Artikel aus der Rubrik Zeitreise

Vor 78 Jahren. Im Gedenken an die Opfer der Pogrome vom 7. bis 13. November 1938

Ein kleiner Exkurs durch jüdische Sportgeschichte (5): Max und Leo Bartfeld – Eine Leipziger Geschichte von unzähligen

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserEs sind zwei Menschen, derer seit zwei Jahren beim internationalen Fußballbegegnungsfest stellvertretend für viele Menschen jüdischen Glaubens gedacht wird: die Brüder Max und Leo Bartfeld. Sie beide waren Leipziger, Sachsen, Deutsche und Juden. Max und Leo waren erfolgreiche Kaufleute, engagiert für die Stadt Leipzig und besonders für ihren Fußballclub Bar Kochba, zu deren besonders rührigen Mitgliedern sie zählten. Beide spielten in der 1. Fußball-Herrenmannschaft, wirkten noch in anderen Sportarten des Vereins mit. Weiterlesen.

Vor 78 Jahren. Im Gedenken an die Opfer der Pogrome vom 7. bis 13. November 1938

Ein kleiner Exkurs durch jüdische Sportgeschichte (4): Die Zäsur 1935 und das Ende Bar Kochbas + Video

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDie Nürnberger Rassegesetze, welche am 15. September 1935 formell auf dem Reichsparteitag der NSDAP beschlossen werden, erschüttern die Überzeugungen im „Reichsbund jüdischer Frontsoldaten“ (RjF) in eine Vereinbarkeit von jüdischem Glauben und dem nationalsozialistischen Führerstaat endgültig. Und verengen gleichzeitig die Möglichkeiten der Makkabi-Bewegung wie auch des Bar Kochba Vereins, in Deutschland zu wirken, deutlich. Was die Nazis von den Bemühungen des RjF halten, zeigt sich im unmittelbar folgenden Verbot jeglicher politischen Tätigkeit bereits 1936 und die Auflösung des Bundes 1938. Weiterlesen.

Vor 78 Jahren. Im Gedenken an die Opfer der Pogrome vom 7. bis 13. November 1938

Ein kleiner Exkurs durch jüdische Sportgeschichte (3): Das Hakenkreuz hält Einzug in Leipzig + Video

Foto: SML Kopie v. Orig. Gerda Landsberg

Für alle LeserVergleicht man die Zeit ab 1933 mit den Zuständen in der Weimarer Republik, sprechen viele heute noch von den sogenannten „Goldenen 20ern“. Für die jüdischen Sportvereine des Landes sind es in jedem Fall die Jahre, in denen sie an allen regulären Ligen teilnehmen und ihr Vereinsleben weitgehend störungsfrei leben können. Sie sind damit vollständig in das damalige Sportwesen integriert, wenn sie auch intern noch gespalten auftreten. Weiterlesen.

Vor 78 Jahren. Im Gedenken an die Opfer der Pogrome vom 7. bis 13. November 1938

Ein kleiner Exkurs durch jüdische Sportgeschichte (2): Bar Kochba wächst immer weiter + Video

Quelle: SML Pauckert S. 131 / Tüpfelhausen e.V.

Für alle LeserBereits in den Jahren 1922 bis 1924 kann Bar Kochba Leipzig auf 900 aktive Sportler verweisen und ist zu dieser Zeit einer der größten Vereine im Verband der Mitteldeutschen Ballspielvereine. Trotz der Namenswahl tritt Bar Kochba nach außen unpolitisch und neutral auf, was eine Bedingung für die Teilnahme am Ligabetrieb Sachsens der damaligen Zeit war. Mehr noch, Bar Kochba wird auch ein gesellschaftlicher Anlaufpunkt für die Leipziger, wenn der Verein im Krystallpalast oder dem heutigen Schauspiel Leipzig (ehem. Centraltheater) das Chanukka-Fest ausrichtet. Weiterlesen.

