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Tanja Esch: Wahrheit oder Quatsch? Foto: Ralf Julke

Wahrheit oder Quatsch? Ein lustiges Buch, mit dem man kleine Zweifler anspornen kann

Kindheit ist peinlich. Erwachsensein aber auch. Nicht, weil man den Kleinen auch lauter peinliche Fragen beantworten muss. Das lernt man irgendwann, wenn man die kleinen Frager ernst nimmt und auch mal zugesteht, dass man was nicht weiß, oder nicht richtig weiß. Im Grunde ist Tanja Eschs Quatsch-Buch ein schönes Hilfsbuch für große Leute, die in der Schule die falsche Scham gelernt haben.

Viktor Martinowitsch: Revolution. Foto: Ralf Julke

Revolution: Viktor Martinowitschs neuer Roman über die Eiseskälte der Macht

Es ist ein hartes Buch. Noch ein paar Stufen härter als die beiden eh schon mitreißenden und aufwühlenden Romane, die der belorussische Autor Viktor Martinowitsch schon bei Voland & Quist veröffentlicht hat. Oder besser formuliert: Die der in Markkleeberg lebende Übersetzer Thomas Weiler ins Deutsche übersetzt hat. Auch für all die Leute, die einfach keinen blassen Schimmer davon haben, wie autoritäre Regime wirklich funktionieren.

Pija Lindenbaum: Wir müssen zur Arbeit. Foto: Ralf Julke

Wir müssen zur Arbeit: Was drei Knirpse an einem Tag im Kinderzimmer wirklich alles erleben

Vielleicht heißt sie ja Jina, die Kleine mit dem Eisbären auf dem Pulli. Ihren Namen verrät sie nämlich nicht, wie das bei Kindern so ist, wenn sie über die großen Abenteuer ihres Tages berichten. Auch wenn es nur so ein abenteuerlicher Tag im Kinderzimmer war, wie ihn viele Kinder im Corona-Jahr erlebt haben dürften. Obwohl die schwedische Grafikerin Pija Lindenbaum dieses Kinderbuch natürlich nicht erst im Lockdown geschrieben hat.

Moni Port, Philip Waechter: Ohne mich! Foto: Ralf Julke

Ohne mich! Ein Bilderbuch über Helene, die die Nase voll hat vom autoritären Vater

Es ist schon erstaunlich, wie sich der zunehmende Unmut der jüngeren Generation am Verhalten der Älteren in Kinderbüchern niederzuschlagen beginnt. Die Zeiten, dass Kinder das Verhalten ihrer Eltern sprachlos hinnahmen, gehen vielleicht nicht vorbei. Aber die „Ohne mich!“-Geschichten mehren sich. Ältersein allein schafft keine Vorrechte mehr, wenn es nicht mit Rücksicht einhergeht.

Gunter Preuß: Neues von Gretel und Hänsel. Foto: Ralf Julke

Neues von Gretel und Hänsel: Gunter Preuß erzählt das alte Märchen komplett neu

Hänsel und Gretel hätten heutzutage gewaltige Schwierigkeiten, einen Wald zu finden, in dem sie sich verlaufen könnten. Aber: Ist deshalb das Märchen schon überholt? Macht es gar keinen Sinn mehr? Oh doch, fand der Leipziger Autor Gunter Preuß. Denn unsere Wohlstandsgesellschaft kennt eine ganz andere Hungersnot als das in Märchen verwandelte Mittelalter.

Veronika Götze: Schellingers Welt. Foto: Ralf Julke

Schellingers Welt: Ein Schelmenroman voller Liebe und dem Glück des unbekümmerten Taugenichts

Noch ist Lockdown. Draußen herrschen Frost und Schnee. Da lohnt sich der Griff ins Buchregal. Da kann man nämlich weiterlesen, wenn man sich mit diesem Schelmenroman von Veronika Götze in Stimmung gebracht hat. Denn „Schellingers Welt“ gehört in eine große deutsche Romantradition. Auch, wenn einem das Deutschlehrer so nie verraten würden. Keine Romanform ist typischer für Deutschland als der Schelmen- und Taugenichtsroman.

