Auch Wetterextreme im Winter 2010 / 2011 zeigen: Der Klimawandel ist real
Ralf Julke
29.12.2010
Schnee beeinträchtigt den Verkehr.
Foto: Ralf Julke
Es ist der zweite schneereiche Winter hintereinander, den Sachsen erlebt. Und kalt ist er auch noch. Zum Wochenanfang verkündete einige Medien Schocktiefstwerte von 20, sogar 30 Grad unter Null. Und da und dort wurde wieder ein "Klimaskeptiker" munter, der den Klimawandel Kraft Eigenerkenntnis in Frage stellte.
Anzeige
Tatsächlich hat der Dezember 2010 viele Parallelen zum Januar 2010. Darauf weist auch der Deutsche Wetterdienst hin. Einer der kältesten Orte in der Bundesrepublik war in der Nacht zum Mittwoch, 29. Dezember, tatsächlich ein sächsischer: Dippoldiswalde am Erzgebirge mit -22,2 Grad.
Für Leipzig, wo ähnliche Tiefstwerte verkündet wurden von einigen Medien, die hier schon den äußersten Osten vermuteten, blieben die Temperaturen tatsächlich ungefähr da, wo sie seit dem 26. Dezember gewesen waren: etwas unter - 10 Grad. Ist natürlich die Frage: Warum wird das so kalt, wenn sich doch eigentlich die irdische Atmosphäre messbar aufheizt?
Und warum jetzt schon wieder solche Tiefstwerte in Deutschland, wie sie im Januar gemessen wurden? Der DWD hat sogar die Werte vom Januar noch parat: "Besonders in den östlichen Bundesländern sanken die Temperaturen verbreitet unter -20 Grad. In Bad Muskau war die Nacht zum 27. Januar -24,3 Grad kalt. In Tirschenreuth lag das Januar- Minimum bei -22,4 Grad und in Dippoldiswalde bei -19,1 Grad!"
Für Sachsens Umweltminister Frank Kupfer ist das keine Überraschung. "Hier erleben wir direkt vor der Haustür erneut extreme Wetterlagen. Genau wie die Hochwasser im Sommer und der Tornado zu Pfingsten sind sie ein Indiz für die Realität des Klimawandels."
Die Winterextreme passen für ihn zu den beobachteten Sommerextremen.
Trogwetterlagen sorgen in Sachsen für schneereiche Winter.
Foto: Ralf Julke
„Auf diese Entwicklung, also extreme Wetterlagen im Sommer wie im Winter, müssen wir uns in Sachsen weiter einstellen“, so der Minister. „Gleichzeitig leisten wir aber auch unseren Beitrag, um die globale Erwärmung so weit wie möglich einzudämmen. Das gilt für den Freistaat genauso wie für jeden Bürger."
Im Fokus stehe dabei die Energieeffizienz, also der sparsame Umgang mit Energie. „Wer heute sein Haus energieeffizient macht, hilft sich und der Welt. Zum einen durch eingespartes Kohlendioxid, zum anderen auf der eigenen Rechnung für Strom, Gas oder Heizöl, wenn es den nächsten strengen Winter gibt", sagt Kupfer.
Auch der Freistaat werde den Weg einer konsequenten Klimaschutzpolitik konsequent fortsetzen. - Das doppelte "konsequent" stammt direkt aus der Mitteilung des Umweltministeriums. Natürlich bleibt es hier stehen, weil dafür ein paar andere Ministerien mehr als inkonsequent agieren und sich über den Klimawandel keine Gedanken machen. Sachsen ist ja Braunkohleland.
Aber es ist ermutigend zu hören, dass die sächsische Regierung jetzt an einem neuen Energie- und Klimaprogramm arbeitet, das bis Mitte 2011 vorliegen soll. Ebenso ist der Aufbau eines Klimainformationssystems geplant, das künftig die Einordnung ähnlicher Witterungsereignisse in globale Zusammenhänge erleichtern und den verschiedenen Nutzern die Abfrage von Klimadaten ermöglichen soll.
Denn natürlich lässt das lokale Wetter eher selten Rückschlüsse auf die globale Entwicklung zu.
Und so bestätigt das sächsische Umweltministeriumnoch einmal den hartnäckigen Skeptikern: Die globale Erwärmung hat sich in den letzten 30 Jahren deutlich beschleunigt. Das vergangene Jahrzehnt war weltweit, aber auch in Deutschland, das wärmste seit Beginn der instrumentellen Wetteraufzeichnungen. Das Jahr 2010 wird sich nach den vorläufigen Daten der NASA in die Gruppe der drei bislang wärmsten Jahre seit 1880 (2005, 2007 und 2006) auf der Nordhalbkugel einordnen; möglicherweise wird es das global wärmste Jahr überhaupt. Bedingt durch natürliche Einflussfaktoren wie die Sonnenaktivität, das El Nino-Phänomen oder Vulkanausbrüche ist der durch die weltweit weiter steigenden Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre bedingte Temperaturanstieg jedoch nicht stetig, sondern kann von Jahr zu Jahr erheblich schwanken.