Vor 78 Jahren. Im Gedenken an die Opfer der Pogrome vom 7. bis 13. November 1938

Ein kleiner Exkurs durch jüdische Sportgeschichte (1): Bar Kochba – Leipziger Sport unter dem Davidstern + Video

Foto: Stadtarchiv Leipzig

Für alle LeserSeit gerade einmal drei Jahren ist die Erinnerung an einen Teil Leipziger Stadtgeschichte dank der Bemühungen des Tüpfelhausen e.V., der Initiative 1903, dem Netzwerk Blau-Gelb und dem Sportmuseum Leipzig Stück um Stück ins Gedächtnis der Stadt zurückgekehrt. Der einstige jüdische Sportverein „Bar Kochba“ prägte nicht nur die Sportlandschaft der Messestadt und das jüdische Gemeindeleben mit. Er war bis zu seiner Auflösung 1939 in Folge der Novemberpogrome 1938 in Leipzig ein wichtiges Stück Heimat für die jüdischen Mitbürger der Stadt. Was über die Geschichte des Vereins und die Tage vom 7. bis 13. November 1938 bislang bekannt Weiterlesen.

Boulevard, die Fleischzufuhr steigt, erste Rufe nach mehr Transparenz in Sellerhausen, Erfindergeist & die Anfänge der LVZ werden sichtbar

Vor 130 Jahren (5): Eine Zeitreise in den Leipziger Osten des Jahres 1886

Bild / Postkarte von Harald Stein

Es riecht nach Boulevard im Reudnitzer Tageblatt, denn ein gesellschaftliches Ereignis kündigt sich an. Damals wie heute mit großen Worten und ohne Quelle für die wichtigen Insiderinformationen gepriesen. Gleichzeitig steigt der Fleischverzehr, was die „lokale Schlachtsteuer“ steigen lässt. In Sellerhausen haben derweil die Bürger die Nase gestrichen voll und rufen nach mehr Transparenz des Gemeinderates. Gleichzeitig werden Erfindungen verkündet, während der Handel noch sehr stark reguliert ist. Und eine bekannte Leipziger Zeitung klopft perspektivisch an die Tür. Anmelden und weiterlesen.

Ein „ehrlicher“ Finder, finstre Nächte im Osten & die Polizei meldet sich zu Wort

Vor 130 Jahren (4): Eine Zeitreise in den Leipziger Osten des Jahres 1886

Foto: Stadtarchiv Leipzig

In den alten Zeitungsmeldungen des Reudnitzer Tageblattes finden sich heute in scheinbaren Kleinigkeiten Informationen, die, geht man etwas in die Tiefe, durchaus Einblick in die Zeit der beginnenden Industrialisierung Leipzigs geben können. So geht es dieses Mal um einen Finder einer Geldbörse, erfassten Straftaten im November 1885, die Anzahl der Todesfälle im Leipziger Osten binnen einer Woche und der journalistische Umgang mit Polizeimeldungen vor 130 Jahren. Vor allem aber ist es finster auf den Straßen, der Winter schlägt zu zum Jahresbeginn 1886. Und die Kinder im Viertel gehen einer beliebten Freizeitbeschäftigung in den Treppenhäusern nach. Anmelden und weiterlesen.

Ein wichtiger Krankheitsfall, Raufbolde an der Eisenbahnstraße & Wachstumsschmerzen in der Boomtown

Vor 130 Jahren (3): Eine Zeitreise in den Leipziger Osten des Jahres 1886

Foto: Harald Stein

Das nachfolgende Ereignis erscheint heute vielleicht nebensächlich, doch damals war der Nachrichtenwert hoch. Die Leipziger Vororte haben selten mehr als einen Arzt für alle Einwohner, immerhin für einige tausend Personen. Von daher war das Wohlbefinden von Herrn Dr. med. Kohl für die Bewohner des Leipziger Ostens nicht unwichtig. Zumal die meisten noch durch eine Hausbeleuchtung tappern mussten, welche den Namen kaum verdient. Unterdessen bekommt der Osten das erste Mal echte Wachstumsschmerzen, vor allem entlang der Eisenbahnstraße – es wird Geld benötigt. Und die Polizei wird angefordert, weil an der Konradstraße vermehrt Steine fliegen. Anmelden und weiterlesen.

Wachstum auf dem Friedhof, die Lukaskirche wird geplant und mal wieder "Zucht & Ordnung"

Vor 130 Jahren (2): Eine Zeitreise in den Leipziger Osten des Jahres 1886

Quelle: wikicomm

Schauen wir mal nach Volkmarsdorf, wo auch das Sterben mit der wachsenden Bevölkerung Schritt hält und manchem der Weg zum bisherigen Friedhof zu weit scheint. Also wird eifrig im Reudnitzer Tageblatt räsoniert, ob es nicht ein eigener in Volkmarsdorf werden solle. Auch die heute prägende Lukas-Kirche steht noch nicht, doch das wachsende Selbstbewusstsein der Bewohner und ihre Menge ruft nach einem neuen Gotteshaus im Viertel. Dabei erregt man sich kräftig über die Bauweise einer anderen Leipziger Kirche und lehnt den „überaus widerwärtigen Eindruck“ dieser schlankweg ab. Und mal wieder geht es um Zucht und Ordnung beim Nachwuchs. Anmelden und weiterlesen.

