Bücher

Michael Bohmeyer, Claudia Cornelsen: Was würdest du tun? Foto: Ralf Julke
Bildung·Bücher

Was würdest du tun? 24 Menschen erzählen, was ein Jahr bedingungsloses Grundeinkommen für sie verändert hat

Es gibt mehrere Initiativen, die seit Jahren unter viel Einsatz dafür kämpfen, das bedingungslose Grundeinkommen endlich in der deutschen Debatte zu etablieren. Aber sie erlebten alle immer wieder, dass ihnen Politiker mit Schulterzucken begegneten und meist auch mit den beiden Totschlagargumenten: „Das kann keiner bezahlen.“ Und: „Dann will keiner mehr arbeiten.“ Wie kann man diese Argumente widerlegen? Einfach machen, beschloss Michael Bohmeyer 2014. Und sammelte mittlerweile 1 Million Unterstützer ein.

Jutta Pillat: Frauen im Kostüm. Foto: Ralf Julke
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Frauen im Kostüm: Zehn Frauen-Lebensgeschichten von Jutta Pillat, die es in sich haben

In jeder Frau stecken mehrere Frauen. Schon des Überlebens halber. Denn sie leben ja in keiner anderen Welt als die Männer, die mit ihren Rollen erst recht nicht zurechtkommen. Nur dass die meisten Männer nicht mal begreifen, warum sie sich in den promoteten Bildern vom Mann-Sein nicht wohl fühlen. Frauen wissen das von ihren Rollenbildern schon etwas besser. Auch wenn das leider noch nicht heißt, dass es ihnen damit besser geht – oder ging. Die DDR war ja auch so ein Wünsch-Dir-Was-Experiment.

Christian Hardinghaus: Ferdinand Sauerbruch und die Charité. Foto: Ralf Julke
Bildung·Bücher

Ferdinand Sauerbruch und die Charité: Wie bleibt man ein anständiger Mensch, wenn Verbrecher regieren?

Es ist ein Buch, das passt mal wieder. In der ARD läuft die Serie „Charité“, die das wohl berühmteste Klinikum Deutschlands als regelrecht historisches Ereignis in Szene setzt. Und natürlich gibt es auch beeindruckende Teile mit dem weltberühmten Ferdinand Sauerbruch, gespielt vom eindrucksvollen Ulrich Noethen. Aber eine wirklich belastbare große Biografie über Sauerbruch gab es bis heute nicht. Dafür einige sehr boshafte Kampagnen, die den berühmten Chirurgen regelrecht zum Nazi-Sympathisanten machten.

Alex Pohl: Eisige Tage. Foto: Ralf Julke
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Eisige Tage: Alex Pohl veröffentlicht seinen ersten Krimi unter Klarnamen

Alex Pohl ist eine Entdeckung. Eine späte Entdeckung, nicht nur für Leipziger Krimi-Leser. Denn Pohl lebt in Leipzig und ist schon lange einer der Erfolgreichen unter den deutschen Thriller-Autoren. Doch die Thriller hat er bisher immer unter seinem Pseudonym L. C. Frey veröffentlicht. Nun geht er erstmals unter seinem Klarnamen an die Öffentlichkeit und schockt die Leipziger Eltern mit einem Thema, das so unrealistisch nicht ist: „Eisige Tage“.

Bernd Gerken, Johannes Hansmann: Re-Animation. Foto: Ralf Julke
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Re-Animation oder Welche Chancen Leipzigs Elsteraue hätte, wieder zu einer richtigen Flussaue zu werden

„Was ist los im Leipziger Auwald?“, fragt eine Filmreihe, die der NuKLA produziert und in der der Auenökologe Prof. Bernd Gerken mit der Kamera in die Leipziger Flussaue geht und vor Ort erklärt, was eigentlich eine Aue ist und warum Leipzig mit der Elster-Luppe-Aue ein Kleinod direkt vor der Stadt hat – haben könnte. Denn erst so bekommt man einen Begriff davon, warum die tatsächliche Auenwaldpolitik der Stadt mit einer lebendigen Flussaue nicht viel zu tun hat. Und wer es noch genauer wissen will, für den gibt es jetzt dieses Buch.

