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SAID: September in Varna. Foto: Ralf Julke

September in Varna: SAIDs Gedichte über eine Begegnung weit, weit weg von Teheran

Der Konkursbuchverlag ist eher für das Erotische in Büchern bekannt. In Bild und Text. Mittendrin im Programm erscheinen dann auch Lyrikbände, in denen Autorinnen und Autoren in Gedichte packen, wie es knistern kann in der Liebe. Mehrfach knistern kann, denn gerade die Begabten wissen, dass es selbst in der Liebe nie nur um das Eine geht. Oder sogar gar nicht um das Eine, sondern um Sehnsucht und das Gefühl, nicht allein gestrandet zu sein.

Axel Stommel: Basics der Ökonomie. Foto: Ralf Julke

Basics der Ökonomie: Alles, was Sie schon immer über Wirtschaft, Staat und Steuern wissen wollten

Seit Thomas Pikettys Bestseller von 2014 „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ liegt alles wieder auf dem Tisch, steht auch der kleine Junge wieder am Rand der Menge und stellt erstaunt fest: Nicht nur der Kaiser ist nackt. Unsere Wirtschaftsexperten, Wirtschaftsweisen, Nobelpreisträger und Minister sind es auch. Sie pflegen eine Sicht auf Wirtschaft, die mit der Wirklichkeit nichts mehr zu tun hat. Und Axel Stommel singt kein Lied darüber, sondern nimmt die Glaubenslehre einfach mal gründlich auseinander.

Christina Meinhardt: Ulm / Neu-Ulm an einem Tag. Foto: Ralf Julke

Ulm an einem Tag: Einmal Baden gehen mit dem Schneider von Ulm und einmal zögern am höchsten Kirchturm Deutschlands

Er hat sogar einen Eintrag auf Wikipedia: Albrecht Ludwig Berblinger (1770-1829). Die meisten kennen den Mann eher als „Schneider von Ulm“, diesen Tollkühnen, der glaubte fliegen zu können, gar vom hohen Ulmer Münster – und dann abstürzte, wie in Brechts bekanntem Gedicht von 1934. Fast erwartet man vorm Ulmer Münster eine Platte im Boden, die bezeichnet, wo der übermütige Schneider aufprallte.

Benedikt Feiten: So oder so ist das Leben. Foto: Ralf Julke

So oder so ist das Leben: Die erstaunlich gelassene Reise des Anton Lobmeier zu sich selbst

Je älter der junge Verlag Voland & Quist wird, umso philosophischer werden die Buchtitel, die er veröffentlicht. Was auch an den Autoren liegt. Sie kommen in ein Alter, in dem man nicht mehr so unbeschwert spottet über das, was einem geschieht. Wird man da weiser? Oder irritiert einen das, was einem geschieht, nicht noch viel mehr? Gute Frage. Mit dem „großen“ Anton Lobmeier schickt Benedikt Feiten eine Art alter ego durch München.

Florian Friedrich: Celle an einem Tag. Foto: Ralf Julke

Celle an einem Tag: Ein Residenzstädtchen mit Bauhaus-Attraktionen und ein bisschen Löns-Gefühl

Immer mehr niedersächsische Städte vervollständigen die Lehmstedt-Landkarte. Städte, mit denen man ein Stück deutscher Geschichte erleben kann, jener seltsamen Vor-Geschichte, als Deutschland aus lauter kleinen und kleinsten Fürstentümern bestand. Und auch Celle war einmal Residenzstadt des Fürstentums Lüneburg. Zumindest bis 1705. Das Schloss erzählt davon bis heute in seiner Pracht.

