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Monat: Dezember 2020

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Wenn Leipziger/-innen träumen: Tiefgründige, zivilisierte Debatten

LEIPZIGER ZEITUNG/ Auszug Ausgabe 86, seit 18. Dezember 2020 im HandelEs ist landläufiger Brauch, mit einem herannahenden Jahreswechsel das endende Jahr Revue passieren zu lassen und sich Gedanken über die kommenden zwölf Monate zu machen: Welche Wünsche und Hoffnungen sind 2020 Realität geworden und welche verbinden sich mit dem Blick auf 2021? Letzteres bedeutet persönlich zudem eine besondere Zäsur, wenn man – wie ich – zum 31.12. das Alter erreicht hat, um regulär angesparte Rentenansprüche zu konsumieren.

Maren Wilczek wünscht sich von ihren Mitmenschen, dass diese die Bedürfnisse anderer Mitmenschen akzeptieren und mehr Beachtung schenken. Foto: Martin Neuhof

Wenn Leipziger/-innen träumen: Trotzige Träume

LEIPZIGER ZEITUNG/ Auszug Ausgabe 86, seit 18. Dezember 2020 im HandelWenn ich mir 2020 in einer besseren Welt vorstelle, schießt mir natürlich zuerst der Gedanke an eine Welt in den Kopf, in der es keine Pandemie gibt. Wie viel schöner wäre es ohne Coronavirus! Aber war vorher alles gut? Wird danach alles besser? Oder liegt es nur am Virus, dass 2020 für viele Menschen ein mindestens mieses Jahr ist? Nein. Nur zu träumen, es gäbe keine Pandemie, reicht nicht aus. Aber genau diese Feststellung, dass etwas nicht ausreicht, die ist wichtig in meiner Vorstellung von einer besseren Welt.

Christian Wolff (beim Brückenfest 2018). Foto: Michael Freitag

Gastkommentar von Christian Wolff: Barmherzigkeit – Wegweisung für das neue Jahr

Die Zeiten sind angespannt. Das wird sich im neuen Jahr zunächst nicht ändern. Nichts ist derzeit normal. Obwohl vor einigen Tagen die Impfkampagne zum Schutz gegen das Coronavirus begonnen hat, müssen wir weiter mit Einschränkungen leben. Das geht an die Substanz. Denn immer deutlicher wird: Es bleibt nicht nur bei einer Unterbrechung des persönlichen und gesellschaftlichen Lebens. Es bricht auch einiges zusammen – nicht nur für die, die an Corona erkranken, und diejenigen, deren nächste Angehörige an oder mit dem Coronavirus gestorben sind.

MS Wachau an der Schleuse zwischen Markkleeberger und Störmthaler See. Foto: Ralf Julke

Der Seenlandkongress findet erstmals im Internet statt

Corona hat in diesem Jahr eine ganze Menge Kongresse unmöglich gemacht. Dazu gehört auch die Word Canals Conference, die eigentlich im September stattfinden sollte und Leipzig einreihen sollte in die gut vermarktbaren Tourismus-Destinationen mit einem gut schiffbaren Kanalsystem. Das hat Leipzig freilich nicht. Auch wenn im Neuseenland weiter mit enormem Aufwand an diesen Visionen gearbeitet wird. Thema wird es auch im Februar wieder, auch wenn der Seenland-Kongress diesmal virtuell stattfinden soll.

Das Kohlekraftwerk Lippendorf. Foto: LZ

Die CO2-Bepreisung in Deutschland startet, ist aber vorerst ein zahnloser Tiger

2021 bekommen die CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen in Deutschland endlich einen Preis mit der in Kraft tretenden CO2-Abgabe. Aber das Gesetzeswerk ist sozial einmal mehr völlig unausgewogen. Und es genügt nicht einmal ansatzweise, um auch nur die deutschen Klimaziele zu erreichen. Das funktioniert nun einmal nicht nach dem Prinzip „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass.“

Die Sitzung vom 16.12.2020 in Aktion. Foto: Screen Livestream

Gesetzesänderung ermöglicht jetzt auch digitale Ratsversammlungen in Leipzig

Am 16. Dezember bekamen die Leipzigerinnen und Leipziger ja schon einen Vorgeschmack davon, wie eine komplett digitale Ratsversammlung aussehen könnte, auch wenn OBM und Stadtrat diesen Tag erst einmal nur zu einem Meinungsaustausch nutzten. Aber da Corona auch Sachsen weiter fest im Griff hält, werden 2021 digitale Ratsversammlungen ganz selbstverständlich.

