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Brennpunkt

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Sieht fast noch aus wie 1858: Pflaster in der Braustraße. Foto: Ralf Julke

ADFC-Experte Alexander John hat sich mal mit dem neuen Park-Platz in der Braustraße beschäftigt

Wenn Leipzigs Verwaltung eine Straße erneuert und dabei den Straßenraum neu aufteilt, dann ist Vorsicht angebracht. Denn oft genug liegen schon bei den Verkehrsplanern die Interessen über Kreuz. Wo die Leipziger eifrig über neue Verkehrskonzepte diskutieren, herrschen bei manchem Reißbrettnutzer noch die alten Erwartungen vor, müssen unbedingt auch genug Autos ihren Stell- und Schlafplatz finden.

Sieht fast noch aus wie 1858: Pflaster in der Braustraße. Foto: Ralf Julke

Was macht Dieter II in der Leipziger Braustraße?

Für Dieter II wird's nächstes Jahr noch schöner in Leipzig Zentrum-Süd. Dieter II kennt jeder Leipziger: grau, Kopf wie ein Windlicht, Hut wie Sancho Pansa. In der Beethovenstraße steht er rum. Ab 2016 darf er auch in die Braustraße. Die wird nämlich saniert und braucht fünf Dieter II. Dieter II ist eine von den unzähligen Leipziger Leuchten-Typen, die in den letzten Jahren in modernem, strengem Design entwickelt wurden.

Die Bodenplatte für den Anker liegt - jetzt beginnen die Planungen für den Saal (rechts). Foto: Ralf Julke

Am Freitag wurde der Grundstein für den neuen Anker Möckern gelegt

Es gibt Baustellen, die sind tief im Herzen der Leipziger verankert - so wie der Anker in Möckern, schon in DDR-Zeiten legendär durch seine Konzerte und den in Rock ausgelebten romantischen Protest gegen ein Land, das sich nicht ändern wollte. Nicht ohne Grund heißt die kleine Straße vorm Haus heute Renft-Straße. Doch 2013 erfuhr die mitfühlende Stadt erst, wie krank der alte Bau tatsächlich war.

Mit Motor im Floßgraben. Videostill/ Autor: Olaf Maruhn

Der NuKla e.V. antwortet dem Leipziger Amt für Umweltschutz in Sachen Floßgraben, Motorboote und Kontrollverlust

Himmelfahrt ist nun schon ein bisschen her. Damals berichtete die L-IZ über das nun fast schon übliche Wildwest auf dem Floßgraben. Der NuKla e.V. hatte sich mit Paddelboot auf die Tour begeben und dabei etliche Vorfälle registriert, die eigentlich Thema fürs Leipziger Umweltschutzamt wären. Das bekam dann gleich am 22. Mai auch einen Offenen Brief - und hat am 26. Juni auch geantwortet. Mit dem freundlichen Hinweis, der NuKla e.V. könne die Antwort ja veröffentlichen, dürfe sie aber nicht weiterverlinken.

Der heutige Busparkplatz auf der Ostseite des Hauptbahnhofes. Foto: Ralf Julke

Bushaltestelle in der Goethestraße wird nicht aufgerüstet und der Wettbewerb für Leipzigs Busterminal wird nicht öffentlich

LeserclubEs hilft nichts: Wer wissen will, was in Leipzig - auch zum geplanten Fernbusbahnhof - vor sich geht, muss nachfragen. Und wenn schon nicht mehr als Stadtrat, dann eben als Bürger - so wie Jens Herrmann-Kambach, der die Leipziger Stadtverwaltung bis zum Herbst als Stadtrat der Linken mit Fragen löcherte. Im Mai hat er nachgefragt und Leipzigs Planungsbürgermeisterin Dorothee Dubrau hat ihm am 8. Juli, in der letzten Stadtratssitzung vor den Ferien, geantwortet. Zum Anhören im Audio-Mitschnitt.

Das Tor zum Kasernengelände an der Hans-Oster-Straße. Foto: Ralf Julke

Junge, frische Ideen für das Kasernengelände in Leipzig-Möckern

LeserclubAm Anfang stand die Aufforderung zum Schöpfungsakt: Studenten der Bauhaus Universität Weimar und der Beuth Hochschule Berlin sollten sich ein konkretes, der Erweckung harrendes Viertel in Leipzig vorknöpfen und ihre Vorstellungen entwickeln, was daraus am Schnittpunkt von urbanem Wohnen und großstädtischer Mobilität werden könnte. Konzeptioneller Nutznießer sollte der Norden der einstigen Militärstadt in Möckern sein.