Und warum werden dann europäische Winter auf einmal so kalt? - Der tauende Nordpol ist schuld.
Infolge des insgesamt beschleunigten Rückganges des arktischen Meer-Eises in den letzten zwei Jahrzehnten verändern sich die Energieströme zwischen Ozean und Atmosphäre und damit auch die charakteristischen Luftströmungen in der Nordhemisphäre.
Ein Indiz für diese Entwicklung stellen in den letzten Jahren beobachtete ungewöhnliche Häufungen von Trogwetterlagen über Mitteleuropa dar, erläutert das Ministerium die Zusammenhänge. Diese Wetterlagen führen im Winter zu Einbrüchen polarer Kaltluft, die in Sachsen häufig mit starken Schneefällen verbunden sind. Auch der Wintereinbruch Ende November 2010 wurde durch Troglagen eingeleitet. Troglagen waren es auch, die bereits im August und September 2010 in Sachsen zu extremen Niederschlägen verbunden mit Überschwemmungen führten.
Die von vielen Menschen in Sachsen als zu kalt wahrgenommenen letzten Winter sind jedoch kein Ende des grundsätzlichen Erwärmungstrends. Der vergangene Winter (2009/2010) war global der zweitwärmste und auf der Nordhalbkugel der viertwärmste Winter seit 1880.
In Deutschland wurde der relativ kalte und schneereiche Winter 2009/2010 vorschnell als ein Kälte-Rekordwinter eingestuft. Betrachtet man die Winterstrenge in Dresden seit 1829, so nimmt der Winter 2009/2010 jedoch nur den 43. Rang ein. Seit 1950 wurden 7 strenge Winter in Sachsen beobachtet. Der letzte strenge Winter 1995/1996 wurde aber aufgrund seiner Schneearmut als weniger spektakulär im Vergleich zum Winter 2009/2010 wahrgenommen.
Neueste internationale Forschungsergebnisse - so das Ministerium - stützen die Annahme, dass der vergangene Winter 2009/2010 in Europa ohne die globale Erwärmung weit kälter ausgefallen wäre. In diesem Zusammenhang belegen Untersuchungen des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, dass die für Kälteperioden typischen Wetterlagen in Sachsen in den vergangenen 20 Jahren im Mittel um mehr als ein Grad wärmer geworden sind.
„Wenn jeder hier im Raum begreift, dass Energiesparen nötig ist und beim eigenen Griff zum Lichtschalter beginnt, dann ist es egal, ob es ab heute einen neuen Umweltminister gibt“, machte Schulleiter Thomas Graupner am Dienstag, 22. Mai, im Berufsschulzentrum 7 deutlich, worum es bei der neuen Bildungsinitiative Energie geht. mehr…
Der Vorsitzende der FDP-Fraktion im Leipziger Stadtrat Reik Hesselbarth hat den Beschlussvorschlag von Kulturbürgermeister Faber zur Umsetzung des Finanzierungsanteils für die Freie Szene scharf kritisiert. Denn statt einen Vorschlag zu machen, wie der Stadtratsbeschluss von 2008 bis 2013 erfüllt werden kann, hat Kulturbürgermeister Michael Faber am 16. Mai eine Verschiebung des Termins vorgeschlagen. mehr…
Eigentlich könnten sich die Freunde des Leutzscher Fußballs gedanklich schon in die Sommerpause verabschieden. BSG Chemie Leipzig und SG Leipzig Leutzsch haben beide die Klasse gehalten. Sportlich betrachtet geht es für beide Teams in den letzten Saisonspielen nur noch um die goldene Ananas. Wäre da nicht das grün-weiße Derby am 9. Juni. Die Chemie-Fans nutzen die Gunst der Stunde für eine klare Ansage. mehr…
Die Frage nach den personellen Konsequenzen in der Affäre um die Herrenlosen Häuser entzweit Leipzigs Parteien. Die linke OBM-Kandidatin Dr. Barbara Höll fordert eine Beurlaubung von Verwaltungsbürgermeister Andreas Müller (SPD). Für Leipzigs FDP ist Oberbürgermeister Burkhard Jung der Verantwortliche, Hölls Forderung nur „eine erste wahltaktische Brücke“. mehr…
Am 27. Mai, um 19 Uhr, lädt der Freundeskreis „Gohliser Schlösschen“ e.V. herzlich zu einer „Pfingstlesung“ in den Festsaal des Hauses ein: „Erleben Sie mit uns die abenteuerlichen Geschicke des Reineke Fuchs, und wie es ihm, mehrfach angeklagt und verurteilt, immer wieder gelingt, mit verblüffender Intelligenz, mit Witz und Verschlagenheit, mit Lug und Trug, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen, um schließlich sogar 'Kanzler des Reichs' zu werden.“ mehr…