Von Schulbeginn, patriotischen Konzerten, störenden Kindern & 3,66 % Zinsen

Vor 130 Jahren (1): Eine Zeitreise in den Leipziger Osten des Jahres 1886

Foto: Stadtarchiv Leipzig

Die Zeitreise ist zurück. Es wurde quasi auch irgendwie – Zeit dafür. Und erst recht Zeit wurde es, mal nach Osten zu schauen. In den Teil Leipzigs, der auch in unserer, genau, Zeit wieder etwas attraktiver wird, nachdem er jahrzehntelang irgendwie das Stiefmütterchen der Stadt war. Dies ist vor 130 Jahren ähnlich, doch der Zustrom an neuen Bewohnern wächst, es muss gebaut, gelebt und gehandelt werden. Steigen wir also ein in die ersten Tage des Jahres 1886, als Neustadt-Neuschönefeld, Sellerhausen, Volkmarsdorf, Schönefeld, Neuschönefeld und Reudnitz noch nicht dieser enge und weiter wachsende Ballungsraum sind wie heute. Anmelden und weiterlesen.

Wiederentdeckung eines Leipziger Abenteurers und Kolportage-Autors

Leipzig bekommt nicht nur das erste Robert-Kraft-Symposium, sondern auch gleich noch einen mutigen Verlag für Robert Kraft

Grafik: Freundeskreis SF Leipzig e.V.

Anlässlich seines 100. Todestags in diesem Jahr findet am 15. und 16. Oktober 2016 in der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig das erste Symposium rund um den Schriftsteller Robert Kraft statt. Robert wer? Am 10. Mai ist sein 100. Todestag ganz still und heimlich an den Leipzigern vorbeigegangen. Denn seine Karriere hat der Sohn eines Weinhändlers woanders gestartet: ausgerechnet in Dresden. Anmelden und weiterlesen.

Quartalsbericht Nr. 2/2016, Teil 5 der Besprechung

Vor 150 Jahren setzten Leipzigs Stadtverordnete die Gründung eines statistischen Büros durch

Grafik: L-IZ

Wo hängt es? Wo klemmt es in einer Stadt wie Leipzig? Das wollten die Stadtväter auch schon vor 150 Jahren wissen. Damals wurde – auf Anregung der Stadtverordneten – die Anstellung eines Aktuars und eines Expedienten für ein erstes kleines statistisches Büro beschlossen. Ja nicht zu viel und ja nicht zu teuer. Das klang schon irgendwie wie die Stadtverwaltung von heute. Anmelden und weiterlesen.

Rätsel im Rosental

Was steht an der Rosentalgasse und verrät nicht, was es ist?

Foto: Ralf Julke

Es gibt allerlei Relikte, die in Leipzig ziemlich beziehungslos herumstehen. Man stolpert drüber, fragt sich, was das ist – und in der Regel steht es nicht dran. Und man ist ja sowieso schon verwirt, wenn man - wie Wolfgang Stoiber, Vorsitzender des NuKLA e.V. - immerfort auf Spurensuche ist nach Leipzigs Gewässer- und Auenlandschaften. Auch das ist ein reines Rätselspiel. Anmelden und weiterlesen.

Mit Carl Friedrich Dauthe am Schwanenteich

Der Mann, der dem klassizistischen Leipzig ein Gesicht gab

Foto: Ralf Julke

Na gut, es war kein runder Geburtstag, der sich da am 13. Juli 2016 zum 200. Mal jährte, nur ein Todestag. Aber in diesem Fall bekamen wir den kleinen Erinnerungsanstoß aus dem Rathaus: Da war doch was! Natürlich. Und es wäre eigentlich auch in diesem Jahr eine kleine Jubiläumsausstellung wert gewesen. Denn kein anderer prägte das klassizistische Leipzig so stark wie der Stadtbaudirektor Johann Carl Friedrich Dauthe. Anmelden und weiterlesen.