Slavoj Žižek: Ein Linker wagt sich aus der Deckung. Foto: Ralf Julke

Ein Linker wagt sich aus der Deckung: Slavoj Žižeks grandioses Plädoyer für eine Linke, die ihren Namen verdient

Na, wenn das nicht gleich mehrere rote Fahnen fürs bürgerliche Feuilleton sind. Ein neuer Kommunismus? Und das ausgerechnet jetzt, wo doch der Kapitalismus seit 30 Jahren überall siegt und der Kommunismus vor 30 Jahren so gründlich in die Knie ging und bewiesen hat, dass er es nicht kann? Aber: Hat er das? Und: Worum geht es wirklich? Das vergisst man irgendwann, denn wenn sich die Welt so gründlich verändert, ändert sich auch das Denken.

Esther Gonstalla: Das Waldbuch. Foto: Ralf Julke

Das Waldbuch: In 50 Grafiken zeigt Esther Gonstalla, was wir zur Rettung unserer Wälder wirklich wissen müssen

2019 veröffentliche Esther Gonstalla „Das Klimabuch“, das in 50 informativen doppelseitigen Grafiken das Wichtigste zeigte, was man zum Klima, zum Klimawandel und seinen Gefahren wissen sollte. Schon 2009 hatte sie „Das Atombuch“ auf diese Weise vorgelegt, 2017 „Das Ozeanbuch“. „Das Waldbuch“ erklärt jetzt ausführlich, wie unersetzlich für uns die lebendige „grüne Lunge“ ist.

Gerhard Pötzsch: Zwischenzeitblues. Foto: Ralf Julke

Zwischenzeitblues: Der zweite Band der Lebens-Trilogie von Gerhard Pötzsch

Wer sein Leben sucht, der stößt auf Probleme. Das wusste schon Johann Wolfgang Goethe, der es zwischen Dichtung und Wahrheit zu rekonstruieren versuchte. Unser Gedächtnis hat vieles gespeichert. Aber nicht alles. Und am Ende ist es eine Rekonstruktion. Und ein hartes Stück Arbeit für den Autor, nicht die falsche Geschichte zu erzählen.

Blick ins „Lohengrin“-Buch mit den Skizzen und Entwürfen Neo Rauchs und Rosa Loys. Foto: Martin Schöler

Alles ist blau: „Lohengrin“ in Bildern von Rosa Loy und Neo Rauch

„Im Lohengrin gibt es viel blaue Musik. Wagner kennt die opiatischen und narkotischen Wirkungen.“ Zwei Sätze Friedrich Nietzsches bilden das szenische Fundament der opulenten Inszenierung, die seit 2018 auf dem Bayreuther Festspielhügel für Begeisterung sorgt. Es sind die überwiegend in Blautönen gehaltenen Bühnenbilder und Kostümierungen, die das Publikum in den Bann ziehen. Ein riesiger Rundbogen im Hintergrund.

Buchcover. Quelle: S. Fischer-Verlag

Überm Schreibtisch links – Ute Freverts „Die Macht der Gefühle“

Geschichte und Gefühle – da sind zwar die Anfangsbuchstaben gleich, dennoch stellt sich die Frage, was politische Prozesse und Phänomene der Vergangenheit mit den „Gefühlen der Menschen“ zu tun haben sollen. Ute Frevert, 66, Direktorin des Forschungsbereichs Geschichte der Gefühle am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin und Mitglied der Leopoldina-Akademie, versucht Antworten, wie Ereignisse in der Geschichte, die die Seelenhaushalte der deutschen Bevölkerung erfassen, sie bewegen, manipulieren, positiv stimulieren, kurz – sie verändern können.