Willy Weglehner: '68. Wat denkste, Karfunkel? Foto: Ralf Julke

Wat denkste, Karfunkel? Willy Weglehners augenzwinkernder Roman über einen alten 68er

Im vergangenen Jahr gab’s ja nicht nur die deutsche Revolution von 1918 als Jubiläum, auch das berühmte Jahr 1968 wurde da und dort gewürdigt. Oft mit zitronensaurem Ausdruck in den Kommentaren. Mancher will „68“ gar gleich wieder zu Grabe tragen, das Jahr ausradieren aus der bundesdeutschen Geschichte. Aber was kommt dabei heraus, wenn ein alter ‘68er sich erinnert und das Gefühl hat, er hätte eigentlich noch etwas einzulösen?

Marko Martin: Das Haus in Habana. Foto: Ralf Julke

Das Haus in Habana: Rapport einer Kuba-Reise mit seltsamen DDR-Erinnerungen im Gepäck

Marko Martin ist ein Grenzgänger – in mehrfacher Hinsicht. 1970 in der DDR geboren. Noch im Mai 1989 – nach Kriegsdienstverweigerung – in den Westen ausgereist, wurde er zu einem literarischen Weltreisenden, arbeitete als Auslandskorrespondent und ging dafür auch in Länder, in denen heute noch verschlossene Grenzen und autokratische Regierungen der Normalfall sind. So wie in Kuba, das Martin mit den Augen des geborenen Ostdeutschen bereist.

Andrea Reidt: Schwäbisch Hall an einem Tag. Foto: Ralf Julke

Schwäbisch Hall an einem Tag: Endlich erfahren, wo der Heller rollte

Gibt es überhaupt eine Stadt, die so heißt? Ist das nicht nur eine bekannte Bausparkasse? Es gibt sie wohl tatsächlich. Andrea Reidt war da, hat mehrfach ein Flüsschen namens Kocher überschritten, viele Treppen erstiegen, ist viele Gassen hinabgeeilt. Wer beim Lehmstedt Verlag solche flotten Stadtrundgänge beschreiben möchte, muss sportlich und fit sein. Am besten beides.

Ines Maria Eckermann: Ich brauche nicht mehr. Foto: Ralf Julke

Ich brauche nicht mehr: Eine sehr philosophische Suche nach den Wurzeln des Glücks

Wir leben in einer Überflussgesellschaft, einer Konsumgesellschaft, einer Wegwerfgesellschaft - egal, wie man es nennt: Es erzählt von einer Gesellschaft, die nicht mehr weiß, was wirklich wichtig ist und die in ihrer Maßlosigkeit alles verschlingt, auch unsere Lebensgrundlagen. Und das hat mit dem zu tun, was für gewöhnlich als heiliges Wachstum verkauft wird. Die Wachstumsgesellschaft ist kein Gesetz. Man ahnt es bald, wenn man mit Ines Maria Eckermann eintaucht in 3.000 Jahre Geschichte.

Steffi Böttger: Hildesheim an einem Tag. Foto: Ralf Julke

Hildesheim an einem Tag: Die Stadt, wo einst die Bischöfe und Kanzler zur Schule gingen

Wenn einem die handliche Stadtführer-Serie aus dem Lehmstedt Verlag etwas zeigt, dann die simple Tatsache, wie viele sehenswerte Städte es in Deutschland gibt. Jede einzelne Stadt ein Schatzkästchen, das es wert ist, einen Tag lang besucht zu werden, auch wenn die Touren meist so reich bestückt sind, dass man wohl lieber ein paar Tage mehr einplant. Auch für Hildesheim.

Roman Grafe: Spaß und Tod. Foto: Ralf Julke

Spaß und Tod: 240 unschuldige Opfer, traumatisierte Eltern und der mühselige Kampf der Initiative „Keine Mordwaffen als Sportwaffen“

Es ist jetzt zehn Jahre her: Am 11. März 2009 geriet die Stadt Winnenden in Baden-Württemberg weltweit in die Schlagzeilen, als die Albertville-Realschule zum Schauplatz eines Amoklaufs wurde. 13 Schüler und Lehrer wurden Opfer des 17-jährigen Amokläufers Tim K. Danach erschoss er noch zwei weitere Menschen und dann sich selbst. Wenige Stunden nach dem Amoklauf gründete der Journalist Roman Grafe die Initiative „Keine Mordwaffen als Sportwaffen“.