Mit Pferdekraft von Reudnitz nach Plagwitz

Im Waldstraßenviertel, wo Leipzigs erste Omnibusgesellschaft ihren Sitz hatte

Foto: Ralf Julke

LeserclubLeipzig und sein Nahverkehr. Wie alt ist das Thema eigentlich? Stillschweigend haben die Leipziger Verkehrsbetriebe in diesem Jahr 120 Jahre „Elektrische“ gefeiert. Aber mit Strom ging es ja nicht los, sondern mit Pferden. Am 18. Mai 1872 nahm die Leipziger Pferdeeisenbahn (LPE) ihren Betrieb auf. Aber auch das war nicht der Beginn des Leipziger Nahverkehrs. Der war schon zwölf Jahre früher. Anmelden und weiterlesen.

Eine Winterreise vor 60 Jahren

Ein Kurzbesuch mit Arnolt Bronnen im Leipzig von 1956

Foto: Ralf Julke

Es gibt Bücher, die bringen einen auf Ideen. Zum Beispiel, mal wieder in anderen Büchern nachzulesen, die man seit Jahren nicht angefasst hat. Ein solches Buch ist Fancis Neniks „Doppelte Biografieführung“, das wir morgen an dieser Stelle besprechen. Da stolpert man dann über einen gewissen Schriftsteller Bronnen. Zwar im Zusammenhang mit „Schwarze Pumpe“. Aber war da nicht was 1956? Anmelden und weiterlesen.

Neuer Gehweg zwischen Möckernscher und Eisenacher Straße als Abkürzung in die Leipziger Geschichte

30 Meter Fußweg, gut gepflastert, zwischen Studentenpfarrer Siegfried Schmutzler und dem roten Feldpostmeister Julius Motteler

Foto: Ralf Julke

Wie wäre es denn mit Kurt-Masur-Gässchen? Wenn denn schon alle möglichen Leute unbedingt ein Plätzchen nach dem jüngst verstorbenen Kapellmeister benennen wollen. In Gohlis gibt es seit Monatsbeginn eines: Eine hübsche Schlippe zwischen Eisenacher Straße und Möckernscher Straße. Eigentlich ein Unikum aus Urzeiten, als hier zwischen mehreren Häusergrundstücken ein handtuchbreiter Streifen einfach frei blieb. Anmelden und weiterlesen.

Geburtstagsständchen für einen Liberalen

Gustav Freytags Lieblingsbierlokal ist heute eine große Baugrube

Foto: Ralf Julke

Es gibt eine Menge Gelegenheiten zum Feiern, die Leipzig versäumt. Zum Beispiel, weil es keinen gibt, der im Rathaus eine Vorlage schreiben könnte: Jubiläum 2016, 1.000 Euro für ein Geburtstagspicknick auf dem Burgplatz. Aber wer hat denn da Geburtstag an diesem 13. Juli? Gustav Freytag heißt der Mann. Heute wäre er 200 Jahre alt geworden. Aber wo sollte man das in Leipzig feiern? Anmelden und weiterlesen.

Archäologische Ausgrabungen an der Nonnenmühlgasse beendet

Spuren von Krieg, Töpfern, barocker Gartenlust und einem Dorf der Jungsteinzeit

Foto: Ralf Julke

In dieser Woche haben die Mitarbeiter des Landesamtes für Archäologie ihre Grabungen an einem besonderen Stück Leipziger Boden beendet. Das Wachstum der Stadt verschafft ja auch ihnen jede Menge aufregender Arbeit. Denn wenn alte Brachen für Neubau vorgesehen sind, dann dürfen die Archäologen graben in Erdschichten hinunter, die seit Jahrhunderten niemand angerührt hat. Anmelden und weiterlesen.

Roland Mey lässt nicht locker

Warum Kurt Masur kein Revolutionsheld ist und die Hochschule für Musik ihre Geschichte aufarbeiten muss

Foto: Ralf Julke

Gerade nimmt ja die Kurt-Masur-Gedächtnis-Musik in Leipzig neue Bergschleifen, geht es einigen Akteuren gar nicht schnell genug, den im Dezember 2015 verstorbenen Gewandhauskapellmeister irgendwie großartig und dauerhaft zu ehren im Leipziger Stadtraum. Schon seit Jahren geht zumindest Roland Mey dieser Zirkus auf den Keks. Jetzt hat er eine neue Streitschrift veröffentlicht. Anmelden und weiterlesen.