Anger-Crottendorfer Bahnschneise, Höhe Mierendorffstraße: Hier würde der Weg hinauf auf den Viadukt geführt werden müssen. Foto: Ralf Julke

Der “Parkbogen Ost” durch den Leipziger Osten kann ab 2016 gebaut werden

Manchmal gibt es auch in Leipzig Projekte, die so überzeugend sind, dass aus einer Vision schnell ein Plan und eine Förderung werden. So geht es mit dem "Parkbogen Ost", erst im Herbst 2014 vom Dezernat Stadtentwicklung und Bau in eine Vorlage gegossen. Doch am Donnerstag, 16. Juli, teilte Bundesbauministerin Barbara Hendricks mit: das Projekt wird mit 3,3 Millionen Euro vom Bund gefördert.

Rustikale Grünanlage an der Ecke Rolf-Axen-Straße/Baumannstraße. Foto: Ralf Julke

Leipzig sichert sich auch in Kleinzschocher das Vorkaufsrecht für ein geplantes Schulgelände

Es war eine dieser ganz späten Entscheidungen in der letzten Marathonsitzung des Leipziger Stadtrates vor der Sommerpause am 8. Juli: Um 21.45 Uhr gab die Ratsversammlung ihre Zustimmung zur Satzung über ein besonderes Vorkaufsrecht für das Gebiet "Rolf-Axen-Straße/Baumannstraße". Ein Novum in der Leipziger Grundstückspolitik. Aber worum geht's da eigentlich? Das Grundstück liegt mitten im einstigen Arbeiterkiez Kleinzschocher.

Beliebte Fütterungsstelle: Limburger Steg in Schleußig. Foto: Ralf Julke

Grüne Stadtbezirksbeirätin aus Leipzig-Südwest freut sich über Antragserfolg im Stadtrat

Es war wieder so ein richtig klassisches Eigentor, das die Leipziger Stadtverwaltung hinlegte, als sie einen Antrag aus dem Stadtbezirksbeirat Südwest in Bausch und Bogen ablehnte. Es ging um die Frage, wie man der wachsenden Wildtierpopulation an der Weißen Elster Herr werden könnte. Das Ordnungsdezernat verwendete drei Seiten, um zu betonen: "Der Antrag muss abgelehnt werden." Gar nichts musste.

Hans-Driesch-Straße in Leutzsch: Links die Poller am Park am Wasserschloss - rechts der westliche Teil der William-Zipperer-Straße. Foto: Ralf Julke

Linksfraktion beantragt Deckensanierung und Querungshilfe für die westliche William-Zipperer-Straße

Wie lückenhaft Leipzigs Radwegenetz ist, merkt man erst, wenn man in den verschiedenen Stadtteilen öfter mit dem Rad unterwegs ist. Da gibt es Straßen, die in klassischer Schönheit mit Radstreifen beschenkt sind. Aber an jedem Ende verlieren sie sich im Nirwana. Und das soll dann eine Ausweichstrecke für Radfahrer sein, fragt die Linksfraktion nun zur Wiliam-Zipperer-Straße in Leutzsch? Nie im Leben.

Eine (kleinere) Gleisinstandsetzung in der Georg-Schumann-Straße 2014. Foto: Ralf Julke

Der einst geplante Komplettumbau der Georg-Schumann-Straße ist längst zum Abschnitts-Bauen geworden

Wenn die Stadtverwaltung schon nicht von selbst auf die Idee kommt, über eine wichtige Strategieänderung zu berichten, dann muss man mal nachfragen. Das tat dann auch der Sprecher für Haushaltspolitik der Linksfraktion im Leipziger Stadtrat, Steffen Wehmann, nachdem im Juni mit Ach und Krach die Zustimmung zum Umbau der Georg-Schumann-Straße zwischen S-Bahnhof und Huygensplatz beschlossen worden war. Es gibt eine Menge Irritationen um die große Magistrale im Leipziger Nordosten.

Zugang zum Agra-Messepark. Foto: Ralf Julke

Öffnet den Leipzigern endlich den Weg in den agra-Park!

Entweder sitzt am anderen Ende ein Sachbearbeiter am Hebel, der immer wieder versucht, die alten Ideen zur Zukunft des agra-Parks in immer neuem Aufguss an die Stadträte zu verkaufen, oder das Thema agra-Park ist eigentlich ein Test, der heimlich im Pongoland des Zoos durchgeführt wird. Auch der dritte Versuch der Leipziger Stadtverwaltung, den Stadträten ihre alten Ideen unterzujubeln, ist gescheitert.

