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Jürgen Schmidt: August Bebel, Kaiser der Arbeiter. Foto: Ralf Julke

Eine Biografie zum 100. Todestag: August Bebel – ein Polit-Star aus Leipzig

Während Leipzig sich, irgendwie aus Platznot geboren, in diesem Jahr im wesentlichen auf zwei große Jahrestage konzentriert - Wagners 200. und den 200. der Völkerschlacht, ging der 150. Geburtstag der SPD im Wagner-Trubel fast unter. Was nicht nur an Leipzig lag, sondern auch an der SPD des Jahres 2013. Irgendetwas fehlt da. Auf jeden Fall ein Mann wie August Bebel, dessen Todestag sich am 13. August zum 100. Mal jährt.

Wahrheit oder Pflicht: Hans Aichinger und die faszinierende Suche nach dem Sinn von alledem

Es ist wirklich schade, dass es die Kulturbahn Linie 14 noch nicht gibt, über die Karl-Heine-Straße hinaus verlängert nicht mal zum Busbahnhof Lindenau, sondern mit leichter Linkskurve direkt in die Spinnereistraße, Haltestelle: Spinnerei. Die meisten Leipziger wissen gar nicht, was für ein Kleinod sie mit dieser Kunst-Fabrik haben. Und welche Schätze zu sehen sind. Bis zum 3. August zum Beispiel: die Aichinger-Ausstellung "Die Familie. Eine Aufstellung".

‘ne Lippe riskieren: René Koch versucht sich in einem Geburtstags-Toast auf den Lippenstift

René Koch ist Star-Visagist. So darf sich einer nennen, der die Stars und Sternchen (wieder) hübsch macht vor dem Auftritt. Und dann selbst so bekannt wird, dass er selbst ein kleiner Star ist. Star einer Welt, die auf Äußerlichkeiten nicht nur Wert legt, in der das Äußere auch oft genug über Wohl und Wehe, Aufstieg und Misserfolg entscheidet. "Trau' dich! Roter Mund als Mittel zum Erfolg", heißt denn auch eins der Kapitel in diesem Buch.

Andrea Röpke, Andreas Speit (Hrsg.): Blut und Ehre. Cover: Ch. Links Verlag

Blut und Ehre: Der “NSU” hat eine lange und blutige Vorgeschichte

Der Titel ist falsch. Wie so viele derzeit zum Thema NSU und rechter Terror. Wie das ganze falsche Erschrockensein über die Existenz einer rechtsextremen Terrorzelle in Deutschland. Oder genauer: in der Bundesrepublik. Denn nur darum geht es in diesem Buch. Was schon viel ist. Denn die Geschichte des rechten Terrors nach 1949 galt bis vor Kurzem geradezu als Erinnerungswüste. Obwohl einzelne Ereignisse es ja tatsächlich bis in die Medien geschafft haben.

Wunderkammer Thüringen: Mit Frau Hi-Ha-Holle durchs Land der Klöße, Dichter und Spielzeugbauer

Wie nähert man sich einem Bundesland wie Thüringen? Einst ein wahrer Flickenteppich aus kleinen Grafschaften und Herzogtümern, mal reußig, mal schwarzenburgisch, mal sächsisch? Kunstvoll zusammengesetzt erst 1920 aus sieben - sprich: sieben - einzelnen Winzig-Freistaaten. Wenn Tobias Prüwer sich in einem ganzen Kapitel so äußerst kritisch mit dem Thema Mitteldeutschland beschäftigt, ist er - wie so viele Autoren - hin- und hergerissen. Natürlich ist der Freistaat Thüringen nicht Baum und nicht Borke.

Energieaustausch an der Erdoberfläche: Wie Klima im ganz Kleinen entsteht

Nicht nur FES-Umfragen zeigen, dass immer mehr Wahlbürger dem Politik-Betrieb in Deutschland misstrauen. Demokratie ist was Feines - aber was wird aus ihr, wenn ihre entscheidenden Vertreter die komplexen Zusammenhänge der Gegenwart nicht mehr begreifen? Wenn sie alte Erfolgsrezepte immer wieder neu aufwärmen, weil ihnen vor der Komplexität der Welt graust? - Nö, wir nennen an dieser Stelle keine Namen. Aber ein Thema: das Klima.

Leben ohne Gepäck: Was Übergewicht mit den falschen Versprechungen unserer Konsumwelt zu tun hat

Auf den ersten Blick sieht es wieder wie so ein Diät-Ratgeber aus - schwungvoll hebt eine Blondine am Meeresstrand ab - vom Gewicht befreit. Aber es ist kein Diät-Buch. Eher das Gegenteil. Und wer mit Diäten nun fort und fort seine schlechten Erfahrungen gemacht hat, darf zugreifen und umdenken. Es ist wie so oft: Man kann sich Gesundheit und einen gefälligen Körper nicht kaufen. Schon gar nicht im Supermarkt.

Ein dicker, spannender Leipziger Kongressband: 59 Mal Wagner

Der Kerl ist herrlich. Der Kerl ist ein Streitthema. Der Kerl ist ein herrliches Streitthema. Man kann mit ihm was lernen. Wenn man will. Nicht jeder will. Deutschland ist das Land der großen Schubladen. So lernt man's in den Schulen. Dabei sind die Zwischentöne, Fehler und Charakterschwächen das Eigentliche - das, was Menschen von falschen Idolen unterscheidet. Selten war Richard aus Leipzig so sehr Mensch wie im Mai 2013.