Heike Mohr: Bezaubernde Dahlien. Foto: Ralf Julke

Bezaubernde Dahlien: Das Beginnerbüchlein für alle, die die Dahlie auch zum Essen gern haben

Da dachte unsereiner die ganze Zeit, Dahlien seien so rustikale Pflanzen, dass sie schon seit Urzeiten zu einem richtigen Bauerngarten gehört haben müssen, denn ein Bauerngarten ohne Dahlien ist ja kein richtiger Bauerngarten, oder? Und dann klärt uns Gartenexpertin Heike Mohr hier fröhlich darüber auf, dass die Dahlie genauso wie Kartoffel und Tomate ein Neuankömmling aus Amerika ist.

Reinhard Mäurer: Aachen an einem Tag. Foto: Ralf Julke

Aachen an einem Tag: Eine Reise an den Mittelpunkt von Karls großem Reich

Mama Jane war gar nicht glücklich, als sie Aachen vor zwei Jahren besuchte: „Aachen is city of clouds, rain and gray colours.“ Dabei hat sich Hafizh Zuhdi richtig Mühe gegeben, die Stadt in seinem Filmclip wie eine Bühne darzustellen. Eine Bühne für Kleines und Großes. Für den Lehmstedt Verlag hat jetzt Reinhard Mäurer die Stadt erkundet, die einmal der Mittelpunkt Europas war. Natürlich bei Sonnenschein.

Barbara Handke: Sommergäste. Foto: Ralf Julke

Sommergäste: Eine Sommererzählung aus einer längst verschwundenen Zeit

Seit Dezember 2018 gibt es mit der edition überland ein neuen Verlag in Leipzig, gegründet von Kirsten Witte-Hofmann. Mit Sebastian Ringels „Wie Leipzigs Innenstadt verschwunden ist“ gab es gleich den ersten erfolgreichen Titel. Das zweite Buch ist eines, das die Leser tatsächlich über Land entführt, in ein kleines Nest am Meer. Und auch gleich noch zurück in die Zeit. Denn in Barbara Handkes Erzählung tickt noch das Lebensgefühl der frühen 1970er Jahre.

Jochen Voit, Gabriele Stötzer: Rädelsführer. Foto: Ralf Julke

Rädelsführer: Die dramatische Geschichte eines inszenierten Rauswurfs an der PH Erfurt im Jahr 1976

Wenn die DDR-Funktionäre das Selberdenken im Land verunglimpfen wollten, dann war ihnen kein Etikett zu fett, dann wurden aus unabhängig denkenden Menschen Saboteure, Staatsverleumder, Agenten des Westens oder – wenn man ihnen gar so etwas wie die Bildung krimineller Banden anhängen wollte – Rädelsführer. So wie 1976 mehrere Pädagogikstudenten aus Erfurt. Eigentlich stand am Anfang nur ein Wunsch nach einem lebendigeren Marxismus-Leninismus-Unterricht.

Steffi Böttger: Weimar. A City Guide. Foto: Ralf Julke

Weimar. A City Guide: Die besten Gründe für einen Weimarbesuch heißen Charlotte, Christiane und Anna Amalia

2019 – das ist nicht nur Bauhaus, das ist auch Weimarer Republik. Ob auch die Engländer das wissen, die sich derzeit mit ihrem seltsamen Brexit herumquälen? Der Lehmstedt Verlag jedenfalls sorgt vor und hat seinen erst 2018 komplett überarbeiteten Stadtführer für Weimar jetzt auf Englisch aufgelegt, gespickt mit lauter kleinen Erschrecknissen. Denn in Thüringen ist es nicht anders als anderswo: Wenn das große Jubiläum da ist, wird überall gebaut. Man muss sich sputen.

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