Wieder Staunen lernen 2021. Foto: L-IZ

Der Homo sapiens am Scheideweg seiner falschen Eitelkeiten

Der letzte Tag des Jahres 2020 unserer Zeitrechnung ist da. Und man kann all diese weinerlichen Kommentare schon nicht mehr lesen, all diese müden Herren Kommentatoren, die uns die Ohren volljammern darüber, was alles 2020 nicht möglich war, abgesagt wurde, schrecklich war. Jeder Kommentar eine einzige Beleidigung für ein Jahr, das normaler hätte gar nicht sein können.

Joachim Köhler: Verloren im Cyberspace. Foto: Ralf Julke

Verloren im Cyberspace: Eine fast Luthersche Streitschrift gegen die falschen Verheißungen der digitalen Beglückung

Etwas läuft gerade gnadenlos schief in unserer Welt. Nicht nur beim Umgang mit Klima, Artenvielfalt oder Pandemien. Der Lehrer Gottfried Böhme hat darüber schon eine vehemente Streitschrift geschrieben, die Physikerin Ille Gebeshuber sich die Konsequenzen ausgemalt. Und nun hat auch der Schriftsteller und langjährige „Stern“-Autor Joachim Köhler das Corona-Jahr genutzt, um eine profunde Streitschrift über eine Entwicklung zu schreiben, die Nietzsches schlimmste Ideen Wirklichkeit werden lässt.

Katja Meier. Foto: LZ

Bagatelldelikte: Wieder mehr Ermessen für sächsische Staatsanwälte

Justizministerin Katja Meier (Grüne) stärkt endlich das Ermessen der sächsischen Staatsanwälte. Ihr Konzept für eine Neuregelung der einheitlichen Strafverfolgungspraxis im Freistaat sieht vor, dass die Staatsanwaltschaften in eigener Verantwortung gemeinschaftliche Richtlinien erarbeiten. Die geltende Rundverfügung von Generalstaatsanwalt Hans Strobel soll spätestens bis 30. Juni 2021 aufgehoben werden.

Angelika Schütt vermisst vor allem die Begegnungen mit ihren Mitmenschen. © privat

Wenn Leipziger/-innen träumen: Corona – und was bleibt?

LEIPZIGER ZEITUNG/ Auszug Ausgabe 86, seit 18. Dezember 2020 im HandelDas Jahr 2020 neigt sich dem Ende und für mich war es ein total überraschendes Jahr. Vieles in meinem Leben wurde plötzlich von anderen bestimmt, es wurde einfach alles anders, als wir es uns vorgestellt hatten. Ich fühlte mich ziemlich ausgebremst, in vielen Aktivitäten meines täglichen Lebens. Aber ich will nach vorn schauen und träume bereits vom nächsten, einem vielleicht „besseren Jahr“.

Der Wirtschaftsbericht 2020 der Stadt Leipzig. Cover: Stadt Leipzig

Die Leipziger Industrie spürte schon 2019 die Veränderungen in den globalen Warenströmen

Am Dienstag, 30. Dezember, legte das Dezernat Wirtschaft, Arbeit und Digitales den Wirtschaftsbericht der Stadt Leipzig 2020 vor. Immerhin ist 2020 ein „besonderes Jahr“, wie das Dezernat betont. Einem jahrelangen Wachstum in fast allen Bereichen folgte nun – bedingt nicht nur durch die Corona-Pandemie – ein deutlicher Dämpfer. Auch wenn der Bericht noch gar keine abschließende Bilanz zum Jahr 2020 geben kann.

Feministischer Aktionstag am 16. Mai in Leipzig. Foto: L-IZ.de

Jugendparlament beantragt mehr Wahrnehmung für die Leipziger Gewaltschutzambulanz

Die Corona-Lockdowns haben für einige Leipziger/-innen auch das Thema Gewalt wieder gegenwärtiger gemacht. Und die Frage: Wo findet man Hilfe, wenn man Opfer von Gewalt wird? Gerade dann, wenn es auch noch ein sexueller Übergriff war? Warum bewirbt Leipzig da nicht stärker die Gewaltschutzambulanz, fragt sich das Jugendparlament.