Peter Gosse: Pemmikan. Foto: Ralf Julke
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Peter Gosse schrieb sich zum 80. ein besonderes Enkel-Erinnerungbuch

Im vergangenen Jahr hat er seinen 80. Geburtstag gefeiert: der Leipziger Dichter Peter Gosse. Und die Gelegenheit hat er gleich genutzt, auch so eine Art Abschiedsbuch für seinen Enkel zu schreiben. Bei Enkel denkt man ja an ein kleines Bürschlein mit Windel und Lätzchen. Aber dieser Enkel ist selbst schon ein gestandener Mann und verträgt augenscheinlich auch eine große Packung Unverblümtheit von seinem Großvater.

Herbert Storn: Mit Demokratie ernst machen. Foto: Ralf Julke
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Mit Demokratie ernst machen: Herbert Storns Plädoyer für eine bessere politische Bildung

Unsere Demokratie ist kaputt. Auch wenn smarte Kommentatoren es gern so drehen, dass eher all die in Studien befragten Deutschen als undankbar dastehen, die sagen, dass sie Demokratie zwar toll finden, die Demokratie aber, wie sie sie heute in Deutschland erleben, für inakzeptabel halten. Und wenn es nur ein Bauchgefühl ist. Denn die politische Bildung in unseren Schulen ist eine Katastrophe. Herbert Storn erklärt, warum das so ist.

Dana Menzel, Julia Frackek: Die Botanicas. Giftiges Blau. Foto: Ralf Julke
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Giftiges Blau oder Wer klaut denn da den Blauen Fingerhut?

Auf einmal fühlt man sich an die vielen jungen Menschen erinnert, die seit Wochen gegen die Klimapolitik in Europa demonstrieren und von alten, ignoranten Säcken öffentlich und heftig angegangen werden, weil die um ihre Pfründen und ihre Profite fürchten. Und Dana und Julia kann man sich sehr gut vorstellen unter den demonstrierenden Jugendlichen, genauso wie ihre fünf Heldinnen, die nun zum zweiten Mal gegen einen bösen Umweltfrevel kämpfen.

James Cook: Fick dich Plagwitz. Foto: Ralf Julke
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Fick dich Plagwitz: Die seltsame Sex-and-go-Liebesgeschichte von Pierre und Marie

Mit dem Titel war auch irgendwie der Verleger nicht ganz glücklich. Und mit einigen Stellen im Buch auch nicht. Eigentlich hätte er sich mehr von diesem Plagwitz gewünscht im Buch, mehr von dieser illusionslosen Betrachtung eines Leipziger Ortsteils, der sich in den letzten zehn Jahren erschreckend verwandelt hat, etwas, das einem manchmal so ein derbes „Fuck you“ auf die Lippen bringt. Weniger das, was Marie und Pierre in diesem Buch treiben.

Peter Wensierski: Fenster zur Freiheit. Foto: Ralf Julke
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Fenster zur Freiheit: Wie die radix-blätter das Ende der SED-Herrschaft gedanklich vorbereiteten

Als es die DDR noch gab, gehörte Peter Wensierski als Reporter für diverse Zeitschriften und ab 1986 für das Fernsehmagazin „Kontraste“ zu den bekanntesten Berichterstattern über all das, was in der DDR geschah. Denn Öffentlichkeit über die Vorgänge in der DDR wurde fast ausschließlich über westliche Medien hergestellt. Aber in diesem Buch erzählt Wensierski eine Geschichte, die mit dem Titel „Fenster zur Freiheit“ eigentlich nicht erfasst wird.

