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Unwahrheiten über die Wärmedämmung: Energieberatung der Verbraucherzentrale klärt über Irrtümer beim baulichen Wärmeschutz auf – Teil 1

Redaktion
Gedämmte Hausfassade in der Karl-Liebknecht-Straße.
Gedämmte Hausfassade in der Karl-Liebknecht-Straße.
Foto: Ralf Julke
Ob Schimmel, Algen, Atemnot – die Energieberatung der Verbraucherzentrale geht einigen Fehlaussagen zum baulichen Wärmeschutz auf den Grund. „Dämmen ist teuer und schlecht fürs Gebäude“, solche Meldungen verunsichern derzeit sanierungswillige Hausbesitzer. Diese sind angesichts der steigenden Energiekostendiskussion ratlos, welche Maßnahmen sinnvoll sind.


„Bei Dämmmaßnahmen ist diese Sorge unbegründet. Sie steigern den Wohnkomfort und sparen Energie“, so André Trispel, Energieberater der Verbraucherzentrale Sachsen. Hier die Fakten zur Entkräftung der größten Irrtümer.

„Gedämmte Häuser schimmeln.“:

Das Gegenteil ist der Fall. Auf Grund einer Außendämmung steigt die Oberflächentemperatur auf der Innenseite der Wand. Ungedämmte Wände sind dagegen im Winter auch innen ziemlich kalt. Feuchtwarme Raumluft kühlt dort ab, und die relative Luftfeuchtigkeit steigt. Bereits ab einer Oberflächenfeuchte von 80 Prozent wächst dort der Schimmel. Denn dieser braucht neben der Feuchtigkeit nur wenig „Nahrung“, die er bequem auf der Tapete findet.

„Die Wände können nicht mehr atmen.“:

Eine intakte, rissfreie Wand atmet grundsätzlich nicht. Der Luftaustausch erfolgt ausschließlich über das Lüften (Fenster, Lüftungsanlage) oder eben unkontrolliert durch Fugen und Ritzen. Die obige Aussage bezieht sich auf den Feuchtetransport per Wasserdampfdiffusion durch Bauteile. Dieser ist allerdings sehr gering und spielt bei der Feuchteabfuhr keine Rolle. Wichtig ist hingegen, dass der Innenputz hohe Werte an Luftfeuchte puffern und - nach dem Lüften - wieder an den Innenraum abgeben kann. Eine moderne, außen liegende Dämmung hält die Wand hingegen warm und damit trocken.

„Häuser dürfen nicht zu dicht sein“:

Das Gegenteil ist richtig. Jeder weiß, dass durch Fugen unnötig viel Energie verloren geht. Was aber noch schwerer wiegt, ist das damit verbundene Risiko eines Bauschadens: Durch undichte Stellen wie Fugen und Ritzen strömt im Winter feuchtwarme Luft nach draußen. Auf diesem Weg kühlt sie sich ab und die Feuchtigkeit kondensiert in Hohlräumen aus. So kann es in den Fugen zu Schimmelbildung kommen. Dies sieht man meist gar nicht und kann dann auch nicht reagieren. Der Luftwechsel über Fugen reicht hingegen selbst bei großen Undichtigkeiten nicht aus. Daher gilt: Luftdicht ist Pflicht und gelüftet wird über die Fenster oder eine Lüftungsanlage.

Bei Fragen zum baulichen Wärmeschutz wie zu vielen weiteren Fragen des Energiesparens und der Energieeffizienz bietet die vom BMWi geförderte Energieberatung der Verbraucherzentrale Sachsen verschiedene Beratungen: online, telefonisch oder gegen einen Kostenbeitrag von fünf Euro pro halbe Stunde in einem persönlichen Beratungsgespräch. Alle Beratungsstandorte, Vor-Ort-Kontakte und weitere Informationen gibt es unter www.verbraucherzentrale-energieberatung.de. Termine und Beratung unter: (018 809) 802 400 (kostenfrei aus dem deutschen Festnetz, abweichende Preise für Mobilfunkteilnehmer).

www.verbraucherzentrale-sachsen.de


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