Frank Kreisler: Die schwarzen Schmetterlinge. Foto: Ralf Julke

Die schwarzen Schmetterlinge: Zwölf finstere Geschichten vom Leipziger Krimi-Autor Frank Kreisler

Zuletzt hat der in Leipzig lebende Autor Frank Kreisler mit Gespenstergeschichten für Kinder von sich Reden gemacht. Aber in ihm steckt auch ein listiger Krimi-Autor, was Freunde der kurzen Form schon in den diversen „Giftmorde“- und „Sachsenmorde“-Editionen der edition krimi erleben konnten. Einige dieser Geschichten trifft man wieder in diesem Band mit zwölf „finsteren Storys“.

Das zweite NPD-Verbotsverfahren in Buchform. Foto: Martin Schöler

Ein Stück Zeitgeschichte: Das NPD-Verbotsverfahren ist in Buchform erschienen

Das NPD-Verbotsverfahren von 2013 bis 2017 war eines der aufwendigsten Verfahren in der Geschichte des Bundesverfassungsgerichts. Die Juristen Thomas Kliegel und Matthias Roßbach haben das Verfahren jetzt vollständig dokumentiert. Ihre beeindruckende Edition der Schriftsätze, Wortprotokolle und Entscheidungen sind gleichermaßen Chronik, Quellensammlung und Zeitdokument.

Stanislaw Lem: Solaris. Foto: Matthias Weidemann

Ein kosmischer Ozean der Gedanken: Stanislaw Lem zum 100. Geburtstag

Stanislaw Lem, dessen 100. Geburtstag wir in diesem Jahr feiern, ist vergleichbar mit einer seiner Erfindungen und den phantasiebegabten Gestalten, die seine Geschichten bevölkerten. Wenngleich er von seinen Artgenossen keine allzu hohe Meinung hatte. In einem Interview 2003 mit der FAZ meinte Lem: „Der Mensch ist eine unangenehme Gattung, sehr peinlich, ja.“

Claudia Bierschenk: Land ohne Verben. Foto: Ralf Julke

Land ohne Verben: Claudia Bierschenks intensive Erinnerungen an eine Kindheit dicht am Sperrgebiet

Es war einmal ein Land. Oder zwei Länder. Oder drei. Jeder hat ein anderes Land in der Erinnerung. Es kann gar nicht anders sein. Und es hätte ein schönes Land sein können. Wer das nie gedacht hat, hat wirklich nicht gelebt. Auch nicht in diesem Drei-Buchstaben-Land ohne Verben. So ganz still schiebt sich mit Claudia Bierschenks Kindheitserinnerung ein Gedanke an die Oberfläche: Und wenn ...?

Gunter Preuß: Kurzwaren. Foto: Ralf Julke

Kurzwaren: Eine neue Packung herrlich misstrauischer Aphorismen von Gunter Preuß

Der Aphorismus ist eine unterschätzte Gattung. Der deutsche Aphorismus sowieso. Drama, Roman. Novelle. Das sind die Disziplinen, die deutschen Schülern als Königsdisziplinen eingetrichtert werden. Was kurz ist und treffend, kann kein deutsches Meisterwerk sein und taucht bestenfalls als Sinnspruch im Poesiealbum auf. Und so veröffentlicht Gunter Preuß seine Aphorismen auch nicht in einem großen Verlag, sondern in einem kleinen.

Ralph Grüneberger: Enthält Kunstplatzierung! Foto: Ralf Julke

Enthält Kunstplatzierung! Ralph Grüneberger schenkt sich ein ganz besonderes Geburtstagsbuch

Wie feiert man als Dichter seinen 70. Geburtstag? Schreibt man seine Memoiren? Oder bekommt man eine Würdigung im Kulturkanal des Regionalfernsehens? Orden gibt es ja sowieso keine. Und eine große Lesung mit poesiebegeistertem Publikum ist derzeit nicht drin. Aber man kann ja eine Geburtstagspublikation veröffentlichen, in der versammelt ist, was einen Weltbetrachter wie Ralph Grüneberger besonders berührt hat.

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