800 Jahre Thomana: Ein Buch zur Erinnerung an das Festjahr 2012

Es war ein schönes Jahr. Der Tourismus-Chef hat sich gefreut, der OBM hatte tolle Auftritte, vier schöne Festwochen gab es, fünf herrliche Festmusiken. 2012 war in Leipzig vom 800-jährigen Jubiläum der einstigen Klosterstiftung durch Markgraf Dietrich den Bedrängten geprägt. Feiern durften Thomaskirche, Thomanerchor, Thomasschule und das Krankenhaus St. Georg. Das freilich in diesem Heft nicht vorkommt.

Tachles: Ein schönes dickes Buch mit jüdischen Witzen und Humoresken

"Tachles" ist kein ganz neues Buch. Die meisten Witze darin stammen aus zwei Publikationen, die der St. Benno Verlag schon 2001 herausgebracht hat: "Nu, ma lacht!" und "Am achten Tag schuf Gott das lachen", damals gesammelt und herausgegeben von Andreas Martin und Robert Rothmann. Volker Bauch hat dieses Material angereichert mit humorvollen Texten bekannter jüdischer Autoren wie Scholem Alejchem und Ephraim Kishon.

Bodo Ramelow: Schreddern, Spitzeln, Staatsversagen. Cover: VSA Verlag

Schreddern, Spitzeln, Staatsversagen: Bodo Ramelow veröffentlicht zweites Buch zum NSU-Komplex

Wenn Bodo Ramelow (Die Linke) ein Buch zum Terrornetzwerk NSU veröffentlicht, darf der Leser keine journalistische Glanzleistung erwarten. Die Essay-Sammlung "Schreddern, Spitzeln, Staatsversagen" beleuchtet den Umgang der Verfassungsschutzbehörden mit der Zwickauer Zelle und ihrem Unterstützernetzwerk. Gleichzeitig liefert der Band einen Einblick in die Arbeit der Untersuchungsausschüsse. Natürlich aus linker Perspektive.

Ein Sommerkrimi aus dem Pfarrhaus von Ringelreuth: Pfarrers Katz & Küsters Hund

Heike Wendler liebt Tiere. Katzen besonders. So sehr, dass sie auch schon mal selbst in ein weißes Katzenfell schlüpft und auf Abenteuer ausgeht. Wie in diesem ersten Krimi von ihr, in dem Katz und Hund zu Detektiven werden, quasi Sherlock Holmes und sein bellender Dr. Watson auf jeweils vier Pfoten. Das hat den Vorteil: Sie bekommen alles mit, dürfen den Gesprächen und Heimlichkeiten der Leute in Ringelreuth lauschen. Der Nachteil: Sagen können sie nix.

Ein neues Jahrbuch zur Leipziger Stadtgeschichte: Von Kirchsprengeln, Redegesellschaften und lauter unverwirklichten Kanalträumen

Das wäre schön: Es gäbe einen Briefkasten, in den steckte man alle seine unbeantworteten Fragen zur Stadtgeschichte - und sofort setzen sich Leipzigs fleißige Stadtforscher an die Arbeit und erkunden das Thema. Und im nächsten Jahrbuch zur Leipziger Stadtgeschichte steht alles drin. Aber das sähe dann wohl ganz ähnlich aus wie das, das der Leipziger Geschichtsverein sowieso veröffentlicht.

Zwölf Monate von Eisenach bis Leipzig: Ein ganzes Jahr mit Johann Sebastian Bach

Das Jahr 2013 ist gerade dabei zu zeigen, was alles an Überraschungen in ihm steckt - da ist schon 2014. Die ersten Kalender sind da. Wer also Geschenke sucht - vielleicht auch für sich selbst, bekommt die erste Gelegenheit. Und wenn es nach dem St. Benno Verlag geht, ist 2014 wieder Bach-Jahr. Braucht es dafür einen Anlass? Bei Bach eigentlich nie.

Auf himmlischen Pfoten: Was sucht die Katze im Pfarrhaus?

Eine große Sehnsucht beschäftigt auch die Kirche im Land: die nach Nähe und Zärtlichkeit. Da geht es den Pfarrern, Pfarrersfrauen und Gläubigen nicht anders als den anderen Leuten, die versuchen, in einer zunehmend kälteren Gesellschaft irgendwo Nähe und Vertrauen zu gewinnen. Aber zum Glück ist ein Raubtier der treueste Tröster in der Not.

Zeiten der Trennung: Erinnerungen an eine Kindheit im Osten

Der Krieg kommt eigentlich nicht drin vor, auch wenn die Eltern der Autorin von diesem Krieg und seinen Folgen gezeichnet sind. Und die Trennung kommt erst später mit dem Mauerbau. Tatsächlich beschreibt Elke Cohnen eine Kindheit in der frühen DDR. Das liest sich nur als Titel nicht so gut. Und das zeigt wiederum, wie belastet das Kürzel DDR mittlerweile in den ideologischen Grabenkämpfen der Zeit ist.

A mighty fortress is our God: Wittenberg-Stadtführer nun auch auf Englisch

Nach der Flut wird Manches in Sachsen und Sachsen-Anhalt nicht mehr so sein wie vorher. Aber das Leben geht weiter. Und es wird weiterhin Werbung brauchen für ein für Touristen attraktives Fleckchen Erde. Und manches Kleinod in dieser Weltecke ist auch für Touristen aus aller Welt interessant. Weil hier tatsächlich mal Weltgeschichte stattfand. Man glaubt es kaum. Wittenberg ist so ein Fleckchen Erde.

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