Die Drogenpolitik und der Umgang mit Suchtkranken in Leipzig ist und bleibt offenbar ein heißes Eisen, das von dem einen oder anderen Protagonisten mit mehr oder weniger Eifer am Glühen gehalten wird. So schlug ein Interview von Michael Burgkhardt in der LVZ hohe Wellen. Der Chef der Bürgerfraktion im Stadtrat, gleichzeitig Suchtmediziner, ging mit der Stadt und dem Umgang mit der Drogenszene Leipzigs hart ins Gericht. mehr…
Am Dienstag, 22. Mai, wurden im Festsaal des Neuen Rathauses die Leipziger Agenda-Preise 2012 verliehen. In fünf Kategorien wurden Preisgelder in einem Gesamtumfang von 14.000 Euro sowie Sachpreise im Wert von rund 10.000 Euro vergeben. mehr…
Die Lebenshilfe Leipzig organisiert vom 8. bis 10. Juni zum zweiten Mal ein Geschwisterseminar mit der renommierten Sozialwissenschaftlerin Marlies Winkelheide (Bremen/Geschwisterkinder.de) und ihrem Team. Dieses wendet sich an die Eltern und Geschwisterkinder in Familien mit behinderten Kindern und findet in der Jugendherberge in Dahlen bei Leipzig statt. mehr…
Den 29. Mai kann, wer Lust hat, sich über diese seltsame Stadt am sächsischen Westrand ein paar Gedanken zu machen, vormerken im Kalender. Es ist ein Dienstag. Und die Stadt lädt ein in die Kongresshalle, konkret in den Händelsaal. Ab 19 Uhr darf man rein und schon mal die Fühler ausstrecken, 19.30 Uhr beginnt die Auftaktveranstaltung für ein Leipziger Zukunftsprojekt. Motto: Leipzig weiter denken. mehr…
Am 24. Mai um 15 Uhr lädt der Garten Annalinde mit Kaffee und Kuchen herzlich zur Eröffnung seiner Gartensaison ein. Seit Juni 2011 gibt es den mobilen Nutzgarten auf der Freifläche hinter der Bibliothek Plagwitz. Neben Kohl und Kartoffeln in Säcken werden dort Radieschen, Salat und Tomaten zusammen mit einer Vielzahl weiterer, teils alter Kultursorten in mobilen Hochbeeten angebaut. mehr…
Das nächste Monatlich Gespräch über Wissenschaft findet am Mittwoch, 23. Mai, um 19:30 Uhr im Haus des Buches (Gerichtsweg 23) statt. Moderiert wird es von Bettina Kremberg und Ulrich Johannes Schneider. Im Mittelpunkt steht Martin Seel, der über "111 Tugenden. 111 Laster" spricht. mehr…
Die Königin der Instrumente, die Orgel, ist zu Pfingsten in der Kirche Zuckelhausen, Zuckelhausener Ring, zu entdecken und zu hören. Am Sonnabend, dem 26. Mai 2012, erläutert Orgelbauer Stefan Pilz bei einer Orgelführung um 10 Uhr die Funktionsweise der Johann-Gottlob-Mende-Orgel (1822). mehr…
Mitteldeutschland befindet sich mitten in der Luther-Dekade. 2012 ist das Jahr der Musik. 2017 jährt sich Luthers Thesenanschlag zum 500. Mal. Und die Evangelische Verlagsanstalt hat ein Heft-Projekt gestartet, das im Mai 2011 mit Nürnberg startete und den Verlag auf Jahre beschäftigen wird: Orte der Reformation. Das wichtigste Heft liegt jetzt mit "Wittenberg" vor. mehr…
In Verfassungsschutzberichten landen nicht nur die wirklich staatsgefährdenden Organisationen. Oft beobachten die Schlapphüte auch Parteien und Vereine, von denen sie die Gefährdung nur vermuten. Manchmal über Jahrzehnte ohne Ergebnis. Da ist es schon erstaunlich, dass die Bundesregierung allein diese Beobachtungen zum Vorwand nehmen will, Vereinen ihre Gemeinnützigkeit abzuerkennen. mehr…
Am 2. Juni beginnt in Leipzig die Automesse AMI. Der Zweijahresturnus, den die Automobilbranche ausgehandelt hat für den Leipziger Branchentreff, zeigt Früchte: Die Aussteller zerreißen sich nicht mehr zwischen den Messen. Die Ausstellerzahl in Leipzig steigt. Das Messetrio aus AMI, AMICOM und AMITEC verzeichnet ein zweistelliges Flächenwachstum von über 10 Prozent. mehr…