Das Capa-Haus mit der Einmündung der Lützner Straße, die in diesem Abschnitt den Namen Bowmanstraße bekommen soll. Foto: Ralf Julke

Leipzigs Verwaltung will keine Bowmanstraße – die Linksfraktion ist regelrecht bestürzt

Mit dieser Stellungnahme tut sich Leipzigs Verwaltung tatsächlich keinen Gefallen: Mit einer ganzen Kaskade von Argumenten versucht sie, den Antrag der Linksfraktion, einen Teil der Lützner Straße nach Raymond J. Bowmann zu benennen, vom Tisch zu fegen. Aber die Argumente sind mehr als hanebüchen. Selbst Bowmans Vorgesetzter muss herhalten, um ihm die Ehrung zu verweigern.

Brücke in der Tauchaer Straße im April: Fahrbahnen rechts und links - in der Mitte werden jetzt die Gleise montiert. Foto: Ralf Julke

Auf der Parthebrücke zwischen Mockau und Thekla werden vom 13. bis 17. Juli die Straßenbahngleise montiert

Wie heißt das Ding denn nun: Parthebrücke oder Tauchaer Brücke? Das Ding heißt gar nicht. In den Akten der Stadt Leipzig steht es als "Brücke Tauchaer Straße". Eigentlich müsste noch eine Nr. 3 dahinter. Es ist die dritte an dieser Stelle, die jetzt fertig wird. Die Betonplatte liegt schon länger. Aber jetzt werden auch noch die Gleise der Straßenbahn ordentlich montiert. Das soll ab der nächsten Woche passieren, teilen die Leipziger Verkehrsbetriebe mit.

Neue Gehwegplatten für die Könneritzstraße. Foto: Marko Hofmann

Nachtarbeiten zum Umbau der Bauweichen in der Könneritzstraße am 11. und 12. Juli notwendig

Die zweite Großbaustelle, die Leipzig seit vergangenem Jahr in Atem hält, ist die Könneritzstraße. Sie ist nicht ganz so kompliziert wie die "KarLi", aber vor Überraschungen sind die Bauleute auch hier nicht gefeit. So wie im März, als man auf einen Abwasserkanal stieß, der in keiner Karte eingezeichnet war. Aber auf der "Kö" wird es in diesem Sommer nur eine kurze Totalsperrung geben - am nun kommenden Wochenende, am 11. / 12. Juli.

Bauabschnitt Peterssteinweg: Das westliche Gleis muss hier noch komplett verlegt werden. Foto: Ralf Julke

In der “KarLi” werden im Sommer in einer Hauruckaktion alle Gleise komplettiert

Wenn noch keine Freisitze an der "KarLi" stünden, dann müsste man wohl welche hinstellen. Damit man gute Sicht auf die nun beginnenden Baumaßnahmen hat, denn jetzt geht es ins Finale. Die härtesten sechs Wochen im Umbau der Straße beginnen. Und zwar pünktlich mit den Sommerferien. Schwitzen müssen die Bauarbeiter, die in zwei Schichten arbeiten müssen. Denn am 23. August müssen sie mit dieser Herkules-Aufgabe fertig sein.

Blick auf die heutige DDR-Planungs-Tristesse am Bayrischen Platz. Foto: Marko Hofmann

Wie sollen die Straßen rund um den Bayrischen Platz künftig aussehen?

Am heutigen Montag, 6. Juli, laden die Stadt und die LVB zu einer Informationsveranstaltung zum künftigen Umbau des Bayrischen Platzes ein. Die findet ab 19 Uhr in der Aula des Reclam-Gymnasiums (Tarostraße 4, Haupteingang gegenüber dem Parkplatz neben REWE) statt. Dabei geht es nicht nur um den Bayrischen Platz, sondern um ein ganzes Straßengeflecht von der Arthur-Hoffmann-Straße bis zur Grünewaldstraße.

Mittelinsel auf der Oberdorfstraße in Höhe Zuckelhäuser Straße. Foto: Ralf Julke

In der Oberdorfstraße in Stötteritz wird es kein generelles Tempo 30 geben

Überall im Leipziger Stadtgebiet gibt es die Konflikte, Diskussionen und Erwartungen zur Funktionsfähigkeit von Straßen. Während die einen auch schon mal fraktionsübergreifend fordern "Ja keine Hemmnisse für den schnellen Verkehr!", schreiben frustrierte Bürger Petitionen, um Straßen, auf denen mit Kind und Kegel nur ein gefährliches Überqueren möglich ist, mit Tempo-Beschränkungen zu belegen.

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