Andreas Knipping, Burkhard Wollny: Interzeitenzüge. Foto: Ralf Julke
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Interzeitenzüge: Das Reichsbahn-Zeitalter mit westlicher Neugier betrachtet

Es ist ein dickes, schweres und schönes Geschenk, das sich Andreas Knipping und Burkhard Wollny mit diesem Buch gemacht haben. Und nicht nur sich. Denn dieses Buch ist eine Zeitkapsel, eine Bilderreise zurück in ein Land, das es nicht mehr gibt, das aber die beiden Eisenbahnfreunde auch schon fleißig bereisten, als es noch mit Mauer und Minenfeldern abgesperrt war. Es ist keine Hommage an die DDR, aber es zeigt auch den Bewohnern der östlichen Landstriche, dass ihre Technikgeschichte eine beeindruckende war.

Hans-Joachim Maaz, Ingeborg Szöllösi: Keine Mutter ist perfekt. Foto: Ralf Julke
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„Keine Mutter ist perfekt“ oder Warum unsere Gesellschaft so aggressiv und unersättlich ist

2005 schockte der Hallenser Psychiater und Psychoanalytiker Hans-Joachim Maaz nicht nur Kollegen und Feministinnen mit seinem Buch „Der Lilith-Komplex. Die dunklen Seiten der Mütterlichkeit“. Seither ließ er Bücher wie „Die Liebesfalle“ (2007) oder „Die narzisstische Gesellschaft“ (2012) folgen. Und dann kamen irgendwie Pegida, AfD und Chemnitz und Maaz wurde medial quasi zum Psychologen der wütenden Ostdeutschen. Aber woher kommt dann diese Renitenz? Es hat sichtlich eine Menge mit Lilith zu tun. Oder besser dem Gegenteil: dem Lilith-Komplex.

Dieter Döhrel: Shane Calhoun. Im Reiche der Nardic. Foto: Ralf Julke
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Dieter Döhrels dritter Shane-Calhoun-Roman: Im Reich der Nardic

Es gab mal eine Zeit, da wuchsen Jungen nicht mit Ballerspielen am PC auf, sondern mit Western. Ganz zu Anfang mit Wild-West-Romanen in gedruckter Form. Da durften Karl May und James Fenimore Cooper im Regal nicht fehlen. Später dann mit Westernfilmen im Kino. So etwas prägt. Auch einen Mann wie Dieter Döhrel, der seinen Ruhestand dazu nutzt, jene Western zu schreiben, die er im Buchladen schon lange nicht mehr findet.

Gomringer & Scholz: Peng Peng Parker. Foto: Ralf Julke
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Nora Gomringer hat jetzt mit Philipp Scholz auch die Gedichte von Dorothy Parker zum Singen gebracht

Auf der Leipziger Buchmesse haben sie sich 2015 im Grunde gefunden: Die Lyrikerin Nora Gomringer und der Jazz-Musiker Philipp Scholz. Ist ja nicht so weit von guter Lyrik zum hingehauchten Jazz. „Peng Peng Peng“ hieß ihr erstes gemeinsames Lyrik-Jazz-Album. Nun ist ihre zweite Co-Produktion fertig und die entführt die Hörer in die Welt der amerikanischen Schriftstellerin Dorothy Parker. Kein Wunder, dass man sich dabei fühlt wie in einer Jazz-Bar der 1930er Jahre.

Hans-Joachim Kertscher: Er brachte Licht und Ordnung in die Welt. Foto: Ralf Julke
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Die erste große Biographie über den Aufklärer Christian Wolff

Es ist schon erstaunlich, wie zurückhaltend selbst der Verlag bei der Werbung für dieses Buch vorgegangen ist. Obwohl es – mehr aus Zufall – eigentlich ein Buch zur heutigen Zeitdebatte ist, in der gerade Konservative und Erzkonservative mit aller Macht auch die Aufklärung angreifen und versuchen, in Verruf zu bringen. Gern mit Hinweis auf die fatalen Folgen heutigen Technikglaubens. Aber tatsächlich meinen sie immer die Fähigkeit der Menschen, sich ihrer eigenen Vernunft zu bedienen. Christian Wolff hätten sie so nicht kommen dürfen.

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