodo Ramelow begibt sich auf die Spuren der Zwickauer Terrorzelle

Bodo Ramelow hat ein Buch über den " Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU) herausgegeben. "Made in Thüringen?" ist die erste ernstzunehmende Veröffentlichung über die Entstehung des Rechtsterrorismus in Sachsen und Thüringen. 24 Autoren, die meisten Landtagsabgeordnete oder Fraktionsmitarbeiter, beleuchten das Entstehen der Zwickauer Zelle, das jahrelange Wegschauen in Politik und Behörden und den latenten Rassismus, der seit 1989 zu mindestens 182 Toten führte.

Vom Fliegen und Landen: Ein Buch über die Fliegerei im Osten, die Interflug und ihr seltsames Ende

Ein ein paar wenige Bücher gibt es über einige ostdeutsche Unternehmen, die es geschafft haben, die deutsche Vereinigung zu überstehen. Es sind meist kleine Heldengeschichten, die zeigen, dass sie es trotzdem geschafft haben. Trotz der gebetsmühlenartig wiederholten Phrasen von Politikern und Managern, im Osten sei sowieso alles marode gewesen. Über die Interflug gibt es jetzt dieses dicke Buch. Auch sie hätte es schaffen können.

Ein Leipziger Maler mit skeptischem Blick: Die Stadtleben des Günter Thiele

Seit dem 2. Juni ist in der Galerie Schwind in der Springerstraße 5 eine Ausstellung zu sehen, die einen der Stillen, der Nachdenklichen unter den Leipziger Malern würdigt. Die Ausstellung mit Arbeiten von Günter Thiele, geboren 1930 in Leipzig, könnte auch in der bislang schon eindrucksvollen Reihe Leipziger Stadtbildmaler im Stadtgeschichtlichen Museum gezeigt werden.

Niels Gormsen, Armin Kühne: Ein Blick nach oben. Foto: Ralf Julke

Ein Hohelied auf die Türmchen von Leipzig: Ein Blick nach oben

In den letzten Tagen sah man sie wieder: Staunende Leute auf der Straße, die - statt auf die rasenden Leipziger im Fußgängerverkehr zu achten - andächtig in die Höhe starrten und den Mund nicht wieder zu bekamen. Und der ergrimmte Leipziger fragte sich: Was ist denn da wieder los? - Der Leipziger schaut ja nicht mehr nach oben. Kennt er ja alles. Nur Armin Kühne und Niels Gormsen beweisen mal wieder, dass das wohl nicht so ist.

Jubiläumsausgabe für einen Leipziger Werkstatt-Besuch: Tippgemeinschaft 2012

Eigentlich unvorstellbar: Ein Literaturinstitut, an dem junge Leute ihre Schreibfähigkeit üben - und es geht nicht mit Veröffentlichungen ins Publikum. Literatur lebt auch vom öffentlichen Diskurs. Doch es war erst Claudius Nießen, dem es 2003 erstmals gelang, eine solche Gemeinschaftsanthologie auf die Beine zu stellen. Der von Manchem bekrittelte Titel: Tippgemeinschaft.

Noch ein Buch für Freunde der kniffligen Geometrie: 99 Schnittpunkte

Auch dies hier ist ein Buch aus der Werkstatt des Schweizer Mathematikers und Lehrers Hans Walser. Ein Buch, das da ansetzt, wo Schule aufhört. Schule hört bei den drei Geraden in einem Dreieck auf, die sich in einem Punkt schneiden. Aber die Welt der Geometrie kennt noch mehr Geraden und Schnittpunkte, die sich derart in einem gemeinsamen Schnittpunkt treffen. Auch mehr als 99.

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