Eingang des Wildparks an der Koburger Straße. Foto: Ralf Julke

Wohl erst mal keine weiteren Papierkörbe am Wildpark

Die Stadt Leipzig wächst. Und damit wächst irgendwie auch der Anteil der Menschen, die ihren Müll einfach in die Landschaft schmeißen, egal, ob an Straßenbahnhaltestellen, in Parks oder im Wald. Schon in der Vergangenheit hat die Stadt deshalb die Zahl der Papierkörbe deutlich erhöht. Aber irgendwann ist mal gut, meint jetzt der Eigenbetrieb Stadtreinigung Leipzig und lehnt einen Linke-Antrag ab.

Sanierte Schule in der Erfurter Straße: Diese Fassade soll jetzt mit Grün zuwachsen. Foto: Ralf Julke

Leipzig bekommt endlich das vom Stadtrat beantragte Fassadenbegrünungskonzept

Grüne Kletterpflanzen an Gebäuden haben nicht nur einen klimatisierenden Effekt. Sie bieten auch Rückzugsräume für allerlei kleines Getier. Seit Jahren dringt die Grünen-Fraktion im Leipziger Rathaus darauf, deutlich mehr Gebäude mit Fassadengrün zu versehen, um das Stadtklima zu verbessern. Im November fragte sie nach, ob die Verwaltung das überhaupt auf der Agenda hat. Und die antwortete im Dezember: Sogar 2020 war man schon fleißig. Ein Konzept gibt es aber erst 2021.

Hans Aichinger malt an Bildern zu seiner aktuellen Ausstellungsbeteiligung „Inner Land“. Foto: Daniel Thalheim, VG Wort Bild Kunst

Auf Caravaggios Spuren: Hans Aichinger bildet ein inneres Licht ab

LEIPZIGER ZEITUNG/ Auszug Ausgabe 86, seit 18. Dezember 2020 im HandelHans Aichinger gehört neben Neo Rauch zu den wenigen Leipziger Künstlern der Generation 1990, die heute von ihrer Kunst leben können. Im Juni 2020 ist fast alles so wie schon im Winter 2009, als ich dem Künstler ein erstes Mal begegnete. Vieles ist vertraut als ich ihn über zehn Jahre später wieder treffe: Kunstbücher liegen auf einem Tisch. Anderes ist neu: Hans Aichinger hat sich einen weißen Vollbart stehen lassen, der ihn weise und würdig erscheinen lässt. Ein Maler in seinen besten Jahren.

Was wird zum Jahreswechsel 2020/2021 am Connewitzer Kreuz passieren? Foto: Birthe Kleemann

Silvester in Connewitz – alles wie immer?

LEIPZIGER ZEITUNG/ Auszug Ausgabe 86, seit 18. Dezember 2020 im HandelEs erscheint fast etwas surreal, doch auch das Jahr 2020 neigt sich in wenigen Tagen dem Ende zu. Viele hatten vor einigen Monaten noch die Vorstellung, dass zum Jahreswechsel von Corona keine Rede mehr sein würde. Doch die Lage ist angespannter denn je, es wird wohl ein durch und durch anderes Silvesterfest, als wir es bisher kannten.

Die Berliner Brücke aus der Vogelperspektive. Foto: Matthias Weidemann

Jugendparlament fordert Begrünung an der Maximilianallee/Berliner Brücke

Die Berliner Brücke ist ein Monstrum, eins jener Betonbauwerke aus der Planwerkstatt von Brückenkonstrukteuren, denen es nur um die möglichst schnelle Abwicklung von Verkehrsströmen geht. Womit in der Regel Kfz-Ströme gemeint sind. Schon wer eine der Rampen mit dem Fahrrad hinauf- oder hinabfährt, fühlt sich völlig fehl am Platz. Daran, Fußgänger und Radfahrer vor Lärm und Abgasen zu schützen, wurde hier ganz bestimmt nicht gedacht. Also wird das Jugendparlament jetzt auch einmal straßenplanerisch tätig.

"Il trovatore" mit Roberta Mantegna (Leonora) und dem Gewandhausorchester. Foto: Kirsten Nijhof/ Oper Leipzig

Streaming-Premiere von „Il Trovatore“: Die Oper Leipzig wiederholt die Verdi-Inszenierung zu Silvester noch einmal

Die erste Streamingpremiere der Oper Leipzig, Jakob Peters-Messers Inszenierung von Verdis „Il trovatore“, stieß online mit über 9.000 Klicks auf viel Beachtung und begeisterte Zuschauerreaktionen. Großzügigerweise haben sämtliche beteiligten Ensembles und Künstlerinnen wie Künstler ihre Rechte erneut zur Verfügung gestellt und einer kostenfreien Wiederholung von „Il trovatore“ an Silvester zugestimmt, teilt die Oper Leipzig mit.

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